Turn- und Sportverein Aukrug

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Der Turn- und Sportverein Aukrug, kurz TSV Aukrug, ist ein 1922 gegründeter Sportverein. Das vom TSV betriebene Aukrug-Stadion mit Sportlerheim, Sportplatz, Schießanlage, Tennisanlage und Teich ist das Zentrum des sportlichen Gemeindelebens in Aukrugs.

Geschichte

Den Chronisten sei Dank, dass sie uns alles so sorgfältig aufgezeichnet hinterlassen haben. Dabei sprechen auch leere Seiten von 1933-1945 Bände.

Wenn man aber Geschichte nicht hin und wieder mit Leben erfüllt, sie sich ins Gedächtnis zurückruft, dann bleibt sie nur Schall und Rauch. "Was Du erbst von Deinen Vätern ... "! Wir hatten Gelegenheit, als wir unser ältestes Mitglied, Landwirt Paul Ratjen in Homfeld, besuchten, Geschichte lebendig werden zu lassen. Dann werden plötzlich Erinnerungen wach, Personen treten auf, die längst verstorben oder im "Großen vaterländischen Krieg" gefallen sind. Plötzlich stehen da Möbel, die der Tischlermeister Hans Mahrt, der Kassierer im 1. Vorstand des Vereins, gefertigt hat; einer wundert sich, was sein Vater schon damals für vorausschauende Sätze geschrieben hat...usw... usw. Vielleicht geht es Ihnen genau wie uns, wenn Sie diese Seiten lesen.

Der Seminarist Hermann Michaelsen (Innien) hat in dem Protokollbuch über die Vereinsgründung angefangen, alles aufzuschreiben. Er wurde später Lehrer in Schönwalde in Ostholstein. Der Verein verdankt ihm viel. Man hat zu der Zeit auch versucht, andere Vereinsgründungen vorzunehmen, wie z.B. Jungbauern - Reiterverein - Stahlhelm, sie alle scheiterten.

Im Sommer 1922 kamen Paul Ulrich (Elektrikerlehrling), Hermann Michaelsen und Karl Haaks (Meiereilehrling) zusammen und riefen zum Fußballspiel auf, aber: kein Geld - keine Schuhe - dafür Inflation! Deshalb wurden Faustball und Schlagball gespielt, dafür hatte die Schule Geräte. 15 "Jünglinge", so steht es geschrieben, gingen unter der Leitung von Junglehrer Heinrich Rühsen zu Lehrer Brandenburg und baten um Vorsitz und um Ausleihung der Bälle.

Aus diesen Anfängen entwickelte sich am 12 . Juli 1922 in "Rolfs Kaffee" (Bäckerei Butenschön) die Gründungsversammlung zum "Turn- und Spielverein Aukrug".

I. Vorstand

  • 1. Vorsitzender: Lehrer Brandenburg (Innien)
  • 2. Vorsitzender: Hans Lohse (Innien), Futtermittelhändler
  • Kassierer: Hans Mahrt (Innien), Tischlermeister
  • Schriftführer: Hermann Michaelsen

Was war mit den Bauern los? Sie standen dem jungen Verein ablehnend gegenüber. Einer soll sogar zu seinem Sohn gesagt haben: "Jung, wenn du Sport drieben wist, kannst mal üm de Koppel rieden!"

Eine rühmliche Ausnahme war schon damals Heinrich Glindemann (Innien), Bauer und Gemeindevorsteher. Er stellte immer eine seiner Koppeln zur Verfügung. Die ersten Sportler waren meist Lehrlinge und junge Gesellen, Hans Michaelsen und Landwirt Albert Friedrichs gehörten dazu.

Die Situation: keine Geräte - kein Sportplatz - kein Geld - kein Winterbetrieb! Ein erstes Vereinsfest im April 1923 sicherte erste bescheidene Einnahmen! 1924 konnte aus Spendengeldern der Kauf eines Spannrecks, zweier Kokosmatten und einiger Leichtathletikgeräte finanziert werden. Das Geräteturnen begann, das heute leider vernachlässigt wird.

Das Spannreck stand im Vereinslokal "Aukrug-Tivoli" (Gastwirtschaft Lipp). Der Vorturner war Christian Runge (Böken) Landmann. Es existierte auch eine Frauenriege: Magda Gloy / Anni Truls / Inge Matthiesen / Mila Kaack / Else Stümer / Grete Haaks. 1925 erfolgte der Anschluss des Vereins an die "Deutsche Turnerschaft".

