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Die Kirchengemeinde Aukrug in den vergangenen zwanzig Jahren

von Klaus Bröker

Pastor Bröker mit der Gitarrengruppe

„1976 übernahm Pastor Klaus Bröker die Pfarrstelle in Aukrug. Für wie lange?" — schrieb Heinrich Bünger in seinem Anhang zur „Geschichte des Aukrugs". Seine Skepsis war begründet, hatten doch Pastor Klemt nach zehn und Pastor Wackernagel nach fünf Jahren eine andere Gemeine, übernommen. Es war der Eindruck entstanden: Diese Pfarrstelle werde nur als „Sprungbrett" benutzt. Inzwischen sind meine Familie und ich schon neunzehn Jahre in diesem Ort. Wir haben viele Beziehungen geknüpft, etliche Türen standen uns offen. Zu fröhlichen und schmerzlichen Anlässen durfte ich Menschen aus diesem Ort begleiten und kann nur bestätigen, was Heinrich Bänger sinngemäß über das kirchliche Leben schreibt: Unabhängig vom Christlichen Bekenntnis ist die Kirche immer noch an Knotenpunkten des Lebens gefragt — von der Wiege bis zum Grab. Gott sei Dank haben wir jährlich mehr Taufen als Beerdigungen und unsere schmucke Kirche wird für Trauungen bevorzugt.

Hier in Stichworten die Schwerpunkte der Gemeindearbeit in den vergangenen Jahren: Jugendfahrten nach Italien, Jugoslawien, Korsika, Zeltlager in Dänemark, Radtouren nach Dänemark, Fehmarn und Berlin; Gitarren- und Saxophongruppen; Blockflötenunterricht; Mutter-Kind-Kreise; Kindergottesdienste; Frauengesprächskreise; Abend für junge Leute; Weltgebetstagsvorbereitung; Kindergruppen; Beteiligung von Konfirmanden an Gottesdiensten; tägliche Andachten während der Friedenswochen.

Nach einigen Gesprächen mit der Fachklinik Aukrug und dem Strukturausschuß des Kirchenkreises Rendsburg beschloß die Synode im Mai 1993, eine Pfarrstelle für Rehabilitätsseelsorge an der Fachklinik einzurichten. Diese Stelle ist mit 50 % dotiert. In diesem Zusammenhang ist auch eine strukturelle Veränderung unseres Ortes zu erwähnen: Viele jüngere Familien sind nach Aukrug gezogen. Die Einwohnerzahl ist von 2.300 (1976) auf rund 3.300 angewachsen. Der Kirchenvorstand entschied sich deshalb, mich mit der Seelsorgestelle zu beauftragen und den sogenannten „Südbezirk" (50 %) zu übernehmen (südlich der Bahnlinie), während eine/ein jüngerer Kollegin/Kollege den verbleibenden „Nordbezirk" (50 %) betreuen sollte.

Im Oktober stellte Propst Jochims dem Kirchenvorstand Herrn Karsten Struck als zweiten Pastor der Gemeinde Aukrug vor. Alle waren von dieser ersten Begegnung angetan und beschlossen einstimmig, ihn mit der Betreuung des „Nordbezirkes" (nördlich der Bahnlinie) zu beauftragen. Herr Struck ist durch Gottesdienste, Taufen und Beerdigungen der Gemeinde schon bekannt geworden und regte inzwischen an, Konfirmanden und Jugendliche stärker am kirchlichen Leben zu beteiligen: Jeweils einmal im Monat einen Abendgottesdienst anzubieten, an dem die Konfirmanden u.a. Lesungen und eigene Beiträge übernehmen könnten. Dieses Angebot kommt bestimmt auch etlichen Gemeindegliedern entgegen, denen die traditionelle Gottesdienstzeit am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr einfach zu früh ist. Auch das Redaktionsteam unseres Gemeindebriefes wird aus Herrn Strucks Erfahrungen im Umgang in der Druck- und Computertechnik Nutzen ziehen können.

Bis September 1995 wird Frau Susanne Lau aus Neumünster als Theologin im Ehrenamt mit einem Zeitvertrag in unserer Gemeinde arbeiten. Von ihr stammt die Idee, für Eltern mit kleinen Kindern in Abständen einen „Krabbelgottesdienst"anzubieten. Vier wurden schon durchgeführt, einer zum Erntedankfest.

Die anderen Schwerpunkte ihrer Tätigkeit liegen im Kontakt zu den Mutter-Kind-Kreisen und „Frauenrunde mit Bibel" (Gesprächskreise zu verschiedenen Themen auf dem Hintergrund biblischer Texte). —

„Wohin mit kleinen Kindern im Gottesdienst?" — das ist für einige Eltern die Frage, wenn sie zur Kirche kommen möchten. Frau Gilda Proksch bietet deshalb zur Gottesdienstzeit eine Kinderbetreuung an.

