Sarlhusen

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Eselhusen in der Karte „Ducatus Holsatiae Nova Tabula“ (Holstein), altcolorierter Kupferstich von Willem Blaeu, Amsterdam 1643.
Sarlhusen auf einer Karte von 1880

Sarlhusen, früher auch Scernelhusen, Sernehusen oder Eselhusen genannt, ist eine Gemeinde im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein.

Historische Beschreibung

Sarlhusen (vormals Scernelhusen, Sernehusen), adliches Gut unweit der Stör, 1 Meile nordöstlich von Kellinghusen, im Itzehoer Güterdistrict, Kirchspiel Kellinghusen. Breite 54° 1' 37; Länge 27° 27' 00 (Lohmühle). Besitzer dieses Gutes war 1522 Henneke v. Sehestedt; 1562 dessen Sohn Wulf; 1580 dessen Sohn Otto Sehestedt; 1608 der König Christian IV. und etwa 1660 ward es an den Kammersecretair des Königs Friedrich III. Theodor Lente verliehen; 1676 war F. v. Lente Besitzer, welcher der Kirche zu Kellinghusen 50 Reichsthaler vormaliges Courant und deren Zinsen den Armen des Gutes schenkte; 1699 Johann Hugo v. Lente; 1718 Christian v. Lente, welcher 1725 starb; darauf der Geheimerath v. Hagen; 1754 war es wieder Königlich und ward an den Baron v. Söhlenthal, Administrator der Grafschaft Rantzau, geschenkt und etwa 1764 an Detlev v. Ahlefeld verkauft, welcher bald darauf starb; 1781 war der Conferenzrath H. F. v. Eggers im Besitze des Gutes (24.000 Reichsthaler vormaliges Courant); 1797 kaufte es L. A. v. Buchwaldt für 37.000 Reichtsthaler vormaliges Courant; 1802 die gesammte Bauerschaft des Gutes; 1803 D. H. Martini, 1816 der General C. A. Graf v. d. Goltz; 1827 erhielten es dessen Erben; 1834 wurde der Concurs über das Gut erkannt; 1838 kaufte es der Erblandmarschall G. v. Rössing (19.600 Reichsthaler vormaliges Courant); 1846 H. A. Graf v. Brockdorff (42.500 Reichsthaler vormaliges Courant); 1855 Hansing (58.000 Reichsthaler vormaliges Courant).

Sarlhusen ist in der Landesmatrikel zu 4 Pflug angesetzt und besteht aus dem Haupthofe, dem Dorfe Sarlhusen mit Klein-Sarlhusen, einem Theile von Wiedenborstel (1 Halbhufe und Kathe mit der Hölzung) und der Sarlhusener-Papiermühle. Die Untergehörigen sind theils Eigenthümer, theils Erbpächter. Der Flächeninhalt des ganzen Gutes beträgt 2.065 Tonnen 228 Ruthen à 240 Quadratruthen (976 Steuertonnen; 64.740 Reichsthaler Reichsmünze Steuerwerth). Der Haupthof hat ein Areal von 288 Tonnen 75 Ruthen (98 Steuertonnen), worunter Acker 195 Tonnen, Wiesen 21 Tonnen 149 Ruthen, Heide 27 Tonnen 162 Ruthen, Hölzung 30 Tonnen 62 Ruthen, Torfmoor 6 Tonnen 79 Ruthen und Wege 228 Ruthen. Im Jahre 1839 wurde das sogenannte Webeksmoor, etwa 15 Tonnen groß, von der Dorfschaft an das Gut für 510 Reichsthaler vormaliges Corant verkauft, welches Moor in das ebengenannte Hofareal mit eingerechnet ist. Ebenso sind in dieses Areal eingerechnet 2 angekaufte, jetzt zum Hoflande gehörige Achtelhufen von respective 22 und 18 1/2 Tonnen (zusammen 46 Steuertonnen) im Dorfe Sarlhusen, welche mit dem Gute bewirthschaftet werden und auf deren einer eine Schmiede erbaut ist. Außerdem aber ist jetzt eine im Jahre 1843 angekaufte Vollhufe nebst Kathe im Dorfe Sarlhusen mit 197 Tonnen (86 Steuertonnen) Land, worunter 87 Tonnen 168 Ruthen Ackerland, 19 Tonnen 173 Ruthen Haideland, 19 Tonnen 171 Ruthen Wiesenland, 13 Tonnen 170 Ruthen Torfmoor und 54 Tonnen 230 Ruthen Holz ebenfalls mit dem Hofe verbunden und wird mit demselben bewirthschaftet, so daß das ganze Hofland jetzt aus 379 Tonnen 63 Ruthen besteht. Der Boden ist durchgängig ein recht guter Mittelboden; die Wiesen sind vorzüglich und können alle bewässert werden. Einzelne Ländereien heißen Liethkoppel, Schattenford, Steinkamp und Diekkoppel. Eine Anhöhe heißt Gloseberg (Glaasberg), von der man eine weite Aussicht benießt. Durch die Felder des Gutes fließt die Sarlau, welche weiter nördlich aufwärts Bünzener-Au (siehe Bünzener-Au) genannt wird und sich im Gute in die Stör ergießt.

An der Scheide des Gutes gegen Bargfeld fließt der Glosebach (Glaasbach), welcher durch das Bargfelder Holz Trenthorn fließend früher geradezu in die Sarlau sich ergoß, jetzt aber größtentheils nördlich in den Bünzener-Mühlenteich abgeleitet ist; in denselben ergießen sich der Tönsbek und Saalbornbek (siehe Bargfeld); in sämmtlichen 3 Auen werden Forellen gefangen. Das Wohnhaus ist, nachdem das vorige abgebrochen war, neu von Fachwerk mit einem Frontispice erbaut; vor demselben ist ein Thorhaus mit einem Thurm. Die Halbhufe und Kathe in Wiedenborstel, 1372 von Theodor v. Lente angekauft, wurden 1786 von dem damaligen Gutsbesitzer Friedrich v. Lente verkauft und stehen nur noch in Hinsicht der an die Gutscasse jährlich zu entrichtenden Abgabe von 54 Reichsthaler vormaliges Courant sowie in Hinsicht der Gerichtsbarkeit mit dem Haupthofe in Verbindung. Nördlich vom Hofe liegt isolirt in einer anmuthigen Gegend die Erbpachtstelle Sarlhusener-Papiermühle mit einer Papierwassermühle. Südlich von Sarlhusen auf einer Wiese beim Zusammenflusse der Stör und der Sarlau sind Spuren einer ehemaligen Burg auf dem sogenannten Wallberge noch zu sehen. Contribution: 230 Reichsthaler 48 Reichsbankschilling Reichsmünze, Landsteuer: 269 Reichsthaler 70 Reichsbankschilling Reichsmünze, Haussteuer: 31 Reichsthaler 29 Reichsbankschilling Reichsmünze.[1]

Weblinks

Einzelnachweise