Archiv:Feldpost der Kreisleitung der NSDAP Rendsburg
Die Feldpost der Kreisleitung der NSDAP Rendsburg sind zwei Rundbriefe aus dem Jahren 1942 und 1943 an die im Einsatz befindlichen Soldaten des Kreises Rendsburg, die im Archiv von Klaus Albert erhalten geblieben sind.
Ende 1942 zeichnete sich die Kriegswende bereits deutlich ab: Mit der Einschließung der 6. Armee bei Stalingrad am 22. November 1942 kippte die Lage an der Ostfront, und in Nordafrika begann mit „Torch“ am 8. November 1942 eine weitere wichtige alliierte Offensive. Stalingrad zum Symbol der deutschen Überdehnung geworden; die Schlacht endete erst am 2. Februar 1943 mit der Kapitulation der Reste der 6. Armee. In Berlin reagierte die NS-Führung mit Durchhalteparolen statt mit einem realistischen Kurswechsel. Goebbels’ Rede zum „totalen Krieg“ im Februar 1943 war der Versuch, die Bevölkerung auf weitere Entbehrungen einzuschwören und das Stalingrad-Desaster propagandistisch umzudeuten. Für die Zivilbevölkerung bedeutete diese Phase wachsenden Kriegsdruck: Luftkrieg, Materialknappheit, steigende Verluste und zunehmende Unsicherheit prägten den Alltag[1].
Kriegsweihnachten 1942
Lieber Kamerad!
In diesem Jahr kommt als Gruß aus der Heimat nur dieser heimatliche Brief, den Kreisleitung und Ortsgruppe der NSDAP. Euch schicken als Zeichen der stets engen, kameradschaftlichen Verbundenheit zwischen der schaffenden Heimat und den Kameraden, die an der kämpfenden Front zu Lande, zu Wasser und in der Luft ihren Mann stehen oder die sonst zu wichtigem Waffendienst irgendwo eingesetzt sind. Die Belastung der Feldpost soll vermieden werden. Daher statt des Päckchens nur ein Gedankenaustausch, der Euch Antwort geben soll auf Fragen, die Ihr sicher schon oft in Feldpostbriefen gestellt habt. Wenn Eure Lieben Euch schreiben, Eure Kameraden in den Betrieben oder in den Stürmen und Gliederungen der Partei, dann werdet Ihr immer wieder etwas verspürt haben von dem selbstverständlichen Einsatzwillen, der auf allen Schaffensgebieten in der Heimat vorhanden ist. Manche Einschränkung hat der Krieg mit sich gebracht, aber sie ist auf dem wichtigsten Gebiet, dem der Ernährung, nun nicht ständig größer geworden, sondern im Gegenteil, der jetzige Winter hat die erste Verbesserung der Lebensmittelzuteilung mit sich gebracht und als zusätzliches Geschenk ein dickes Weihnachtspaket, in dem sogar die Flasche Sprit nicht fehlt. Viele glückliche Gesichter gab es, als diese Dinge in der Landeszeitung mitgefeilt wurden. Ein unbedingtes Gefühl der Sicherheit hat es jedem gegeben, daß uns wirtschaftlich gesehen diesmal der Krieg nichts anhaben kann. Und für die militärische Seite, dafür steht Ihr ja alle an den befohlenen Plätzen, hier im Angriff, dort in harter Abwehrschlacht.