II. Vorstand

  • Vorsitzender: Adolf Beinlich, Ltd. z. See a. D., "Turnvater Jahn" [Turnvater Jahn, Friedrich Ludwig (1778-1852) Begründer des deutschen Turnwesens, "Vater Beinlich"

soll ihm mit Bart und in Statur ähnlich gewesen sein]

  • Schriftführer: Hans Michaelsen
  • Turnwart: Heinrich Strauß
  • Vorturner: Christian Runge
  • Spielwart: Hermann Michaelsen
  • Kassierer: Andreas Auch

Beginn des Ausbaues einer Fläche von Glindemann als provisorischer Sportplatz. Es sollte aber noch 50 Jahre dauern, bis aus der " Idee - Stahl'sche Koppel - das "Aukrug-Stadion" wurde!

Leistungen aus der damaligen Zeit:

  • Hans Süpke, Hans Seehaber: Schlagballweitwurf 87.50m
  • Hans Gosch: Hochsprung 1.50m
  • Hans Brüggen: 100m-Lauf 12.20 sek.

Man werte die Leistungen in bezug zu den damaligen Bedingungen! Am 9. und 10. Juni 1928: "Fest der Fahnenweihe", lt. Pressebericht: "der herrlichste Festschmuck" im Ort Innien! (Hängt heute im Sportlerheim unter Glas). 18 Vereine nehmen teil, versammeln sich im Garten des Vereinslokals "Aukrug Tivoli". Der Gauoberturnwart hält die "Weihrede auf deutsches Turnen, Heimat und Vaterland". 1928 wurde die Fahne zum Deutschen Turnfest in Köln mitgenommen.

Zeitgeist: "Möge uns die Arbeit im Dienste des deutschen Turngedankens zu rechtem inneren Gewinn, zur Lebenserhöhung (heute: Lebensqualität) und Kräftevermehrung im Dienste für unseres Vaterlandes Wohl und Zukunft werden." schreibt der Schriftführer Hans Michaelsen.

Funktionäre (-innen) dieser Epoche sind:

III. Vorstand

  • 1 . Vorsitzender und Kassierer: Adolf Beinlich auch "Vater Beinlich"
  • Schriftführer: Hans Michaelsen
  • Männerturnwart: Willi Wiechmann
  • Frauenturnwart: Werner Beinlich
  • Spielwart: Hermann Michaelsen
  • Frauenabteilung: Luise Steen
  • Männerturnen: Georg Lohse
  • Spiele: Heinrich Sell

1930 steht im Zeichen des Tunhallenbaues. Vater Beinlich treibt 1000 Reichsmark Spendengelder zusammen! Im August 1930 wird die Halle eingeweiht. (Die ehemalige kleine Turnhalle, der jetzige Gemeinschaftsraum im Amtsgebäude). Landrat Selzer, Schulrat Busemann (dieser hielt die Festansprache), Amtsvorsteher Reimers und Pastor Tramsen sind Ehrengäste.

Der Vereinsgründer und Spielwart Hermann Michaelsen bekommt 1930 endlich eine Anstellung in Oldenburg, später in Schönwalde/OH. Seine Tatkraft und sein Engagement sicherten die Existenz des Vereins nach dessen Gründung! Der Jahresbericht von 1932 ist der letzte vollständige Bericht von Hans Michaelsen, hier werden die patriotischen Gesichtspunkte, die Treue zum Vaterland dem Alleinanspruch des Nationalsozialismus gegenübergestellt. Bezeichnenderweise schließt das Dokument mit dem Satz: "Mit einem Gut Heil auf unseren vorbildlichen Führer, ..... Adolf Beinlich!"

Was war mit dem Verein von 1933 bis 1945 los?

Es ist unbekannt, wie der Turnbetrieb nach 1933 weiterging!? Unter dem 19.03.1938 ist eine bruchstückhafte Eintragung, bezeichnend wohl für die damaligen Verhältnisse: "Nach langer Kleinarbeit, nach langem stillen Kampf ... . " Das Protokoll zur Wiederbelebung des Vereinslebens vom 17.11.1945 benennt dann nämlich Willi Wiechmann (Böken) "unseren sehr verdienten bisherigen 1. Vorsitzenden". Das muss der IV. Vorstand gewesen sein.

