Archiv:Licht- und Wasserversorgung (Mein Dorf)
Licht- und Wasserversorgung
1908 wurde das Elektrizitätswerk Innien von einer Genossenschaft m.b.H. angelegt. Land- und Geschäftsleute aus Bargfeld, Homfeld, Bünzen und Innien waren die Genossen. Die Böker hielten sich zurück, zeichneten keine Anteile und entschlossen sich auch erst nach längerem Zögern, Licht zu nehmen. Es war Gleichstrom mit Akkumulatorenbetrieb. Das Werk kostete 150000 M. Der Strompreis belief sich auf 55 Pf für Licht und 25 Pf für Kraftstrom je Kilowatt. Der Bezirk mit etwa 1500 Einwohnern war für solches Werk zu klein. Im Juni 1911 meldete das Werk den Konkurs an. Es wurde im August für 80000 Man die Genossen verkauft.
1912 wurde es mit dem Elektrizitätswerk Loop zur Überlandzentrale Mittelholstein vereinigt. 1917 schloß diese mit der Stadt Neumünster einen Stromlieferungsvertrag. In der Inflationszeit kaufte Ziegeleibesitzer Ulrich aus Innien das Werk. 1922 verpachtete er es an Neumünster und später verkaufte er es der Stadt. 1946 haben auch die letzten Ausbauer don Böken Anschluß an das Stromnetz erhalten. Alle größeren Besitzer haben Elektromotore für manche Kleinmaschinen ihres Betriebes, die Genossenschaften treiben Dreschmaschinen und Buschhacker mit dem Strom. Es fehlt aber noch manches zur vollen Elektrizierung des Dorfes.
Bis 1908 befanden sich auf vielen Hofstellen noch die offenen Ziehbrunnen mit dem Sootschwang, auf anderen mit Holzhäuschen überdeckte Brunnen, aus denen mittels einer Welle und Kette das Wasser hochgedreht wurde. Manche hatten auch Pumpen. Das Wasser in den meisten Brunnen war bräunlich, oft auch nicht in genügender Menge vorhanden.
Innien legte als drittes oder viertes Dorf in Holstein in den Jahren 1893/94 eine Wasserleitung an. Die Quellen liegen so hoch, daß das Wasser durch natürlichen Druck auf etwa 5 m steigen kann 1905 wurde ein zweiter Wasserturm bei der Meierei angelegt und fast alle Gehöfte hatten Anschluß. Trotzdem lief viel Wasser ungenützt weg.
Claus Glindemann in Böken faßte nun den Plan, das überflüssige Wasser nach Böken zu leiten. Er brachte ein Abkommen mit der Innier Genossenschaft zustande. Im Sommer 1908 wurden die Rohre unter der Bucker Au gelegt und ein Wasserturm gebaut. Er zerplatzte bei der ersten Füllung und nun baute Ingenieur Springer aus Neumünster einen Wasserturm aus Eisenbeton. Die Leitung war aus glasierten Tonrohren hergestellt. Das Wasser kann auch natürlichen Druck in Böken auf 7 m steigen. Im Laufe der Jahre haben auch die letzten Gehöfte des geschlossenen Dorfes Anschluß an die Leitung genommen.
Die Zahlung des Wassergeldes erfolgt nach Besitzgröße und Viehbestand: 30,20, 15, 10,- 6 Mk. In den ersten Jahren, als die Leitung nọch neu war, hatte das Dorf reichlich gutes Wasser. Im Laufe der Jahre stellten sich allerhand Mängel ein: Rohre brachen, Baumwurzeln wuchsen durch die Ritzen und verstopften die Leitung. Auch liegt sie mit 75 cm zu flach, um in starken Wintern vor Frost gesichert zu sein. Das schwere Lastfuhrwerk gibt zu starke, Erschütterungen für die Leitung. In den Wiesen können Bruchstellen nur schwer gefunden werden. Wassermangel ist deshalb häufig da. Darum wurde 1942 beim Wasserturm eine Bohrung auf Wasser vorgenommen. Sie ergab 3 m Sand, dann "Zugsand", 4m blauer Ton, darauf wasserführenden Sand, der 5 m tief angebohrt wurde. Der Unternehmer hielt diese Tiefe für ausreichend. Es wurde ein Pumpenhäuschen mit automatischer Elektropumpe gebaut, um so zusätzlich genügend Wasser zu bekommen. Das Hygienische Institut der Kieler Universität hat des Wasser als einwandfrei befunden. Es ist eine Erneuerung des Leitungsnetzes mit Mannesmannröhren geplant und teilweise, schon ausgeführt.