Archiv:Schulchronik Homfeld

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Titelseite der Chronik
Die Homfelder Schule um 1900
Verhandlungsniederschriften Elternbeirat Homfeld
Foto in der Schulchronik vom Vogelschie0en 1937
Dieselbe Aufnahme im Original

Im Archiv Hohenwestedt befindet sich die Schulchronik Homfeld, die 1886 beginnt und 1962 endet.

1888

Diese Chronik ist angefangen im Jahre 1882. und geht in ihren Aufzeichnungen zurück auf das Jahr 1780, in welchem Jahr der alte Lehrer Jargstorf Eintrag im Ortsfamilienbuch Aukrug, dessen Nachkommen wohlsituiert und als angesehene Leute in Hohenwestedt noch jetzt leben, verstarb. An Stelle des verstorbenen Jargstorf wurde der Lehrer Stolley aus Kellinghusen hierher befördert, und die älteren Leute des Dorfes waren Schüler dieses Mannes, und nach deren Aussage ist Nachstehendes aufgezeichnet: Wie Stolley hierherkam, war das Schulhaus in höchst traurigem Zustand, und zwar ließ das Schullokal vor allen in jeder Hinsicht viel zu wünschen übrig. Es war ein feuchtes Lokal mit einer Lehmdiele, schlechter, wie heute die Tenne einer verfallenen Scheune, und so niedrig, daß der Lehrer, der ein ziemlich hochgewachsener Mann war, kaum gerade darinstehen konnte. In diesem Raum standen zwei lange Banktische, mit Neigungsflächen und Bänken an jeder Seite, so daß die Schüler sich gegenübersaßen. Endlich genügte aber dieses Lokal mit seinen praktischen Einrichtungen auch den bescheidenen Ansprüchen damaliger Ansicht nicht mehr und 1827 wurde ein Neubau ausgeführt, von dem das vordere Ende; wenn auch verschiedentlich restauriert und in seinen lokalen Einrichtungen umgebaut, noch heute steht. Der alte Stolley hat mit Fleiß für die Schule gearbeitet, und soll zu seiner Zeit einer der besseren Schulen des Kirchspiels Nortorf gewesen sein. Doch ist diese rühmlichst auszeichnende Nachsage wohl mehr der Ausklang des Nachruhms des alten Jargstorf, zu dessen Zeiten es Thatsache gewesen sein soll. Es steht fest, daß derselbe den weiten u. damals sehr beschwerlichen Weg nach Nortorf nicht scheute, um daselbst von dem Herrn Pastor Nolyer sich in die Geheimnisse der Deutscher Sprache einweihen zu lassen, und also auch wohl anzunehmen ist, daß er, da er so eifrig um seine eigene Fortbildung bemüht gewesen ist, die eigenen Errungenschaften an Wissen und Können mit dem besten Erfolg in der Schule verwertet hat. Ferner ist der alte Jargstorf der erste Lehrer hiesiger Gegend gewesen, der den Unterricht in den Realien in die Schule eingeführt hat, wodurch er anfänglich sich Feinde gemacht haben soll, da die Leute von der „neuen Lehre“ nichts wissen wollten, indem sie von der Einführung von Lesebüchern u dergleichen die Schule eine Zurücksetzung von Liberal und Katechismus und Gesangbuch befürchteten. Von den Schülern des alten Jargstorf, die von Nah und Fern kamen, sind viele in späteren Jahren wegen ihrer Tüchtigkeit und praktischen Brauchbarkeit zu Amt und Würden gekommen. Gebührt oben erwähnter ehrender Nachfahre also auch der Wirksamkeit des alten Jargstorf, so wird dadurch gewiss wenig der Verdienst des alten Stolley getrübt. Bei der kläglichen Dotation der Stelle mag es Stolley einigermaßen sauer geworden sein, mit seiner zahlreichen Familie durchzukommen. Ihm waren 9 Kinder am Leben, für die er zu sorgen hatte, und seine Besoldung war ein Bargehalt von 35 alten Thaler, wozu eine Heu-Stroh- u. Kornlieferung kam, mit welcher er 2 Kühe notdürftig den Winter erhalten konnte. Im Sommer war ihm freier Weidegang für die Kühe gewährt. Es ist ihm deswegen wohl nicht zu verargen, wenn er, berücksichtigend die schöne Lage des Schulhauses mitten im Dorf und die Wohlhabenheit der Bewohner, eine Hökerei anlegte, die von Frau und Kindern betrieben würde. Die letzten Jahre seines Lebens war er kränklich, und mußte die Schule verwaltet worden durch einen Substituten. Im Jahre 1847 ist er gestorben.

Im Todesjahr des alten Stolley kam hierher als Lehrer ein Zögling des Segebergers Seminars, Heinrich August Rehder, gebürtig aus Nortorf: Das 1827 aufgeführte Schulhaus genügte den Anforderungen der Zeit nicht mehr, und die Kommune sah sich genötigt, einen Neubau auszuführen. Und zwar genügte sie der Notwendigkeit in der Weise, daß sie das Schul- und Stubenende neu aufführte und das vordere Ende nur restaurierte. Vom 10. Oktober 1850 wurde die neue Schule von dem derzeitigen Pastor, jetzigem Herrn Propst v. d. Heyde in Nortorf eingeweiht. Rehder ist hier thätig gewesen von Oktober 1847 bis Oktober 1881, wo er starb an der Wasser- sucht. Schon einige Jahre vor seinem Ableben mußte er sich durch einen Substituten vertreten lassen. Als solcher war erst berufen ein gewisser Rix und später Kohrt, der blieb bis Ostern 1882.

Die Besoldungsverhältnisse waren zu Rehders Zeit folgende: An Lieferungen: 10 Tonnen Roggen, 6 Tonnen Buchweizen, 6000 t Heu, 4000 T Stroh; ferner Weidegang für die Kühe. An barem Gehalt erhielt der Lehrer 240 Thaler einschließlich der Dotationszulage vom 4 Dec. 1863.

Im Frühjahr 1882 wurde die Lehrerstelle in Homfeld als vakant angezeigt. Auf eine Anfrage bei dem Schreiber dieser Zeilen, dem jetzigen Lehrer E H St Diekgraf in Homfeld ob ich gewillt sei die Lehrerstelle in Homfeld anzunehmen, ließ ich mich auf dies bezügliche Unterhandlungen ein und einigte mich dahin mit der Schulkommune, daß im Falle ich dahin kommen würde, die Naturalleistungen in Wegfall geraten sollten und mir im ganzen ein Gehalt von rund 1100 (Elfhundert) M bar jährlich gezählt werden sollte. Auf Grund dieser Abmachungen wurde ich vom Kirchenvisitatorium des Propstes Rendsburg ohne vorgängige Wahl zum Lehrer in Homfeld ernannt. Über meinen Lebensgang vor meiner Hierherkunft folgendes: Ich bin geboren den 1. Juni 1857 in Eggstedt, Kreis Süddithmarschen, wo mein Vater Lehrer war. Meine Kinderjahre verlebte ich in Gribbohm, Kreis Rendsburg, wohin mein Vater schon im Juli 1857 verzog. Nach meiner Konfirmation wurde ich Prägarand in Brickeln- Quickborn. Nach 3 ½ -jähriger Thätigkeit daselbst kam ich als Lehrer an die Mittelklasse in Hohenwestedt, die ich 11 1/2 Jahre verwaltete. Dann ging ich im Frühjahr 1878 auf das Seminar in Tondern. Nach absolviertem 3jährigen Kursus bestand ich das Abgangsexamen und kam als Lehrer wieder an die Mittelklasse in Hohenwestedt, im Frühjahr 1881. Nach einjähriger Thätigkeit an dieser Stelle erhielt ich die Lehrerstelle in Homfeld. In mein Amt eingeführt wurde ich am 9. Mai 1882 von dem Lokalschulinspektor Herrn Pastor Sass in Nortorf: Damals betrug die Zahl der Schüler im Winter 44. Seitdem ist eine stetige Steigerung in der Schülerzahl eingetreten, und betrug dieselbe im Winter 1887/88 58.

In den Baulichkeiten des Schulhauses hat in der Weise während meines Daseins eine Veränderung stattgefunden, indem gemäß einer Regierungsverfügung ein feuersicherer Ausgang für die Schüler gebaut wurde im Sommer 1883.

Auf mein Betreiben wurde 1882 ein Turngerüst nebst Reck, Barren, Leiter und Kletterstangen aufgestellt, da bisher Turnunterricht nicht erteilt worden war. An Schulutensilien sind hinzugekommen 2 neue Wandtafeln und an Lehrmitteln Zeigenvorlagen von Dreesen zu die Pfeiferschen Bilder der Heyschen Fabeln, nebst Planiglobs nach Merkatorscher Projektion. Die Schulkoppel ist auf 5 Jahre an verschiedene Pächter in Parzellenweise verpachtet für 60 M. jährlich.

In diesem Frühjahr wurde unsre Ortschaft von den Masern und vom Scharlach heimgesucht, und wurde in Folge dessen auf Anordnung des königlichen Physikus in Rendsburg die Schule geschlossen, so daß vom 7. März bis 22. Mai keine Schule war. Schulkinder sind der Epidemie nicht zum Opfer gefallen.

In dieser Zeit, am 9.März starb unser allverehrter Heldenkaiser Wilhelm I. Es konnte leider keine Gedächtnisfeier am 22 März nicht stattfinden.

Bei Beginn das Sommersemesters, den 28 Mai fanden 8 neue Schüler Aufnahme, wohingegen 6 konfirmiert worden waren.

Homfeld, 27 Mai 1888 H. Diekgräf: Lehrer

1889

Hart wurde unser teures Vaterland getroffen von des Schicksals Hand. Noch waren die Wunden nicht vernarbt, die dem deutschen Volk geschlagen waren durch den Tod des alten Heldenkaisers, noch die Thränen der treuen Unterthanen nicht getrocknet, als die Kunde durch alle Lande ging: Er ist auch dahin. Der fromme Dulder auf Deutschlands Kaiserthron, der Liebling seines Volkes, der Liebling der ganzen Welt, der zu sehr geliebte Kaiser Friedrich III ist in der Vollkraft des Jahres nach langen schmerzvollen Leiden durch den unerbittlichen Tod seinem treuen Volke entrissen! Der 15. Juni 1888 war der Tag an welchem unser vielgeliebter Kaiser von uns genommen wurde. Wer hätte die Thränen zählen mögen die da flossen bei der Nachricht seines Todes, wer die Gebete, die aus angsterfüllten Hegen aufstiegen zum Throne Gottes während der Leidenszeit unseres Friedrichs: Wohl zu keiner Zeit sind um einen Herrscher so viele Thränen vergossen, so viele Gebete zum Himmel geschickt als im Frühling 1888 es bei dem deutschen Volke der Fall war. Aber auf ein ist ein König und Herr von der Menge seines Volkes so sehr geliebt worden als Kaiser Friedrich von den vielen Millionen seiner treuen Deutschen. So stehen wir an den Gräbern zweier glorwürdiger Herrscher aber nicht gebrochenen Mutes. Denn wir sind nicht verwaist. Kaiser Friedrichs junger Sohn bestieg als Wilhelm II Deutschlands Kaiserthron. In ihm wohnt der Geist seiner Väter was auf ihn blicken mir mit der festen Zuversicht, daß er treu bewahren werde, was seine Väter in Krieg und Frieden errungen haben und daß er sein Volk in friedlicher Regierung unter weisen Gesetzen zu immer weiterer Vollkommenheit führen möge. Das wollte Gott!

Das Sommerhalbjahr 1888 wurde eröffnet mit 48 Schülern ohne die Dispensierten, während im Winterhalbjahr 1888/89 59 Schüler die Schule besuchten, wovon mir einer konfirmiert wurde. Und angeschafft wurde die Karte von Deutschland von Bamberg und Palästina. Im April 1889 wurde der alte eiserne Schulofen, der seine 40 Jahre gedient hatte, kaltgestellt und durch einen schönen neuen Kachelofen ersetzt. Gleichzeitig wurde aus der Küche der alte deutsche Herd entfernt und durch einen englischen ersetzt. In diese Kosten hatte die Kommune sich schwerlich gestürzt, wenn ihr nicht der Staat zur Hülfe gekommen wäre durch das Inkrafttreten des Schulentlastungsgesetzes nach welchem das persönliche Schulgeld in Wegfall kommt und der Staat der Kommune jährlich 500 M zur Lehrerbesoldung zahlt. Ebenfalls übernahm der Staat die Bestreitung der Zuschüsse, die sonst Kommune und Lehrer zur Lehrerwitwen-Kasse leisten mußten.

Homfeld, den 1. Mai 1889. H. Dickgraf Lehrer

1890

H. Diekgräf schrieb: Im Jahre 1890 stellte der derzeitige Kreisschulinspektor Herr Propst von der Heyde in Nortorf fest, daß das Schullokal zu klein sei und nicht mehr den Anforderungen der Zeit entspräche. Es wurde der Kommune anheim gestellt entweder einen umfassenden Erweiterungsbau oder einen vollständigen Neubau auszuführen. Zu einem Erweiterungsbau eignete sich weder das Haus noch das Grundstück, und so mußte bedacht genommen werden auf einen Neubau. Nun traf es sich, daß der Parzelleninhaber H. Storjohann seinen Besitz verkaufte, um nach Segeberg überzusiedeln. Er hatte ein schönes, im Jahre 1870 von dem dermaligen Besitzer der Hufe Voss gebautes Haus auf einem reichlich 180 m2 großen Grundstück. Die Kommune tauschte nun mit Storjohann da der Weise, daß dieser das alte Schulhaus mit Baugrundstück und Garten nebst 3000 M erhielt, wofür er an die Kommune abgab sein Haus nebst dem ganzen oben genannten Grundstück; jedoch dürfte er das Haus, das mit weicher Bedachung versehen war, bis an die Wohnung abreissen und für sich verwenden. Nachdem dieser Tausch von der Königl. Regierung war genehmigt worden, wurde dem Zimmermeister C. Göttsche in Tappendorf der Neubau übertragen in der Weise, daß die Stuben nebst Küche und Vorflur stehen bleiben sollten, also vollständig neu nur der Anbau der Schule und die Bedachung werden sollte. Es war vorgesehen, daß der Neubau bis Mai 1891 soweit sollte fertig sein, daß wenigstens die Wohnräume konnten benutzt werden, da das alte Schulhaus bis dahin geräumt werden mußte.

… verkauft hatte an den Höker Wieben. Aber zum 1. Mai ging das Bauen erst an, und so mußte ich mit meiner Familie, da mir keine anständige Wohnung konnte übergeben werden, zu meinem Schwiegervater, den Altenteiler C. Ratjen ziehen. Als Schullokal wurde benutzt eine Stube in dem Langmaak'schen Haus, das dem Hufner Schwieger gehörte. Der Bau das Schulhauses ging nur sehr langsam von statten. Dies war zum Teil die Schuld des Schulkollegiums, das sich wenig darum kümmerte, am meisten noch der Gemeindevorsteher Rickers. Außer diesem gehörten dem Schulkollegium an Dr. Herren J Ratjen, Fr. Rathjen u. Herr Gloy jun. Zum ersten Juli war es notdürftig so weit gediehen, daß ich einziehen konnte, über das Schullokal vor erst fertig zu Ausgang Sept, so daß die Einweisung am 29 Spt 1891 vor sich gehen konnte. Herr Pastor Saß aus Nortorf weihte es ein u vollzog damit seine letzte Amtshandlung als Schulinspektor, da er zu im Jahr 92 in den wohlverdienten Ruhestand trat. An seine Stelle trat später Herr Pastor Meifort als Schulinspector. Neben dem Schulhaus wurde ein kleiner Stall aufgebaut, der erst spät im Herbst fertig gestellt wurde. Durch den Neubau war die Kommune in eine Schuldenlast von 2000 M geraten, u ausserdem hatte sie noch mit verbaut 1250 M, die sie erlöst hatten für die alte Schulkoppel am Wege nach Kellinghusen, die zu verkaufen gestattet wurde von der Königl Regierung, da ja Ersatz geschaffen war durch die große neu erworbene Koppel (Roggenhuf) bei dem neuen Grundstück. Das kleine Schulhaus war ursprünglich dem Lehrer zur Nutzniessung zugesagt. Aber im Frühjahr 92 trat das Schulkollegium plötzlich mit dem Plan hervor, sie zu verpachten. Da blieb mir nichts anderes übrig, als selbst das Grundstück zu pachten, da ich sonst manches Unangenehme erhalten hätte, da das Grundstück ja unmittelbar am Hause lag ich nicht verhindern konnte, daß einmal Kinder hierhin geraten würden. Ich akzeptierte sie für einen Pachtzins von 45 M jährlich. Der Garten beim neuen Schulhaus war von Storjohann in den letzten Jahren ganz vernachlässigt und alles war verwildert und verunkrautet, da Storjohann schon jahrelang sich mit dem Plan des Verkaufs getragen hatte. Durch den Bau waren die Rasenplätze u Gebüschgruppen beim Haus herum ganz erstampft und mit Schutt u Steinen überschüttet worden. Billig wäre es ja nun gewesen, wenn die Kommune alles hätte in Ordnung setzen lassen, daß der Garten u die Umgebung des Hauses dem Neubau entsprochen hätte, aber es wurde weder Hand noch Fuß gerührt. So blieb mir nichts anderes übrig: ich ging selbst ans Werk und restaurierte alles. Hiervon hatte ich gleich im ersten Herbst u Frühjahr 80 M Kosten. Auch pflanzte ich eine ganze Menge Obstbäume und lies alte, nicht mehr tragfähige wegnehmen. Im Frühjahr 1892 wurde dem 3. Prediger in Nortorf, Herrn Pastor Lehfeldt der seinen Sitz in Innien erhielt, die Schulinspektion übertragen. Im Sommer 1893 wurde der Spielplatz bei der Schule geebnet und mit Sand überfahren, in welchem die Schüler bis an die Knochen einsinken, da er sich nicht lagert, weil er nicht bindig genug ist.

1895 bis 1900

H. Diekgräf schrieb: 1895 wollte ich gern, daß der Spielplatz mit Bäumen bepflanzt würde, aber hierzu wollte das Kollegium sich nicht verstehen. Während des Frühjahrs 1894 holte ich Pfirsischbäume aus dem Walde und bepflanzte damit den Spielplatz rundherum. In der Mitte pflanzte ich eine Linde, die ich mir von Verwandten aus Hennstedt bringen liess u die schon ziemlich groß war.

Das Sommerhalbjahr 1894 wurde eröffnet mit 46 Schülern. Unter diesen sind 8 Rekruten. In den letzten Jahren hat hier ein merkwürdig starker Wechsel unter den Schülern stattgefunden, so daß durchschnittlich 10 bis 15 weggingen und anderen Platz machten, worunter die Schule sehr leidet. Von 7 Juli war der Kirchenprobst Herr Treplin aus Hademarschen hier, um meine Schule in der Religion zu prüfen. Ich hatte mit den Kindern zu sprechen über No 1,6. 1889 mußte ich mit meiner Schule nach Nortorf zur Prüfung vor dem General-Superintendenten Dr Jensen.

Im Winterhalbjahr 1894-95 besuchten 57 Schüler die hiesige Schule, 3 hier beheimatete Schüler besuchen auswärts Schulen, so Fr Rathjens Sohn die Privatschule in Innien ( Bäckergymnasium ) und Hr Ratjens 2. Sohn das Gymnasium in Altona u die Rektorschule in Pinneberg. Konfirmiert wurden 3 Mädchen. Im Mai 1895 erhielt die Schule einen Zuwachs von 8 sechsjährigen Kindern; überhaupt fand in diesem Schuljahr (95-96) ein bedeutender Wechsel statt. Im ganzen traten 21 Schüler neu ein, welche größtenteil von auswärts zuzogen. Eine ebenso große Anzahl verzog im Laufe des Jahres, so daß mehr als 1/3 sämtlichen Schüler im Laufe eines Jahres wechselte, ohne die Konfirmanden mitzurechnen. Im Frühjahr 1895 bepflanzte ich den Spielplatz mit Kirschbäumen, welche mein Sohn u ich aus den Wäldern herbeiholten: Einen Ahorn erhielt ich von Hr Ratjen, auch eine Linde für die Mitte, da die zuerst von mir gepflanzte eingegangen war.

Im Sommer 96 erhielt die Schule einen neuen Anstrich mit blaßgrüner Lehmfarbe; in der Wohnung wurde die Diele in der Küche neu gemacht. Da der herausgearbeitete Schutt wochenlang vor der Thür lag und nicht weggeschafft wurde, machte ich mich darüberher mit der Karre, bei welcher Gelegenheit ich mir einen Leistenbruch zuzog. Dies war den 17 Aug, tags vor der Grabfeldfeier. Da ich als Ortvorsitzender des Kriegervereins zu der Feier mitzugehen hatte, meines Bruches aber am Gehen arg behindert war, mußte ich mich fahren lassen. Den 19 Aug brach meine jüngste Tochter Ida den rechten Unterarm.

Zu Mai 1896 erhielt meine Schule einen Zuwachs von 8 schulpflichtigen Kindern. Der Frühling dieses Jahres war für mich u meine Familie eine prüfungsreiche Zeit, da seit Ende Februar meine Tochter Hedwig geb. den 27 Juli 68, schwer krank darniederlag. Zwei Ärzte, Dr Borchert aus Hohenwst & Dr Groth von hier (er war von Elmshorn hierher verzogen) standen an ihrem Lager. Es war eine Hohlraumbildung in den Bronchien des linken Lungenflügels und wiederstand aller ärztlichen Kunst: dem 12 Juni starb sie, nachdem sie 16 Wochen schwer gelitten hatte. Während dieser Heimsuchung litt auch meine Schule bedeutend und werde ich wohl jahrelang zu arbeiten haben, ehe ich diesen Schaden ausgemerzt haben werde. Sehr wohl that mir die Teilnahme, welche seitens der Kommune mir u meiner Frau entgegengebracht wurde, sehr wohl auch das teilnehmende, trostvolle Verhalten des Herrn Pastor Lehnfeldt in Innien, welcher beim Begräbnis am Grabe sprach über For. 51. 3: Ich habe dich ja u je geliebt u. s. w. In der ganzen Zeit meiner Amtsführung sind mir durch den Tod 2 Kinder aus der Schule gestorben.

Im Herbst 96 sandte ich meinen Sohn Robert, 12 Jahre alt, nach Kiel, wo er die Mittelschule des Herrn Pastor Petersen (3. Knabenmittelschule) besucht. Er wurde in die 3. Klasse aufgenommen und kann sehr gut folgen. Ich beabsichtige ihn Lehrer werden zu lassen. Am 11. Jan 97, als eben nachmittags die Schule angefangen war, wurden wir durch den Feuerruf gestört. Es brannte das große Anwesen meines Schwagers, des Hofbesitzers Jhs Ratjen. Das Vieh wurde gerettet, auch das nahestehende Wohnhaus, welches sehr massiv gebaut ist. Der Wind kam aus Osten u das war ein großes Glück, sonst wäre ein großer Teil des Dorfes unrettbar verloren gewesen. Das Feuer war entstanden durch leichtfertiges Umgehen mit Feuer (Petroleum) beim Auftauen einer gefrorenen eisernen Kümpe (Wassertrog). Am Tage darauf kam der Herr Schulrat Oberlehrer Ullmann zur Schulrevision.

Zu Ostern 97 wurden 6 Schüler konfirmiert, 5 Mädchen u 1 Knabe. Der Knabe, Hölks jüngster Sohn, kam nach Neumünster auf die Realschule. Er war 11 Jahre alt u. ist aufgenommen in Quarta. In diesem Winter habe ich eine Anzahl geografischer Bilder angeschafft, sowie auch Bilder zur Naturgeschichte des menschl Körpers.

Zu Mai 97 traten 13 Schüler ein, 5 waren von der Sommerschule dispensiert, also daß 46 Schüler während des Sommers die Schule besuchten. Diese 46 Schüler haben versäumt 72 1/2 Schultage von 103 Schultagen des Sommers davon mit Erlaubnis des Schulinspektors oder der höheren Behörde: 42 Tg, mit Erlaubnis des Lehrers: 18 Tg. Ohne Entschuldigung: 6 Tg, mit genügender Entschuldigung 10 6,5 Tg; ohne einen Tag Versäumnis besuchten 15 Schüler die Schule. Bauliche Veränderungen sind im Laufe des Sommers nicht gemacht.

Die Feier der 50jährigen Erhebung Schleswig-Holsteins gegen Dänemark, d. 24 März 1898 gestaltete sich für unsern Bezirk großartig: Der Kriegerverein, der landwirtschaftliche Verein und die Liedertafel traten zusammen, um eine einheitliche u würdige Feier zu organisieren. Die Leitung des ganzen Unternehmens wurde dem Schreiber dieser Zeilen, der derzeit Vorsitzender im Kriegerverein war, übertragen. Die Feier begann mit einem Festgottesdienst in der Kirche zu Innien, wo selbst Herr Pastor Roos, der seit dem 1. März das Pfarramt in Innien verwaltete an Stelle des Herrn Pastor Lehfeld der nach Lauenburg verzogen war, die Festpredigt hielt. Am Nachmittag fand ein Umzug statt, der von Innien ausging und über Homfeld, Bargfeld, Bünzen und Böken ging. 5 vollbesetzte Wagen langten hier in Homfeld an, 25 Reiter an der Spitze. Auf dem Schulplatz hier bei uns stand eine große schöne Doppeleiche bereit, die unter Absingung des Liedes: Grosser Gott wir loben Dich u. sow. mit Musikbegleitung gepflanzt wurde.

Im Laufe des Schuljahres 1898/99 traten 22 neue Schüler ein und ebenso viele verliessen die Schule. Durch dies fortwährende kommen und Gehen wird die Arbeit sehr erschwert. Konfirmiert wurden zu Ostern 1898 7 Schüler, 4 Knaben und 3 Mädchen.

1901 bis 1910

H. Diekgräf schrieb: In den letzten Jahren ist an dem Schulhause nichts Neues gemacht. Die Schülerzahl ging stetig zurück welches seinen Grund darin hat, daß die Kinder den Bauern u den kleineren Eigentümern, von welchen nur wenig hier sind, konföderiert wurden und viele Tagelöhnerwohnungen leer stehen, da die Arbeiter immer mehr nach dem näheren Neumünster trachten.

Im Frühling 1901 fand die Schulprüfung am 11 März statt. Von den 46 Schülern wurden 7 für den Sommer 1901 dispensiert. Palmarum wurden 7 konfirmiert, darunter 5 Mädchen u 2 Knaben.

Der Sommer 1901 brachte für die Schule nichts Neues; zu Mai traten 7 neue Schüler ein. Während des ganzen Sommers wurde der Unterricht einmal vormittags wegen zu großer Hitze geschlossen.

Für die Dorfschaft wichtig war die Einrichtung einer Telephonleitung. Der Apparat fand Aufstellung bei dem Gemeindevorsteher Heeschen, 8 Abonnenten fanden sich die zusammen 80 M zahlen müssen.

Während der Winters von 1901–1902 besuchten 54 Schüler die Schule, davon wurden Ostern 1902 5 konfirmiert. Die Schulprüfung fand am 7. Mar statt.

Im Laufe des Sommers 1902 starb der eine Arm der Doppeleiche immer mehr ab. Auf meine Veranlassung wurde der Baum herausgenommen u. im Frühjahr 1903 durch eine Krim-Linde ersetzt.