V. Vorstand vom 17.11.1945

  • 1 . Vorsitzender: Heinrich Voß, Zimmermeister (Innien)
  • 2. Vorsitzender: Hans August Jensen, Geschäftsführer Spadaka/Innien
  • Kassierer: Klaus Reimers (Böken)
  • Schriftführer: Rudolf Carstens (Bünzen)
  • Turnwart: Herbert Popp (Innien)
  • Spielwart: Carl Reimers (Böken)


Neugründungen im Verein:

  • Laienspielgruppe: Hermann Kröger
  • Kinderturnen: R. Affeldt
  • weiterhin Instrumentalgruppe,
  • Handballmannschaften.

Und dann: die englische Militärregierung verordnete Entnazifizierung, die Vereinstätigkeit wurde untersagt! Heinrich Voß, Klaus Reimers und Hermann Kröger erwirkten die Aufhebung des Vereinsverbotes in Rendsburg Anfang Juni 1946.

Vl. Vorstand

  • 1. Vorsitzender: Heinrich Voß, Zimmermeister (Innien)
  • 2. Vorsitzender Hermann Kröger
  • Kassierer u. Schriftwart: Klaus Reimers (Böken)

Neue Sparten:

  • Boxen
  • Schachspiel
  • Tischtennis
  • Gesang

VII. Vorstand

  • 1. Vorsitzender: Hans August Jensen, Geschäftsführer Spadaka
  • 2. Vorsitzender: Heinrich Voß, Zimmermeister (Innien)
  • Kassenwart: Herbert Popp (Innien)

Der häufige Wechsel im Vorstand lässt erkennen, dass es in dieser Zeit um die Existenz des Vereines nicht besonders gut stand! Trotzdem die Suche nach einem Sportgelände geht weiter!

Juni 1948: Währungsreform 1949: Sattlermeister Willi Stahl macht 25jährigen Pachtvertrag für eine Koppel. Die Finanz- und Vereinskrise hält bis 1960 an! 1951 erschienen von 300 Mitgliedern 16! zur Generalversammlung, diese war beschlussunfähig!

25.03.1955-. "Beschluss zur Fortführung des Vereins".

VIII. Vorstand

  • 1. Vorsitzender:Gerhard Schlüter, Schulleiter
  • 2. Vorsitzender:Heinz-Wilhelm Fölster (Bargfeld), Landwirt
  • Schriftführer:Walter Bruse, Gemeindesekretär
  • Kassenwart:Otto Bruse, Amtssekretär

IX. Vorstand von 1960

  • 1 . Vorsitzender: Carl Reimers (Bünzen), Hauptlehrer
  • 2. Vorsitzender: Heinz-Wilhelm Fölster (Bargfeld), Landwirt
  • Schriftwart: Hermann Kröger (Bünzen), Gärtnermeister
  • Kassenwart: Kurt Pahlke (Innien), Rentner
  • Beisitzer: Herbert Golchert, Friedrich-Otto Rathjen

1958 Gründung der Schützensparte im Kyffhäuserverband, ab1961 im TSV. Wolfgang Groß / Werner Busch sind die Männer der 1. Stunde. Das Projekt "Sportplatz auf Stahl'scher Koppel" erstarb in Finanznöten und Führungskrise! 10.02.1962 "Feier 40-Jahre TSV" - 243 Mitglieder -. Heinrich Voß wird Ehrenvorsitzender. Von dessen Vater, dem Zimmermeister Hans Voß, wurde auf 6 Jahre ein Sportplatzgelände an der Straße nach Bünzen gepachtet und das Amt Innien von der Notwendigkeit des Baues eines Schwimmbades überzeugt. Im September 1964 wurde der Sportplatz eingeweiht. Amtmann Hermann Carstens (Böken), Vater von Hans Carstens, gab der neuen Anlage die offizielle Bezeichnung "Aukrug-Stadion". H.-W. Fölster scheidet aus dem Vorstand aus. Nachfolger: 2. Vors. Walter Butenschön, Bundesbahnsekretär, arbeitet Vereinssatzung neu aus: Turnrat - Ältestenrat (Ehrenrat).

