Archiv:Unsere Auen (Mein Dorf)
Unsere Auen
Die Grenze zwischen Böken und Innien bildet die Buckerau, gegen Mörel und Heinkenborstel die Fuhlenau, ein nördlicher Zufluß der Buckerau. Erstere wurde 1886 reguliert und mit Staugräben zum Berieseln eingerichtet. Nach 1920 gab man in Innien, Böken und Bünzen das Stauen auf, da genügend Kunstdünger zur Verfügung stand. Die Fuhlenau wurde um 1930 begradigt, der Unterlauf der Buckerau 1932-34 vom Arbeitsdienst in Innien auf 11 m verbreitert. Trotzdem bringen Schneeschmelze und starke Regengüsse vielfach Überschwemmungen, die das Tal ganz unter Wasser setzen.
Die Höllenau, oder richtiger Höllnau (Holzau) ist glücklicherweise noch ziemlich im Naturzustand, nur durch eingebaute Stauwehren zum Berieseln eingerichtet. Sie fließt deshalb in Krümmungen (Aukrögn) durch das Tal. Von Aukrümmungen erhielt die Gegend um Innien den Namen "Aukrug". Bei Böken, nahe der Bahnbrücke, vereinigen sich diese Auen zur Bünzau.
Nebenfluß der Höllenau ist der Mitbek (Medebek = Wiesenbach) Die Mastbrookenau ist ein Kanal, der 1884 gegraben wurde. Er leitet das Wasser der Höllenau vom Timmasperfeld über den Mastbrook auf Gnutzer und Böker Feld in die Höllenau beim Bokhorst zurück. Durch ihn sollten die Mastbrookländereien, die zu Weiden gemacht werden sollten, mit gutem Trinkwasser für das Vieh versorgt, teils aber auch geeignete Wiesen berieselt werden. Die regulierten Auen stehen unter Aufsicht ihrer Genossenschaft, die anderen werden von den Wasserschaumännern des Amtsbezirks geschaut.
Vor 1900 hatten die Auen guten Fischbestand. Viele Aalwehren waren eingebaut und manchmal konnte um 1870 an einem Morgen eine Beute von 40 Pfund Aalen geholt werden. Jährlich im Frühjahr kamen große Scharen von Weißfischen, Rotaugen, Lachsen u.a. aus der Stör hinauf, um zu laichen. Um 1890 fing ein Mann an einem Nachmittag fünf Lachse von je 10-13 Pfund. Seit 1900 ist die Stör durch die Neumünsterschen Abwässer vergiftet und der Fischfang ohne Bedeutung. Der Fischfang wird von den anliegenden Gemeinden auf sechs Jahre verpachtet. Eine Besetzung mit Fischbrut findet nicht statt, da jede Gemeinde ihren Anteil, der bis zur Mitte der Au geht, gesondert verpachtet und die Dörfer oder die Pächter sich dazu erst einigen müßten, was sicherlich manche Schwierigkeiten bringt.