Die Schulprüfung fand statt 5 März 03. Von 53 Schülern wurden 6 vom Besuch der Sommerschule dispensiert. Im Sommer 1903 wurde die ganze Schule angemalt und die Wände erhielten in 1m Höhe einen Ölanstrich.

Ende Frühjahr 1904 erkrankte ich an der Zwergfellentzündung u war gezwungen, die Schule auszusetzen. Ich habe 3 1/2 Wochen schwer krank gelegen u konnte erst mit den Ostertagen, am 7 April mit der Schule wieder beginnen. Vom 3 März hatte der Lokalschulinspektor Herr Hauptpastor Meifort in Nortorf die Schulprüfung angesetzt, welche aber wegen meiner Erkrankung nicht abgehalten werden konnte. Aus der Schule wurden von den verbleibenden 54 Schülern 6 vom weiteren Besuch der Sommerschule dispensiert. Der starke Wechsel unter den Schülern, hervorgerufen durch das kommen u Verziehen von Arbeitern, scheint weniger zu werden. Es, wird den Bauern fast unmöglich, Arbeiter für ihre Wohnungen zu erhalten alles trachtet nach der Stadt, wo mehr bares Geld verdient wird. Und da die jungen Leute, sobald sie Soldat gewesen sind, nicht wieder bei einem Landmann Stellung nehmen, sondern auch nach der Stadt trachten, so sind die Landleute fast ganz angewiesen auf polnische u galizische Arbeiter. Daß so viele Arbeiterwohnungen leer stehen, ist auch der Grund dafür, daß die Einwohnerzahl abnimmnt u so auch die Schülerzahl. Letztere betrug für den Sommer 1904 54, für den Winter 1904/5 56. Palmarum wurden 5 Mädchen u 1 Knabe konfirmiert.

Im Herbst 1904 wurde der Schule für den besten Schüler ein Bild des Fr. Majst. Kaiser Wilhelm II von dem Schulinspektor Herrn Hauptpastor Meifort Nortorf überwiesen. Die Schulprüfung fand statt am 23. Febr. 1904.Es wurden von 56 Schülern 5 vom Besuch der Sommerschule dispensiert.

Im Frühjahr 1905 kamen 9 Schüler zur Schule, 3 Mädchen u 6 Knaben. Im ganzen wurde die Schule besucht von 52 Schülern, im Winter 05 auf 06 besuchten 51 Schüler die Schule, von denen 6 konfirmiert wurden u 4 dispensiert für den Sommer O6. Die Schulprüfung fand statt am 15 März 06.

Im Sommer O6 besuchen 52 Schüler die Schule. Anfang Sept 06 hatten wir eine sehr warme Periode, das Thermometer zeigte eine ganze Reihe von Tagen 28 bis 30° C im Schatten; am 10 Okt hatten wir 18° C. Wärme.

Im Herbst das Jahres 1907 besuchte der Schulrat Geheimrat Diereke meine Schule. Es wurden angeschafft im Winter 1908 die Karten von Deutschland (polit.), und von Europa (polit.) von Gaebler.

Im Sommer 1908 wurde in Innien ein Elektrizitätswerk errichtet mit einem Kostenaufwand von 150000 M. Sämtliche Ortschaften haben Anschluß. Für die Schule u die Lehrerwohnung hat die Gemeinde die Installation bewirkt, auch den Zähler angeschafft, so daß der Lehrer und den Stromverbrauch zu zahlen hat. Im Sommer 08 wurde die Schulinspektion dem Herrn Pastor Roos Innien wieder übertragen. Während des Sommerhalbjahres 1909 wurden im ganzen 5 Konferenzen abgehalten unter Vorsitz des Herrn P. Roos in welchen Lehrproben gehalten wurden, die nachher zur Besprechung kamen. Das Thema zu den Lehrproben lautete dahin, 5 Abrahamsgeschichten religios zu behandeln "fruchtbar“ zu machen. Diese Zusammenkünfte gestalteten sich segensreich für alle Beteiligten. Am 1 Juli 1909 konnte ich meine Silberhochzeit im Kreise meiner Familie feiern, doch liess die Gemeinde es sich nicht nehmen, wie zu meinem 25 j. Ortsjubiläum so auch zur Silberhochzeit meiner durch reiche Geschenkte zu gedenken. Am 28. Aug.1910 wurde die Kirchen u Schulvisitation seitens des Herrn Generalsuperintendenten für Holstein abgehalten, wobei meine Schule u die Schule in Bargfeld und in Innien in der Religion geprüft wurden. Ich hatte zu sprechen über das Wort: „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden u Simon erschienen“, während Herr Stefan Wurr aus Bargfeld sprach über die Berufung Petrus zum See Genazerath.

Zum Mai 1910 traten 7 neue Schüler ein.

1911 bis 1922

H. Diekgräf schrieb: Gleich nach Neujahr 1911 begannen die Arbeiten an der neuen Chaussee nach Innien. Durch den Ausbau dieser festen Straße gewinnt das Dorf bedeutend. Doch muß das Dorf außer den Landankäufen 40 % der Bausumme stehen, das sind 4000 M. Im Frühjahr 1911 wurde noch der Weg nach Bucken ausgebessert, was 3000 M der Dorfschaft kostete.

Mai 1911 traten 7 Schüler ein, 3 waren für den Sommer dispensiert.

Die Schulen des Kirchspiels schafften im Sommer 1911 einen Lichtbilderapparat und ein Mikroskop an, für beide Teile wurden ca. 550 M angelegt.

Im Januar 1913 starb der Gemeindevorsteher Heeschen. Er hatte ein gewisses Interesse für die Schule und hat im ganzen segensreich für die Gemeinde gewirkt, namentlich ist der Chausseebau sein Werk, wenn er auch Eigeninteressen dabei verfolgte.

Im Schuljahr 1912 schieden 23 Schüler aus, die fast sämtlich von hier verzogen. Ein Nachschub bildeten Kinder von aus Rußland rückgewanderten Deutschen.

Am 10. März 1913 wird die Gedenkfeier an die Erhebung Preußens gefeiert. Die Ansprache an die Kinder legte die folgende Disposition zu Grunde: 1. Des Volkes Not ; 2.des Königs Ruf und des Volkes kommen; 3. Mit Gott für König und Vaterland; 4.Bedeutung für uns. Zur Ausführung: Preußens Fürsten und Volk war eingeschlafen auf den Lorbeeren, die der Große Friedrich seinem Volke …............. hatte. Hochmut, Dünkel oder Unüberwindlichkeiten, Wohlleben, leichtfertige Sitten, Abfall von Gott war die Folge. Von Frankreich ging das böses Beispiel aus und durchdrang das ganze Volk, was dadurch untüchtig ward, der Gottesgeißel Napoleon zu widerstehen. Jener wurd das Grab der Monarchie des großen Königs u. d. Landes Kirchen lastete 7 Jahre lang auf Land und Volk, das er haßte und zu Grunde richten wollte. Da wurde die Not groß, und keine rettende Hand war da. Aber diese Zeit des Elends lehrte wieder die Herzen der Besten und Edelsten des Volkes wieder auf Gott blicken, allen voranleuchtend Preußens Königin Luise. Ein neuer Geist, auf Gott vertrauend, Gott suchend, kam über das Volk. Die Liebe zu dem Vaterland erwachte und erfüllte die Sorgen mit Haß und Erbitterung gegen alle Peiniger. Und als dessen Wort wohl wahr und Gottes Hand ihn getroffen hatte, da rief der König, und sein Volk kam, und mit Gott für König und Vaterland zog er gegen den Feind in Kampf und Sieg. Kein Opfer war ihm zu groß; alles gab er hin fürs Vaterland, seine Freiheit, Macht und Größe. Mit Bewunderung schauen wir auf die Zeit u. die Taten der Väter. Was gab ihnen den Mut zu dem freudigen Sterben, die Willigkeit zu dem Geben? Der Wert, welcher das schönste Ehrenzeichen, das von Menschenhand verliehen, Menschenbrust zieren kann, das Eiserne Kreuz, umfaßt, spricht es aus: Mit Gott für König und Vaterland! Halten wir wie unsere Väter daran fest, so werden wir allzeit geprüft sein zum freudigen Geben, zu dem mutigen Sterben für König und Vaterland.

Im Sommer 1913 wurde auf den Tönsbergen von einem gebürtigen Hamburger, der 40 Jahre lang in China als Kaufmann tätig gewesen war, ein schloßartiges Landhaus erbaut, das von ihm im Herbst 1913 bezogen wurde. Für Homfeld nicht zu unterschätzen, da der Herr sein Jahreseinkommen auf 60000 M angibt, jedenfalls aber noch mehr hat (siehe auch Meyerinksche Villa).

Im Herbst 13, am 18. Okt. pflanzten wir auf dem Spielplatz eine Gedächtnislinde. In Innien wurde der Grundstein gelegt zu einem schönen Denkmal, das erbaut wurde aus Mitteln der Gemeinde und des Kriegervereins.

Im Winter 13/14 herrschte hier die Schweinepest.

Am 18. April 1914 fand eine Schulfeier statt zur Erinnerung an die Befreiung Schl. Holst. von der Dänenherrschaft. Es wurden die Schüler hingewiesen auf die Not der Herzogtümer, auf ihre Rechte, auf das Eingreifen der Deutschen Großmächte u. namentlich auf Preußens Heldenkampf bei Düppel, ferner darauf, daß durch die Einverleibung in Preußen Schl.= Holst. Wohlfahrt u. Sicherheit für immer gegründet wurd und das Wort:„Op ewig ungedeelt“, nun Wahrheit geworden.

Das Schuljahr 1914 begann mit 39 Schülern, worunter eine ganze Zahl solcher Schüler ist, die hier nicht ihren Wohnsitz haben, sondern bei den Bauern in Dienst stehen. Auch 4 Russen sind darunter. Aus 27 Familien der Dorfschaften Homfeld & Bucken – 275 Bewohner – kommen keine Schüler, dagegen sind 2 Familien hier, die je 4 Kinder zur Schule schicken. Vor reichlich 20 Jahren waren hier über 60 Schüler. 4 Knaben besuchen die höheren Schulen in Neumünster.

Zu Neujahr 1914 wurde die Schule ausgestattet mit einem neuen Sitz für den Lehrer und einer neuen Wandtafel. Letztere wurde bezogen von der Fabrik A. C. Lemcke – Kassel, ersterer wurde angefertigt von Tischler Lipp in Innien.

Am ersten Ostertage 1914, abends 8 Uhr stand plötzlich das große neue Wohn-u. Wirtschaftsgebäude des Herrn Claus Heeschen in Flammen. Vieh und Inventar konnte gerettet werden, auch ein Nebengebäude. Es stellte sich gleich am anderen Tage heraus, daß ein Dienstjunge Karl Neumann aus Küren bei Preetz, der erst 8 Tage hier war, das Haus angezündet hatte, um wieder Heimzu kommen zu den Eltern. Er ist zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt, hat aber Strafaufschub erhalten auf 2 Jahre u. wt. Straferlassung.

Und nun dann der Krieg. Nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel, denn seit dem Tage von Sarajewo war es wohl dem Deutschen Volk zur Gewißheit geworden und die Kriegserklärung wirkte wie eine Befreiung von unerträglichem Druck. Mit entschlossener Ruhe wurde sie auch hier aufgenommen. Ich war Vorsitzender des Militärvereins in Innien, schon 20 Jahre lang, und berief gleich am ersten Tage eine Versammlung, woran jeder teilnehmen konnte. Es waren Knaben, Männer u. Frauen, u. ich sprach zu ihnen Worte des Trostes u. der Erhebung. Alles lebte fortan für den Krieg. Die Kriegsveteranen mußten Bahnhof und Bahn, Brücken und Wege bewachen. Aus unserem Dorfe sahen wir im Laufe des Krieges über 40 Jünglinge und Männer ins Feld ziehen. Die Arbeitskraft wurde knapp, aber jeder tat sein Bestes, auch Frauen und Kinder. Bald kamen russische Gefangene, die zur Arbeit herangezogen wurden. Wir hatten hier bis ans Ende des Krieges gegen 70 Stück. Sie arbeiteten fleißig und unverdrossen.

Oben in der Heide an der Chaussee nach Hennstedt wurde ein Gefangenenlager eingerichtet für 5 – 600 Kriegsgefangene. Meist war es belegt mit Russen, doch waren hier auch Franzosen und Belgier. Von weit her kamen die Bewohner, von den fremden Kriegsvölkern................................. Zuletzt war es eingerichtet zu einem Krankenlager.

In Otto Ratjens Tannen ist ein Friedhof für die Verstorbenen. Von den Wachleuten wurde ein Gedenkstein errichtet. Die Homfelder haben sich an allen Wohltätigkeitsveranstaltungen wegen des Kriegs rege beteiligt. Auch öffentliche Sammlungen gingen für das Rote Kreuz ein. 2100 M ohne die Gelder, die privat gegeben wurden. Von den Ostpr.- Flüchtlingen wurden während des Winters 1914/15 30 hier verpflegt und ausgerüstet. Wäsche und Unterzeug wurde in großer Menge geliefert. Auch die Schüler haben alles getan, was in ihren Kräften stand, um die Last des Krieges erträglicher zu gestalten. Sie haben gesammelt alles, was nur verwertet werden konnte u. z. B. 18000 KG …..................... wurden abgeliefert. Kinder aus Altona wurden hier verpflegt, einmal 12, einmal 6. Die Kriegsanleihe wurde rege gezeichnet, das Dorf gezeichnete 80000 M, u. was im einzelnen gezeichnet wurde, ist viel mehr. Aber alle Opfer an Blut und Leben, Geld und Gut waren schließlich vergeblich, es kam der Zusammenbruch. Wodurch verursacht ?? Es kam die Revolution, unter deren Zeiten wir jetzt leben.

Es sind gefallen aus unserem Dorf:1. Ernst Köpke 27 J. alt, 2. Hinrich Göttsche 26 J. alt, 3. Heinrich Münz 26 J. alt, 4. Rudolf Münz 24 J. alt, 5. August Steen 21 Jahre alt, 6. Heinrich Bracker, verheiratet, 32 Jahre alt.

Schwer verwundet wurden:1. Reinhard Klütmann, 2. Max Hamann, 3. Hans Ratjen

In Gefangenschaft gerieten:1. Erdmann Paape (engl.), 2. Hermann Göttsche, Offizier (fr.), 3. Hans Ratjen (fr.), 4. Otto Sitzmann (fr.).

Unsere toten u. wunden Helden mahnen uns: Seid groß, seid standhaft, habt Vertrauen u. laßt den Mut nicht sinken! Es muß doch Frühling werden!

Im Sommer 1915 wurde die Gittereinfriedigung an der Straße längs gemacht.

Im Sommer 16 war ich schwer krank an der Lungenentzündung u. habe von Mai bis Sept. keine Schule halten können. Die Schule wurde notdürftig versorgt von Innien und Bargfeld.

Im Herbst 18 kam die Grippe. 3 Opfer hat sie hier gefordert: 1. Otto Ratjen, 38 J. alt, 2.Franz Toddwick, 18 J. alt, 3. Hermann Gloy, 8 J. alt.

Im Sommer 20 hat die Schule nach 11 Jahren einmal wieder Farbe bekommen.

Im Sommer 16 war meine Schule , obgleich ich krank war, noch ….............................. Lehrer Brandenburg aus Innien vertrat mich.

Am 8. im Frühjahr war der Herr Propst aus Rendsburg in meiner Schule.

Die Zahl der Schüler geht immer weiter zurück. Aus den meisten Häusern kommen keine Schüler. Zu Ostern 1920 kam nur 1 Kind zur Schule. Während des Sommers besuchten 30 Schülerunsere Schule – vor 30 Jahren 68 – 5 Schüler, 4 Knaben u. 1 Mädchen besuchen höhere Schulen in Neumünster u. Hohenwestedt. Unter den 30 Schülern des Sommers 20 sind 4, deren Eltern hier nicht ansässig sind.

Im Dez. 20 habe ich mit den größeren Schülern die Grabstätte für die gestorbenen Gefangenen in Ordnung gebracht, da sich keiner darum kümmerte, auch die Regierung nicht. Es ruhen dort 21 Russen und Rumänen.

Das Zwangspensionsgesetz kam, und infolge dessen mußte ich aus dem Dienst scheiden. Am 30. Sept. 1922 habe ich die Schüler entlasssen. 40 ½ Jahre bin ich hier Lehrer gewesen.

Homfeld, d. 30. Sept. 22 H. Diekgräf

1922 bis 1924

Lehrer Tams schrieb: Am 1. Oktober 1922 wurde ich mit der einstweiligen Verwaltung der einklassigen Schule im Homfeld betraut. Während der Dauer meines Auftrages wurde neben einer neuen Landkarte von Deutschland und einer von Schleswig-Holstein ein Kameraapparat angeschafft, um den Landkindern einen Naturkundeunterricht erteilen zu können, an dem sie Interesse haben und in dem sie leben. Leider konnte ich ihn wegen meiner Versetzung nach Bendorf im Oktober 1924 nicht erst praktisch in der Schule verwenden.

Die Schulgemeinde habe ich, trotzdem von der besitzenden Klasse kaum Kinder die Schule besuchen, als äußerst bereitwillig bei Anschaffung der Lehr- und Lernmittel gefunden.

Hohenwestedt, den 6. Okt. 1924.

Schuljahr 1925-26

Lehrer Peters schrieb: Am 19. Januar 1925. Seit dem 16. Oktober 1924 bin ich, Emil Peters, Lehrer der hiesigen Schule. Am 10. Januar 1895 bin ich in Arkebek bei Albersdorf in Dithmarschen geboren. Mein Vater war Landmann, starb aber schon in meinem dreizehnten Lebensjahr. Um diese Zeit besuchte ich die Oberrealschule in Heide. Nun hieß es für mich, auf einen, festen Beruf loszusteuern. Ich besuchte in Barmstedt (unter Herrn Crüger) die Vorbereitung, danach das Seminar in Segeberg und wurde durch den Krieg gezwungen, meinen Lehrgang zu unterbrechen. Als Schwerverletzter kehrte ich heim und beendete meine Seminarzeit. Im September 1917 bestand ich die 1. Lehrerprüfung. Nachdem ich nun von Nov. 1914 bis September 1918 zum Heeresdienst einberufenen Lehrer der dreiklassigen Schule in Wakendorf-Götzberg vertrat, wurde ich auf meinen Wunsch an die 2. kl. Schule in Horsbüll, Kreis Tondern versetzt.

Am 15. Februar 1921 bestand ich die 2. Lehrerprüfung als 1.Lehrer und wurde auf meinen Wunsch zum 18. September 1921 nach Heiligenhafen versetzt. Hier verwaltete ich gleichzeitig auch das Organistenamt. Mein Gesundheitszustand erlaubte mir das Verbleiben in dieser Stelle nicht. So sah ich mich gezwungen, die Regierung zu bitten, mich nach hier, Homfeld, zu versetzen. Nach dem Herr Schulrat Lempfert, Hohenwestedt, mich in Gegenwart der Kollegen des Aukruges und des Schulvorstandes, sowie einiger anderer Gemeindemitglieder eingeführt hatte, begann ich am 14. Oktober den Unterricht. Mein Herr Vorgänger hatte dafür gesorgt, daß ich über zu wenig Arbeit nicht zu klagen brauchte. Trotzdem war es mir möglich mit den Kindern eine öffentliche Weihnachtsfeier zu veranstalten. Zur größten Befriedigung brachten die Kinder außer Gedichten und Theaterstücken einige dreistimmige Lieder zu Gehör. Etwas Eintrittsgeld brachte uns auf die Unkosten.

Umbau und Wiederherstellungen, die am Schulhause nach meinem Einzug vorgenommen wurden: Die Fenster, die bisher nach dem Garten zeigten, wurden nach der Hofseite umgesetzt. Die Küche wurde mit Fliesen versehen. Zwischen den beiden Bodenstuben wurde eine Verbindungstür eingelassen. Die Klasse erhielt einen neuen Ofen. Eine Kanalisation, die das Wasser der Dachrinnen und die Abwässer der Küche abführt, wurde angelegt und bewährt sich sehr gut. Die Stube mit den umgesetzten Fenstern wurde neu mit Tapeten versehen.

Am 8. Januar erkrankte mein Sohn Wolfgang an Diphtheritis, die durch (Dr. Hollen) Serumeinspritzung schnell gedämpft wurde. Aber eine starke Lungenentzündung folgte nach. Noch wochenlang siechte der kleine, schwache Junge umher, bis endlich der kommende Frühling vollständige Genesung brachte.

Am 31. Dezember brannte die Gastwirtschaft, Im Krug zum grünen Kranze, auf dem Liethberge gelegen, nieder. Ursache: durch den schadhaften Schornstein wurde das auf dem Boden liegende Heu entzündet. Wohl fast sämtliche Dorfeinwohner waren bei den Rettungsarbeiten beteiligt. Wassermangel zwang die hiesige und auch die herbeigeeilte Innier Feuerwehr, die Bekämpfung des Feuers mit Wasser einzustellen; trotzdem gelang es dem vereinten Bemühen der Wehren, den Stall, der stark gefährdet war, zu retten. Die obdachslose Familie Reimer wurde bereitwilligst von J. Gloy aufgenommen und ihr von ihm die Altenteilswohnung überlassen. — Auf demselben Grundstück gedenkt Reimer ein großes Wirtshaus errichten zu lassen.

Am 28. März warf mich eine Krankheit nieder. Der herbeigerufene Arzt erklärte, die durch die schwere Verwundung stark geschwächten Nerven verursachten die Schmerzen und einziges Mittel, die Krankheit zu beheben, sei Bettruhe. So habe ich bis zum 13. Mai, mit geringen Unterbrechungen gelegen. Eine Woche lang vertrat Herr Schlüter (Junglehrer) mich. Die übrige Zeit war die Schule ohne Unterricht.

Am 25. Mai besuchten der Herr Oberregierungs und -schulrat Vahlbruch und Herr Schulrat Lempfert die hiesige Schule.

Schuljahr 1925-26

Sieben Konfirmanden verließen die Schule, sechs Neulinge traten ein, vier Knaben und zwei Mädchen, sodaß die Klasse 46 Kinder zählt. Der Unterricht liegt von 7-12 Uhr vormittags.

Am 17. Juni machte ich mit den oberen Jahrgängen einen Ausflug nach Kiel-Laboe-Holtenau. In Holtenau bestiegen wir die Hochbrücke.

Am 22. Juli feierten wir Vogelschießen. Armbanduhren waren Königs- u. Königingeschenk. Zum ersten Mal, nach langen Jahren, wurde wieder mit der Armbrust nach einem hölzernen Vogel geschossen. König wurde Rudolf Sitzmann, Königen Anna Reimer. Für 180-190 RM Geschenke wurden verteilt. Die Musik kostete 40 RM.

Die großen Sommerferien liegen vom 29. Juli bis zum 27. August.

Am 10. August morgens um 4 Uhr ging ein kurzes, aber eigenartiges Gewitter über unsere Gegend hinweg. Blitz auf Blitz erleuchtete die Gegend; das vollende Getöse des Donners nahm kein Ende. Ein kurzer, heftiger Windstoß jagte die flackernde tiefschwarze Wolkenmasse über uns hinweg und leuchteten noch lange, die gewaltigen Luftblitze über den dunkeln Osthimmel. - Am Abend von 7-10 Uhr wiederholte sich in stärkerem Maße das ungeheure Schauspiel. Schaden wurde in unserer Gemeinde nicht angerichtet.

Arbeiten am Schulhause: Im Mai wurden der Treppenverschlag und ein Mädchenzimmer von Zimmermeister Voß, Innien, eingebaut. — Im August wurde das Schulhaus von draußen gestrichen. Malermeister Gosch, Innien, führte den Auftrag aus. Das Eßzimmer erhielt einen zerlegbaren Kachelofen. Kaufpreis ca. 250 RM.

Ende September trat plötzlich mein Kriegsleiden wieder hervor: ein epileptischer Anfall warf mich am Schluß der letzten Unterrichtsstunde vor den Kindern nieder. Auf Drängen einiger Gemeindemitglieder berichtete der Schulvorsitzende H. Diercks den Vorfall an den Herrn Schulrat Lempfert. Mein Hausarzt Herr Dr. Hollen hielt einen halbjährlichen Urlaub für erforderlich, damit ein gewisser Schwächezustand überwunden werden könne. Die Preußische Regierung Schleswig beurlaubte mich ohne weiteres bis zum 31. März 1926. Da die Gemeinde nach Ansicht der Gemeindevertretung nicht in der Lage war, die Vertretung zu bezahlen, mußten die Nachbarkollegen aus dem Aukruge, jeder wöchentlich einmal, in der hiesigen Schule unterrichten.

Am 8. Dezember um die Abendbrotzeit ertönte plötzlich Feueralarm durch den Ort. Ein heller Lichtschein erleuchtete vom Südosten auf das Dorf. Die alte Kate des Wilhelm Schwarzlos stand hell in Flammen. Glücklicherweise trieb der Ostwind das Flugfeuer auf Frau M. Ratjens Koppel, so daß das Element auf seinen Herd beschränkt blieb. Fast sämtliche Möbel wurden gerettet, während das Haus bis auf die umfallenden Grundmauern niederbrannte. Am 15. März verzieht die (bis dorthin im Backhause des Landwirts E. Rathjen unterbrachte) Familie Schwarzlos nach Langwedel.

Fünf Kinder (mit den beiden in Heinrich Ratjens Privatschule), drei Knaben und zwei Mädchen werden am 23. März von mir entlassen. Nachtrag: Um die Kinder besser fördern zu lassen, als es durch Vertretung möglich ist stellte der Hufner Heinr. Ratjen für seine Tochter und seinen Dienstjungen einen hiesigen Junglehrer, Herrn Karstens, als Privatlehrer an. Die Regierung genehmigte diese Maßregel.

Schuljahr 1926-28

Hans Karstens, Schulamtsbewerber schrieb: Mein lieber Kollege Peters trat seinen, von ihm selbst noch erwähnten Erholungsurlaub mit der festen Hoffnung an, während desselben von seinem schweren Leiden, der Epilepsie, zu genesen: Der ärztliche Eingriff hatte auch zur Folge, daß die Anfälle weniger wurden, ja sich sogar gegen Frühling ganz verloren. Es stand darum zu Ostern scheinbar einem Wiedereintritt in die Schule nichts mehr im Wege. Kollege Peters hatte allerdings seinem sonst nie müden Geist eine für ihn unerträgliche Ruhe aufzwingen müssen; und um einer anfänglichen Überanstrengung vorzubeugen, wurde ich, da ich mit dem Ostertermin wieder stellungslos geworden war und in meinem Elternhause, der Meierei hierselbst, Unterkunft gefunden hatte, der hiesigen Schule als Hilfskraft zuerteilt. Wir einigten uns so, daß Peters in den ersten Stunden Religion, Deutsch und Rechnen erteilte und ich die übrigen Fächer übernahm. Ich erhielt hierfür 40.-M monatlich. In den ersten 2 Wochen ging auch alles gut. Falls Kollege Peters sich nicht wohl fühlte, verließ er um 10 Uhr oder früher die Schule, die ich dann allein weiterführte. In diesen Tagen war ich immer von morgens 7 Uhr an in der Klasse.