X. Vorstand

  • 1. Vorsitzender: Carl Reimers (Bünzen), Hauptlehrer
  • 2. Vorsitzender: Walter Butenschön, Bundesbahnsekretär
  • Schriftwart: Hermann Kröger (Bünzen), Gärtnermeister
  • Kassenwart: Kurt Pahlke (Innien), Rentner
  • Beisitzer: Herbert Golchert, Friedrich-Otto Rathjen

-1966: 388 Mitglieder -

2.01.1968: Das Amt Innien übernimmt die Trägerschaft des Sportplatzes - eine glückliche Wende für den Verein. Die Trägerschaft hat sich bis heute bei allen Sportanlagen bewährt. Die Einweihung des Schwimmbades erfolgt.

XI . Vorstand /1970

  • 1. Vorsitzender:Carl Reimers (Bünzen), Hauptlehrer
  • 2. Vorsitzender:Hermann Carstens (Bünzen), Landwirt
  • Schriftwart:Heinrich Asmus
  • KassenwartKurt Pahlke (Innien), Rentner

1.04.1970: Planung eines Sportlerheimes, sportliche Zusammenarbeit mit der Schallmess- Batterie / Kellinghusen.

Neue Sparten:

  • Kinderturnen: Frau Necker / Herbert Golchert
  • Damengymnastik: Frau Rieckmann
  • Leichtathletik: Walter Butenschön / Conrad Rieckmann / Horst Hauschildt / Heinrich

Lamp (Bestenliste des DLV).

Die Fußballabteilung, heute eine der stärksten Sparten, gewann an Bedeutung (2. Platz Kreisklasse, kurzer Schnupperkurs in der Bezirksliga). Die einsatzfreudige und beispielgebende Arbeit des Vorstandes und der SpartenleiterInnen half dem Verein jetzt auf die Sprünge. Die Wende zum Breitensport ist eingeleitet. Die Tennissparte wird von Günter Maaß (Amtmann) ins Leben gerufen und kann auf eigenem Platz den Spielbetrieb aufnehmen.

Im Juli 1971 verstirbt der so sehr verdienstvolle 1. Vorsitzende, Hauptlehrer Carl Reimers. Seit 1945 als Spielwart dabei und 1. Vorsitzender seit 1960, hat er dem Verein viele wertvolle Impulse gegeben.

Feuerschaden: Im Dezember 1971 brennt die Baracke mit allen Geräten des Vereins ab. Unvorsichtigkeit einer schottischen Einheit! Dennoch, der Sportbetrieb geht in allen Sparten trotz Mühen weiter.

XII. Vorstand

  • 1. Vorsitzender:Hermann Carstens (Bünzen)
  • 2. Vorsitzender:Ingo Struve (Innien)
  • Kassenwart:Kurt Pahlke (Innien)
  • Schriftwart:Heinrich Asmus (Bargfeld)
  • Spielwart:Fritz Johannsen (Innien)
  • Männerturnwart:Herbert Golchert (Innien)

11.-17.09.1972: "Festwoche 50-Jahre TSV Aukrug".

Sportlerheim: 1972 kann mit Hilfe der Gemeinde, des Kreises und des Landes, durch Initiative und Einfluss von Heinz Wilhelm Fölster, Bürgermeister Jensen und Hermann Carstens, das "Sportlerheim" mit der integrierten Sportschützenanlage gebaut und eingeweiht werden. (Das Pächterehepaar Erika und Hein Wolkowski, kann 1997 sein 25jähriges Betriebsjubiläum feiern).

Das "Aukrug-Stadion" trug seinen Namen jetzt mit Recht. Mit Sportlerheim, Schwimmbad, Sportplätzen, Tennisanlage und Teichanlage, - (Eine Grußadresse an dieser Stelle an die Nachbarn "Sportangler") - wurde es ein Mittelpunkt der Gemeinde für Erholung, Freizeit und Sport.

1974 bekommt der B-Platz eine Flutlichtanlage. Ab diesem Zeitpunkt ist der Verein auch bei weiteren Großinvestitionen, aufgrund seiner sich bessernden Finanzsituation in der Lage, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Diese Gepflogenheit hat sich bis zum heutigen Tag bewährt. Nicht zuletzt hierdurch verdanken die Sportler des Vereins der Gemeinde die kostenlose Nutzung der Sporteinrichtungen. Seite 7 von 10 Der Kaufmann Willi (eigentlich Hans) Michaelsen (Böken), der eigentliche Begründer der Fußballabteilung in 1950, gibt 1976 seine Funktion als Fußballobmann an Ingo Struve (bisher 2. Vors.) und Bernd Wurms ab und wird 2. Vorsitzender.