Kohlen haben wir auch zur rechten Zeit geliefert bekommen, wo Torfmoore sind, wurde zusätzlich Brennmaterial gewonnen, und in Rendsburg ist zum Beispiel eine große Halle voll gestapelt mit Torf, der zusätzlich ausgegeben werden soll, wenn es irgendwo knapp werden sollte. Aber Befürchtungen bestehen nicht, denn die Monate September, Oktober und November haben mit ihrer schönen herbstlichen Witterung allen Gelegenheit gegeben, Kohlen zu sparen. Und nicht nur der Kohlenkeller ist voll, auch der Kartoffelkeller. Die Ernte war auch in unserem Kreis ausgezeichnet, die Güte der Kartoffel im allgemeinen recht gut, Mieten und Keller sind wohl gerichtet. Ueberhaupt war die Ernte besser, als die größten Optimisten es sich im Sommer träumen ließen. Arbeitskräfte standen auf dem Lande genügend bereit, wenn auch der Verkehr mit all diesen fremden Leuten nicht immer leicht ist. Auch in den Betrieben in Rendsburg und Umgebung sind viele hundert Ostarbeiter und andere eingesetzt, die in Barackenlagern untergebracht sind, ebenfalls Ostarbeiterinnen als Hausgehilfinnen. Teilweise gewöhnen sie sich gut ein, wenn zur Verständigung auch fast immer nur die Zeichensprache dient. Auch in den Dingen der Zivilisation zeigen sie Anpassungsvermögen, nur das Spülklosett ist in den Augen einiger Ostarbeiterinnen ein gefährliches Ding, und wochenlang schlich sich eine in unserer Umgebung lieber in den Hausgarten zum Ergötzen aller Hausbewohner, als dat sie sich auf das gefährliche wasserrauschende Becken setzte.
In der Betreuung der Fremdvölkischen hat die Deutsche Arbeitstront eine zusätzliche Aufgabe erhalten. Sie sorgt für Unterbringung, Kleidung und für das rechte Verständnis in der Behandlung derselben. Denn es kommt ja darauf an, ohne jegliche Sentimentalität den größten Arbeitseinsatz und Arbeitswillen zu erzielen. Und wo wir gerade dabei sind, wollen wir über die Arbeit der Partei und ihrer Gliederungen Euch kurz aus unserem Kreis berichten. Ueberall muh die Arbeit mit zahlenmähig verringerten Kräften und zum Teil mit Aushilfen geleistet werden. Aber das ist ja überall dasselbe. Es kommt darauf an, den Einsatz erfolgreich zu gestallen. Bei der Partei, der Kreisleitung und den Ortsgruppen steht heute an erster Stelle die Betreuung der zur Wehrmacht einberufenen Kameraden, vor allem der Verwundeten und Genesenden, denen neben den Angehörigen unsere erste Sorge gilt. Frohe Nachmittage mit Kuchen und Kaffee, Einladungen zu den Ortsgruppen auf dem Lande, Veranstaltungen aller Art im Stadttheater bringen unseren verwundeten Kameraden Stunden des Frohsinns und der Entspannung, zeigen ihnen, mit welch warmer, persönlicher Fürsorge sie die Heimat umgibt. Besondere Aktionen wie die Wollsammlung im Januar, die Büchersammlung im Herbst, die Spinnstoffsammlung im Frühjahr wurden von allen Gliederungen als gern geleistete, zusätzliche Arbeit durchgeführt.
Die Bevölkerung unseres Kreises aber hat sich bei all diesen Spenden von der besten Seite gezeigt. Das gilt auch für das Kriegs-WHW. sowie für das Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz. Innerhalb eines Jahres wurden fast eineinhalb Millionen Mark im Kreise Rendsburg gespendet. Auch die Betreuungsarbeit für Mutter und Kind wurde von der NS.-Volkswohlfahrt weitergeführt. Die Erholung unserer Jugend in der Kinderlandverschickung, bei der auch die Hitler-Jugend tatkräftig mitarbeitet, hat sich auf den Gesundheitsstand gut ausgewirkt. Die Hitler-Jugend hat daneben feste bei der Ernte geholfen und sich stark bei der vormilitärischen Erziehung eingesetzt. Sie hat in unserm Kreis wieder eine tatkräftige Führung in dem Bannführer Boll, der im Östfeldzug schwer verwundet wurde und der für seine Tapferkeit das E.K. 1. Kl. erhalten hat.