Wie jedoch mein Vater plötzlich etwas erkrankte, und meine Gegenwart auch ja scheinbar in der Schule nicht unbedingt nötig war, beschloß ich, erst um 9 Uhr zur Schule zu gehen. Aber schon am zweiten Morgen kamen die Kinder kurz nach 8 Uhr in größter Bestürzung bei mir an und meldeten, Herr Peters hätte in der Klasse wieder einen Anfall bekommen. Die nächsten Nachbarn leisteten wie immer die ersten Hilfsdienste. Ich führte die Schule zu Ende, und mit Kollege Peters Einwilligung setzte ich Herrn Schulrat Lempfert sofort darüber in Kenntnis. Damit für die Schule aber nicht gleich wieder eine Leidenszeit wie während des verflossenen Winters beginne, wurde ich mit der vorläufigen Weiterführung beauftragt. So wurde die schon verwirklichte Hoffnung in einem einzigen Augenblick an diesem Vormittag in ein Nichts zertrümmert. Ein hartes und schweres Kreuz wurde unserm lieben Kollegen erneut fühlbar auf die Schultern gelegt. Das entsetzliche Schicksal, für immer auf den Lieblingsberuf verzichten zu müssen diese nicht zu begreifende Tatsache die schon im Herbst glückzerstörend an ihn und seine Familie herangetreten war, dann sich jedoch noch einmal von scheinbaren Heilerfolgen verscheuchen ließ, sie stand nun doch in grausiger Wirklichkeit vor ihm. Ein Jugend- und Volkserzieher, beseelt von höchsten und reinsten Idealen ein stets suchender, nie ruhender Geist, gewachsen an den Größten der Großen wurde hiermit für immer von seiner Schule, dem Platze der Verwirklichung seiner Ideale, verbannt. Düstere, schwarze Tage mit schwersten Sorgen zogen nun für ihn herauf der erst vor 1 1/2 Jahren hier einzog, mit einem unerschöpflichen Quell edelster Ideen und dem festen Glauben nach zweimaligem Wechsel hier das zu finden, wonach er sich unendlich sehnte eine geistige Gemeinschaft zwischen ihm und der Jugend, gegründet auf den ewigen Werten des deutschen Kulturschatzes. Und die Ursache dieser entsetzlichen Krankheit? Sein für die rauhe und grobe Welt viel zu feiner Geist hatte von den Strapazen des Krieges und der schweren Kopfverletzung so sehr gelitten, daß er jetzt unter der anstrengenden Arbeit der einklassigen Schule zusammenbrach. Gesundheit Beruf und damit gesicherte Grundlage für ihn und seine Familie hat er dem Vaterlande geopfert. Jedoch der Dank seiner Brüder, für die er mehr noch gab als sein Leben, blieb aus. Er fühlte sich einsam und mit erbarmungsloser Härte sprach das Gesetz seine Pensionierung aus. Im Herbst verzog er mit seiner Familie, die sich im Laufe des Sommers um den jüngsten Sohn ein einjähriges Kind, verkleinert hatte, nach Rendsburg.

Meine Arbeit in der hiesigen Schule war eine äußerst schwere, da die Kinder in dem lückenhaften Unterricht des verflossenen Halbjahres sehr gelitten hatten.

Zu Ostern traten 4 Knaben und 3 Mädchen neu ein. Die Zahl der Kinder war zu Beginn des Halbjahres 45 und am Ende desselben 43.

Neu angeschafft wurde außer einigen Kleinigkeiten nichts; dafür aber die schon von Herrn Peters gekauften Bilder, Göthe und Schiller von Karl Bauer und das Abendmahl von Leonardo da Vinci, auf meine Veranlassung hin eingerahmt.

Größere Wanderungen unternahmen wir nach Meezen, Pojenberg, Hennstedt Sarlhusen, Glasberg.

Am 30. Juli fand das Vogelschießen statt. Von den Bewohnern des Dorfes wurden zirka 180.- M gestiftet, sodaß für jedes Kind ein gutes Geschenk auf dem Gabentisch zu finden war. König wurde Otto Ratjen, Königin Erna Bracker.

Ende September fuhr ich mit 10 Kindern nach Hohenwestedt zum Sportfest der Schule. Wir errangen ein vom Reichspräsidenten unterzeichnetes Diplom und einen Kranz.

Mein Gehalt von Seiten der Regierung war auf 50,- und dann auf 75.- M erhöht worden. Von der Gemeinde erhielt ich auf Grund eines Gesuches an die Gemeindevertretung 50,-M monatlich.

Im Juli wurde der Schule von der Firma Singer eine Nähmaschine zur freien Verwendung übergeben.

Von Dorfereignissen muß ich ein eigenartiges Brandunglück erwähnen. Beim Hofbesitzer Schwieger fand Selbstentzündung des Hauses statt. Zirka 50 Fuder Heu waren in Glut geraten und nur unter Aufbietung aller Arbeitskraft der Wehren des Aukruges und vor allem der erst jungen Homfelder Wehr, gelang es nach 1 1/2 Tagen, die glühenden Heumengen ohne daß sie weiteren Schaden verursachten, aus dem Stall hinauszuschaffen.

Als der Herbst herannahte, wurde die Dienstwohnung frei und die Lehrerstelle im Laufe der letzten Wochen vor den Ferien wieder hauptamtlich besetzt.

Da, in den ersten Ferientagen, ereignete sich etwas, was Homfeld auf das tiefste erschütterte. In der Nacht vom 2. zum 3. Oktober entschlief plötzlich nach kurzem, heftigen Krankheitsanfall unser lieber alter Herr Diekgräf, der Begründer dieser Chronik. Sein Tod kam nicht ganz unerwartet, da ein allgemeiner Verfall seines Körpers schon während des ganzen Sommers eintrat, und doch wiederum kam er so überraschend, daß die Dorfbewohner und vor allem seine Angehörigen die Tatsache, er ist nicht mehr unter uns, nicht begreifen und verstehen konnten. Er, der ein volles Menschenleben hier in Homfeld lebt, der fast jedem Ansässigen ein lieber Lehrer war und in fast jedes Herz ein erstes seelisches Gut hineinlegte, er war nun plötzlich nicht mehr unter den Lebenden. Er, der durch sein, von edelster Begeisterung und überschäumender Lebenskraft zeugendes Wort so unzählige Male seine Zuhörer gebannt, der durch seinen nie versiegenden köstlichen Humor so vielen Stunden heiterster Freude bereitete, der eine nicht wegzudenkende, Patriarchengestalt Homfelds geworden war, er war nun nicht mehr, sein Mund schwieg für immer. Jedermann nahm mit tiefster Erschütterung Kenntnis von diesem Gerücht, das wie wohl keins zuvor eilends von Mund zu Munde lief. Wie kam es nur, daß er schon jetzt von uns und den Seinen mußte, daß ihm nur 4 Jahre der Ruhe vergönnt waren? Damals, als er pensioniert wurde, fühlte er noch eine derartige Lebens- und Arbeitskraft in sich, daß ihm die Maßnahmen des Staates unverständlich erschienen und daß ihn die zwangsweise Ausscheidung aus dem Amte tief schmerzte. Die Arbeit in der Schule war ihm ein Bedürfnis und der Unterricht in den ethischen Fächern, vor allem der in der Religion, waren ihm ein unentbehrliches Mittel, sein reiches und begeisterungsfähiges Innenleben zu äußern. Und vielleicht hat das hierauf „Verzichten müssen“ nicht am wenigsten zu seinem schnellen Vorfall beigetragen. Vieles andere aber kam hinzu. Sang- und klanglos von Seiten der Behörde und vor allem von Seiten der Gemeinde verlief sein Amtsabschied. Mit dem Ausscheiden aus dem Amte war weiter verbunden das Verlassen der Wohnung und des Gartens, der ihm im Laufe der vielen vielen Jahre sein Paradies geworden war. Was aber wohl am meisten an seiner Seele zehrte das war der furchtbare Zusammenbruch unseres Vaterlandes mit dir darauffolgenden neuen Zeit, in der er sich nicht zurechtfinden konnte. Seine Beerdigung war eine sehr feierliche. Mir wurde die ehrenvolle Aufgabe zuteil, im Hause des Toten mit meinen Kindern eine schlichte Trauerfeier zu veranstalten. So wurde auch er, der in Homfeld so manchen hinausgesungen, auf seinem letzten Gang begleitet von den Stimmen der Kinder. Ein großes Gefolge aus allen Dörfern des Aukruges bewies seinen Angehörigen die außerordentliche Achtung, die er sich nicht nur durch die Berufsarbeit, sondern auch durch vielseitige, ehrenamtliche Betätigung erworben hätte. Und diese Blätter der Chronik seien, ihm als solchen ehrenvollen Gedenkens gewidmet.

Homfeld, Winter 1926/27 Hans Karstens, Schulamtsbewerber

Walter Zillen schrieb: Vom 18. Oktober 1926 bis 1. April 1928

Als ich mich im Sommer 1926 in Neumünster an einem 8- wöchigen Kursus im Werkunterricht beteiligte, erfuhr ich zufällig, daß die Lehrerstelle in Homfeld vakant sei. Ich sah mir die Stelle an und bewarb mich um sie. Meine Bewerbung war von Erfolg gekrönt. Am 1. Okt. 1926 wurde ich zum Nachfolger meines Vorgängers und Klassenkollegen Emil Peters ernannt.

Geboren bin ich, Walter Zillen, am 13. Febr. 1895 als Sohn eines Lehrers in Nienhagen, Kreis Oldenburg. Von 1907- 10 besuchte ich die Oberrealschule in Flensburg, Nach meiner Konfirmation, Ostern 1910, trat ich in die Präparandenanstalt zu Segeberg ein. Hier besuchte ich auch bis Ausbruch des Weltkrieges das Seminar. Im August 1914 trat ich als Kriegsfreiwilliger beim Inf.Reg. 85 in Rendsburg ein. Am 16. März 1916 wurde ich in der Champagne am rechten Unterarm schwer verwundet. Nach einjährigem Lazarettaufenthalt wurde ich als kriegsuntauglich aus dem Heeresdienst entlassen. Von Mai bis Sept. 1912 besuchte ich wieder das Seminar in Segeberg und bestand hier am 18. Sept. 1917 meine erste Lehrerprüfung. Meine erste Anstellung als Lehrer fand ich in Ostseebad Dahme. Ich verwaltete hier 2 Jahre lang die 1.Lehrerstelle der 2-klassigen jetzt 3- klassigen Schule. Am 17. Sept. 1919 legte ich hier unter dem Vorsitz des Herrn Oberregierungsrats Vahlbruch meine 2. Lehrerprüfung ab. Vom 1. Okt. 1919 bis 1. April 1920 war ich 1.Lehrer an der 3- klassigen Schule zu Grube und vom 1. April bis 1. Okt. 1926 Lehrer an der 2. Klasse daselbst.

Am 18. Oktober 1926 begann ich in Homfeld meinen Dienst. Am 22. Okt. 1926 führte Herr Schulrat Lempfert mich in mein Amt ein.

Von Okt. 1926 bis 1. Juli 1927 wurde ich in meiner Schularbeit unterstützt von dem Junglehrer Hans Karstens. Kollege Karstens hatte schon im Sommerhalbjahr 1926 mit großem Fleiß und mit Geschick an der Schule gearbeitet. Er erteilte ab 18. Okt. wöchentlich 10 Stunden Unterricht u. zwar in Naturkunde, Geschichte, Erdkunde und Turnen. Kollege Karstens hat ein groß Teil dazu beigetragen, daß ich mit der neuen Heimat, seiner Geschichte und seiner Eigenart bald bekannt wurde. Am 1. Juli 27 wurde H. Karstens als Hilfslehrer in Schenefeld angestellt.

Die Umgebung des Schulhauses (Spielplatz, Schulgarten) machte bei meinem Dienstantritt einen sehr verwahrlosen Eindruck. In den Turnstunden habe ich mich mit den Schülern daran gemacht, den Spielplatz und den Platz hinter dem Holzstall einer Reinigung zu unterziehen. Aller Unrat (Steine, Scherben, Schutt Dorngestrüpp) wurde auf einen Haufen geschafft, und Herr Claus Kahlke sorgte dafür daß dieser Unrathaufen vom Schulplatz verschwand. Die Säuberung des Schulgrundstücks sollte vor allen Dingen den Zweck haben die Kinder zur Sauberkeit zu erziehen. Aus diesem Grunde lasse ich auch je nach Bedürfnis den Spielplatz mit Hacke, Harke, Schaufel des öfteren grundlich säubern. Der im Aukrug als paradiesisch schön bekannte Homfelder Schulgarten glich bei meiner Ankunft in Homfeld eher einer Unkrautwüste als einem Paradies. Das Unkraut im Garten stand fußhoch. Um desselben Herr zu werden, ließ ich es von einem Arbeitsmann abmähen. Es ergab die stattliche Menge von 3 Fudern. Ein benachbarter Bauer hatte daran eine Woche lang Grünfutter für seine 40 Schweine. Die 70 Obstbäume des Schulgartens,besonders die Apfelbäume, litten sehr an Altersschwäche und Unterernährung. Fast alle Baume waren mit einer dicken Moosschicht bewachsen. Mit einer Baumschere entfernte ich sie. Es war eine Geduldsarbeit. Der milde, fast frostfreie Winter 1926-27 begünstigte diese Gartenarbeit. Zehn altersschwache Bäume rodete ich aus und pflanzte 14 junge Obstbäume wieder an. Die Schüler meiner Klasse verfolgten mit Interesse meine Gartenarbeit z. Teil ließ ich sie gärtnerisch sich betätigen (bei der Pflanzung junger Obstbäume u. beim Obstbaumschnitt.) Meine Gartenarbeit gab den Kindern Veranlassung zu folgenden Fragen:

1.) Wie ist die Spitzendürre der Obstbäume zu erklären? - Düngung.

2.) Warum lassen Sie vom Gärtner Leimringe um die Obstbäume legen? — Frostspanner.

3.) Warum hängen Sie das Stück Speck in den Apfelbaum? - Meise, Meisenkasten.

Solche u. ähnliche Probleme entstanden und wurden in der Schule von der Klasse bearbeitet, beantwortet.

Ostern 1927 wurden 6 Schüler aus der Schule entlassen (2 Knaben und 4 Mädchen. 6 Schulrekruten, (1 Mädchen und 5 Knaben) traten neu ein. Die Schülerzahl betrug zu Beginn des Schuljahres 43 Schüler.

Der 27. Mai war für die Schleswig- Holsteinische Lehrerschaft ein Trauertag besonderer Art. An diesem Tage starb plötzlich und unerwartet im Krankenhause zu Eutin Herr Oberregierungsrat J. Vahlbruch. Wohl kaum ein Vorgesetzter der Schleswig-holst. Lehrerschaft hat es verstanden, sich in dem Maße das Vertrauen seiner Lehrer zu erwerben wie der Verstorbene. Sein gerader Sinn und das Wohlwollen, das er dem Lehrerstande entgegenbrachte, werden den Namen Johannes Vahlbruch nie vergessen lassen. Er war einer der Unsern. Die Lehrer des Bezirks Hohenwestedt vereinigten sich in Hohenwestedt zu einer Trauerfeier für den Verstorbenen. Herr Schulrat Lempfert hielt eine Gedächtnisrede in der uns in warmen u. treffenden Worten ein Bild des Heimgegangenen gezeichnet wurde.

Die Schularztfrage

In einer Schulvorstands- und Gemeindevertretersitzung wird der Anstellung eines Schularztes zugestimmt. Die Versammlung entscheidet sich für Herrn Dr. Holm, Hohenwestedt.

Das diesjährige Kindervergnügen, fand am 22. Juli statt. Die großen Knaben schossen mit 6 mm -Büchse nach einer Scheibe. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß das Schießen mit dieser Büchse weit weniger gefährlich ist als das Schießen mit der Armbrust. Die kleinen (Mädchen) Knaben hatten Sacklaufen bzw. Ringreiten. Die großen Mädchen vergnügten sich im Ballwerfen, die kleinen im Eierlaufen. König wurde Kurt Steen, Königin Johanna Lorenzen. Dank der großen Opferwilligkeit der Gemeindemitglieder, (eine Sammlung hatte das stattliche Ergebnis von 202 M erbracht, konnte jedem Schüler ein nützliches Geschenk ausgehändigt werden.

An Unterrichtsmittel für die Schule wurden angeschafft im Jahre 1927 1.) eine neue Karte des Kreises Rendsburg. 2.)10 Zeichenkästen (Schmetterlinge u. Käfer, 3.) 1 Präparat (Steinkohle u. ihre Verarbeitung 4.) 3 Erdkundebücher von Garms a.) Länderkunde von Europa. b.) Länderkunde von Asien u. Australien. c.) Länderkunde von Afrika u. Amerika.

Schulprüfung

Zum ersten Male nach dem Kriege fand in der hiesigen Schule am 26. März 1928 eine öffentliche Schulprüfung statt. Der Besuch war sehr mäßig. Zum Teil liegt es daran, daß nur wenig Bauernkinder die hiesige Schule besuchen. Bei der Arbeiterschaft scheint Mangel an Zeit der Grund des Nichtkommens zu sein.

Schuljahr 1928-29

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1928 -1929.

Konfirmiert wurden Ostern 1928 4 Mädchen und 4 Knaben. Es traten 4 Schulneulinge ein u. zwar 2 Mädchen und 2 Knaben, so daß die Gesamtschülerzahl 37 ist (20 Knaben u. 17 Mädchen).

Ärztliche Schuluntersuchung

Am 25. u. 26. Mai waltete der Schularzt seines Amtes. Am 25. Mai untersuchte er die Mädchen, am 26. Mai die Knaben.

Schulausflug

Am Montag, dem 11. Juni machte ich mit 17 Schülern u. 15 Erwachsenen eine Autofahrt nach Hamburg. Die Fahrt ging über Elmshorn, Blankenese, Altona nach Hamburg. Wir besichtigten den Elbtunnel, den Hafen, machten eine Hafenrundfahrt und statteten zum Schluß dem Hagenbeckschen Tierpark einen Besuch ab. Das Auto hatten wir gemietet von der Firma Schröder i. Burg i. Dithmarschen. Wir bezahlten für das Anto 150 M. Um diese Summe aufzubringen, war ich gezwungen außer den Schülern einige Erwachsene mitzunehmen. Diese mußten 5,30 M, jene 3,50 M an Fahrgeld entrichten. Leider mußten einige Schüler auf die Fahrt verzichten, weil sie das zum Reisen nötige Geld nicht aufbringen konnten. Um diesem Umstand abzuhelfen wird die Gründung einer Reisekasse beschlossen. Die Schüler wollen jede Woche 10 pf oder mehr in die Reisekasse geben.

Am 19. Juli fand das übliche Kindervergnügen statt.

In den Sommerferien erhielten die Schule der Schultür und das Schulgitter einen neuen Anstrich. Die Arbeit wurde ausgeführt von Maler J. Gosch, Innien.

Das Jahr 1928 brachte der Gemeinde eine Wasserleitung. Im Sommer d. J. wurde auf Herrn Heinrich Ratjens Hauskoppel der Brunnen gebohrt u. auf Herrn W. Schwiegers Koppel der Wasserturm erbaut. Im Okt. begann man mit dem Legen des Leitungsnetzes. Im Dezember wurde die elektr. Pumpe in der Meierei eingebaut. Und am 14. Dezember 1928 waren die Homfelder Hausfrauen zum 1. Male in Besitz von Leitungswasser. Auch die Schule wurde mit Wasserleitung bedacht. Für die Schulkinder wurde hinter dem Küchenfenster ein Wasserhahn angebracht.

Angeschafft wurde für die Schule eine Nähmaschine d. h. die leihweise überlassene Singer Nähmaschine wurde für 100 M käuflich erworben bei jährlichen Ratenzahlungen von 25 M.

Der Winter 1928-29 zeichnete sich durch ganz besondere Strenge aus. Wochenlang hielt das starke Frostwetter mit unvermindeter Heftigkeit an. Der Frost drang 1m tief u. mehr in die Erde hinein. Sogar in der eben fertig gestellten Wasserleitung fror das Wasser; verschiedene Bäume u. Sträucher im Garten fielen dem Groß zum Opfer.

Schuljahr 1929-30

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1929-30

Konfirmiert wurden Ostern 1929 5 Konfirmanden. 8 Schulneulige traten ein und zwar 2 Mädchen u. 6 Knaben. Die Schülerzahl beträgt zu Beginn des Schuljahres 39 (24 Knaben + 15 Mädchen).

Am 19. Juni starb im Krankenhause zu Neumünster der Schüler August Röhn (Bucken). Für den Schüler war der Tod eine Erlösung von körperlichen und geistigen Gebrechen. Die Mitschüler beweisen dadurch ihre Teilnahme, daß sie ihm einen Schulkranz aufs Grab legen lassen.

Am 26. Juli machen 26 Schüler u. 20 Erwachsene eine Autofahrt nach Plön u. dem Ostseebad Dahme.

Zeichnete sich der Winter 1928-29 durch große Kälte aus, so der Sommer 1929 durch große Trockenheit. Von Mai bis 20. Sept. fiel kaum Regen.

Am 26. Juli fand das übliche Vogelschießen statt. Für mich war es ein Fest mit Hindernissen. Frau Ella Zornig beschwerte sich nämlich bei Herrn Schulrat Lempfert darüber, daß ich beim Reigenüben die Schüler der Größe nach aufstellte. Weil ihre Tochter die erste Schülerin der Klasse war, forderte sie eine Aufstellung dem Platze nach! Frau Zornig fand Unterstützung bei ihres gleichen, sogar bei Frauen, von denen ich es nicht erwartet hatte. Herr Schulrat L. u. der Homfelder Schulvorstand billigten meine Handlungsweise. Die Lust zum Abhalten von Kindervergnügungen ist nur vorläufig vergangen. Ich beabsichtige diese Arbeit den Nörglern zu überlassen.

Weil die Sommerferien bis 30. August währten, wurde am ersten Schultag nach den Ferien, also am 31. August, die Verfassungsfeier abgehalten. Die Reichsregierung hatte zu diesem Tage der Schule ein Buch - „Deutsche Freiheit, deutsche Einheit“ – übermittelt mit der Maßnahme es einem würdigen Schüler auszuhändigen. Ich überreichte das sehr lesenswerte Buch dem Knaben Klaus Reimer dem Sohn des Stellmachers D. Reimer.

Im Monat August machte das Luftschiff Graf Zeppelin seinen Rundflug um die Erde. Anfang September landete es wieder im Heimathafen. Auf Anordnung des Ministers wurde in der Schule am 5. Sept. eine Jubelfeier (Zeppelinfeier) abgehalten.

Am 15. u. 19. Nov. fand die schulärztliche Untersuchung statt.

Angeschafft wurden für die Schule:

1 Maximum- u. Minimumthermometer 1 Nordmarkatlas mit Erläuterungsschrift von Brandt u. Wölfle.

Schuljahr 1930-31

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1930 -31. Konfirmiert wurden 1 Knabe u. 3 Mädchen. 6 Schulrekruten traten neu ein. Zu Beginn des Schuljahres wurde die Schule besucht von 39 Schülern u. zwar 24 Knaben u. 15 Mädchen.

Das Turngerüst (Reck u. Barren) wurden in diesem Jahre erneuert. Ebenfalls wurde der Austritt (Pissoir) für die Knaben neu hergestellt. Landmann Claus Kahlke pflügte im Frühjahr 1930 seine Stubbenweide (Brüningsholz) um. Bei dieser Arbeit stieß er auf eine große Anzahl Felsen. Etwa 140-150 qm Steine wurden schätzungsweise aus der Erde geschafft. 30 qm davon liefert Herr K. an den Neubau (Lungenheilstätte) Tannenfelde.

Anfang Mai 1930 bekommt Homfeld den Selbstanschluβ im Fernsprechverkehr. Am 1. Juli 1930 wird in Homfeld eine Postagentur eröffnet. Bisher war unser Ort von Innien aus mit Post versorgt worden. ab 1. Juli von Hohenwestedt durch Postauto. Die Poststelle in Innien wird in eine Postagentur umgewandelt. Postverteilerin in unserm Orte wird Frl. Elso Diekgräf, die Tochter des verstorbenen Kollegen Diekgräf. Und zwar wird uns die Post statt früher einmal, jetzt täglich zweimal zugestellt. Am 24. August waren einige Mitglieder der Segelfluggruppe-Neumünster mit einem Segelflugzeug auf dem Boxberg. Sie packten ihr Zeug aus um Gleitflüge zu machen. Nach einigen gelungenen Gleitflügen wurde das Flugzeug das Opfer des sehr heftigen Windes.

Für die Schule wurden angeschafft: 1) ein Kosmosbaukasten (Elektro) 2) eine neue Wandtafel 3.) zwei Eisenklammern zum Befestigen der SchulFahnen, ein neuer Zirkel u. ein Lineal

Am 17. Juni wurde der Elternbeirat neu gewählt. Es wurden gewählt: Detlef Reimer, Joh. Gloy, Ad. Peters, Paul Kehl, Frau M. Mohr u. Frau M. Hamann.

Außer den vorher genannten Gegenstanden wurden für den Unterricht angeschafft, 1) 26 farbige Wandbilder für den ersten Rechenunterricht, 2.) 10 Arbeitsblätter zur Einführung in die Bruchrechnung.

Am 20. März fand die diesjährige Schulprüfung statt. Sie war besucht von 18 Schülern - ein Beweis dafür, daß das Interesse der Eltern an der Schularbeit zugenommen hat.

Schuljahr 1931-32

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1931 - 1932. Ostern 1931 wurden aus der Schule entlassen 2 Konfirmanden (1 Knabe u. 1 Mädchen. Neu ein traten 6 Schulneulinge. (4 Mädchen u. 2 Knaben.) Die Schülerzahl beträgt zu Anfang des Schuljahres 38 Schüler.

Am Sonnabend, 16. Mai tagt die Arbeitsgemeinschaft v. Hohenwestedt in der hiesigen Schule. Der Unterzeichnete hält eine Lehrprobe im Deutschen. Thema: Sprachlehre im Gesamtunterricht.

Am 18. Juni besichtigen Herr Regierungsrat Guthardt u. Herr Schulrat Busemann die Klasse.

Am 17. Nov. tagte die Junglehrer AG. unter dem Vorsitz des Herrn Schulrats B. in der hiesigen Schule. Ich hielt je eine Lehrprobe in Religion u. in Naturbeschreib.

Wegen der allgemeinen Notlage des Reiches werden in Schleswig-Holstein 3 Schulaufsichtsbezirke eingespart, darunter auch der Schulaufsichtsbezirk, dem die Schule angehörte, Hohenwestedt. Herr Schulrat Busemann wird versetzt nach Wittmund (Friesland.) der Aufsichtsbezirk Hohenw. wird Rendsburg 1. I

Schuljahr 1932-33

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1932 -33. Aus der Schule entlassen werden am 18. März 1932 3 Knaben und 4 Mädh. Am 8. April traten 6 Rekruten (1 Knabe und 5 Mädchen) neu ein. Die Schule wird jetzt besucht von 38 Schülern, nämlich 17 Knaben u. 21 Mädchen 1 Schüler (Karlheinz Zillen) verläßt Ostern 1932 die hiesige Schule u. wird Schüler des Gymnasiums in Neumünster. Im Juni ist Elternbeiratswahl. Der alte Elternbeirat wird wieder gewählt.

Der Sommer 1932 war ein sehr warmer Sommer. Es kam häufig vor, daß um 10 Uhr morgens das Thermometer der Klasse 24 bis 28 Grad C im Schatten zeigte.

