Archiv:20 Jahre "Dat ole Hus" im Dezember 1981

Aus Aukrug Geschichte Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Freilichtmuseum Aukrug "Dat ole Hus" feierte 20-jähriges Bestehen

Zeitungsartikel

Zeitungsbericht aus dem Dezember 1981 in der Hohenwestedter Kreiszeitung

AUKRUG (a). Im Jahr 1961 wurde vom Ehepaar Werner und Edith Hauschildt ein Fachhallenhaus aus dem Jahr 1804 im Ortsteil Bünzen übernommen. Seitdem entstand dort ein kleines Freilichtmuseum mit Sammlungen zur Volkskunde des Aukrug, "Dat ole Hus". Das Heimatmuseum konnte in der vergangenen Woche das 20-jährige Bestehen feiern.

Nachdem 1961 die letzten beiden Familien aus dem ehemaligen Harms'schen Verlehnthaus ausgezogen waren, konnte das Ehepaar Hauschildt mit der Verwirklichung ihres Museumsgedankens beginnen. Anfangs von den Dorfbewohnern mit Schmunzeln zur Kenntnis genommen, später unter der Mithilfe gerade dieser Aukruger konnte das Haus zu einem anschaulichen Denkmal der Lebensweise früherer Generationen des Aukrugs werden. Mit zahlreichen Gebrauchsgegenständen der vorigen Jahrhunderte ausgestattet und durch einige Nebengebäude wie Backhaus, Bienenstände, Wagenschuppen oder der noch im Aufbau befindlichen Schäferkate entstand so ein kleines Freilichtmuseum, das weit über die Grenzen Aukrugs hin bekannt ist.

6.300 der bisher etwa 40.000 Besucher kamen allein im vergangenen Jahr. Etwa 80 Prozent kommen aus Schleswig-Holstein und Hamburg, jedoch nur etwa zweieinhalb Prozent aus Aukrug, so berichtete Werner Hauschildt in seiner Begrüßungsrede für einige Aukruger Gemeindevertreter und Leiter benachbarter Museen.

In den zwei Stuben, die stilgerecht wie vor 100 und die andere wie vor 200 Jahren eingerichtet sind, wurde die schon traditionelle Kaffeetafel mit Kirschgrütze, Sahne und Waffeln vom Herdfeuer gereicht.

Dr. Arnold Lühning vom Landesmuseum Schleswig sprach seine Bewunderung aus, die in all den Jahren, in denen er die Hauschildts bei ihrem Werken unterstützt und beobachtet hat, immer mehr gewachsen Sei. Mit viel harter Arbeit, finanziellen Opfern und Risiken sei ein museal überzeugendes aber ungekünsteltes, bürgerliches Museum entstanden. Es sei über eine bloße Attraktion in Aukrug hinausgewachsen zu einer kulturgeschichtlich wichtigen Einrichtung in Schleswig-Holstein.

Auch Bürgermeister Hans-August Jensen würdigte den Einsatz des Ehepaares Hauschildt, der damals von der Gemeindevertretung mit Skepsis beurteilt wurde, auf den jetzt aber die ganze Gemeinde stolz sein kann. Der Leiter des Textilmuseums Neumünster, Sydow, wies auf die optimale Betreuung hin. Nirgends sonst ist eine so familiäre und gemütliche Atmosphäre zu finden, die für mittlere und große Museen nur wünschenswert sein kann.

Einige nette Anekdoten über die Erlebnisse mit den Besuchern von Edith Hauschildt und ein Rundgang zu den übrigen Gebäuden des „Museums zur Volksunde des Aukrugs", wie „Dat Ole Hus" offiziell heißt, ließen den netten Nachmittag ausklingen.

Das Museum ist an Sonn- und Feiertagen von 14.00 bis 18.00 Uhr für Besucher sowie für Gruppen nach Vereinbarung geöffnet.

(Text und Fotos: Holger Hauschildt)

Fotos im Artikel

Weitere Fotos zum Ereignis

Siehe auch