Zur Wehrertüchtigung haben auch SA. und NSKK. in ihren Stürmen beigetragen, der SA.-Wehrkampftag der SA.-Standarte 163 am 20. September in Rendsburg war ein voller Erfolg, er war getragen von dem Willen zur Leistung. Die NS.-Frauenschaft und das Deutsche Frauenwerk erfüllen ihr reiches Maß an Kriegsaufgaben in jeder Beziehung vorbildlich. Bei den vielerlei Sammlungen stehen die Frauen immer vornan. Sehr wichtig ist auch die Schulung unserer Hausfrauen, die manchen praktischen Ratschlag für Küche und Haus aus diesen Lehrgängen mitnehmen. Das Amt „Feierabend" der DAF., die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und das Deutsche Volksbildungs¬ werk konnten auch in diesem Jahr zahlreiche Veranstaltungen durchführen, bei denen rund 44 000 Volksgenossen Entspannung und Freude fanden. Die schönste und größte Aufgabe aber war auch in diesem Jahr wieder die Arbeit für unsere Soldaten. In 240 Veranstaltungen wurden rund 46 000 Soldaten Unterhaltung und Wissenswertes geboten. „Dazu kamen noch die Abende, die vom Kulturamt der Stadt und von diesem zusammen mit der Kreisleitung durchgeführt wurden. Das schönste Erlebnis brachte die Kreiskulturwoche im September, an der ebenfalls zahlreiche Soldaten und Verwundete teilnahmen. Es waren Höchstleistungen auf dem Gebiete deutscher Kunst und Kultur.
Erfreulicherweise ist unser Kreis in diesem Jahre von britischen Terrorangriffen außerordentlich verschont geblieben. Die starke Abwehr der Heimat hat nur selten in Erscheinung zutreten brauchen. Sie wirkt schon durch ihr Vorhandensein und wird stets bereit sein, kräftig zuzuschlagen, wenn der Tommy es wieder wagen sollte, Terrorangriffe durchzuführen, die ja letzten Endes nur die Widerstandskraft der Heimat zermürben sollen. Aber damit wird man kein Glück haben. Im Gegenteil, auch in unserem Kreis haben sich zahlreiche Volksgenossen, jung und alt, für die Heimatflak zur Verfügung gestellt. Sie werden nach ihrer Ausbildung zusammen mit den Kameraden der Flak schon dafür sorgen, daß jeder Angriftsversuch eine gebührende Antwort erhält.
Der Weihnachtsmonat ist bekannt dafür, daß er die Herzen aufgeschlossen macht. Waren es aber früher Gefühle der Weichheit, des Sentiments, die uns befielen, so ist es heute der absolute Kampfeswille, der alle beseelt. Denn wenn bei uns auch die Kinder in den Familien Vorweihnachtstreude in jedes Haus bringen, so denken doch alle, Mann und Frau, zuerst immer an Euch, die Ihr auch in diesen Tagen der vierten Kriegs-Weihnacht in schweren Kämpfen die Sicherheit der Heimat verbürgt. Dieser Kampf muß hart geführt werden, denn es ist ein Schicksalskampf, der um Sein oder Nichtsein unseres Volkes die Entscheidung bringt. Darum grüßen wir Euch in der festen Zuversicht des kommenden Endsieges. Heute kämpfen die besten Soldaten der Welt mit einer starken und einsatzbereiten Heimat im Rücken. Sie wird Euch nie enttäuschen. Dafür bürgt die Partei des Führers, dem wir alles verdanken! Mit dem Glauben an unseren Führer Adolf Hitler, gestärkt durch seine Kraft und die Genialität seiner Persönlichkeit marschieren wir kämpfend und arbeitend dem Siege entgegen. Und wenn die Weihnachtsglocken feierlich erklingen und ihr Schall durch den Aether auch zu Euch dringt, dann wollen wir unsere Gedanken vereinen und der Vorsehung danken, daß sie uns stark gemacht hat, und bitten, daß sie uns auch stark erhalten möge für den Sieg und den kommenden Frieden. In diesem Sinne grüßt Euch die Heimat.