XIll. Vorstand

• 1. Vorsitzender:Hermann Carstens (Bünzen) [stehend] • 2. Vorsitzender:Willi Michaelsen (Böken) [rechts] • Schriftwart:Heinrich Asmus (Bargfeld) [links] • KassenwartKurt Pahlke (Innien) [2. von rechts] Inge Wurms löst dann den langjährigen, verdienstvollen Kassenwart Kurt Pahlke ab, ebenso Holger Hauschildt den Schriftwart Heinrich Asmus, einen der hochgeschätzten Chronisten, der dann viel zu früh als Mitverfasser der zweiten Aukrug-Chronik, noch vor deren Fertigstellung, verstarb.

XIV. Vorstand / 1982

  • 1. Vorsitzender:Hermann Carstens (Bünzen)
  • 2. VorsitzenderWilli Michaelsen (Böken)
  • Schriftwart:Holger Hauschildt (Innien)
  • Kassenwartin:Inge Wurms (Bünzen)

Unter diesem Vorstand beginnen dann ab 1981 die Verhandlungen und Planungen für den Bau einer Sporthalle. Auch hier kann der Verein sich wieder mit finanziellen Mitteln einbringen.

Am 7.04.1984 kann die neue, große Sporthalle eingeweiht werden. Sie wird auf den Namen "Bürgermeister Jensen-Halle" getauft. Manch einer hatte wohl befürchtet, die Halle sei viel zu groß. Wer heute einen Blick auf den Belegplan wirft, der wird sehr schnell gewiss, dass die Halle rund um die Uhr genutzt wird und so diese Einrichtung weder aus dem Gemeinde noch aus dem Vereinsleben wegzudenken ist.

Die "Bürgermeister Jensen-Halle" (1984) stellt nach dem "Aukrug-Stadion" (1964), also genau 20 Jahre danach, das 2. Sport-Baudenkmal in Aukrug dar.

1991, nach über 20jähriger erfolgreicher Vereins- und Vorstandstätigkeit scheidet Hermann Carstens aus dem Vorstand aus. Sein Nachfolger wird Dr. Peter Steinhagen (damals Böken, heute Neumünster).

XV. Vorstand / 1991

  • 1. Vorsitzender:Dr. Peter Steinhagen ( Böken)
  • 2. Vorsitzender:Willi Michaelsen (Böken)
  • Kassenwartin:Inge Wurms (Bünzen)
  • Schriftwart:Holger Hauschildt (Innien)

Die Einschätzung der Bedeutung der Sporteinrichtungen für den Vereinsport, deren Erhaltung und Pflege, wurde für diesen Vorstand, neben der Planung zum Bau einer neuen Leichtathletikanlage, zum zentralen Mittelpunkt. Unter der verdienstvollen Tätigkeit des Platzwartes Günter Peter (Bünzen) und dem sehr lobenswerten Einsatz von Günter "Kanone" Michalke (Bargfeld), dem "Fußballmanager", erblühen die Sportplätze wieder in neuem Glanz. Ein Gerätehaus als Anbau an das alte Gerätehaus wird in Angriff genommen, für die evtl. Aufnahme der Leichtathletikgeräte. "Bauherren" sind wieder Günter Peter und Günter Michalke mit der Fußballsparte, die Gemeinde stellt das Baumaterial. Eine gut für den Schul- und Vereinssport zu nutzende Leichtathletikanlage fehlt. Die 100m- Bahn neben dem A-Platz ist am Ende. Eine Nutzung ist nicht ungefährlich und daher nicht mehr zumutbar. Mit der Gemeinde beginnen die Planungen. Zunächst sieht es so aus, dass die alte Laufbahn eine neue Auflage erhalten und saniert werden soll. Dann fällt die Entscheidung, dass am Spann, also direkt hinter der Schule, eine neue Leichtathletik-Anlage gebaut werden soll. 1995 beginnen die Baumaßnahmen, 1996 ist die Anlage, die als Segmentbauweise geplant ist, fertig. Segmentbauweise ermöglicht, die Anlage zu einem Rundstadion zu erweitern.