Für die Lehrerbücherei wurden neu angeschafft: 1.) vom Hunger zum Brot. (G. Klemm), 2.) vom Feuertier zur Ofenglut. (G- Klemm). Im übrigen werden keine Neuanschaffungen für die Schule gemacht denn infolge der ungünstigen wirtschaftlichen Lage (Schweinepreise 35-37 M. u. Preis für einen fetten Ochsen ca 200 M.) - zahlt der Bauer Kaum noch Gemeindesteuern. Daher ist fast immer Ebbe in der Schulkasse. Der Gemeindevorsteher ist froh, wenn er der Handarbeitslehrerin u. der Schulreinmacherfrau gerecht werden kann. Vom 2. bis 9. Februar mußte die Schule geschlossen werden, weil der Lehrer an Grippe erkrankt war.

Die am 5. März stattfindende Reichstagswahl ergab zum ersten Mal seit Jahren eine nationale Mehrheit. Auf Anordnung des Herrn Ministers fand aus diesem Anlaß am 8. März in allen Schulen unseres Vaterlandes eine nationale Erhebungsfeier statt. Am 21. März wurde in der Garnisonkirche zu Potsdam der neue Reichstag eröffnet. An diesem Tage fiel ebenfalls der Unterricht aus. Am Abend dieses Denkwürdigen Tages vereinigten sich alle Vereine und alle Schulen des Aukrugs zu einem Fackelzug durch Innien. Die am 28. März stattfindende Schulprüfung wurde besucht von 16 Erwachsenen.

Am 24. März wurde die schwarz-rot-goldene Schulfahne in Anwesenheit der SA u. der Schüler auf Heinrich Ratjens Hauskoppel öffentlich verbrannt. Der Lehrer des Ortes hielt dabei eine Ansprache.

Schuljahr 1933-34

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1933-34. Am 30. März 33. wurde nur eine Konfirmandin aus der Schule entlassen. Neu eingeschult wurden am 2. Mai die Osterferien dauerten ausnahmsweise 4 Wochen- 3 Knaben u. 3 Mädchen. Die Schüler der Schule nehmen an der nationalen Erhebung des Volkes lebhaften Anteil. Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, hören sie die Rundfunkrede des Führers. Weil die Schule selbst kein Radio besitzt, stellt der Lehrer sein Privatradio auch jetzt wieder - am 21. März war das auch der Fall – den Schülern zur Verfügung. Am Abend dieses Tages nehmen die Schüler an einem Fackelzug in Innien teil.

Im Sommer 1934 überläßt der Hofbesitzer Heinrich Ratjen von seinem ca. 400 t großen Besitz seinem ältesten Sohn Hans genannt Hans Heinrich - 100 t u. läßt ihm auf der Hauskoppel an der Chaussee ein neues Haus errichten. Der zum Hausbau nötige Sand wird aus einer Sandgrube von der Hauskoppel geholt. Bei dieser Arbeit werden einige Urnenreste gefunden. Diese stammen – nach dem Befund zu urteilen- aus dem karolingischen Zeitalter.

Nationalsozialist sein heißt Opfer bringen! Jeder echte Nationalsozialist opfert in diesem Jahr für die nationale Arbeit, für die N. S. Wohlfahrt, er stiftet für das Eintopfgericht, gibt sein Scherflein für das Auslandsdeutschtum u. für andere nationale Belange. Die Schüler sehen ein, daß auch sie schon mithelfen können am Wiederaufbau des Vaterlandes. Sie sammeln für den T. D. A. Eine Klassensammlung ergab das erste Mal den Betrag von 7,50 M, das 2. Mal den Betrag von 2,50 M. Im März 1934 erhält die Schule ein neues Reck, einen neuen Barren, eine neue Fahnenstange.

Schuljahr 1934-35

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1934-35. Aus der Schule entlassen werden Ostern 4 Konfirmanden (3 Knaben u. Mädchen), Neu eintreten 4 Schulrekruten. 2 Knaben u. 2 Mädchen.) Die Schülerzahl setzt sich am 1. Mai 1934 zusammen aus xx Mädchen u. 18 Knaben. Anfang Mai wird von der Flieger-Ortspruppe Itzehoe auf dem Boxberg eine Segelflugstation errichtet. Es wird ein Wellblechschuppen gebaut der 4-6 Flugzeuge aufnehmen kann. Jeden Sonnabend u. Sonntag, mitunter auch in der Woche (Erwerbslosenkurse!), wird hier geschult. Der Boxberg wird von Frau M. Ratjen auf drei Jahre für jährlich 100 M gepachtet. Zeichnete sich schon der Sommer 1933 durch Trockenheit aus, so tat es der Sommer 1934 in weit stärkerem Maße. Es wird in diesem Jahr wenig Heu geerntet, etwa nur die Hälfte der sonst üblichen Menge. Auf den Weiden ist großer Mangel an Trinkwasser für das Vieh. Mit dem Rübenverpflanzen wird sehr spät begonnen, weil die Erde staubartig trocken. Man wartet wochenlang vergeblich auf den Regen, der das Erdreich anfeuchten soll.

Vom 6. bis 11. August, also während der Sommerferien, nahm der Lehrer in Itzehoe an einem Luftschutzkursus teil. Am 2. August starb nach einem arbeitsreichen Leben der Nationalheros des Deutschen Volkes, unser Reichspräsident, der Generalfeldmarschall v. Hindenburg. Am ersten Schultage nach den Sommerferien wurde in einer Feierstunde des Verstorbenen besonders seiner Verdienste um das deutsche Volk gedacht. Am 16. März 1935 führt Adolf Hitler die allgemeine Wehrpflicht wieder ein. Vorab im ganzen Volk große Freude.

Schuljahr 1935-36

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1935/36. Am 21. März 1936 werden 5 Konfirmanden (3 Knaben u. 2 Mädchen) aus der Schule entlassen. 3 Schülerinnen verlassen die hiesige Schule u. treten in eine höhere Schule ein. (J. Zillen, T. Heeschen, G. Rathjen). Die Osterferien dauern vom 4.-23. April. Am 4. April treten 7 Schulanfänger ein u. zwar 4 Knaben u. 3 Mädchen. Die Schule zählt – wie im Vorjahre - 42 Schüler, davon 23 Mädchen u. 19 Knaben. Als Jugendwarte der Schule werden ernannt Johannes Münz, O. Hamann u. Frau Peters Zum Mitglied des Schulbeirats werden ernannt: Gastwirt Detlef Reimer u. Bauer Adolf Diercks. Die Sommerferien dauern in diesem Jahr vom 4. Juli bis 17. August. Am 30. Juni wird das Kindervogelschießen abgehalten. König beim Schießen wird Walter Begemann, Königin beim Vogelpicken: Erika Engel.

Wie im Jahre 1934, so zeichnet sich auch das Jahr 1935 durch einen trockenen Sommer aber auch durch einen äußerst stürmischen Herbst aus. Der Sommer brachte eine Rekordernte an Heu. Vom 12.- 17. Sept. nimmt der Lehrer (auf Wunsch der Kreisleitung als Sanitäter) am Reichsparteitag in Nürnberg teil. Die Tage waren in Nürnberg nur ein überwältigendes Erlebnis! Könnte doch jeder Miesmacher u. Nörgler nur ein wenig Nürnberger Kameradschaftsgeist atmen. Am 4. Okt. betrug die Schülerzahl 48! Am 6. Okt. feiert das ganze Dorf unter Mitwirkung der Schüler das Erntedankfest. Nachmittags ½ 2 Uhr fand ein Umzug durch den Ort statt. Voran der Bezirksbauernführer, dann die 6 Erntewagen; es folgten die Schüler und Schülerinnen. Den Schluß bildete die Ortsbauernschaft. Um 3 Uhr gemeinsame Kaffeetafel für die Kinder. Von 4-6 Uhr Tanzen für diese. Abends gemeinsame Kaffeetafel für die Erwachsenen. Es gelangte folgendes Programm zur Abwicklung: 1. Vorspruch. 2. Überreichung d. Erntekranzes durch Bund d. Mädchen. 3. Chorgesang der Frauenschaft: Wir pflügen u. w. st 4. Wir Braunen. Sprechchor der Hitlerjugend. 5. Gedicht: das braune Brot. 6. Erntegedichte der Schülerinnen. 7. Aufführung: Werbung. 8. Erntetanz der Kinder. 9. Volkstänze der j. Mädchen. 10. Theaterstück

Nach den Herbstferien, mit Beginn des Winterhalbjahrs, wird der Halbtagsunterricht auch für das Winterhalbjahr eingeführt. Auf Wunsch der Elternschaft (bes. Bucken) stellte ich einen Antrag auf ungeteilte Schulzeit beim Schulamt. Bei einer Abstimmung hatten sich von 22 Eltern 18 für ungeteilte Schulzeit entschieden. Das Schulamt genehmigt den Antrag. Am 24. Okt. fand in der Schule ein Elternabend statt. Nach einer Ansprache des Lehrers über die Bedeutung des Kulturfilms wurden Eltern u. Schülern zwei Schmalfilme vorgeführt. Am 7. Febr. 1936 starb der Schüler unserer Schule Herbert Steinke. Die Mitschüler gaben ihm das letzte Geleit.

Schuljahr 1936-37

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1936-37. Ostern 1936 verlassen 5 Konfirmanden die Schule. (2 Mädchen u. 3 Knaben). Eingeschult werden 2 Mädchen. Die Schule wird im neuen Schuljahr besucht von 42 Schülern, u. zwar von 18 Knaben u. 24 Mädchen.

In den Sommerferien wurde das Schulhaus von außen neu gestrichen.

Der Lehrer macht mit den größeren Schülern eine Radfahrt nach Rendsburg.

Im Sommer wieder große Trockenheit, im Herbst viel Sturm.

Schuljahr 1937-38

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1937 -38. Aus der Schule entlassen werden Ostern 1937: 1 Knabe u. 2 Mädchen. Neu eingeschult werden 2 Knaben u. 3 Mädchen. 1 Schüler (Rolf Zillen) wird Zögling der Holstenschule Neumünster. Am 1. Mai wird die Schule besucht von 39 Schülern (15 Knaben + 24 Mädchen). Das Frühjahr 1937 zeichnet sich aus durch außergewöhnlich ergiebige Regenfälle. Alte Bauern behaupten, solch nasses Frühjahr seit 50 Jahren nicht erlebt zu haben. Einige Ansaaten stehen wochenlang unter Wasser. Frühjahrsbestellung in Feld u. Garten verzögern sich daher gegen sonst. Auf nassen Koppeln ist es nicht möglich, den Hafer in die Erde zu bringen. Am 18. Juli waren Lehrer u. Kinder nach Besuch des Zirkus Krone Neumünster zum Zirkus Krone. In den Sommerferien fand auf dem Boxberg ein Fest der deutschen Arbeitsfront (Kraft durch Freude) statt. Die Niederdeutsche Bühne aus Rendsburg brachte zwei plattdeutsche Lustspiele zu Gehör. Nach diesen Aufführungen fanden Belustigungen für Erwachsene u. Kinder statt. Im Oktober wird auf Heinrich Ratjens Wiese ein neuer Brunnen für die Wasserleitung gebohrt, weil der Filter im anderen Brunnen d. Wasserleitung verstopft war.

Am 1. Nov. ist wegen Abwanderung einiger Familien die Schülerzahl auf 33 gesunken. (11 Knaben u. 22 Mädchen)

Vogelschießen am 19. Juni 1937

Vogelschießen am 19 Juni 1937 Homfeld

Neuanschaffungen: Neu angeschafft für den Unterricht wurden 2 Landkarten. a. Deutschlands Kolonien. b. Deutschlands Entwicklung im Laufe der Geschichte.

Großer Jubel herrscht in deutschen Landen, als Österreich am 13. März 1938 mit dem deutschen Reich vereinigt. Im Unterricht wurde natürlich auf die Bedeutung dieses wichtigen Ereignisses hingewiesen. Und das Thema des Unterrichts in dieser Woche hieß: Osterreich.

In der am 10. April stattfindenden Volksabstimmung stimmten in Homfeld von 155 Wählern 153 für die Politik des Führers, 2 dagegen.

Schuljahr 1938-39

Walter Zillen schrieb: Schuljahr.1938 - 1939. Aus der Schule entlassen wurden am 23. März 3 Knaben u. 3 Mädchen. 21. April Eingeschult wurden am 23. März 5 Knaben u. 3 Mädchen. Die Schülerzahl betrug am 1. Mai 21 Mädchen u. 14 Knaben. Am 29. März gab die Lehrerin Frau M. Joost ihre letzte Unterrichtsstunde in der hiesigen Schule. Im Namen des Schulvorstandes dankte ich vor versammelter Klasse Frau Joost für ihre treue und erfolgreiche Arbeit, die sie während ihrer 15 jährigen Tätigkeit als Handarbeitslehrerin der Homfelder Schule geleistet hatte. Frau Joost gibt am 1. Mai ihre Tätigkeit auf, weil auf Anordnung des Schulamtes eine technische Lehrerin, u. zwar die Hauswirtschaftslehrerin Frl. Brandenburg, hauptamtlich beschäftigt wird.

Das Schulzimmer bekommt Mitte August 38 neue Fenstervorhänge nachdem 10 Jahre lang keine vorhanden waren. Lieferant Stahl Innien. Für den Turnunterricht neu angeschafft wurden: ein Fußball, eine Faustballeine, ein Meßband und eine Springschnur.

Die Seitenwände des Buschschuppens wurden erneuert. Vor der Küchentür wird endlich das holprige Steinpflaster entfernt u. durch Zementplatten ersetzt.

Anfang September bezog die Artillerie aus Neumünster hier in Homfeld Biwak beim Diekwiesenholz auf H. J. Ratiens Koppel. 3 Batterien mit ca. 300 Pferden u. 300 Mann waren auf der Koppel aufmarschiert. Die Homfelder Schule hatte sich mit ihrem Lehrer eingefunden, um das so selten gebotene Bild in Augenschein zu nehmen. Bei M. Rathen war das Pferdelazarett errichtet.

Ende September wird die hiesige Genossenschaftsmeierei umgebaut u. mit neuen Maschinen ausgerüstet. An Stelle des alten Kessels wird ein neuer Kassel eingebaut, ferner eine neue Kühlanlage ein größeres Butterfaß u. ein moderner Butterkühler. Die Bauern liefern während des Umbaus die Milch nach Innien.

Der Sommer brachte eine Rekordernte an Korn. Bauer Heeschen erntete 127 Fuder Hafer! Herr Hans Heiming 140 Fuder. Aber nicht nur an Heu u. Korn brachte das Jahr 1938 eine reiche Ernte, sondern auch an Kartoffeln. Weil es dem Bauer an den nötigen Hilfskräften fehlt, werden die Schüler der Oberstufe eine Woche lang zum Kartoffelsammeln beurlaubt. Die Bauern Kahlke, Paul Rathjen, H. Henning, Willi Rathjen, Bl. Voß, Ernst Rathjen, Hans H. Ratjen haben in den Jahren 1936-38 Kartoffelsilos erbauen lassen.

Gestorben ist am 22.11.1938 Kreisschulrat Hannemann.

Bauer Hans Henning dämpft im Jahre 1938 800 Zentner Kartoffeln, Bauer Kahlke 400 Zentner.

Das Jahr 1938 war auch ein reiches Eicheljahr. Der Lehrer war an zwei Vormittagen mit den Schülern zum Eichelsammeln. Das Sammelergebnis betrug 600 kg. Diese Eicheln wurden an den Bauern Kl. Kahlke für 24 M verkauft. Auf Anregung des Lehrers wird beschlossen, dieses Geld der Sudetenhilfe zuzuführen. Der Vorschlag findet Zustimmung. Außerdem spenden alle Schüler, die beim Kartoffelsammeln sich recht viel Geld verdient hatten (einige Schüler 30 bis 40 M.) noch einige Groschen dazu, sodaß 32, 10 M der Sudetenhilfe zur Verfügung gestellt werden konnten. Die Schüler wollen mithelfen, daß einer reichen politischen Ernte (Angliederung Osterreichs u. des Sudetenlandes), auch ein reiches Opferjahr entspricht.

Schuljahr 1939-40

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1939-40 Aus der Schule entlassen wurden Ostern 1939 2 Schüler (1 Knabe u. 1 Mädchen. Neu eingeschult wurden 4 Knaben u. 3 Mädchen. Am 10. Mai wird die Schule von 20 Knaben u. 31 Mädchen besucht. Die Zahl von 51 Schülern ist seit 1910 die höchste Schülerzahl. Bucken allein liefert 11 Schüler.

In den Sommerferien bekommt das Schulzimmer einen neuen Anstrich durch Maler W. Hauschildt-Innien. Der Schulfußboden wird zu einem 1/4 mit neuem Bretterbelag versehen. Das Schieferdach, das seit mindestens 25 Jahren nicht gründlich überholt worden war, wird ausgebessert, weil es im Klassenzimmer u. auch in der Dienstwohnung an verschiedenen Stellen durchregnet. Die Schuleinfriedigung wird erneuert, d. h. der verrostete Maschendraht wird durch neuen ersetzt.

Als Hilfsmittel für den Unterricht Lehrmittel werden angeschafft: 1 Planiglobenkarte (Östliche Erdhälfte) 1 Geschichtskarte: Deutschlands Entwicklung im Laufe seiner Geschichte v. Tappe. 5 Arbeitsrechenkasten für das 1. Schuljahr.

Homfeld bei Kriegsausbruch 1939

Als im August 1939 die Verfolgung der Deutschen sich in Polen bis in Unerträgliche steigerte, bewunderte jeder Deutsche die große Langmut unseres Führers. Jeder fühlte, daß es zu einer kriegerischen Auseinandersetzung kommen mußte. Eine ungeheure Spannung lagerte über dem ganzen Lande. Am 24. Aug. erschien das Postauto plötzlich des Nachts und brachte Gestellungsbefehle. Es erschien in den nächsten Tagen noch mehrere Male zu gleichen Zweck. Auf Grund dieser Befehle wurden eingezogen. am 26. August Otto Ratjen nach Rendsburg am 26. August Klaus Reimer nach Lübeck am 26. Aug. Johannes Münz nach Wilster am 27. Aug. Hinrich Münz nach Tönsheide am 27. Aug. Karl Hartung nach Alt-Duvenstedt am 27. Aug. Johannes Mohr nach Alt-Duvenstedt am 27. Aug. Klaus H. Kahlke nach Rendsburg am 27. Aug. Karl Rosenfeld (Bucken) nach Rendsburg am 31. Aug. Karl-Heinz Zillen nach Rendsburg am 31. Aug. Walter Begemann nach Itzehoe am 31. Aug. Fritz Sievers (b. Heeschen) n. Rendsburg am 11. Sept. Heinrich Gloy nach Lübeck am 11. Sept. August Sern nach Itzehoe am 27. Aug. Willi Maaßen(b. Anna Rathjen) nach Rendsburg am 26. Aug. Hermann Möller nach Rendsburg am 21. März 40 Willi Rathjen nach Rendsburg

Unter den Waffen befanden sich bei Ausbruch des Krieges folgende Homfelder: Rud. Sitzmann, Otto Bracker, Heinrich Bracker, Wilhelm Gloy, Alfred Peters, Paul Hamann, Heinrich Ratjen jun.

Pferdemusterung am 27. Aug. in Kattbek. Aus Homfeld wurden Pferde angemustert: Heeschen stellt 1, Hans Bruhn 1, Anna Rathjen 1, Kl. Kahlke 1, Adolf Peters 1, Heinrich Ratjen 1, Hans Henning 1, Kaack 1, Martha Ratjen 1, Hof Bucken 1

Teilnehmer des Polenkrieges. Am Polenfeldzug nehmen teil: Johannes Münz, Otto Bracker, Heinrich Bracker, Paul Hamann.

Der Unterricht wird bei Ausbruch des Krieges, am 1. Sept. auf Anordnung des Kultusministers geschlossen. Am 8. Sept. nimmt die Homfelder Schule den Unterricht wieder auf.

Schüler helfen beim Flachsziehen. Da es infolge der Einberufung an den nötigen Arbeitskräften fehlt, helfen 20 Schüler unter Aufsicht ihres Lehrers bei der Flachsernte. Am 2. u. 4. Sept. wird an zwei Nachmittagen auf H. J. Ratjen Flachs gezogen u. gebündelt.

Feindliche Propagandaflugzeuge über Homfeld Am 3. Sept. erklärt England uns den Krieg. Mitte Sept. erscheint gegen 3 Uhr morgens in großer Höhe ein englisches Flugzeug über der Homfelder Flur.

Die Schüler helfen beim Kartoffelsammeln In den letzten Jahren ist es mehr u. mehr Sitte geworden die Schulkinder zum Kartoffelsammeln heranzuziehen. Der Grund dafür ist der vermehrte Kartoffelanbau. Kartoffelsammeln ist fast ausschließlich eine Arbeit der Frauen gewesen. Mit einer kleinen Harke (Hacker genannt), hatten sie die Kartoffeln aus der Erde gebuddelt. In den letzten fünf Jahren hat der Kartoffelanbau hier bedeutend zugenommen; weil die Bauern große Mengen Kartoffeln für die Schweinemast gebrauchen. Aus diesem Grunde haben Paul Ratjen, Kahlke, Henning, Heeschen, Willi Rathjen, Anna Rathjen, Voß, Martha Ratjen u. Hof Bucken Kartoffelsilos bauen lassen. Infolge des vermehrten Kartoffelanbaus genügten die zur Bergung der Kartoffeln eingesetzten Frauen bei weitem nicht mehr. Man ist mehr u. mehr dazu übergegangen, die Kartoffeln mit dem Kartoffelroder aus der Erde zu holen u. sie von Kindern sammeln zu lassen. Und gerade in diesem Kriegsjahr haben die Schüler bei der Bergung dieser Hackfrucht in einem Maße geholfen wie nie vorher. Einige Schüler haben nicht weniger als 30 Tage lang Kartoffeln gesammelt. Im ganzen wurden von 30 Schülern 408 Tageswerke geleistet! Auch ein Dienst am Vaterland!

Der eisigkalte Winter 1939-40. Nicht nur England u. Frankreich haben uns in diesem Jahre den Krieg erklärt, sondern auch Herr Winter. Selbst 80jährige Leute wissen sich nicht eines so anhaltenden strengen Winters zu entsinnen, wie wir ihn jetzt erleben. Bereits Anfang Dezember 39 setzt eine Kältewelle ein, die im Januar sich zwischen minus 10 u. 20 Grad bewegt u. ihren Höchststand am 12. u. 13. Febr. 1940 mit minus 20 u. 26 Grad erreicht. Und welche Folgen hat diese Kälte? Bereits Mitte Januar ist die Wasserleitung stellenweise - zuerst bei Gloy zugefroren und sie friert mit zunehmender Kälte immer mehr zu. Sie ist zugefroren bei: Detlef Steimer, Münz, Begemann, H. J. Ratjen, Gloy, Willi Rathjen, Peters Kl. Voß, Schulhaus, Einfeldt, Bruhn, Bracker. Etliche Bauern holen jetzt ihr Wasser aus dem Hydranten, der sich auf Willi Rathjens Hofstelle befindet. Aber nicht nur das Wasser ist knapp geworden, sondern auch die Feuerung, ein Umstand der in unserer holzreichen Gegend eine große Seltenheit ist. Aber auf eine solche Polarkälte war niemand vorbereitet. Auch die Schulfeuerung ist knapp geworden. Am Montagmorgen zeigt das Thermometer im Schulzimmer 5-8° Kälte an. Die Tinte in den Tintenfässern ist gefroren u. taut erst gegen Mittag auf. Um Feuerung zu sparen, wird auf Anordnung des Schulamtes vom 11. Jan. ab nur an den ersten vier Tagen geheizt. Im Februar ist der Vorrat an Feuerung so zusammengeschrumpft, daß der Schulunterricht vom 19. bis 26. Febr. ausgesetzt werden muß. Am 22. u. 23. Febr. tritt endlich das lang ersehnte Tauwetter ein, leider nur für einige Tage. Aber nicht nur die Kälte ist größer als in den Jahren vorher, sondern auch Schnee ist reichlicher gefallen. Gar oft muß der Schneepflug in Tätigkeit treten u. die verschneiten Wege nach Bucken, Innien freimachen.

Die Tiere leiden in diesem Winter große Not. Hasen u. Kaninchen kommen in die Gärten u. fressen dort nicht nur den Grünkohl, sondern Bäume u. Himbeeren an. Die Fasanen kommen bei ihrer Futtersuche sogar bis vor die Küchentür des Schulhauses. Als ich den Meisen einige Speckschwarten an die Stallwand hänge, stellen sich nicht nur vier verschiedene Meisenarten, sondern auch der kleine Buntspecht, einige Eichelhäher u. Krähen zum Fraß ein.

Nochmals der strenge Winter. Der Winter will u. will in diesem Jahre nicht weichen. Die Tagestemperatur steigt auch Ende März nicht über 5 Grad Wärme. Der März bleibt uns in diesem Jahre die 4 Sommertage schuldig. Die Schneeglöckchen blühen erst Ende März. Der 1. u. 2. April bringen endlich die beiden ersten milden Frühlingstage. Aber bereits am 4. April zeigt Herr Winter, daß er noch nicht gewillt ist, das Feld zu räumen. Das Thermometer zeigt wieder 20 Grad Kälte an, und der Schnee fällt in dichten Flocken u. bedeckt die Flur mit einer 20 cm hohen Schneeschicht. Die Bauern sind mit ihrer Ackerbestellung unverhältnißmäßig weit zurück. Es fehlt einmal an den erforderlichen Arbeitskräften u. zum andern verhindert der strenge Frost auf lange Zeit jegliche Feldarbeit. Der Dung auf den Dungstätten türmt sich zu hohen Bergen auf, weil der Bauer ihn auf dem gefrorenen Acker nicht unterpflügen kann. Als der Frost Ende März endlich aus der Erde zieht, platzt an verschiedenen Stellen im Dorf die Wasserleitung u. zwar bei Marta Ratjen, bei Gloy, bei Willi Rathjen. Schmied Kreutz muß mit seinem Schweißapparat in Tätigkeit treten um den Schaden zu beheben. Auch in Innien ereignen sich viele Rohrbrüche. Und da sowohl der Schmied, der Schlosser u. der Klempner in Innien eingezogen sind, muß der Homfelder Schmied auch nach Innien u. dort den Schaden ausbessern.

Im Sommer 1940 überfliegen engl. Flugzeuge häufig Homfeld. Weil ihre lächerlichen Propagandazettel nicht wirken, erscheinen sie jetzt mit Bomben. Das Ziel ihrer Bombenangriffe ist der Kanal, Rendsburg u. Kiel. Dabei überfliegen sie Homfeld beim Hin- u. Rückflug gewöhnlich zwischen 12 u. 3 Uhr nachts.

Homfeld bekommt polnische Landarbeiter

Weil infolge der Einberufung zum Heeresdienst die Arbeitskräfte in der Landwirtschaft sehr knapp sind, werden einigen Bauern Deutsch-polnische u. polnische Landhelfer zugewiesen. Die Bäuerin Anna Rathjen bekommt bereits im Okt. zwei Deutsch-polnische Landarbeiter. Einer derselben rückt aber Anfang Februar 40 wieder aus.