Heil Hitler!
Euer Ortsgruppenleiter Brammer
Euer Kreisleiter (Peters)
Kriegsostern 1943
Lieber Kameraden!
Immer größer wird der Kreis derer, die auf persönlichem Wege mit ihren Partcigenossen in den Ortsgruppen Ver- bindung halten, immer kleiner aber bei uns die Zahl derer, die einen geregelten Feldpostbriefverkehr pflegen können, wobei hinzukommt die ständig größer werdende Bean- spruchung des einzelnen. Wir wollen daher auch jetzt zum Osterfest wieder von den Ortsgruppen und der Kreislei- tung einen Feldpostbrief an alle Soldaten unseres Kreises richten, der das Wesentliche enthalten soll und in dem wir auch Fragen von Euch beantworten können.
Zwei Probleme haben uns in den letzten Wochen vordringlich beschäftigt, der Arbeitseinsatz auch der Frauen und Mäd- chen und die Geschäftsschließungsaktion. Auch mancher von Euch ist davon betroffen, bei dem einen wird es die Frau oder die Tochter sein, die zum Einsatz aufgerufen worden ist, oder aber es ist Euer Geschäft oder das Eurer Eltern, das für die Kriegsdauer schließen muß. Wir ver- stehen, daß auch Ihr an uns die Frage richtet: Muß es denn ausgerechnet meine Frau sein, die zum Einsatz kommt, oder: Warum ist es unser Geschäft, das geschlossen werden muß? Während beim Arbeitseinsatz die Partei vor allem eine beratende Tätigkeit hat und dafür Sorge trägt, daß keine Frau bei solcher Arbeit eingesetzt wird, die sie aus gesundheitlichen oder andern Gründen nicht leisten kann, daß aber auch keine vergessen wird, im übrigen aber der Einsatz durch das Arbeitsamt erfolgt, waren die Be- ratungen für die Geschäftsschließungen weit schwieriger. Denn hier mußte ein kleiner Ausschuß sich nach den Unterlagen und eigenen Erfahrungen über jeden einzelnen Geschäftsbetrieb klar werden, ob die Voraussetzungen für die Schließung zutreffen oder nicht. Das hat Tage gedauert, dann kam die Entscheidung durch das Landeswirtschaftsamt und anschließend noch einmal eine Besprechung sämtlicher Beschwerden, eine Prüfung derselben und ein nochmaliger endgültiger Entscheid. In unserm Kreis, das können wir feststellen, ist außerordentlich sorgfältig gearbeitet worden. Wo Härten waren, hat man stets eine Lösung gefunden, und sei es, daß eine Kriegsarbeitsgemeinschaft mehrerer Firmen gebildet wurde, so daß uns nicht nur das Warenkontingent erhalten bleibt, sondern der alten Firma auch ihr Kundenkreis und ihre Geschäftsbeziehungen. Ueber eines muß man sich aber klar sein, und das müßt auch Ihr Soldaten vor allen Dingen wissen, die Ihr manchen Dingen der Heimat ja ferner gerückt seid: Es ist selbstverständlich, daß im Zeichen des totalen Krieges die Produktion der Verbrauchsgüterindustrie für den zivilen Sektor zu Gunsten der Rüstungsproduktion noch mehr eingeschränkt wird. Damit wird auch der Umsatz im Einzelhandel sinken und ebenfalls die Verdienstaussicht. Es bleiben also Euren Angehörigen, soweit sie jetzt von der Schließung betroffen werden, vielleicht manche Sorgen in Zukunft erspart, zumal die Frage der Entschädigung in großzügiger Weise geregelt wird. Trotzdem soll nicht vergessen werden, und das wird auch immer betont, daß es gerade für ältere Leute schwer ist, sich von ihrem liebgewordenen Geschäft zu trennen, und nur der Gedanke daran, daß die Kameraden an der Front noch viel mehr aufgeben müssen und noch härteren Einsatz leisten, erleichtert es ihnen. Es muß schließlich immer wieder hervorgehoben werden, daß es sich bei diesen Betriebsstilllegungen nur um Kriegsmaßnahmen handelt, und daß die Wiedereröffnung jedes stillgelegten Betriebes unter besonderer Förderung seitens aller beteiligten Stellen gewährleistet ist, sobald wir den Sieg errungen haben.