Der Gemeinde, vertreten durch Bürgermeister Heinrich-Hermann Behr, der Amtsverwaltung, vertreten durch den Amtsvorsteher Günter Maaß, dem Vorsitzenden des Ausschusses für "Schule-Jugend-Sport" Claus Ratjen (Homfeld), den Spartenleitern "Leichtathletik" Hans- Joachim Rathjen und Holger Doms für Planung, Einsatz, Mittel und nicht zuletzt dem Kreis und dem Land für Zuschüsse sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Dass dieses Objekt, das 3. Sport-Baudenkmal in Aukrug, noch verwirklicht werden konnte, ist nur der Tatsache zu verdanken, dass die Planungen begannen, als die Rezession in der Wirtschaft und damit auch in den Haushaltskassen noch nicht so absehbar war. Diese Anlage soll anlässlich der Jubiläumsfeier offiziell eingeweiht und hoffentlich auch getauft werden, 1995 kommt es zum Wechsel im Vorstand. Die Kassenwartin Inge Wurms (Bünzen) scheidet auf eigenen Wunsch aus dem mit großem Aufwand und viel Umsicht seit 1982 geleiteten Amt aus. Unter ihrer guten Haushaltsführung entwickelte sich die Finanzsituation des Vereins solide. Monika Mahlke (Böken), ihre Nachfolgerin, übernimmt einen Kassenstand , der die anteilige Finanzierung der Leichtathletikanlage und die Finanzierung eines Gerätelagers mit Hilfe der Raiffeisenbank problemlos ermöglichte. Dieses Gebäude wird 1997 von der Sparte "Trimm-dich-Männer" errichtet.

XVI. Vorstand / 29.03.1995

  • 1. VorsitzenderDr. Peter Steinhagen (Neumünster)
  • 2. Vorsitzender:Willi Michaelsen (Böken)
  • Kassenwartin:Monika Mahlke (Böken)
  • Schriftwart:Holger Hauschildt (Innien)

1996 kann endlich, angemessen zu dem hohen Anteil jugendlicher Sportler im Verein, das Amt der Jugendwartin wieder besetzt werden, das Käte Heeschen (Innien) bis 1994 vertrauensvoll leitete. Es werden gleich zwei Sportlerinnen in dieses Amt gewählt: Tanja Theede und Inga Heeschen.

1997 legt Holger Hauschildt (Innien) sein Amt als Schriftwart nieder, das er mit großem Fleiß und überschaulicher Logistik verwaltete. Ihm verdankt der Verein die elektronische Datenverarbeitung und -verwaltung (EDV), ohne die ein Verein dieser Größenordnung heute nicht mehr geführt und verwaltet werden könnte. Tanja Theede übernimmt das Amt, die gleichzeitig ihre Funktion als Jugendwartin aufgibt.

XVII. Vorstand / 17.04.1997

  • 1. Vorsitzender:Dr. Peter Steinhagen (Neumünster)
  • 2. Vorsitzender:Willi Michaelsen (Böken)
  • Kassenwartin:Monika Mahlke (Böken)
  • Schriftwartin:Tanja Theede (Innien)

Die Mitgliederzahl hat sich erfreulich auf ca. 1.300 stabilisiert und in 15 Sparten, von "A" wie Asthmasport bis "V" wie Volleyball, wird sehr unterschiedlicher Sport angeboten und intensiv betrieben. Kurzfristig fand eine Reitersparte zur Erleichterung ihrer Gründung Aufnahme im Verein, die sich dann aber Ende 1996 verselbständigte. In diesem Jahr "1997" wird nun das 75jährige Vereinsjubiläum begangen. Bis hierhin ist die Vereinschronik einigermaßen zusammengefasst und aufgeschrieben. Um mit Goethe zu enden: "Was Du schwarz auf weiß besitzt,...." Wenn der Verein sich so weiterentwickelt wie in den vergangenen 75 Jahren und die Geschichte ihm weiterhin günstig gesonnen bleibt, dann kann dem 100jährigen Jubiläum im Jahre 2022 nichts im Wege stehen.

Die Chronisten sollten den langen Weg bis dahin aufzeichnen, denn der Mensch neigt zur Vergesslichkeit, kann sich aber doch meist gut erinnern....

Der Bericht von Dr. Peter Steinhagen endet mit dem Jubiläumsjahr 1997.