Anfang Dez. 1939 bekommen Kl. Kahlke, H. Henning u. Willi Rathjen einen Deutsch-polnischen Landhelfer. Hennings Landhelfer rückt Anfang März 1940 aus. An seine Stelle tritt Anfang April ein anderer polnischer Landhelfer. Frau Marta Ratjen bekommt Ende März ein Polenmädel als Hilfskraft.

Lebensmittelkarten, Kleiderkarten, Mehlkarten

Um während des Krieges die Ernährung des deutschen Volkes sicher zu stellen und um ein Hamstern von Lebensmitteln zu verhüten, wird bereits am 27. August 1939 die Lebensmittelkarte eingeführt. Die Ausgabe dieser Lebensmittelkarten erfolgt alle 4 Wochen am Sonntagvormittag im Hause des Bürgermeisters Paul Ratjen. Als Helfer stehen ihm dabei zur Seite: Fräulein Erna Reimer und der Schreiber dieser Zeilen, der Lehrer W. Zillen. Seit April 1940 wird auch der Bauer Hans Gloy zu dieser Arbeit herangezogen.

Im Oktober gelangen Seifenkarten im November Kleiderkarten zur Ausgabe. Für die Jugendlichen, die zwischen dem 1. 11.1922. u. 1.11.1925 geboren sind, wird am 31.3.1940 eine Kleiderzusatzkarte ausgegeben. Außer den Kleiderkarten werden Anfang Januar Schlacht- u. Mehlkarten an die Selbstversorger ausgegeben. Bei der jeweiligen Kartenausgabe werden auf Antrag den Selbstversorgern Frischfleischscheine u. Mehlberechtigungsscheine ausgestellt.

Metallspende zum Geburtstag des Führers

Generalfeldmarschall Hermann Göring hat zu einer Metallspende aufgerufen. Es sollen Gegenstände aus Kupfer, Zinn, Blei, Bronze, Messing, Nickel freiwillig abgeliefert werden. Auch die Homfelder Einwohnerschaft liefert am 1. April beim Bürgermeister metallene Gegenstände der genannten Art ab. Die abgelieferte Menge wird gewogen, u. der Spender bekommt eine Urkunde ausgehändigt. Es werden in Homfeld 230 kg Metall abgeliefert u. dafür Urkunden ausgestellt.

Schuljahr 1940-41

Walter Zillen schrieb: Ostern 1940 werden 6 Knaben u. 3 Mädchen konfirmiert. Eingeschult werden 3 Knaben und 1 Mädchen. Die Schülerzahl beträgt im Sommer 21 Knaben und 33 Mädchen. Von Bucken kommen 21 Schüler. Leider bleibt Bucken seiner Tradition treu. Die Arbeiterfamilien wechseln dort sehr oft und liefern der Homfelder Schule nicht gerade gutes Schülermaterial.

Der naßkalte Sommer 1940

Da sich das Frühjahr durch naßkaltes Wetter auszeichnet, u. außerdem Mangel an Arbeitskräften ist, können die Bauern nur mit Mühe u. Not ihre Äcker rechtzeitig bestellen. Schmied Kreutz hat sich einen Trecker angeschafft. Er und Treckerbesitzer Wüstenberg aus Bünzen helfen die Felder umpflügen. Dadurch wird erreicht, daß die Saat doch noch rechtzeitig in die Erde kommt. Leider setzt im Juni eine längere Trockenperiode ein, sodaß das Korn im Wachstum gehemmt wird. Der Hochsommer zeichnet sich dagegen wieder durch sehr ungemütliches, kaltes u. regnerisches Wetter aus. Vom 20. Juli bis 20. August regnet es fast jeden Tag.

Maul- u. Klauenseuche

Im Monat Juni tritt die Maul- u. Klauenseuche unter den Rinderbeständen im hiesigen Ort auf, zum Glück in leichter Form. Von dieser Seuche werden betroffen die Rinder der Bauern: H. J. Ratjen, Paul Ratjen, Martha Ratjen, Kahlke, Heeschen, J. Münz. Am 4. Juli werden alle Rinder im Ort für einen Tag aufgestallt und vom Kreistierarzt geimpft.

Französische Kriegsgefangene in Homfeld

Um dem Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften abzuhelfen, kommen am 16. Juli 20 französische Kriegsgefangene nach Homfeld. Sie werden im Pulverturm, einer alten Kate der Bäuerin Anna Rathjen untergebracht u. folgendermaßen auf die Bauernhöfe verteilt: Hans Jak. Ratjen 1. Martha Rathjen 5 Anna Rathjen 1. Hans Henning3 Hans Kreutz 1 Heinrich Ratjen 3 Heeschen 2 Rich. Lüthge 1 Kl. H. Kahlke 2 Jeden Morgen um 6 Uhr werden sie von den beiden Wachleuten zur Arbeit geführt u. abends nach beendigter Arbeit wieder in das Gefangenlager zurückgeführt. Die beiden Wachleute sind bei Lüthge einquartiert. Verpflegt werden sie bei den Bauern.

An dem Feldzug in Polen nehmen folgende Gemeindemitglieder teil:

Heinrich Bracker, Paul Hamann, Joh. Münz.

An der Niederringung Hollands, Belgiens u. Frankreichs waren beteiligt:

Klaus Reimer, Heinrich Bracker Otto Bracker, Wilhelm Gloy, Heinrich Gloy, Karlheinz Zillen, Joh. Münz, Hermann Möller, Hans Boldt, Willi Maaßen, August Steen, Walter Begemann, Willi Rathjen, Otto Kopka

Nach Bendigung des Feldzuges in Frankreich werden aus dem Heeresdienst entlassen:

Johannes Münz, Hinrich Münz, Karl Hartung, Johannes Mohr

Längeren Arbeitsurlaub erhalten:

Klaus Hermann Kahlke, Willi Rathjen, Rosenfeld u. Neumann, Otto Ratjen.

Zum Heeresdienst neu eingezogen werden:

Richard Lüthge am 15.10.40. nach Heide Adolf Diercks am 2.12.40. nach Hannover Hans Wohlers am 4.2.41. nach Rendsburg Willi Begemann am 6.5.40. nach Heide Heinrich Mohr Heinrich Voß Heinrich Peters Hans Gloy am 5.3.41. nach Fliegerhorst Reinsehlen Hans Jak. Ratjen am 1.5.41. nach Godshorn Hans Henning am 3.5.41. nach Hamburg

Wieder ein strenger Winter.

Auch der Winter 1940/41 zeichnet sich durch außergewöhnliche Strenge aus. Wenn gleich er auch nicht ganz so kalt ist als der Winter vorher, so hält er doch auch recht lange an. In einigen Haushaltungen ist auch in diesem Jahr wieder die Wasserleitung gefroren, z. B. bei Hr. Ratjen, Münz, Drewes, Bracker, Einfeldt, Peters u. im Schulhaus. Im Schulhaus taut die Leitung am 20. März bei Bracker dagegen erst Mitte April 1941.

Ausgabe der Lebensmittelkarten

Bis zum Herbst 1940 werden die Lebensmittel karten im Hause des Bürgermeisters ausgegeben, vom Herbst ab in der Schule.

Feuerwache auf dem Boxberg

Trigonometrischer Turm auf dem Boxberg

Die englischen Flugzeuge überfliegen auf dem Wege nach Kiel oder Hamburg meistens unsern Ort. An etlichen Stellen in der Provinz haben sie Brandblättchen geworfen. Weil Homfeld von Wald umgeben ist, hat der Reichsnährstand einen Wachturm auf dem Boxberg errichten lassen. Der alte Boxbergturm, der 1926 für Vermessungszwecke errichtet war, litt an Altersschwäche u. war 1940 umgestürzt. Der neue Turm ist aus Holz erbaut, 8m hoch. Als Abschluß trägt dieser ein kleines mit Dachpappe gedecktes Holzhäuschen. Dieses ist wohnlich eingerichtet u. mit Ofen u. Tolephon ausgestattet. Joh. Sitzmann, K. Hitzemann u. Wilhelm Voß (aus Innien) halten hier abwechselnd je 8 Sd. Wache.

Leuchtfallschirm auf Heeschens Mennifeld

Am Morgen des 7. April fanden Holzfuhrleute auf Heeschens Mennifeld (bei Hitzemann) einen seidenen Leuchtfallschirm. Daran hing eine nicht entzündete Leuchtrakete. Gendarmeriemeister Mader aus Innien nimmt beide Sachen an sich.

Ortswache

Weil die englischen Flieger ihre Bomben wahllos auch auf friedliche Dorfbewohner abwerfen z. B. Hohenwestedt + Schülp) übernehmen seit Herbst 1940 jede Nacht abwechselnd 2 Mann von 10- 5 Uhr die Ortswache, um im Bedarfsfalle sofort zur Stelle zu sein, wenn die feindlichen Flieger irgendwelchen Schaden im Dorf anrichten.

Schulentlassung

Zu Ostern 1944 werden 4 Schüler (2 Knaben und 2 Mädchen) aus der Schule entlassen. Die Schülerzahl beträgt am 1. Mai 1540 47 Schüler (30 Mädchen u. 17 Knaben). Die Osterferien dauern vom 9. bis 17. April.

Altmaterialsammlung

Am 25. April 1941 werden abgeliefert: 1300 kg Eisen, 100 kg Kupfer, 25 kg Lumpen.

Der Kampf gegen die Bolschewisten

Am 22. Juni 1941 begann der Kampf gegen das bolschewistische Rußland. Am Kampf in Rußland nehmen folgende Homfelder teil: Heinrich Gloy, Wilhelm Gloy, Hans Gloy, Klaus Reimer, Walter Begemann, Willi Begemann, Heinrich Bracker, Otto Bracker, Otto Köpke, Hans Boldt, Hermann Möller, Karl Rosenfeld, Klaus Hermann Kahlke, Heinrich Voß, Heinrich Peters, Karlheinz Zillen, Hans Henning als Sonderführer. Von diesen werden verwundet: Otto Köpke, Willi Begemann, Otto Bracker.

Verlegung des Gefangenenlagers

Die Zahl der im Dorf bei den Bauern beschäftigten Gefangenen ist auf 26 gestiegen. Weil der Pulverturm für diese zu klein ist, wird im Mai 1941 das Gefangenenlager nach Begemann verlegt.

Schuljahr 1941-42

Walter Zillen schrieb: Das neue Schuljahr 1941-1942. Auf Anordnung des Ministers beginnt das neue Schuljahr von jetzt ab erst nach den Sommerferien. Am 20. August 1941 wurden 10 Schulrekruten (8 Knaben u. 2 Mädchen) aufgenommen. Die Schülerzahl beträgt am 1. Nov. 41. 57 Schüler.

Ungünstiger Sommer - schlechte Ernte.

Der Sommer 1941 bringt wenig Sonnenschein u. wenig Regen. Die Folge davon ist eine sehr schlechte Kornernte. Das Druschergebnis im Hafer ist so schlecht wie seit 60 Jahren nicht. Anschaffung einer Motorspritze.

Im Herbst 1941 kauft die Gemeinde eine Motorspritze, weil die alte Homfelder Handdruckspritze wirklich nicht mehr zeitgemäß ist.

Wieder ein strenger Winter.

Auch der Winter 1941-42 zeichnet sich durch besondere Strenge aus. Drei besonders strenge Winter nacheinander – das ist etwas Außergewöhnliches! Wieder ist fast im ganzen Dorf seit Anfang Januar 1942 die Wasserleitung gefroren. Nach Beendigung des Krieges muß u. soll die Leitung auf mindstens 1,20 m Tiefe gelegt werden. Zu dem Wassermangel gesellt sich natürlich auch wieder der Feurungsmangel. Die Frostperiode dauert bis zum 31. März. Mitte März lassen Kahlke, Peters, Schuster, Rathjen Voß, Reese, D. Reimer, Drewes, Gloy, Kreutz, H. J. Ratjen und die Schule die gefrorene Wasserleitung mittels eines elektrischen Schweißapparates von Strauß u. Ritter aus Innien auftauen. Als Ende März die Bauern ihre Kartoffelmieten öffnen, machen sie die betrübende Feststellung daß etwa 1/3 der eingemieteten Kartoffeln erfroren ist. Leider ist auch fast der gesamte Winterroggen auf der Homfelder Feldmark ausgefroren. Weil der Winter nicht weichen will, kann der Bauer erst sehr spät mit der Frühjahrsbestellung beginnen.

Konfirmandenentlassung

Am 21. März werden 6 Schüler (1 Knabe und 5 Mädchen) aus der Schule entlassen.

Flucht französischer Kriegsgefangener

In der Nacht vom 10. auf den 11. Mai fliehen die beiden frz. Kriegsgefangenen, die bei dem Ortsbauernführer Kahlke in Arbeit stehen, aus dem Lager. Sie kommen nicht weit. Bereits nach einigen Tagen werden sie bei Kaltenkirchen wieder aufgegriffen.

Russische Arbeitskräfte in Homfeld

Um dem Arbeitermangel abzuhelfen, müssen ausländische Arbeiter beim Bauern aushelfen. Zivilpolen werden beschäftigt bei Martha Ratjen, Heeschen, Anna Rathjen, Schuster Rathjen, Kahlke, Henning, Hof Bucken, Kaack, Wendt. Ein ukrainisches Mädchen ist tätig bei Th. Kahlke u. Frau Henning. Ende Mai 1942 bekommt Kahlke 2, Martha Rathjen 1 Zivilrussen als zusätzliche Arbeitskraft, ferner Kahlke u. Hans Jak. Ratzen je ein russisches Ehepaar, Kreutz 3 russische Arbeitskräfte u. Martha Ratjen 10 serbische Kriegsgefangene.

Einschulung u. Schülerzahl

Nach den Sommerferien 1942 werden 3 Knaben u. 3 Mädchen eingeschult. Die Schülerzahl beträgt 27 Knaben u. 30 Mädchen.

Einfluß des Krieges auf die hiesigen Schulverhältnisse

Trotz des Krieges kann der Unterrichtsbetrieb voll aufrechterhalten werden. Der Schulbesuch ist regelmäßig. Nur bei ganz schlechtem Wetter kommt es vor, daß einige Bucker Schulkinder ausnahmsweise nicht zum Unterricht erscheinen, weil ihnen deftige Winterschuhe fehlen. Der Krieg zwingt unser Volk zur Papierersparnis. Infolgedessen tritt auch eine Verknappung der Schul- u. Lernbücher ein. Die Buchhändler liefern seit 1942 nur noch in beschränktem Maße die nötigen Schulbücher. Schreibhefte u. andere Schulbücher können die Schüler nur gegen Bescheinigung des Lehrers kaufen u. auch dann noch längst in der gewünschten Zahl. Die alten Schiefertafeln werden wilder hervorgeholt u. kommen wieder zu Ehren. Die Schureinigung kann nicht so gründlich durch geführt werden wie im Frieden. Gute Besen zum Fegen, Seife zum Scheuern, Öl zum Ölen des Fußbodens sind nicht aufzutreiben.

Nadelunterricht

Weil für den Nadelunterricht seit dem Ausscheiden von Frau Nissen (geb. Brandenburg) keine geeignete Lehrkraft zur Verfügung stand, mußte dieser Unterricht vom bis Jan. 1942 ausfallen. Dann übernimmt Frau Boldt zu der Schulreinigung auch den Nadelunterricht u. schließt damit eine Lücke.

Schutzimpfung gegen Diphtheritis

Im Nov. u. Dez. 1942 werden alle Schüler der Schule gegen Diphtheritis vom Kreisarzt schutzgeimpft.

Es starben den Heldentod für Deutschlands Zukunft aus unserm Heimatdorf

1. Walter Begemann: Das erste Opfer dieses Weltkrieges war aus Homfeld W. Begemann. Er ist am 11.7.21. in Homfeld geboren u. war Schüler der hiesigen Volksschule von 1927-1929 und von 1932-36. Bei Kriegsausbruch wurde er am 31. Aug. 1939 zur Infanterie nach Itzehoe eingezogen. Er war Teilnehmer des Frankreichfeldzuges von 1940 und marschierte im Juni 1941 mit gegen Rußland. Hier erlitt er am 4.3.1942 bei Petuschki den Heldentod.

2.) Wenige Wochen nach dem Heldentode W. Begemanns traf zum zweiten Male eine Hiobsbotschaft in Homfeld ein. Hans Wohlers war am Wolchow gefallen. Geboren wurde H. Wohlers am 15.7.1911 in Heinkenborstel. Am 4. 2.1941 wurde er zur Infanterie nach Rendsburg eingezogen. Als es gegen Rußland ging, trat er den Vormarsch mit an, kämpfte zuerst bei Leningrad u. dann am Wolchow. Hier erhielt er im Kampfe einen Bauchschuß, an dessen Folgen er am 22.3.1942 starb. Er hinterläßt eine Frau und drei unversorgte Kinder.

3.) Als 3. Homfelder fiel in Tunesien am 12.1.1943 Feldwebel Heinrich (Heido) Ratjen, der Bruder des Bürgermeisters Paul Ratjen. Am 18.8.1915 in Homfeld geb. besuchte er die hiesige Volksschule von 1932-1936. 1937 wurde er Soldat in Lübeck, trat später zur Luftwaffe über, war Schüler der Fallschirmschule Wittstock a. Dosse.

4.) Wenig später als Heinr. Ratjen erlitt auch Heinrich Voß der einzige Sohn von Claus Voß den Heldentod. Geboren am 21.3.1920 in Homfeld besuchte er die Homfelder Schule 1926 bis 35. Am 27. Juli 1940 wurde er zur Kavallerie nach Lüneborg eingezogen und kam nach seiner Ausbildung zur Besatzung nach Belgien. Als es gegen Rußland ging, trat auch der lebensfrohe Heinrich Voß mit an. Seine Truppe kämpfte im Nordabschnitt. Im Nov. 1942 kam er auf Heimaturlaub. Die Rückreise an die Front fiel dem sonst so vergnügten u. humorvollen Jungen sehr schwer. Ahnte er seinen Tod? Am 23.1.43 ist er südöstlich vom Ilmensee, 5 km ostwärts der Pola, gefallen und in Bol. Passow auf dem Soldatenfriedhof beigesetzt.

Schwer verwundet

1.Als vermißt gemeldet wurde Obersoldat August Steen. Geb. am 15.11.1919 besuchte er die hiesige Volksschule von 1926–35. Am 11.9.1939 wurde er nach Heide zur Infanterie eingezogen. Auch er nahm am Feldzug gegen Frankreich teil u. rückte von Rumänien aus im Juni 1941 gegen Rußland vor. Am 15.5.42 wurde er im Südabschnitt verwundet auf einem Verbandsplatz eingeliefert. Seitdem fehlt jede Nachricht von ihm. Ist er den Heldentod gestorben oder gar in russische Gefangenschaft geraten?

2.Schwer verwundet im Kampfe für die Zukunft unseres Vaterlandes wurde auch Willi Begemann. Geb. Am 9.5.1910 in Kiel, wurde er am 6.5.1940 nach Heide zum J. R. Ersatz Batl. 490 eingezogen u. danach in Neumünster beim J. R. Ers. Batl. 46 weiter ausgelildet. Ende 1940 wurde er im Küstenschutz eingesetzt. Am 22. Juni 1941 trat er von Rumänien aus den Vormarsch gegen Bessarabien an. Am 8.9. 1941 wurde er als Sanitäter am Dnjepr am rechten Fuß durch Granatsplitter schwer verwundet. Nach Lazarettbehandlung in Bukarest, Wien, Neumünster u. Pinneberg wurde Willi Begemann am 8.9.1942. als Kriegsinvalide nach Homfeld entlassen.

3.Schwer bluten fürs Vaterland mußte auch Oto Köpke. Geboren am 12.10.1918 war auch er Schüler der Homfelder Schule von 1920-34. Am 27.8.1939 wurde er nach Ratzeburg zur Infanterie eingezogen, nahm am Einmarsch in Dänemark, Holland, Belgien u. Frankreich teil. Nach Beendigung des Frankreichfeldzuges trat er Am 22.6.41 von Rumänien aus den Vormarsch gegen Rußland an. Bei Jalta wurde er zum 1. Male durch Grunatsplitter am Knie, Hals u. Brust verwundet. Nach erfolgreicher Lazarettbehandlung in Bukarest u. München landete er in der Genesenkompagnie in Lübeck. Am 3. 3.43. zog er wieder an die Front bei Leningrad, nimmt dann an den Kämpfen am Südabschnitt teil u. wird am 29.12.42. verwundet, erhält einen schweren Oberschenkel- u. einen leichteren Unterschenkelschuß. Bereits im Feldlazarett wird ihm das rechte Bein oberhalb des Knies amputiert. Zur Zeit befindet Otto Köpke sich im Lazarett Abig (Hessen).


Schuljahr 1943-44

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1943 -44. Schulrekruten: Eingeschult werden am 1. Sept. 43: 3 Mädchen u. 2 Knaben. Die Schülerzahl beträgt um 1. Sept 43: 34 Mädchen u. 23 Knaben.

Am 30. Jan. 1943 wird auch Bürgermeister Paul Ratjen zur Feldgendarmerie eingezogen. Die Geschäfte des Bürgermeisters übernimmt sein bisheriger Stellvertreter, der Bezirksbauernführer Klaus Kahlke. In seinen Amtsgeschäften wird dieser unterstützt vom Schreiber dieser Zeilen.

Schulentlassung 1943

Nach beendigter Schulzeit werden aus der Schule 2 Knaben u. 3 Mädchen entlassen. (27.3.43.)

Heilkräutersammlung 1943

Die Schüler sammelten im Sommer 1943 vor allen Dingen Birkenblätter, Taubnesselkraut, Taubnesselblüten, Weißdornblüten u. Heidekrautblüten. Am 1. Sept. wurden 100 kg getrocknete Heilkräuter an die Sammelstell in Rendsburg abgeführt.

Seidenraupenzucht in der Schule

Da alle Schulen verpflichtet sind Seidenraupenzucht zu treiben, sind bereits vor einigen Jahren als Futtergrundlage für die Seidenraupen etwa 500 Maulbeerpflanzen auf dem Roggenhof angepflanzt. Die Pflanzung war inzwischen so kräftig entwickelt, daß in diesem Jahr zum ersten Male mit der Aufzucht von Seidenraupen begonnen werden konnte. Am 5. Aug. 43. konnten 1,620 kg Kokons an die Spinnhütte in Celle abgeführt werden.

Feindliches Flugzeug über Homfeld abgeschossen

Bei ihren Terrorangriffen gegen Hamburg und Kiel überfliegen die englischen u. amerikanischen Flieger Homfelder Gebiet. In der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 1943 wurde über Homfeld durch einen deutschen Nachtjäger ein viermotoriger Halifaxbomber abgeschossen. Dieser stürzte einige 100m südlich vom Boxberg in Behms Tannen brennend ab. Da bei der herrschenden Trockenheit die Gefahr eines Waldbrandes vorhanden war, eilte die Homfelder Feuerwehr an die Brandstätte. Der Schreiber dieser Zeilen beteiligte sich freiwillig an diesem Unternehmen. Das Flugzeug hatte Phosphorbrandbomben u. Brandkanisker für Hamburg geladen. Diese entzündeten sich unter lautem Krachen, verursachten aber zu unserer großen Verwunderung u. Freude keinen Waldbrand. Lediglich einige Tannen wurden angesengelt. Zwischen den Flugeugtrümmern lagen vier tote Flieger, zwei davon zur Unkenntlichkeit verbrannt. Drei Mann der Besatzung war es gelungen, sich mit dem Fallschirm zu retten. Sie wurden aber in derselben Nacht bzw. am nächsten Tage ergriffen. Bis um ½ 7 Uhr hielten wir Brandwache beim Flugzeug, wurden dann von der Luftwaffe Neumünster abgelöst. Die Trümmer des Flugeuges Ende August abtransportiert.

Bombenbeschädigte aus Hamburg

Durch drei schwere feindliche Luftangriffe ist die Stadt Hamburg zum größten Teil zerstört u. fast alle Einwohner sind obdachlos geworden. Diese bedauernswerten Menschen werden auf dem weniger gefährdeten Lande untergebracht. Am Donnerstag, dem 29. Juli 43 nachmittags ½ 5 Uhr trafen in Homfeld mit Lastautos aus Neumünster 29 Bombenbeschädigte aus Hamburg ein. Sie werden im Dorfe untergebracht. In den nächsten Tagen kommen noch einige hinzu, so daß unser Ort im Sommer 1943 45 Flüchtlinge aus Hamburg u. 14 Flüchtlinge aus Kiel beherbergt. Dem Unterzeichneten obliegt die Betreuung dieser Unglücklichen. Im Gemeindebüro werden sie mit den nötigen Lebensmittelkarten, mit Bezugscheinen u. mit Bargeld versehen. Anfang September 1943 halten sich nur noch wenige Flüchtlinge aus Hamburg in unserm Ort auf. Die meisten von ihnen sind wieder nach Hamburg zurückgekehrt.

Fürs Vaterland gefallen

Wiederum forderte der unerbittliche Krieg ein Opfer aus unserer Gemeinde.

Am 5. Juli 1943 starb Karl Hitzemann den Heldentod fürs Vaterland. Karl Hitzemann war am 16.7.1924 in Bosseeschoor- Kreis Rendsburg geboren. Vom 18.5.38.- 15.3.40 war er Schüler der hiesigen Volksschule und zeichnet sich durch seine sehr guten Schulleistungen und seinen vorbildlichen Charakter aus. Nach seiner Schulentlassung wurde er am 2.9.40. Schüler der Unteroffizier-Vorschule in Sulzbach u. anschließend der Unteroffiziersschule in Neubreisach. Von Karlsruhe aus kam er im April 1943 an die Ostfront u. stand dort als Pioniergefreiter seinen Mann. Am 5. Juli wurde er dort kurz nach Einbruch in den feindlichen Graben bei Orel durch Granatsplitter an Kopf u. Brust verwundet. Er starb am selben Tage, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. 60 km südöstlich von Orel wurde er zur letzten Ruhe gebettet.

Am 19. Okt. 1943 fiel Willi Mohr im Osten. Er war von 1929-1938 Schüler der hiesigen Volksschule. Am 18.2. 1958 ergänzte der Schreiber: Fehlanzeige. Willi Mohr kehrte lebend aus russischer Gefangenschaft zurück. Er wohnt u. arbeitet in Homfeld.

Paul Hamann war 1937 als Soldat beim Reiterregiment 14 eingezogen. Er nahm am Polenfeldzug teil und lag bis Weihnachten 1940 am Westwall. Anschließend war er dann zur Remonteschwadron nach Parchim abkommandiert. Hier verheirate er sich. Im Sommer 1943 wurde er in Italien eingesetzt, wurde am 13.10.43 durch einen Bauchschuß verwundet u. starb am folgenden Tage. P. Hamann war Schüler der Homfelder Schule von 1925 bis 1934.

Im Osten verstarb auch Willi Münster. Seit dem 24. 11.1942 war er als Schachtmeister bei einer Luftwaffenbaukompagnie tätig. Am 7.9. 1943 starb er in einem Krankenhaus in Kiew an Lungenentzündung u. Darmtyphus.