Seit unserem letzten Feldpostbrief sind einige Monate ins Land gegangen. Nachts ist es verhältnismäßig ruhig. gewesen, die britisch-amerikanischen Mordbrenner haben sich in unserem Kreise nur vereinzelt gezeigt, sich dann aber immer blutige Köpfe geholt.
Ganz allgemein kann man feststellen, daß die Haltung der Gesamtbevölkerung außerordentlich gut ist. Das gilt sowohl für die Landbevölkerung als auch für die Schaffenden in der Stadt. Alle haben ihren Packen zu tragen, besonders die Bauersfrau, denn auf ihren Schultern ruht in vielen Fällen die ganze Last der Verantwortung für den Hof. Es fehlt an Arbeitskräften und es werden immer noch Bauern und landwirtschaftliche Arbeiter aller Art eingezogen und trotzdem muß die Frühjahrsbestellung geschafft werden und wird auch geschafft. Nachbarliche Hilfe ist wohl zur Stelle, aber viele Kleinarbeit auf einem Hof bleibt doch der Bauersfrau allein überlassen. Und die Hausfrau in der Stadt, die jetzt ebenfalls kriegswichtige Arbeit in einem Rüstungsbetrieb leistet, hat es heute auch schwerer. Denn der Haushalt, die Versorgung der älteren Kinder, oft auch des arbeitenden Mannes, läuft neben der eigenen Arbeit weiter. Es muß eingekauft werden, was Zeit erfordert, es ist Luftschutzdienst zu leisten und manches andere mehr. Der Dienst bei der Heimatflak, in der Stadt- und Landwacht, bei der Feuerwehr und im Luftschutz allgemein, die Nachtwachen in den Betrieben bringen für die Männer zusätzliche Verpflichtungen, die aber gern erfüllt werden, denn jeder weiß, daß es heute darauf ankommt, auch hier in der Heimat alles zu tun, was irgend möglich ist, um die Voraussetzung zu schaffen für einen baldigen Endsieg.
Wenn man sich bei all dem nicht nur von der Haltung, sondern auch von der Stimmung in der Heimat ein Bild machen will, dann braucht man nur die Ergebnisse der Sammeltage für das Kriegs-WIIW. zu betrachten. Immer wieder steigert sich das Gesamtergebnis. Und jedesmal glaubte unser Kreisamtswalter der NSV., daß jetzt der Höhepunkt erreicht sei und daß wir uns bemühen müßten, diesen Rekord zu halten. Dann kam die große Opferwelle nach dem Schicksalskampf unserer Kameraden in Stalingrad und jetzt wieder als Höhepunkt das Ergebnis vom 4. April, wo die Wehrmacht gesammelt hat. In den Ka- sernen herrschte außerordentlicher Betrieb, es war die reine Völkerwanderung. Nebenbei ein Zeichen der herzlichen Verbundenheit zwischen der Bevölkerung und den Soldaten. Das Gesamtergebnis im Kreise ist 100 Prozent höher als im Vorjahre. Das direkte Ergebnis des Standortbereichs, also ohne Haussammlung, ist 27 mal so hoch als im Vorjahr beim Tag der Wehrmacht. Eine Abteilung, die in einem rein ländlichen Gebiet unseres Kreises eingesetzt ist, brachte es auf die phantastische Summe von 17000 RM. Der Heldengedenktag am 21. März wurde schlicht und würdig begangen. Die ganze Bevölkerung schloß sich in herzlicher Gemeinschaft um die Angehörigen, denen Vater, Sohn oder Bruder durch den Heldentod genommen wurde.