Wieder hat ein Homfelder sein Leben fürs Vaterland hingeben müssen. Sein Vater, der Bauer Otto Ratjen, war im Nov. 1918 an der Grippe gestorben. Seinen Sohn, d. am 15.1.19 geboren wurde, seinen männlichen Hoferben lernte er nicht erst kennen. So war nun der kleine Otto Hoffnung u. Glück der Mutter. Der junge Otto wurde Soldat in Parchim. Blutgesetz schützte ihn vor dem Fronteinsatz. Daher war Otto Ratjen jun. Wachmann der Gefangenlager Bargfeld, Innien, Homfeld - kam er im März 1943 nach Rußland. Im Aug. 43 war er auf Urlaub, um sich kriegstrauen zu lassen. Am 8. 2. 1944 starb er in Rußland den Heldentod. Im Mai 1944 schenkte seine junge Frau als letztes Vermächtnis von ihm, ein Töchterchen das Leben. Otto Ratjen besuchte von 1925 -29 die Homfelder Schule.

Evakuierte aus Kiel

Am 25. April treffen Evakuierte, Frauen u. Kinder aus Kiel in Innien ein u. wurden nach Homfeld befördert. Es werden untergebracht: 1 Frau + 2 Kinder bei Henning 1 Frau + 2 Kinder bei Th. Kahlhe 1 Frau + 3 Kinder bei Schwartz-Bucken 1 Frau + 1 Kind bei Kaack-Bucken 1 Frau + 2 Kinder bei D. Reimer 1 Frau + 1 Kind bei W. Zillen 1 schwangere Frau bei Anna Ratjen 1 Frau + 2 Kinder bei Paul Ratjen 1 schwangere Frau + 1 Kind bei A. Diercks

Vertretung in Innien

Vom 18. März bis zu den Osterferien 1944 vertrete ich in 3 Tagen der Woche den Kollegen Brandenburg in Innien, der sich in Neum. einer Operation unterziehen mußte.

Osteinsatz

In den Sommerferien 1944 wurde ich mit 11 anderen Kameraden aus dem Kreise Rendsburg in Ostpolen, südlich von Tarnow, zum Stellungsbau eingesetzt. Meine Tochter betreute während meiner Abwesenheit eine Woche lang als Schulhelferin die hiesige Schule.

Schuljahr 1944-45

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1944-45. Eingeschult wurden am 10. Sept. 1944: 7 Mädchen und 6 Knaben also 13 Rekruten, davon waren 6 Kinder evakuierter Familien. Die Schülerzahl betrug am 26. Sept: 35 Mädchen u. 32 Knaben. - 67 Schüler. Das ist seit reichlich 50 Jahren die höchste Schülerzahl in Homfeld.

Heilkräutersammlung

Auch in diesem Jahre haben die Schüler wieder fleißig Heilkräuter gesammelt. Im Sept. liefern wir 49 kg an die Sammelstelle in Rendsburg ab. Und im Nov. Werden nochmals x kg Brombeerblätter nach R. abgeführt.

Leitung der Gemeinde

Als der Krieg 1939 ausbrach, war der Landwirt Paul Ratjen Bürgermeister der Gemeinde Homfeld. Er wurde am 30. Jan. 1942 eingezogen. Dis Leitung der Gemeinde übernahm ab 1. II.42. der stellvertr. Bürgermeister Klaus Kahlke. Bürgermeisterstellvertreter wurde jetzt der Schreiber dieser Zeilen. Im August 1944 erkrankte Herr Kahlke an einer Rippenfellentzündung. Da er längere Zeit arbeitsunfähig ist, übernehme ich auf Anordnung des Landrats die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters ab 1. Okt. 1944.

Bau des Friesenwalls

Zum Bau des Friesenwalls an der Nordsee stellt die Gemeinde Ende Okt. 1944 4 polnische Arbeiter.

Volkssturmmänner Homfelds

Am 18. Okt. 1944 ruft der Fuhrer den Volkssturm auf. Ihm gehören aus Homfeld an: J. Mohr, Klaus Voß, Ch. Kaack, G. Engel, R. Kinast, W. Reese, H. Hartung, J. Zeh, W. Hochstein, E. Frohwin, F. Schwartz, W. Zillen, W. Begemann, J. Schramm, A. Reimer, W. Münz, Gabriel, O. Maaß, J. Münz

Bombenbeschädigte, Evakuierte u. Flüchtlinge

Am 25. Okt. 1944. u. am d 6. Nov. wird Neumünster von angloamerikanischen Terrorfliegern heimgesucht. In den Tagen nach diesen Angriffen wurden einige aus N. evakuierte Familien in Homfeld untergebracht. In der Gemeinde Homfeld sind bis zum 20. Nov. 1948 untergebracht: 5 Personen aus Hamburg, 27 Personen aus Neumünster, 33 Personen aus Kiel, 2 Flüchtlinge aus Ostpreußen, insgesamt 67 Personen.

Schuljahr 1945-46

Hinrich Burmeister schrieb: Schuljahr 1945 - 46. Über diese Zeit kann ich nur vom Hörensagen berichten; denn als ich im April 1946 die Schule übernahm war die Chronik seit Nov. 1944 nicht geführt. Ich stelle mich zunächst nur namentlich vor: Lehrer Hinrich Burmeister. Von den eigentlichen Kriegsereignissen, von Kampfhandlungen in den letzten Monaten des Krieges ist Homfeld und seine Umgebung nicht berührt worden. Kriegszerstörungen irgendwelcher Art hat es darum nicht erlitten, aber die Zahl der aus den noch im letzten Vierteljahr stark heimgesuchten Städten der Heimat hier untergebrachten Bombengeschädigten u. Evakuierten erhöhte sich ständig. Dann kamen die Flüchtlinge aus den Kampfgebieten des deutschen Ostens, aus Ortpreußen u. Pommern und im weiteren Verlauf des Jahres 45/46 die uns den abgetretenen Ostgebieten armen Vertriebenen. Immer schwieriger gestaltete sich ihre Unterbringung; denn bei einer Einwohnerzahl von etwa 220 sind bis zum Sommer 1946 bereits 330 Fremde aufgenommen worden. Nicht allen heimatlos gewordenen konnte ein behagliches Heim zur Verfügung gestellt werden.

In der Führung der Gemeindegeschäfte trat am 1. Sept. 1945 eine Änderung ein. Auf Anordnung der Mil. Rg. wird der Bauer Claus Voß als Bürgermeister eingesetzt. Die Schule ist in den Wirren des Kriegsendes im März 1945 geschlossen worden. Ein jahrlang, bis zum März 1946 war die Schuljugend freigestellt. Dann durfte der Unterricht mit Genehmigung der Mil. Reg. wieder aufgenommen werden. Eine Schulhelferin Frl. Petersen wurde eingestellt, da der bisherige Lehrer Zillen aus politischen Gründen nicht wieder zum Schuldienst zugelassen wurde. Wegen der großen Schülerzahl beantragte die Gemeinde eine 2. Lehrkraft, die auch für das nächste Schuljahr genehmigt wurde.

Schuljahr 1946-47

Hinrich Burmeister schrieb: Schuljahr 1946/47 Das Schuljahr beginnt am 24. April. Mit diesem Tage tritt eine 2. Lehrkraft, Lehrer Burmester den Dienst an. B. übernimmt die Oberstufe, Frau Rauter, geb. Petersen die Grundschule. Der Unterricht muß vormittags und nachmittags erteilt werden, je 5 Stunden. Nur der Sonnabendnachmittag bleibt wegen gründlicher Reinigung des Klassenzimmers frei. Die Grundschule zählt zu Beginn des Schuljahres 23 einheimische Kinder, 41 Flüchtl.-Kinder = 64. Die Oberstufe zählt 15 heimische Kinder, 1 Flüchtling. Es wurden 14 Schulneulinge aufgenommen. 5 Jungen der Oberstufe und im 9. Schuljahr, das lt. Anordnung des Herrn Oberpräsidenten in Schleswig für Knaben u. Mädchen eingeführt wird. Um die starke Grundschule etwas zu entlasten werden nach kurzer Zeit 9 Kinder der Grundschule ins 5. Schuljahr, in die Oberstufe versetzt, so daß diese 40, jene 55 Kinder zählt.

Die Schwierigkeiten des Unterrichts sind erheblich. Einmal haben es die Kinder durch den einjährigen Schulausfall, bei manchen Flüchtlingskindern ist es noch länger, jegliche geistige Konzentration verloren. Die durchaus mangelhafte Ernährung macht sich besonders bei den Flüchtlingskindern durch allzu leichte Ermüdung bemerkbar. Einige Kinder sind nach ärztlichem Zeugnis unterernährt. Dann wird der Unterricht durch das Fehlen von Schulbüchern, von Tafeln bei den Anfängern von Schreibheften und sonstiger Schulutensilien erheblich erschwert. Es kam auch dadurch, daß die Kinder um überhaupt etwas zum Schreiben zu haben, alle möglichen u. unmöglichen Zettel u. Kladden benutzen müssen, der Erziehung zur Sauberkeit, zum Sinn für Schönheit in Schrift ein wenig mühsam wurden.

Die Sorgen vieler Eltern von Flüchtlingskindern wie sie wieder eine lebenswerte Zukunft schaffen, das Bangen vieler Frauen um die noch in Kriegsgefangenschaft oder in Internierungslager befindlichen Männer, alles das drückt auch auf das Gemütsleben der Kinder, macht ihre Kindheit freudlos.

Durch Erlaß des Herrn Präsidenten der Provinz Schleswig - Holstein - Muss für Volksbildung - in Schleswig vom 13.2.46 wird die Wiedereinführung von Elternbeiräten angeordnet. Die Wahl für den Elternbeirat wird für den 12.5.46 angesetzt. In hiesiger Schulgemeinde wird eine Elternliste aufgestellt, so daß sich damit aber eine Wahl erübrigt

Dem Elternbeirat gehören an: Kaack Christian, Landwirt Bucken, Hartung Karl, Landwirt Homfeld, Schramm Friedrich, Arbeiter Bucken, Rathjen Anna, Bäuerin Homfeld, Dück Anneli, Ehefrau, Homfeld (Flüchtling) Am 25.5.46 findet die 1. Tagung des Elternberater statt. Tagungsbericht siehe Schulakten.

Zur Zeit der Ernte herrscht sehr regnerisches Wetter, das die Einbringung des Getreides sehr erschwert. Sehr oft werden die grösseren Kinder zur Aushilfe herangezogen, wodurch ein häufiges Fehlen verursacht wird.

Am 1. Juli bezieht Lehrer Burmeister, dessen Familie aus der russisch besetzten Zone nach hier, besetzt 2 Räume der Dienstwohnung. Außer ihm ist die Wohnung noch bewohnt von dem ehemaligen Lehrer und von einer aus Kiel evakuierten Frau mit Enkelkind.

Die Sommerferien liegen vom 12. Juli bis 13. August.

Am 2. September feiert die Schule wieder zum ersten Mal nach dem Krieg Vogelschießen. Dank der Gebefreundlichkeit aller Dorfbewohner konnte es in fast gleicher Weise wie vor dem Kriege abgehalten werden. Es gingen an Geldspenden 898,- Mark ein. Dazu kamen zahlreiche Geschenke. Es konnten noch so viele Geschenke gekauft werden, daß jedes Kind mit einem Geschenk erfreut werden konnte. Dazu erhielt noch jedes Kind einen Geldbetrag. Von vielen Dorfbewohnern war so viel Kuchen gespendet worden, daß bei der Kaffeetafel am Nachmittag jedes Kind mit einem Teller Kuchen bedacht werden konnte. Tänze und Gesang erfreuten am Nachmittage Kinder u. Eltern.

Am 13. September wird auch in unserer Gemeinde eine Gemeindevertretung gewählt. Es hatten sich 16 Kandidaten aufstellen lassen von denen aber nur 12 zugelassen wurden und zwar so als Unabhängige und als K. P. D. Den Wahlsieg errangen 6 unabhängige Kandidaten:

Landwirtschaftl. Arbeiter Wolff, Homfeld, Landwirt Henning, Homfeld, Landwirt Kaack, Bucken, Landwirt Voß, Homfeld, Landwirt Lüdtge Homfeld, Klempnermeister Krüger Homfeld (Flüchtling). In der bald darauffolgenden Bürgermeisterwahl wird der bisherige Bürgermeister Voß einstimmig wiedergewählt.

Während der Kartoffelernte setzt wieder dauerndes Regenwetter ein. Die Kinder müssen wieder mithelfen, wodurch wieder starke Schulversäumnisse eintreten.

Die Herbstferien (1. - 18. Oktober) sind für hiesige Verhältnisse zu spät angesetzt. Auf den Äckern faulen die Kartoffeln, so daß der Ertrag nicht sehr günstig ist. Erwähnt muß noch werden, daß auch in hiesiger Gegend der Kartoffelkäfer ziemlich stark aufgetreten war. Die Schule hat regelmässig, wöchentlich 1 x Suchdienst gemacht, wobei eine große Menge an Käfern u. Larven gefunden worden sind. Hoffentlich ist die Gefahr, die unserer Kartoffel, dem Haupternährungsmittel in dieser Zeit eingeengt worden, wenn nun auch die Feldbesitzer, deren Felder von Kartoffelkäfer befallen waren, die behördlich angeordneten Massnahmen weiter beachten.

Am 13. Oktober findet die Wahl nun Kreistag statt. Die Wahlbeteiligung beträgt in hiesiger Gemeinde nur 60,9%. 12 Kandidaten stehen im Wahlbezirk Hohenwestedt, zu dem auch unsere Gemeinde gehört, auf dem Stimmzettel. Davon gehören 3 der KPD, 3 der DKP, 3 der CDU, 3 der SPD an. Es erhielten die Kandidaten der CDU zusammen 242 Stimmen, die der SPD 149 Stimmen, die der DKP 81 Stimmen u. die der KPD 15 Stimmen.

Am 28.10.46 wird an der hiesigen Schule die Schulspeisung eingeführt, wozu die Verpflegungsmittel aus Beständen der Britischen Militärregierung zur Verfügung gestellt werden. Es können 70% der Schulkinder = 72 Kinder daran teilnehmen. Die Zubereitung des Essens übernehmen Frau u. Tochter des Lehrers in der Küche der Dienstwohnung, damit hierdurch keine Kosten entstehen. Der Preis pro Person beträgt zunächst 30 Rpf. Bald melden sich aber Eltern von Flüchtlingskindern, daß sie diesen Betrag für die Dauer nicht aufbringen können. Aber gerade diesen Kindern soll doch diese dankenswerte Einrichtung zu Gute kommen. Die Gemeinde kann keine Mittel zur Verfügung stellen. Da keine anderen Kosten als nur die für die gelieferten Verpflegungsmittel entstehen, wird der Preis pro Portion ab 18.d.M. bereits auf 20 Rpf. herabgesetzt. Dieser Preis erweist sich auch als ausreichend, da vom Schulamt nur 15 Rpf. pro Portion eingezogen werden. Aus dem bisher erzielten Überschuss kann eine Anzahl Kinder (6) unentgeltlich gespeist werden. Ferner gibt der Turnverein des Aukruges der Schule eine Spende von 83 RM, wodurch wieder einige Kinder von der Bezahlung des Essens befreit werden können. Im November und Dezember können weiterhin 2x je 3 und 1x 4 1/2 Tafeln Schokolade an jedes Schulkind zum Preise von 20 Rpf. pro Taf. ausgegeben werden. Auch diese Zuteilung kommt aus britischen Beständen.

Die Schulversäumnisse und seit Einsetzen der kalten Witterung wieder sehr häufig. Sie erklären sich aus dem Fehlen an festem Schuhzeug und warmer Bekleidung. Nicht nur bei den Flüchtlingskindern, sondern auch bei denen der Einheimischen ist das der Fall.

Am 21. und 22. Dezember veranstaltet die Schule eine Weihnachtsfeier. Sie muß an 2 Abenden stattfinden, da kein Saal zur Verfügung steht und der Schulraum die Menschen aber auf einmal nicht hätte fassen können. Mit einfachen Mitteln wird eine Bühne aufgebaut. Plane und Decken dienen als Vorhang und Kulissen. Da am 21. die Ferien beginnen, können die Bänke ausgeräumt werden, um ausreichend Platz zu schaffen. Nachdem dann der Raum mit frischem Tannengrüne geschmückt ist, erweckt er wirklich den Eindruck eines kleinen, einfachen Theatersaales. Die Feiergestaltung:

I. Teil: Gebet: Lasst die Wurzel unseres Handelns Liebe sein ..., 3 stimm. Chor: Stille Nacht, Weihnachtsgeschichte - keinen Raum in der Herberge, 3 stimm. Chor: Still still still ... , Weihnachtsgeschichte - und den Menschen im Wohlgefallen, 3stimm. Chor: O selige Nacht..., Weihnachtsgeschichte - Maria behielt alle diese Werte, 2 stimm. Chor: Herbei, ihr Gläubigen.

II. Teil Sprechchor: Weihnacht v. Welllenbruck, Gedicht: Vor Weihnachten, Gedicht: Vomn Weihnachtsmann, Gedicht: Grossvater als Weihnachtsmann am Telephon, Gedicht: Denkt Euch ich habe das Christkind gesehen, 2 Lieder auf der Blockflöte, Spiel: St. Nickolaus Auszug, Der Weihnachtsmann tritt auf: Weihnacht! v. Storm.

III. Teil. Aufführung des Weihnachtsmärchens: Wie Hannes das Christkind malte,

Freudiger Beifall lohnt den wirklich als gelungen in bezeichnenden Darbietungen. Mögen sie auch so manchen gequälten Menschenherzen Hoffnung u. Kraft für die schweren Aufgaben der Zukunft geschenkt haben. Der Erlös der Feier - 369 DM - kann restlos der Schulspeisung zur Verfügung gestellt werden. Somit trägt die Feier die ersten Früchte wohlherziger Liebe; denn die Zahl der Teilnehmer an der Schulspeisung kann auf 23 erhöht werden.

Anfang Januar setzt starker Frost ein. Das Thermometer zeigt an einigen Tagen - 20 Grad C. Zur Ersparnis von Heizmaterial werden die Ferien bis zum 15.1.47 verlängert. Infolge der allgemeinen schlechten Kohlenversorgungslage werden die noch vorhandenen Bestände der Schule beschlagnahmt um sie örtl. lebensnotwendigen Betrieben zuzuführen. Die Hilfslehrerin Frau Rauter ist, da sie ihrer Niederkunft entgegensieht, ab 1. 1. bis März 1947 beurlaubt. Die Unterstufe wird von Lehrer Burmeister mit unterrichtet. Da das vorhandene Brennholz nicht ausreichen würde um Vor- und Nachmittagsunterricht abhalten zu können, muß der Unterricht für Ober -und Unterstufe auf den Vormittag zusammengezogen werden. Die Oberstufe hat zurzeit nur 18 die Unterstufe nur 14 Wochenstunden.

Nachdem hier am 15.1. der Unterricht, wieder aufgenommen war, musste er auf Anordnung des Schulamtes am 17.1. infolge der Verschlechterung der Brennmaterialversorgungslage wieder ausgesetzt werden. Die Kinder bekamen aber täglich Hausaufgaben. Als 1. Schultag wurde der 4. Februar festgesetzt, Da aber inzwischen die beschlagnahmten Kohlen wieder frei gegeben worden waren konnte der Unterricht bereits am 29. Jan. beginnen.

Ende Januar war milderes Wetter eingetreten doch war es nur von kurzer Dauer. Es fallt erneut Schnee und die Temperaturen sinken wieder bis auf -12 bis -15 Grad C. Das Klassenzimmer ist nicht warm zu halten. Die Kälte hält unvermindert bis Ende März an. In den meisten Häusern des Dorfes ist die Wasserleitung eingefroren. Infolge der durch die Kälte und durch andauernden Schneefall entstehenden Verkehrsschwierigkeiten gestaltet sich auch die Lebensmittelversorgung ernst. Als mit Beginn des Tauwetters die Kartoffelmieten geöffnet werden, fanden sich auch noch viele verfrorene Kartoffeln. Auch bei uns müssen wieder die Leute nach Brot anstehen. Dies ist zu einem großen Prozentsatz mit Mais gebacken.

Schluß des Schuljahres war am 22.3. Hier wurden dann auch an diesem Tage die Schüler in einer keinen Feier entlassen. Am Nachmittage brachte dann die Zeitung die Nachricht, daß die Schulen erst am 2.4. geschlossen werden sollten. So wurde auch hier noch wieder der Unterricht aufgenommen.

Es wurden aus der Schule entlassen: Siegfried Einfeldt, Lutz Drewes, Johannes Gloy, Kurt Möller, Hans Münz. Auf die hohere Schule, Obeschule bzw. Mittelschule, gehen 3 Jungen: Heinrich Münz, Haus Martin Gehlhar, Wolfgang Heidt und 3 Mädchen: Charlotte Gelhar, Dorothee Redling, Renate von Mecklenburg.

Schuljahr 1947-48

Hinrich Burmeister schrieb: Schuljahr 1947/48. Der Unterricht im neuen Schuljahr beginnt am 10. April. Frau Rauter nimmt wieder ihren Dienst auf. 11 Schulneulinge werden aufgenommen (4 Mädchen, 7 Jungen). Schülerzahl beträgt 98 Kinder (Einheimische 35 Flüchtlinge 63).

Der Frühling ist äußerst trocken. Die Gemüsesaat in den Gärten läuft teilweise gar nicht auf. Pflanzen sind nur sehr schwer zu beschaffen.

Am 28. Juni feiert die Schule ihr Kinderfest. Es konnte wieder wie im Vorjahr ausgestaltet werden. Die Geldsammlung erbrachte 708,50 DM. Mit vieler Mühe konnte auch wieder für jedes Kind ein Geschenk beschafft werden. An Nachmittag wurden die Kinder auch wieder mit Kaffee und gespendetem Kuchen bewirtet.

Vor den Sommerferien wurden die Kinder gemeinsam von deutschen und dänischen Ärzten auf TBC untersucht und geimpft. Erfreulicherweise ist die Zahl der Lungenkranken nur sehr gering. 2 Kinder sind von dieser Krankheit ergriffen.

Auf Vorschlag des Elternbeirats wurde beim Schulamt eine 8-tägige Verkürzung der Sommerferien zugunsten der Herbstferien beantragt und genehmigt. So lagen die Sommerferien vom 16. Juli bis 12. August.

Im Juli und August wiederholt sich die Trockenheit des Frühjahrs. Fast kein Tropfen Regen fällt in diesen Monaten. Unter der Dürre leiden Wiesen, Weiden und besonders die Hackfrüchte. Die Getreideernte setzt ziemlich früh ein, bringt aber nicht den anfangs des Jahres geschätzten Ertrag. Große Sorge besteht wegen der Kartoffelernte und des Rübenertrages. Doch einige Regentage im Septemberanfang sorgen für das Wachstum dieser Feldfruchte und es gab noch eine verhältnismäßig gute Ernte.

Die Herbstferien wurden lt. Verordnung der Regierung auf 4 Tage gekürzt (10.-14. Okt.), da sicherlich im Winter infolge Feuerungsmangel die Schule den Unterricht aussetzen muss. Bei der hiesigen Schule ist bis Mitte Oktober noch so gut wie gar keine Feuerung beschafft. Bisher sind nur 2m Holz geliefert. Diese sind auch erst geschnitten und nicht zerkleinert, angeblich ist keine Arbeitskraft dafür da.

Im Herbst herrscht andauerndes sommerliches Wetter an manchen Tagen und Temperaturen von 25 Grad C zu verzeichnen. Im November wird die Schule mit 80 Ztr. Briketts beliefert.

Am 20. u. 21. Dezember veranstaltet die Schule eine Weihnachtsfeier die wieder im Klassenraum stattfinden muß.

Feierfolge: I. Teil

1. Weihnachtslied von Th. Storm

2. Bibelied: Zum Maien

3. Weihnachtsgeschichte in Abschnitten mit Chorliedern, Singt ihr heiligen Himmelschöre. Die Hirten an der Krippe. Schlaf wohl, du Himmelsknabe, Kommt ihr Hirten

4. Sprechchor: Vom Weihnachtsbaum v. Peter Rosegger

5. Gedicht: Vom Vöglein im Tannenbaum v. Schundt

6. Der kleine Nimmersatt

7. Der Sünnerklaus.

II. Teil

8. Schneemanns Weihnachten eei Märchenspiel.

9. Die Sternsucher, ein Weilmachtsmärchen in 4 Bildern. Die Lieder und Tänze im letzten Spiel wurden von Blockflöten u. Geige begleitet.

Beide Abende waren von Eltern u. Freunden der Schule überaus gut besucht. Sie brachten einen Erlös von 290,50 DM. In der Weihnachtswoche wurde an alle Kinder Schokolade, Zuckerwaren, Keks und Kakau ausgegeben von der brit. Militärregierung z. T. zur Verfügung gestellt.

Die Weihnachtsferien sind von der Landesregierung vom 20.12.47 - 19.1.48 festgesetzt.

Der Winter vergeht ohne besondere Härte gezeigt zu haben. Zufolge schlechter Fußbekleidung sind die Schulversäumnisse an Tagen der Schneeschmelze und regnerischen Wetters groß.

Das Schuljahr schließt am 24. März. Es werden nach 9-jährigem Schulbesuch 2 Knaben und 7 Mädchen aus der Schule entlassen. (Paul Hitzemann, Gerhard Anczykowski, Wilma Kaak, Marga Mohr, Hildegard Koslowski, Gudrun Zeitel, Paula Hitzemann, Hedi Speer und Ursula Paul). Paul H. geht in die Schmiedelehre, Gudrun Zeitel besteht die Aufnahmeprüfung an der Handelsschule in Neumünster. Bei den anderen Entlassenen liegt der Berufswahl noch nicht fest.

Schuljahr 1948-49

Hinrich Burmeister schrieb: Schuljahr 1948/49. Das Schuljahr beginnt am 8. April. Es werden 12 Schulneulinge aufgenommen (6 Mädchen, 6 Knaben). Die Schule zählt 100 Kinder davon 58 die dem 1.-4. 42 Kinder, dem 5. - 9. Schuljahre angehören.

Da am 6. März 1948 der Landtag in Schleswig-Holstein das Gesetz zur Einleitung der Schulreform beschlossen hat, in dem die 6-jährige Grundschulpflicht eingeführt wird, kommen keine Kinder auf eine höhere Schule. Durch dieses Gesetz wird auch der englische Unterricht ab dem 5. Schuljahr eingeführt. Dieser beginnt hier nach den Pfingstferien und wird nebenamtlich, von Frau Dr. Freudhagen erteilt in 4 Wochenstunden.

Für der Schulspeisung können nur 42 Kinder (bisher 50 Kinder) teilnehmen. Da die Auswahl der auszusuchenden der Kinder schwer ist, auch die hiesigen Ärzte sich zu einer Untersuchung der Kinder nicht bereit erklären, werden auf Beschluß des Elternbeirates und des Bürgermeisters abwechselnd in den Zuteilungsperioden jeweils so viel Kinder ausgeschieden das nur 42 Kinder teilnehmen. Diese Maßnahme ist jedoch bald nicht mehr nötig. Am 20. Juni kommt die Währungsreform. Diese wirkt sich so aus, daß der Eltern einer ganzen Anzahl Kinder den Betrag zur Schulspeisung mehr und mehr zahlen können.

Nach den Sommerferien fällt die Schulspeisung aus.

Am 19. Juni freiert die Schule das Vogelschiessen. Die Geldsammlung ergibt einen Betrag von 739 DM. Es steht also eine Summe von etwa 500 DM zum Kauf von Geschenken zur Verfügung. Aber was gibt es noch zu kaufen? Der Bürgermeister gibt Bezugsscheine für 6m Mantelstoff, für 2 Mädchenröcke und für 2 Mädchenhemden. Es ist aber noch möglich, andere Kleinigkeiten, wenn auch zu hohen Preisen, zu kaufen, so daß wieder jedes Kind bedacht werden kann. Am Morgen des Festtages regnet es. Das Armbrustschießen, Taubenwerfen und Ringreiten wird deshalb auf der Diele des Herrn Paul Ratjen durchgeführt. Nach einem Umzug durchs Dorf findet dann nachmittags der übliche Kindestanz statt. In Abweichung von den Vorjahren werden keine Kuchen, sondern die Zutaten zu diesen gestiftet, das sich als sehr vorteilhaft auswirkt. Die Kinder, auch die noch nicht schulpflichtigen, kommen sehr reichlich.

Die Sommerferien liegen vom 14. Juli bes 17 August. Nach den Sommerferien sinkt die Zahl der Teilnehmer an der Schulspeisung von Tag zu Tag von 42 auf 18. Da die Kreisverwaltung 10 Pfg. pro Portion anrechnet, ist hier eine Verbesserung des Preises (15 Pfg) nicht möglich, ganz unmöglich ein Freistellen von Kindern. Ja es können die gelieferten Essen nicht bezahlt werden. Die Gemeinde erklärt, in keiner Weise helfen zu können. Ab 1. Sept. liefert die Kreisverwaltung die Portion für 5 Pfg. Da nun hierseits auch je Portion auf 8 Pfg hergegeben werden kann ,steigt die Teilnehmerzahl wieder auf 42. Der Schulspeiseauschuß bei der Kreisverwaltung wünscht, daß der Restbestand aus der 17. Periode mit verbraucht wird bis Ende September. Woher soll aber der Rechnungsbetrag genommen werden?

Im Runderlaß des Ministeriums für Volksbildung V14 830 - vom 10. Juni 1948, ergehen neue Satzungen für Elternvertretungen an Schulen. Demnach müssen für jede Klasse der Schule Klassenvertreter gewählt werden. In der hiesigen Schule werden also 2 Klassenvertreter gewählt, die dann den Elternbeirat bilden. Am 1. Sept. beruft der Schulleiter eine Elternversammlung in der die Wahl der Klassenvertreter vorgenommen wird. Für die 1. Klasse (Oberstufe) werden aus der Versammlung heraus nachfolgend aufgeführte Eltern als Klassenvertreter vorgeschlagen und gewählt: Her Hans Jakob Ratjen -Vorsitzender, Werner Einfeldt - Stellvertreter, Frau Erna Hartung – Stellverteter , als Ersatzvertreter: Herr Friedrich Schramme, Frau Karla Schröder, Frau Erna Boldt,

Für die 2. Klasse (Unterstufe) werden gewählt: Herr Alfons Grossmann -Vorsitzender, Herr Johann Sivers - Stellverteter, Frau Friede Zeitel, als Ersatzvertreter. Frau Stadie, Frau Bajorat, Herr Weiß, Lt. Bestimmung der Satzung für Elternvertretungen muss die 1. Sitzung des Elternbeirats spätestens 2 Wochen nach der Wahl der Klassenvertreter stattfinden. Der Schulleiter beruft deshalb am 11.9.48 den Elternbeirat ein, um die Wahl eines Vorsitzenden und eines Schriftführers durchzuführen. Herr Alfons Großmann wird zum Vorsitzenden, Werner Einfeldt zum Stellvertreter gewählt. In einer anschließenden Besprechung trägt der Schulleiter die finanzielle Not der Schulspeisung vor. Eer Elternbeirat beschließt daraufhin im Dorfe eine Sammlung an veranstalten, die von Mitgliedern des Elternbeirats selbstständig durchgeführt werden soll. Die Sammlung erbrachte ein sehr erfreuliches Ergebnis:

in Bucken wurden 20,20 DM, in Tannenfelde wurden 70,50Dm und in Innien 109,50 DM gespendet. Somit ich es möglich die bestehende Unterbilanz auszugleichen und darüber hinaus nach den Herbstferien wieder einigen Kindern Freispeisen zu geben.

Am 1. Oktober verlassen 7 Kinder der beiden Familien Duck die Schule da diese nach Südamerika (Paraguay) auswandern. Beide Familien sind Flüchtlinge aus Ostpreußen, hatten dort einen großen Landbesitz und erhoffen, drüben wieder selbständigen Landbesitz zu bekommen.

Die Schulhelferin Frau Rauter geht ab 25. Okt. auf einen Lehrgang nach Ahrensbök. Beide Klassen müssen von dem l. Lehrer versorgt werden. An 29. Nov. wird Lehrer Zillen wieder in sein Amt eingesetzt und übernimmt die 2. Klasse.

Vor Weihnachten, am 20. u. 21. Dez., findet im Schulraum eine Weihnachtsfeier statt.

Feierfolge: 1. Sprechchor: Der Winter

2. Gedicht: Freut euch!

3. Spiel: Überraschung am Weihnachhtsabend

4. Märchenspiel: Anemies Weihnachtsfahrt Ein Märchespiel in 4 Bildern.

Die Verführungen wurden mit großer Begeisterung von den kleinen Schülern ausgeführt und ernteten von den zahlreich erschienenden Gästen großen Beifall. Die Einnahmen des 1. Abends betrug 57,50DM, die des 2. Abends 48 DM. Die Ausgaben sind in diesem Jahr aber auch ziemlich hoch. Zum Bühnenaufbau wurden 4 Hölzer zum Kulissenaufbau beschafft, dier 29.88 DM kosteten. Freilich werden die künftig immer wieder verwendet werden können.

In den Weihnachtsferien werden die Tafeln gestrichen, da sie sehr abgenutzt waren. Im Nov. wurde eine Europa Wandkarte angeschafft.

Am Anfang des Jahres werden Mittel für die Lernmittelbeschaffung zur Verfügung gestellt. Zunächst sind diese doch so gering, dass wir davon uns kleinere Sachen, Schreibhefte beschafft werden können. Erst am Ende des Schuljahres laufen die für das Jahr festgelegten Beträge - pro Kind 3 DM – ein, so daß jetzt noch größere Bestellungen erfolgen können.

Nachdem der Februar noch sehr milde Tage gebracht hatte, stellte sich im März noch wieder der Winter ganz energisch ein. Er brachte reichlich Schnee u. Kälte.

Das Schuljahr 1948/49 schließt am 31.3.1949. Am letzten Schultag werden in einer kleinen Feier 3 Mädchen – Waltraut Gusek, Elfriede Glashagen u. Renate Kangowski - und 3 Jungen - Alfred Riedel, Kurt Schramm u. Werner Paul – nach 9- jährigen Schulbesuch entlassen.

Im Laufe des Schuljahres verliessen durch Wegzug der Eltern 5 Jungen und 3 Mädchen die hiesige Schule. Durch Zuzug kamen 3 Mädchen und 5 Jungen dazu. Es betrug somit die Schulerzahl am 31.3. 49: 28 einheimische Jungen, 28 Flüchtlingsjungen, 20 einheimische Mädchen, 22 Flüchtlingsmädchen. Zusammen 98 Kinder.

Schuljahr 1949-50

Hinrich Burmeister schrieb: Schuljahr 1949/50. Das neue Schuljahr beginnt am 19.4.49. Es werden 6 Schulneulinge, 3 Mädchen und 3 Knaben aufgenommen. Die Schule zählt: Unterstufe (1.-4. Schulj) 31 Jun. und 20 Mädch., Obertstufe (5.-9. Schulj) 24 Jun. und 22 Mädch. 97 Schüler

Im Frühjahr hatte die Gemeinde mit dem Bau eines größeren Feuerlöschteiches auf der Hauskoppel des Bauern Paul Ratjen begonnen, der zu Anfang des Sommers fertiggestellt wurde. Damit war den Kindern eine Badgelegenheit gegeben und die Gefahr, die beim Baden in den nicht ungefährlichen Waldteichen bestand, beseitigt. Freilich tummeln sich auch Gänse u. Enten gerne auf dem Teich, sodas das Wasser nicht als hygienisch einwandfrei angesehen werden kann, zumal ein genügender Abfluss fehlt.

Am 9. Juli feierte die Schule ihr traditionelles Vogelschießen. Die Spiele und Wettkämpfe fanden in diesem Jahre auf dem Boxberg statt, wo der Flüchtling Liedtke am Waldrande eine Holzbaracke aufgebaut hat und einen kleinen Gaststättenbetrieb (siehe auch Klein Paris) eingerichtet hat, die vielen Boxbergbesuchern als kleine Erholungsstätte willkommen ist. Am meisten begeistert aber wohl der recht tanzlustigen Jugend die Anlage einer kleinen Freilufttanzbühne dort. Sehr große Naturfreunde betrachten die Angelegenheit jedoch als eine Verschandelung der Landschaft. Nun, die Verlegung unserer Veranstaltung nach dort wurde von den Bewohnern unseres Dorfes als recht glücklich gesehen, zumal sie vom herrlichen Wetter begünstigt wurde. Am Nachmittag bis in die Abendstunden hinein findet der übliche Kindertanz mit eingelegten Reigen und Volkstänzen im Gasthaus statt. Auch konnte wieder eine Kaffeetafel mit schönstem Kuchen gedeckt werden, für den die Zutaten von den Dorfeinwohnern gespendet waren. Die Geldsammlung erbrachte den Betrag von 242,50 DM. Ferner konnte eine Aufwertung aus dem Übertrag einer Weihnachtsfeier in Höhe von 20,36 DM noch zugeschossen werden. Dadurch war es möglich sehr gute Geschenke wenigstens an die 1. Preisträger zu geben. Natürlich wurde jedes Kind mit einem Geschenk bedacht.

Das prachtvolle Sommerwetter d. Jhr. sparte den Bauern viel Zeit und Mühe bei der Einbringung der Ernte. Auch der Ertrag der Ernte war sehr zufriedenstellend. Die Heuernte ist seit Jahren nicht mehr so gut und reichlich gewesen als in diesem Jahre. Der Kartoffelertrag ließ in Folge langer Trockenheit freilich zu wünschen übrig. Bei der Kartoffelernte wird hier die Mithilfe und Beurlaubung der Kinder als selbstverständlich angesehen. Es ist immer wo gewesen!

Bis in den späten Herbst hinein herrschte sommerliches Wetter. Bis Weihnachten und über die Zeit heraus konnte von richtigem Frostwetter nicht gesprochen werden.

Zu den Herbstferien wurden nach langen Jahren wieder mal die ersten Ausbesserungen am Schulgebäude vorgenommen. Es wurden der Außenwände ausgebessert, der Schulflur z. Teil farblich abgesetzt und der stark mitgenommene Anstrich und Ofen in der Lehrerwohnung in Stand gesetzt. Auch der Ofen im Klassenzimmer wurde regeneriert.

Im November hatte der Klassenlehrer der l. Klasse die Eltern des 6. Schuljahres zu einer Elternbesprechung versammelt, in der über die Bedingungen beim Übergang der Kinder an einer weitergehenden Schule gesprochen. Auch zeigte er die Anforderungen der heutigen Schule auf. 5 Mädchen und 4 Knaben wurden für die höhere Schule gemeldet.

Am 17. November feierten die Eheleute Ewers das seltene Fest der diemantenen Hochzeit. Sie sind im Krieg aus Kiel nach hier evakuiert und wollen nun auch hier ihren Lebensabend beschließen. Von der hiesigen Gemeinde wurde den Jubilaren ein Geldegeschenk von 100 DM überreicht. Herr Pastor Tönnesen aus Innien brachte dem Paar den Segen der Kirche und der Chor der Schule erfreute durch einige mehrstimmige Lieder. Das ganze Dorf war bemüht, den Ehrentag dieser Eheleute zu einem Festtag zu gestalten, indem es überreichlich Kuchen u. andere Lebensmittel spendete.

Vor dem Weihnachtsfest und wie alljährlich wieder wurde eine Vorweihnachtsfeier veranstaltet. Sie setzt sich aus bekannten Chorliedern und einigen Weihnachtsaufführungen zusammen.

Lehrer Zillen war von Anfang Dezember bis etwa einer Woche nach den Weihnachtsferien erkrankt. Lehrer Burmeister hatte beide Klassen zu betreuen.

Im Februar wurde von der Gemeinde Innien angeregt für die Dörfer des Aukruges und der Nachbarschaft in Innien einen Aufbauzug einzurichten. Herr Schulrat Ohrt aus Rendsburg, erläuterte in einer Versammlung der Bürgermeister, der Gemeindevertreter, einiger Mitglieder der Elternbeiräte und der Lehrer der Gemeinden die Bedeutung und Aufgaben des Aufbauzuges. Innien trägt die Kosten des Schulhausbaues und der Einrichtung der Schule, die anderen Gemeinden haben für die aus ihren Gemeinden eingeschulten Kinder Schulgeld zu entrichten. Ein Zweckverband der Gemeinden durfte nicht gegründet werden. Da für die Anfangsklasse die erforderliche Schülerzahl (mindestens 30) garantiert werden konnte, wurde die Einrichtung des Aufbauzuges von der Regierung genehmigt. Vom 13. bis 25. März fand in Innien die Ausleseprüfung statt. Lehrer aus Innien und der Nachbardörfer waren die Prüfenden. Von der hiesigen Schule war Lehrer Burmeister hinzugezogen. Damit kein Lehrer, die Schüler seiner Schule zu prüfen hatte, wurden 2 Abteilungen gebildet. Von 42 Prüflingen wurden 32 aufgenommen. Aus der Schule Homfeld hatten sich 9 Kinder zur Prüfung gemeldet und wurden auch aufgenommen.

Das Schuljahr endet am 29.3. 1950. Am 25.3. werden nach 9- jähringem Schulbesuch in einer Feierstunde entlassen: 8 Jungen und 4 Mädchen. Zum Aufbauzug nach Innien gehen 4 Jungen und 5 Mädchen. 1 Junge geht auf die Oberschule nach Neumünster

Schuljahr 1950-51

Hinrich Burmeister schrieb: Schuljahr 1950/51 Schuljahresbegim am 13. 4. 1950. Die Schülerzahl geht rapide zurück. 22 zu Ostern abgegangenen Schülern stehen nur 11 Schulneulinge gegenüber. (7 Jun. - 4 M.) Die Schülerzahl beträgt nur noch 74, während Ostern 1949 die Schule 97 Schüler zählte. Verteilung der Kinder auf die Klassen:

Oberstufe: 14 Knaben, davon 6 Einh., 8 Flüchtl., 16 Mädchen, davon 8 Einh., 8 Flüchtl.

Unterstufe: 25 Knaben, davon 18 Einh., 10 Flüchtl., 16 Mädchen, davon 9 Einh., 7 Flüchtl.

Frau Dr. Isernhagen gibt wegen Wegzuges nach Neumünster mit dem Ende des Schuljahres 1949/50 den Engl. Unterricht ab. Vom Schulamt wird Frau Reduker Hohenwestedt mit dem Engl. U. betraut und nimmt mit Beginn des Schuljahres den Unterricht auf.

Am 12.6. wird ein neuer Elternbeirat gewählt. Ihm gehören an:

1. Hans Jakob Ratjen, Vorsitzender, 2. Emil Bätuhkus, Schriftführer, 3. Max Neumann, 4. Frau Annemarie Rathjen, 5. Erna Hartung, 6.Anna Meyer.

Vogelschiessen 1950: Der Umzug auf der Homfelder Strasse

Der Termin des Kindervogelschiessens muß verschiedendlich geändert werden da keine Musik zu bekommen ist. Schlußendlich muss es am 1. Sonnabend in den Ferien (15.6.) gefeiert werden. Das Sammelergebnis an Geldspenden war wider Erwarten sehr erfreulich. Es erbrachte 245.90 DM, war also nur 2,- DM niedriger als im Vorjahre. Da die Kinderzahl geringer war, konnten sehr gute Geschenke gekauft werden. Ferner wurde das Rückgeld für Kuchen gespart, da wieder Kuchen gespendet wurde. Er war so reichlich vorhanden, daß auch alle noch nicht schulpflichtigen Kinder bedacht werden konnten. Das Fest verlief in gewohnter Weise. Für die Jungen der Oberstufe fanden in diesem Jahre Wettkämpfe, Weit- u. Hochsprung und Wettlauf statt. Besonders reizend gestaltete sich der Zug durchs Dorf. Die Königspaare fuhren dem Zuge voraus in bunt geschmückten Wagen, von denen der eine von 2 Zwergponys gezogen wurde. Der Fahnenträger saß hoch zu Roß. Während des Tanzes am Nachmittag worden mehrere plattdeutsche Gedichte vorgetragen, eingelegt nur am Abend, der Schwank "Iha, der Esel“ aufgeführt.

Ab 1. Juli wird auf Beschluß des Elternbeirates die Schulspeisung eingestellt, da allgemein die Ansicht besteht, daß eine Bedürftigkeit nicht mehr vorliegt.

In den Sommerferien werden Schulstube und Schulflur gestrichen. Da ein hellerer Anstrich genommen ist, macht das Zimmer einen viel freundlicheren Eindruck als vorher. Es werden auch verschiedene Bänke ausgebessert und dadurch wird die durch das Knarren oft verursachte Störung des Unterrichts beseitigt. Ferner wird im Klassenraum eine Anschlagstafel angebracht um dadurch das Aushängen von Bildern, Zeichnungen u. s. w. zu ermöglichen.

Mitte August machte die Schule (vom 3.Schuljahr an aufwärts) mit ihren Lehrern und einigen Eltern einen Ausflug nach Büsum. Die Fahrt wurde mit einem Autobus unternommen. Auf der Hinfahrt erregte die Hochbrücke bei Blumental die besondere Aufmerksamkeit der Kinder. In Heide im Heimatmuseum bekamen die Kinder eine recht lebendige Vorstellung von der Geschichte der Vorzeit und von der Entstehung der Marschküste. Die Fahrt führte uns auch durch das Gebiet der Ölbohrtürme. Das Werk selbst konnte leider wegen Zeitmangels nicht besichtigt werden. In Büsum selbst war natürlich der Strand das Hauptziel, und als dann beim Eintritt der Ebbe ein Marsch aufs Watt heraus gemacht werden konnte, konnten der starke, nur ziemlich kühle Wind und leichte Regenböen niemanden zurückhalten. Unsere nur mit Schlick bespritzte Hosen und Kleider wurden gerne mit in Kauf genommen. Leider war uns der Wettergott nicht recht günstig gestimmt. Er ließ der Wind aus vollen Backen blasen. Dadurch bekamen wir freilich auch einen kleinen Eindruck von der nicht immer harmlosen Nordsee. Weniger schön waren aber noch einige Regenschauer. Und da wäre wohl einiges über die lieben Büsumer zu sagen. Als wir nämlich bei einem ziemlich argen Regenschauer in der am Strand stehenden Lesehalle Zuflucht genommen hatten, erschien bald der Cerberus in Gestalt einer energischen Dame und vertrieb uns aus dem Paradies, das doch nur von Kurgästen aufgesucht werden darf. Wie konnten wir auch nur das in deutlicher Schrift über der Eingangstür angebrachte Schild übersehen! Wahrscheinlich hatte sich unser Vergehen schon weiterverbreitet; denn am Strande trat ein sehr ernsthaft blickender Herr an uns heran um für jeden Strandgänger 1o Pfg. einzukassieren. Als ihm die nicht bewilligt wurden, verwies er uns von dem so teuren Boden. Da wir sowieso aufbrechen wollten, folgten wir seinem Befehle bereitwillig. Trübes Wetter und saure Mienen haben uns nicht die gute Laune verderben können und als wir wieder glücklich in unserm Heimatdörfchen angekommen waren hatten alle Teilnehmer nur die eine Meinung: Es war schön!

Der Sommer benahm sich im Großen und Ganzen wenig sommerlich. Viel Regen und heftige Stürme bereiteten den Bauern große Sorgen. Aber es brachte doch so viele gute Tage, daß Heu u. Getreide gut unter Dach u. Fach kamen.

Am 23. September trifft den Lehrer Burmeister das Unglück sich beim Birnenpflücken durch das Kippen der Trittleiter den rechten Unterschenkel zu brechen und zwar so unglücklich, daß der Knochen durchs Fleisch gedrungen ist. Mehrmalige Operationen sind nötig um das Bein wieder zurechtzukriegen. Noch Ende Januar 1951 ist der Verunglückte ans Bett gefesselt. Die Vertretung an der Schule ist Lehrer Zillen.

Mit Beginn der Weihnachtsferien gibt die Englischlehrerin Frau Redecker den Engl.-Unterricht ab, da sie im Laufe des Sommers von Hohenwestedt nach Rendsburg verzogen ist. Nach den Weihnachtsferien ist Frau Vogelberg, Hohenwestedt mit dem Engl. -Unterricht betraut worden.

Vom 8. - 13. Januar finden die Ausleseprüfungen statt. Von hiesiger Schule unterziehen sich 4 Mädchen und 1 Knabe des 6. Schuljahres der Prüfung für die Aufbauzug in Innien und werden auch aufgenommen.

Es soll noch nachholend vermerkt werden, daß im Oktober das Wohnzimmer und die Küche in der Dienstwohnung des 1. Lehrers renoviert worden sind.

Am 16. Februar nimmt Lehrer Burmeister den Unterricht wieder auf. Infolge Kohlenmangels kann aber nur Vormittagsunterricht erteilt werden.

Das Unterrichtsjahr schließt am 17. März. In einer Feierstunde, zu der auch einige Eltern der ausscheiden Kinder der Bürgermeister und der Vorsitzende des Elternbeirates erschienen waren, werden die abgehenden Schüler entlassen. 8 Jungen und 2 Mädchen treten den Weg ins Leben an.

Aus der Grundschule besteht ein Schüler die Ausleseprüfung für die Oberschule in Neumünster. Da für das letzte Quartal des Schuljahres der Schule noch etwa 600 DM für Lebensmittel zur Verfügung stehen, beschließen die Lehrer diesen Betrag in der Hauptsache zum Aufbau einer Schulbücherei zu verwenden. Auch wird eine beträchtliche Anzahl von Sachbüchern für Erdkunde, Geschichte und Naturkunde beschafft. Für die Unterbringung der Bücherei wird ein Bücherschrank erworben. Durch eine Wandkarte von Amerika wird das Kartenmaterial ergänzt. In den Osterferien wird der Maschendrahtzaun längs der Strasse ausgebessert und das Tor wieder eingesetzt.

Schuljahr 1951-52

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1951- 1952 Nachdem ich 3 Jahre lang vom Amt suspendiert war, wurde ich am 29. Nov. 1948 wieder in mein Amt eingesetzt. Ich habe es als äußerst ungerecht empfunden, daß ich als einziger Homfelder wegen der Zugehörigkeit zur NSDAP bestraft wurde. Parteigenossen aus Homfeld, die schon 2 Jahre vor mir in die Partei traten, und dasselbe Amt in der Partei bekleideten wie ich, geschah kein Leid. Als Lehrer Burmeister hier ein gestellt wurde, forderte die Regierung mich auf, sofort die Dienstwohnung zu räumen. Ich zog auf den Boden u. bewohnte mit meiner Familie 2 kleine Zimmer von zusammen 20qm. Meine Frau mußte jahrelang auf dem offenen Boden im Winter bei 20° Kälte, im Sommer bei 33° Hitze kochen. All das Leid verdanke ich einem Denunzianten, dem Homfelder Schmied Hans Kreutz, der mich anschwärzte, weil meine Frau einmal eine Differenz mit seiner Frau gehabt hatte. Er fand bei der Regierung und den Engländern ein williges Ohr.

Da die Schülerzahl auf 55 gesunken ist, wird die hiesige Volksschule Ostern 1951 wieder einklassig.

Lehrer Burmeister wird als Schulleiter nach Arpsdorf versetzt, lehnt aber eine Versetzung nach dorthin ab. Daraufhin wird er zur Vertretung nach Innien beordert. Da er aber gehbehindert ist, muß Lehrer Zillen ihn dort von Ostern 1951 bis zum 15. Juni vertreten. Von da ob übernimmt Lehrer Zillen wieder die Betreuung u. Leitung der Schule in Homfeld. Lehrer Burmeister wird wegen seines Beinleidens vom 15. Juni bis 15. Dez. beurlaubt u. wird kurz vor Weihnacht in Gokels angestellt.

Ostern 1951 werden keine Schulneulinge eingeschult. Auf den Aufbauzug Innien gehen 4 Mädchen und 1 Knabe. Die Schule wird besucht von 23 Mädchen u. 32 Knaben. Während der Sommerferien bekommen das Schulhaus und die Einfriedigung des Geländes einen neuen Anstrich. Das Pappdach des Buschschuppens war morsch geworden. Es wird abgerissen und durch ein Wellblechdach ersetzt.

Am 7. Sept. machte der Lehrer mit der Klasse einen Ausflug nach Laboe. Wir fuhren mit dem Zug nach Kiel und anschließend von dort mit dem Dampfer nach Laboe. Auf dem Rückwege sahen wir uns in Neumünster eine Vorstellung des Zirkus Krone an.

Am 29. April wurden bei der in der Schule stattfindenden Gemeindewahl, bei der ich als Wahlleiter fungierte, folgende Herren in den Gemeinderat gewählt: Paul Ratjen, Hans Henning, Hans Jak. Ratjen, Klaus Hermann Kahlke, Adolf Diercks, Christian Kaack, Ernst Engel, Herbert Liedtke und Herr Mielke. Diese Herren wählten aus ihren Reihen Paul Ratjen, der schon vor 1945 Bürgermeister war, wieder zum Bürgermeister von Homfeld.

Am 13. Okt. 1951 beging Lehrer Zillen sein 25- jähriges Ortsjubiläum. Bei der in der Schule stattfindenden Jubiläumsfeier, an der 45 Personen teilnahmen, überreichte Bürgermeister Paul Ratjen dem Jubilar eine silberne Schale als Erinnerungsgabe.

Im Herbst 1951 wird der alte Feuerungsstall, der auch die Toiletten enthält, wegen Baufälligkeit abgerissen. 10 Meter hinter dem alten Stall wird ein Neubau aufgeführt. Die Maurerarbeiten worden von Walter Rathjen- Böken, die Zimmerarbeiten von Hugo Voß- Innien ausgeführt. Anfang Dez. 1951 ist der Bau fertig. Er enthält außer den Toiletten u. dem Feuerungsraum auch eine Waschküche.

Schuljahr 1952-53

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1952/53

Ostern 1952 werden uns der hiesigen Schule entlassen:

Abgang: 1.) nach Beendigung der Schulpflicht: 6 Knaben u. 2 Mädchen 2.) nach Aufbauzug Innien: 2 Knaben u. 2 Mädchen

Zugang Ostern 1952: 6 Schulrekruten (5 Knaben + 1 Mädchen)

Bestand am 15. Mai 1952: 30 Knaben, 19 Mädchen

Am 12. Mai werden Lehrer u. Schüler der Homfeld Schule im Zuge der Reihenuntersuchung in Innien durchleuchtet.

Den Englischunterricht übernimmt ab Juli 1952 Herr Paul Rupnow aus Innien.

Das Jahr 1952 zeichnet sich durch einen frühen u. sehr warmen Frühling aus. Um Ostern 1952 sommerliche Wärme! Der Sommer u. der Herbst sind dagegen außergewöhnlich regnerisch. Der Bauer muß jeden trockenen Tag ausnutzen um Heu Korn, Kartoffeln u. Rüben zu bergen. Am 18. Nov. setzt bereits der Winter ein. Stellenweise sind noch die Steckrüben in der Erde (Martha Ratjen, Paul Ratjen, Heeschen. Erst kurz vor Weihnachten, als der Regen die Erde aufgetaut hat, können auch die letzten Rüben geerntet werden.