Am Tage der Verpflichtung, am 28. März, ist sicher auch mancher Junge, manches Mädel von Euch, Kameraden, in die große schaffende Gemeinschaft unseres Volkes aufgenommen worden. In allen Orten unseres Kreises, teilweise bezirksweise, weil es an Sälen fehlt, wurden diese Verpflichtungsfeiern durchgeführt, unter großer Beteiligung der Angehörigen und der Bevölkerung. Den Jungens und auch den Mädeln wird es in dieser Stunde so recht bewußt geworden sein, welche Aufgaben ihrer harren. Sie werden sich aber aufrichten an dem Vorbild ihrer Väter und Brüder, an dem Vorbild der kämpfenden Front, die Kleine Sorgen, die der Krieg mit sich bringt, wollen wir möglichst fern von Euch halten. Doch das Wohnungsproblem wird bei manchem von Euch in den Briefen Eurer Lieben eine Rolle spielen. Wenn es auch in unseren Dörfern nicht so im Vordergrund steht, so doch in den grö- Beren Orten, vor allem in unserer Kreisstadt. Immer wieder kommen Gesuche an den Bürgermeister heran, dringende Wünsche, die sehr berechtigt sind, für die es aber keine Erfüllung gibt. Eine Wohnungszwangswirtschaft, wie sie mancher sich wünscht, bringt viele Probleme mit sich und viele Härten, beispielsweise muß man dem Kameraden, der auf Urlaub kommt, doch die Möglichkeit erhalten, diese Tage im eigenen Heim zu verbringen, wenn auch für den größten Teil des Jahres die Frau oder auch die Mutter bei Verwandten Unterkommen gefunden hat. Nur in wenigen Fällen gelingt es, durch Vereinbarungen oder andere Mittel berechtigten Wünschen nach einer eigenen Wohnung entgegenzukommen. Und wir schreiben Euch auch dieses nur, damit Ihr seht, daß man auch dieser Frage größte Beachtung schenkt und zu helfen bereit ist wo man helfen kann.
Die Versorgungslage ist auch jetzt im vierten Kriegsjahr noch gut und ausreichend. Solche Erscheinungen wie im ersten Weltkrieg sind dank der Vorsorge und Planung unserer nationalsozialistischen Staatsführung nicht aufgetreten, der Versuch, uns auszuhungern, ist fehlgeschlagen, daher auch wohl die nächtlichen Terrorangriffe der britisch-amerikanischen Mordbrenner, die zwar harte Wunden schlagen, die einzelne Familien schwer treffen, die aber niemals den Glauben unseres Volkes an den Endsieg erschüttern können, sondern nur zu dieser trotzigen Haltung des „Dennoch“ führen. Jeder weiß in der Heimat, worum es geht. Das Vertrauen, das Ihr zu den Männern und Frauen in der Heimat habt, wird nie enttäuscht werden. Jeden Tag steigt die Sonne höher am Firmament, jeder neue Tag sicht uns im alten Glauben, daß wir den Sieg gewinnen, wenn wir alle für ihn arbeiten. In dieser Gewißheit soll uns unser Führer, dem an seinem Geburtstage erneut die heißesten Wünsche aller deutschen Menschen gelten, der endgültigen Freiheit unseres Volkes entgegenführen.
Heil Hitler!
Brammer - Ortsgruppenleiter der NSDAP
Peters - Kreisleiter der NSDAP, Kreis Rendsburg
Einzelnachweise
- ↑ Zusammenfassung durch die Ki Perplexity am 7. Mai 2026