Schuljahr 1953-54

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1953 -1954.

Schulstatistik vom 1. Mai 1953: Bestand am 1. Mai: 30 Knaben + 19 Mädchen Zugänge vom 1.6.52 bis 1. Mai 1953: Schulanfänger: 2 Knaben + 2 Mädchen Sonst. Zugange: 1 Knabe + 2 Mädchen

Abgänge vom 1. 1. 52 bis 1. Mai 53: 7 Knaben 6 Mädchen.

Konfirmanden: 2 Mädchen.

Auf den Aufbauzug nach Innien gehen Ostern 53: 3 Knaben + 1 Mädchen auf die Mittelschule nach Hohenwestedt: 1 Mädchen.

Bestand am 1. Mai 1953: 26 Knaben (-4) 17 Mädchen (-2)

Im April 1953 pflanzen die Schüler der Homfelder Schule auf der Schulkoppel (beim Sandloch) 400 Fichten an.

Im Sommer 1953 wird der Schulofen, ein alter Mantelofen, der nicht mehr reparaturfähig ist, durch einen neuen u. zwar durch einen Eschofen ersetzt. Auch für die Dienstwohnung wird ein neuer Stubenofen von der Gemeinde angeschafft.

Am 4. Sept. werden die Schüler von Herrn Medizinaltrat Dr. Krüger-Rendsburg auf ihren Gesundheitstand hin untersucht.

Da Herr Rupnow in den Sommerferien ins Rheinland zieht, erteilt seit August 1953 Fräulein Wilkerling, die Tochter des Kollegen Wilkerling Böken den Englischunterricht an der hiesigen Schule.

Am 28. Nov. erkrankt Lehrer Zillen. Die Kollegen aus Innen unterrichten wechselweise an der hiesigen Schule vom 10. Dez. bis 18. Jan. 54.

Schuljahr 1954-55

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1954-55.

Bestand am 1. Mai 1954: 19 Knaben + 14 Mädchen = 33 Schüler.

Konfirmiert werden Ostern 1954: 3 Knaben u. 1 Mädchen = 4 Schüler

Auf den Aufbauzug nach Innien gehen Ostern 1954: 2 Mädchen + 1 Knabe.

Eingeschult werden Ostern 1954 2 Mädchen.

Ostern 1954 scheidet Frl. Wilkerling als Lehrkraft für den Englischunterricht aus. Ihre Nachfolgerin wird Frau J. Steffen-Rathjen aus Vaasbüttel.

Neu angeschafft werden eine Rechenmaschine u. eine fahrbare Stehtafel.

Nach Osten wird durch Schmiedemeister Kreutz die Einfriedigung des Schulhofes ausgebessert. Das frühere zweiflügelige Eisentor wird durch ein Schiebetor ersetzt.

Am 26. Juni wird das diesjährige Vogelschießen abgehalten. König wird Claus Friedr. Rathjen, Königin Hannelore Kanigowski.

Die neue Teerchaussee

Die Chaussee von Homfeld nach Innien weist große Schlaglöcher auf. Das Kreisbauamt u. die Gemeinde Homfeld beschließen, die Chaussee mit einer Teerdecke zu versehen. Die Gemeinde steuert 10000DM zum Bau zu. Im Juni wird mit den Bauarbeiten begonnen, im August ist die Chaussee fertig.

Im Juni findet die alljährliche Schuluntersuchung durch Herrn Medizinalrat Dr. Krüger statt, am 23.11.54 Zahnuntersuchung.

Der nasse Sommer

Der diesjährige Sommer u. der Herbst zeichnen sich durch außergewöhnliche Nässe aus. Es regnet von Anfang Juli bis Mitte Nov. fast jeden Tag. Selbst ganz alte Leute können sich eines solch regnerischen Sommers nicht entsinnen. Nur mit großer Mühe können die Bauern das Heu, das Korn, Kartoffeln u. Rüben unter Dach und Fach bringen. Das Heu hat durch den Regen sehr gelitten u. ist nicht vollwertig, das Korn ist größtenteils ausgewachsen die Kartoffeln, die auf feuchten Äckern standen, sind zum Teil verfault, die Rüben sind, da sich die Sonne nur selten blicken ließ, sehr klein geblieben.

Schuljahr 1955-56

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1955 -56

Bestand am 1. Mai 1955: 20 Knaben + 10 Mädchen

Konfirmiert Ostern 1955: 2 Knaben + 1 Mädchen

Auf den Aufbauzzug nach Innien gehen 1 Knabe und 1 Mädchen

Eingeschult werden 4 Knaben und 1 Mädchen

Am 24.April finden in Schleswig-Holstein Kommunalwahlen statt. Die Schulstube ist Wahllokal, Wahlleiter ist der Schulleiter Walter Zillen. In den Gemeinderat gewählt werden 8 Einheimische + 1 Flüchtling. Bürgermeister wird wieder Paul Ratjen.

Am 9.Juli wird das Kindervogelschiessen abgehalten. Königin wird beim Vogelpicken Christel Gusek, beim Scheibenschiessen erringt Wolfgang Voß die Königswürde.

Neue Schulmöbel

Ende Nov. 1955 wird die Schulstube mit neuen Schulmöbeln ausgestattet, mit 18 Tischen, 37 Stühlen und einem Pult für 36 Schüler.

Die Schule wird zur Zeit von 26 Schülern besucht. Das ist seit Menschengedenken die niedrigste Schülerzahl, die die Homfelder Schule aufzuweisen hatte. Vor dem Kriege betrug der Durchschnitt 40 Schüler pro Jahr. Der Schwund ist darauf zurückzuführen, daß seit der Errichtung einer Aufbauschule in Innien jährlich 3- 4 Schüler von hier auf den Aufbauzug nach Innien abwandern.

Neubau eines Stalles

Der alte Schulstall, der einen Hühner- und Schweinestall enthält, ist so baufällig geworden, daß die Gemeindevertretung beschließt ihn abzureißen und einen Neubau durchzuführen. Bauer Adolf Diercks kauft den alten Stall zum Abbruch und Maurermeister Wilh. Wichelmann – Böken errichtet im Nov. 1955 an der Stelle des alten Stalles einen neuen. Dieser besteht aus 2 Räumen, einem Hühnerstall und einer Autogarage (die nach Bedarf in einen Schweinestall umgewandelt werden kann).

Schuljahr 1956-57

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1956 -1957 Konfirmiert und aus der Schule entlassen wird Ostern 1956 1 Knabe. Auf den Aufbauzug nach Innien geht ebenfalls 1 Knabe. Die Schülerzahl betrug am 1. Mai 1956 16 Knaben + 12 Mädchen = 28 Schüler

Englischunterricht

Da die Englischlehrerin Frau Steffen - Ratjen au Vaasbüttel anderweitig im Schuldienst beschäftigt ist, gehen die Schüler des 5. u. 6. Schuljahres ab Ostern 1956 2-mal wöchentlich nach Innien zum Englischunterricht.

Chaussebau Neumünster -Hohenwestedt (siehe auch Bundesstraße 430)

Im Sommer 1955 war die Teilstrecke Neumünster - Innien fertiggestellt worden. Die Strecke Innien-Hohenwestedt, die durch die Homfelder Feldmark führt, sollte Anfang 1956 in Angriff genommen werden. Es vergingen aber Monate, bis die Linienführung geklärt und ein Einvernehmen mit den Anliegern hergestellt war. Die Gemeinde Homfeld wird durch die neue Chaussee finanziell erheblich belastet. Muß sie doch für das abzutretende Land gegen 55000 DM aufbringen. Anfang Okt. 1956 beginnt man endlich mit dem Bau der 2. Teilstrecke. Selbst während des Winters 1956/57 können die Bauarbeiten fortgeführt werden, denn der Winter ist ungewöhnlich mild u. bringt kaum Schnee und Frost. Anfang April 1957 sind die Erdarbeiten auf einer 2 km langen Strecke (bis an den Fuß des Boxberges) fertig. Der Weiterbau der Chaussee muß eingestellt werden, weil Dr. Block-Bucken nicht das geforderte Land für den Chausseebau abtreten will. Es soll gegen ihn ein Enteignungsverfahren eingeleitet werden. Das bedeutet, daß vor August 1957 wohl kaum an eine Fortsetzung des Chausseebaus zu denken ist.

Die Dienstwohnung frei!

Seit 1943 war ein Zimmer der Lehrerdienstwohnung mit Evakuierten bzw. Heimatvertriebenen belegt. Am 1. April 1957 wird endlich das Zimmer wieder frei. Es ist aber noch nicht bewohnbar, sondern muß erst einer gründlichen Renovierung unterzogen werden. Es sollen ein Badezimmer und eine Toilette im alten Schulhaus errichtet werden.

Schuljahr 1957-58

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1957/58

Statistik

Aus der Schule werden Ostern 1957 entlassen: 1 Knabe + 1 Mädchen Auf den Aufbauzug nach Innien gehen 2 Knaben. Eingeschult werden 3 Knaben + 5 Mädchen. Die Schülerzahl beträgt am 1. Mai 1957 16 Knaben + 18 Mädchen =34 Schüler

Elternbeirat

In den Elternbeirat werden gewählt: Frau M. Krell u. Helmut Stender

Bundestagswahl

Am 15. Sept. werden die Abgeordneten für den Bundestag gewählt. Als Wahllokal dient wie schon seit Jahren, das Schulzimmer. Wahlvorsteher ist Bürgermeister Paul Ratjen, Schriftführer der Lehrer W. Zillen, Beisitzer die Herren: Ernst Engel, Adolf Diercks, Hans Henning, Hans Jak. Ratjen, Claus H. Kahlke, Emil Ninke, Wilhelm Begemann.

Ergebnis der Wahl

Erststimme Zweitstimme
CDU 122 118
SPD 42 43
BHE 16 16
FDP 4 5
DP 5 6
BdD 122 118
CDU 2 2
DRP - -
SSW 1 1

Verbreiterung der Chaussee Homfeld - Innien

Die Teerchaussee nach Innen hatte sich für die Benutzung durch große Lastfahrzeuge als zu schmal erwiesen. Im Monat Sept. wurde sie daher an jeder Seite um 50cm verbreitert.

Aufschüttung des Schulplatzes Bei starkem Regenwetter bildeten sich auf dem Schulplatz große Wasserlachen. Er glich dann eher einem See als einem Schulhof. Ich bat die Gemeinde, die Löcher mit Kies auszufüllen. Die Gemeindevertretung konnte sich wegen der Kostenfrage nicht dazu entschließen Kies aus Bordesholm heranzuschaffen. Als nun die Teerchaussee Homfeld - Innien verbreitert wurde, wurden bei dieser Gelegenheit große Mengen Straßenschutt (Kies + Steine) frei. Ich nützte diese Gelegenheit setzte mich mit den Leuten vom Straßenbau in Verbindung und erreichte, daß man neun Lastwagen voll Straßenschutt für die Aufschüttung des Schulplatzes abstellte. Mit den großen Knaben der Schule habe ich den Straßenschutt auseinandergestreut. Nachdem wir die großen Steine entfernt hatten, sah der Schulhof wesentlich besser aus.

Schuljahr 1958-59

Walter Zillen schrieb: Schuljahr 1958-59

Schulstatistik:

a. Nach beendeter Schulzeit entlassen - 0 Schüler.

b. Auf den Aufbauzug nach Innien:- 1 Knabe.

c. Eingeschult Ostern 1958: 4 Knaben + 4 Mädchen

d. Shülerzahl am 1.5.58: 17 Knaben +21 Mädchen = 38 Schüler

Die Klasse ist voll besetzt, d. h. alle Sitzgelegenheiten sind ausgenützt. Da der Klassenraum mit nur 18 Tischen u. 37 Stühlen ausgestattet ist wird das alte Pult zusätzlich als Tisch benützt.

Der nasse Sommer

Der Sommer in diesem Jahr zeichnet sich durch Nässe u. Kälte aus. Die Sonne läßt sich nur selten sehen. Infolgedessen reifen die Früchte im Garten u. auf dem Felde sehr spät. Mitte August haben z. B. die Gurken noch kaum angesetzt. Das Korn, besonders der Roggen, ist von dem vielen Regen auf vielen Koppeln plattgewalzt. Die Mahd des Getreides verzögert sich, weil das Korn nicht ausgereift ist. Am 15. August haben erst wenige Bauern mit dem Schnitt begonnen. Dann aber stellt sich beständiges u. trockenes Wetter ein das bis in den Dezember hinein anhält. Ernteergebnis: Mäßige Kartoffelernte aber sehr gute Obsternte.

Am 18. August werden Schüler u. Dorfbewohner in der Schule geröntgt.

Am 19. August nehmen die Schüler der Oberstufe am Spielfest in Innien teil.

Bauliche Veränderungen

Bis zum 1. April 1957 ist das Vorderzimmer der Lehrerdienstwohnung mit Heimatvertriebenen belegt. Nach Abzug derselben beschließt die Gemeindevertretung, die Fenster u. den Fußboden zu erneuern u. einen Teil des Zimmers als Badezimmer u. Toilette abzuzweigen. Aber erst im Jahre 1958 (im August), nachdem das Zimmer fast 11/2 Jahr leer gestanden hat, beginnt man mit dem Bau. Vielleicht ist der Umbau am 1. April 1959 fertig! Die Beleuchtung des Schulzimmers läßt zu wünschen übrig. Die 2 elektrischen Lampen erleuchten den Klassenraum nur dürftig. Es sollen jetzt 4 große Lampen den Raum erhellen. Bei dieser Gelegenheit verschwindet dann auch endlich die nicht mehr vorschriftsmäßige Litzenleitung. Bisher lief der elektr. Strom für die Beleuchtung des Schulzimmers durch den Privatzähler des Lehrers. Dieser unhaltbare u. unzulässige Zustand soll auch abgeändert werden. Der Klassenraum bekommt seinen eigenen Zähler.

Erkrankung des Lehrers

Ende Dez. 1958 erkranke ich an einer Nervenentzündung u. an Magengeschwüren. Vom 6. Jan. bis 9. Febr. 1959 muß ich daher den Unterricht aussetzen. Während meiner Erkrankung erteilen die Kollegen aus Innien hier wechselweise Unterricht. Meinem Gesuch um vorseitige Pensionierung zum 1. April 1959 wird von der Regiering in Kiel stattgegeben.

Der Abschied aus dem Beruf

Am 25.3. 1959 fand hier in der Schule in Anwesenheit von Herrn Schulrat Reinhardt, vieler Kollegen des Lehrervereins Innien und einiger Herren der Homfelder Gemeindevertretung eine Abschiedsfeier statt. Herr Schulrat R. dankte mir im Namen der Landesregierung für meine Langjährige Tätigkeit. Kollege Ernst Wilkerling, der Vorsitzende des Innier Lehrervereins, überreichte mir im Namen des Lehrervereins eine silberne Schale u. Bürgermeister Paul Ratjen schenkte mir im Namen der Gemeinde Homfeld eine hübsche Stehlampe. Mein Abschiedswort galt den Schülern der Homfelder Schule. Am Nachmittag hatte ich die Schüler bei Kaffee u. Kuchen bei Musik u. Tanz um mich versammelt. Am 2. April verlasse ich Homfeld u. ziehe zu meiner Tochter nach Vaasbüttel.

Schuljahr 1959-60

Wilhelm Guschewski schrieb: Schuljahr 1959/60

Vertretungsunterricht

Ostern 1959 schied Herr W. Zillen aus dem Dienst. An seine Stelle wurde die Hauptlehrerin A. Peters Innien versetzt. Frl. Peters machte aber weiser Dienst in der Volksschule und Aufbauzug Innien. In Homfeld machte Vertretungsunterricht Herr Schnell aus Innien. Täglich waren es drei Unterrichtsstunden.

Neuer Lehrer

Am 1.9.1959 wurde nach Homfeld der Hauptlehrer Wilhelm Guschewski, geb. am 31.3.1911 in Riga, versetzt. Herr G. hat in Memel die Aufbauschule und das Lehrerseminar besucht. Im März 1932 legte er dort seine erste Lehrerprüfung ab. Am 1.5.32 wurde er erstmalig im Kreise Heydekrug als 2. Lehrer angestellt. Am 1.8.34 wurde ihm die Leitung der einklässigen Volksschule in Schattern, Krs. Memel übertragen. Am 26.3.36 legte er dort die d. Lehrerprüfung ab und wurde am 8.6.41 zur Wehrmacht einberufen. Im Mai 1946 kam er aus der Gefangenschaft und mußte nun in der Ziegelei, Steinbruch und schließlich in der Kohlengrube in Herne arbeiten. Am 1.6.1951 wurde er erstmalig nach dem Kriege in Felde, Krs. Rendsburg als 4. Lehrer angestellt. Ostern 1954 wurde ihm die Leitung der zweiklassigen Volksschule im Heine Kl.-Nordsee, Gemeinde Felde übertragen. Dort wurde er zum Hauptlehrer ernannt und auf eigenen Wunsch nach Homfeld versetzt.

Renovierung

Seit Ostern 1959 stand die Lehrerwohnung leer. In dieser Zeit wurde ein Badezimmer mit elektrischem Durchlauferhitzer und WC eingerichtet, sämtliche Zimmer und Flur tapeziert, Küche renoviert. In einem Zimmer wurde ein neuer Fussboden gelegt und breites Fenster eingebaut, in zwei Zimmern wurde der Fußboden ausgebessert und abgeschliffen, zwei neue Öfen, einer heizt zwei Zimmer, gekauft. In der Küche ein neuer Herd aufgestellt und ein Spülstein eingebaut. In der Wohnung wurden die elektrischen Leitungen neu verlegt. Dabei wurde in der Küche ein Elektroherdanschluß eingerichtet, Steckdosen in der Küche und allen Zimmern für Elektrogeräte eingerichtet, in den Keller, Speisekammer und Hof Licht gelegt. Die Renovierung kostete ca. 9000,- DM. Die Gemeindekasse war somit gänzlich erschöpft, obwohl die Küche noch einen neuen Fussboden bekommen muß, die Küchentür schief ist und schlecht schließt, fast sämtliche Fenster des Wohnung erneuerungsbedürftig sind. Der neue Lehrer wurde damit vertöstet, daß im kommenden Jahr der größte Teil der bestehenden Mängel behoben werden.

Gemeinde- und Kreiswahl

Die Kreiswahl fand am 25. 13.59 in der Schule statt. Über 50% der Stimmen waren für die CDU abgegeben worden. Die Gemeindewahl fiel aus, da nur eine Liste eingereicht wurde. Herr Paul Ratjen blieb weiterhin Bürgermeister des hiesigen Gemeinde. Wahlleiter war Hauptllehrer Guschewski.

Schuljahr 1960-61

Wilhelm Guschewski schrieb: Schuljahr 1960/61

Schülerzahl: Sie hiesige Schule hatte Ostern 1960 keine Entlaßschüler. Das Schuljahr begann mit 36 Kindern. Davon waren 6 Anfänger, 5 im 2., 6 im 3., 8 im 4., 5 im 5.,4 im 6. und 2 im 9. Schuljahr. Im Laufe des Sommers kamen 3 Schüler (4., 6. und 9. Schuljahr) hinzu. Sonst waren insgesamt 39 Schüler (23 Knaben, 16 Mädchen). Das 7. und 8. Schuljahr war nicht vertreten. Die einzige Schülerin, die bis Ostern im 6. Schulleistungsjahr war, wechselte nach Innien in den Aufbauzug über.

Elternbeirat: Am 18. Jai 1960 wurde der Elternbeirat gewählt. 1. Vorsitzender wurde Herr Stender, 2. Herr Bracker, 3. Frau Marie Ratjen. Stellvertreter wurden: Herr Sitzmann, Frau Wüstenberg und Frau Diercks.

Vogelschießen: Am 22.6. fand das Vogelschießen statt. Zum ersten Male wurde vom Elternbeirat gesammelt. Es waren Frau Wüstenberg und Herr Stender. Es wurden 381,-DM und mehrere Sachspenden gegeben. Solch einen hohen Betrag soll die Sammlung noch nie gebracht haben. Die von Kindern fertigten Wimpelgirlanden, Blumenkästen an den Klassenfenstern und die neu errichtete Fahnenstange mit der neuen Fahne gaben dem Schulhof ein festliches Gepräge. Der Umzug mit gekröntem Königspaar, bewacht von sechs Rittern mit Helmen und Hellebarden, fand großen Beifall. Bis in den Herbst hinein war das Vogelschießen ein Gesprächsthema.

1960 ein regenreiches Jahr: Jeden Wassermangel der letzten Jahre hat der Sommer 1960 ausgeglichen. Die Ernte war sehr gut geraten, doch der Regen erschwerte ihre Einbringung. Ein großer Teil verdarb. Manche haben erst im September den Roggen mähen können. Der so spät gemähte Roggen hat weniger eingebüßt als der, der wochenlang auf das Einfahren warten mußte. Die Kartoffelernte zog sich bei manchen bis in den November hinaus. Besonders schwer war die Zuckerrübenernte. Durch den fast täglichen Regen waren die Felder so aufgeweicht, daß man mit keinem Fahrzeug hinauffahren konnte. Die Rüben mußten mit Menschenkraft auf den Weg getragen werden. Der übrigen üppigen Ernte stand auch die Obsternte nicht nach. Es war ein überreiches Obstjahr. In den meisten Gärten wurde ein großer Teil des Obstes gar nicht geerntet. Nicht einmal verschenken konnte man das Obst.

Renovierung: Im Sommer wurden die Klasse, der Klassenflur und die Aborte renoviert. Die Klasse und Flur wurden mehrfarbig gestrichen, in der Klasse wurde ein neuer Fußboden gelegt, im Flur eine Vertiefung für die Fußmatte gemacht und die dazugehörige Matte beschafft, Garderobenbrett mit 39 Metallhaken angebracht. Flur und Klasse sehen einladend aus. Im Abort wurden die Türen gestrichen und die Wände geweißt. Mit den alten Fußbodenbrettern wurde im Abort die Decke verschalt. Auf diese Art wurde der heftige Durchzug ausgeschaltet. Der Kohlenstall bekam einen Zementfußboden, weil sich sonst das Brennmaterial mit viel Sand vermischte. Die Küche der Lehrerwohnung sollte eine neue Tür zum Hof und ein neues Fenster bekommen, weil durch die brüchige Tür und das Fenster Wind und Regen eindringen. Auch ein kleiner Vorbau sollte errichtet werden. Doch die Arbeiten wurden sehr spät vergeben. Maurer waren nicht zu bekommen, und der Lehrer mußte sich mit einer kalten Kuche begnügen.

Wasserleitung: Anfang Dezember wurde das letzte Haus des Dorfes an die Wasserleitung angeschlossen. Das Dorf legte eine zentrale Wasserversorgung bereits ca. 1936. Nur das eine Haus hinter der Schule, der alte Timm, blieb bei seinem Brunnen. Als auch später der Brunnen nicht genügend und rein gutes Wasser hergab, blieb Timm gegen die Bitten seiner Frau, doch sich an das Wassernetz anzuschließen, standhaft. Im Frühjahr verstarb Timm. Sein Schwiegersohn, Herr Kasten, erlöste seine Schwiegermutter vom Wassertragen und schloß sich an die Wasserleitung an. Es wurde ein Plastikrohr quer über den Schulgarten, Schulland zu Kastens Haus gelegt. Frau Timm freut sich. Nur der Lehrer mußte viele Stunden damit zubringen, die von der Zugmaschine beim Ausheben des Grabens für die Wasserleitung verursachten tiefen Rillen auszuschütten.

Molkerei: Die Homfelder Molkerei hätte bald zu existieren aufgehört. Das Gut Bucken und der Verwalter, Herr Mecklenburg, des größten Bauernhofes von Homfeld wollten ihre Milch nicht mehr nach Homfeld liefern. Ihnen versprach die Molkerei in Hohenwestedt einen besseren Preis. Somit wäre die Milchmenge, die der Homfelder Molkerei zu verarbeiten verblieb, zu gering. Die Homfelder Bauern liefen gegen die Abzweigung Sturm, weil jeder Bauernhof gezwungen gewesen wäre, eine eigene Kühlanlage zu bauen. Das Milchliefern, es wäre die Molkerei Innien gewesen, hätte viel Zeit beansprucht. Bei dem herrschenden Arbeitermangel in der Landwirtschaft bestimmt keine Kleinigkeit. Nun haben sich die Gemüter beruhigt: Das Gut Bucken, Bauer Göttsche aus Bucken, der sich der Lieferung nach Hohenwestedt angeschlossen hätte, Martha Ratjen (Verwalter von Mecklenburg) Homfeld blieben weiter bei der Homfelder Molkerei. Doch scheinen die Tage der Homfelder Molkerei doch gezahlt zu sein, weil die Maschinen erneuert werden müßten. Die Kosten würden für die kleine Gemeinde zu hoch sein.

Schulentlassung: Nach einer Schulfeier, zu der die Eltern und der Bürgermeister geladen waren, wurden drei Schüler und eine Schülerin aus der Schulpflicht entlassen. Ein Junge schied aus dem fünften Schulleistungsjahr. Die übrigen drei Kinder hatten das Ziel der Volksschule erreicht. Das Bezeichnende für die heutige Zeit ist, daß keines der Kinder in der Landwirtschaft verblieb: Einer lernt Bauschlosser, einer Maurer, das Mädel wird Säuglingsschwester, der ohne Schulabschluß will sich in der Elektrolehre versuchen.

Sechs Kinder haben sich an den Aufnahmeprüfungen für weiterführende Schulen beteiligt. Alle haben die Prüfung bestanden. Zwei Schülerinnen gehen ab Ostern nach Neumünster in die Klaus-Groth-Schule (Oberschule für Mädchen), vier Schüler (2 Buben und 2 Mädchen) aus dem 6. Schulleistungsjahr kommen nach Innien in die M7 des Aufbauzuges. Im verflossenen Schuljahr hatte die hiesige Schule 39 Kinder.

Schuljahr 1961-62

Wilhelm Guschewski schrieb: Schuljahr 1961/62

Schülerzahl: Zu Anfang des Schuljahres hatte die Schule 34 Kinder. Es waren 5 Anfänger (Neueinschulungen). Im 8. und 9. Schulleistungsjahr waren keine Schuler. Im 7. Schulleistungsjahr war lediglich ein Junge.

Renovierung: Die Gemeinde hat an der Schule umfangreiche Ausbesserungsarbeiten ausführen lassen. An beiden Giebelenden des Schulhauses wurden neue Sparren eingezogen, neue Wetterbretter angebracht. Sie Küche der Lehrerwohnung bekam eine neue Tür und Schweller mit Stufe und ein neues Fenster. Türen, Fenster und Wetterbretter des Schulhauses, der Garage und des Kohlenstalles (Abortanlage) wurden gestrichen.

Wirtschaftswege bekamen eine Teerdecke. Der Weg an der Schule vorbei in Richtung Bahndamm bekam von Brackers Haus an eine Teerdecke. Vorher war hier ein schlechtes Kopfsteinpflaster. Weiter zu den Feldern war ein stark ausgefahrener Steinkiesweg. Nun sollen die Trecker mit den Erntewagen ganz schnell gegen den Berg ins Dorf.

Anschießend ein Zeitungsbericht vom 19. April 1961 über Homfeld (Alle Wege nach Homfeld gehen bergauf).

Einzelnachweise