Die Kinderstube

Die Kinderstube im Gemeinderaum

Zwei Kindergruppen treffen sich an vier Tagen in der Woche in unserem Gemeindehaus. Leiterinnen: Frau Elke Bern und Frau Karin Lamprecht. Die Warteliste ist lang. Der Kirchenvorstand sieht in dieser Arbeit einen wichtigen Beitrag, der neuen Struktur unseres Ortes Rechnung zu tragen: Zuzug von vielen jungen Familien. Kinder, die in unserer überschaubaren Einrichtung waren, haben meistens einen leichteren Start im großen Kindergarten der kommunalen Gemeinde Aukrug.

Der Kirchenvorstand

Pastor Klaus Bröker, Bischof Hans-Christian Knuth und Pastor Friedrich Wackernagel gestalteten den Abschlußgottesdienst anläßlich der Hundert-Jahr-Feier gemeinsam.

Wir sind kein „altehrwürdiges" Gremium, sondern das demokratisch gewählte Organ der Kirchengemeinde Aukrug und entscheiden in allen Fragen des öffentlichen Lebens: Herr Hans-Heinrich Brockmann; Frau Elke Carstens; Herr Hans Joachim Glate; Herr Wolfgang Gutzmann; Frau Elke Marianne Krzykala; Herr Wolfgang Pahl; Frau Christine Ratjen; Frau Elke Rixen; Herr Klaus-Wilhelm Schneede; Frau Heidemarie Seider; Herr Jochen Wehling und Frau Anita Wenzel. Kirchenvorste-her/innen haben Jugendgruppen auf

Fahrten begleitet, andere arbeiten mit bei der Vorbereitung zum Weltgebetstag. Die Leitung dieses Kreises hat Frau Regina Bröker. Es ist schon zur guten Sitte geworden, daß auch beim Abendmahl Mitglieder des Kirchenvorstandes helfen. Großen Spaß machte allen die Vorbereitung und Durchführung von zwei Erntedankgottesdiensten in der Scheune bei Looft in Bünzen. In den vergangenen Jahren sind wichtige Beschlüsse gefaßt worden: Neubau der Orgel — Erweiterung des Friedhofes — Anbau des Gemeindehauses. Alle waren an der Vorbereitung und Durchführung der Festwoche anläßlich der Hundert-Jahr-Feier (1993) unserer Kirchengemeinde beteiligt.

Es ist nicht zufällig, daß Gemeindeglieder Verantwortung für das kirchliche Leben übernehmen. Die Geschichte unserer Gemeinde zeigt, daß der Kirchenbau vor über hundert Jahren nicht „von oben" verordnet worden war, sondern in einem „langen Marsch durch viele Instanzen" von unten endlich am 17.12.1893 ans Ziel kam.

„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten". (Psalm 50, 15) Dieses Bibelwort schrieb die damalige Kaiserin und Königin Auguste Victoria in die Innenseite unserer Altarbibel. Das möge für alle gelten, die Gott in ihrer Not suchen. — Während meiner Zeit haben wir von einigen Kirchenvorstandsmitgliedern Abschied nehmen müssen: Hans Carstens, Rudolf Carstens, Gerda Meier, Reinhold Ohm und Otto Kalies. Allen ein herzliches Dankeschön für ihre Arbeit in unserer Gemeinde.

Kirchenbüro, Küster, Friedhofswart und Kirchenmusik

Von links: Pastor Bröker, Bernhard Protz, Werner Hauschildt

Montags bis freitags ist unser Büro von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Frau Marianne Krzykala ist dann für Sie da. Sie ist die Nachfolgerin von Frau Helene Szislo, die ebenso für die gesamte Verwaltung tätig war. „Verwaltung" — für die meisten ein trockenes und nüchternes Wort. Aber wie oft ergibt sich bei der Ausstellung eines Patenscheines oder der Vergabe eines Grabes das eine oder andere Wort, das genauso wichtig ist wie die „Bescheinigung".

Herr Ingo Pahlke ist der Nachfolger von Jens Tietgen (gest.) und Herrn Werner Hauschildt. Auch die Arbeit auf dem Friedhof ist nicht nur eine gärtnerische Tätigkeit, sondern erreicht oft seelsorgerliche Bereiche. Anlage eines Grabes, Aufstellen des Grabsteins — hier wird ein ganz empfindlicher Bereich der Friedhofsnutzer berührt. Hilfestellung zu leisten bei der Bewältigung der Trauer — das ist das Anliegen von Friedhofswart und allen Verantwortlichen in der Kirchengemeinde Aukrug.

Wichtig ist auch der Klang unserer schönen Orgel. Frau Annegret Winter und Herr Bernhard Protz teilen sich im Wechsel die Gottesdienste in unserer Gemeinde. Es ist ein beruhigendes Gefühl für alle Beteiligten, wenn Frau Winter auch zu „unmöglichen" Zeiten zu erreichen ist. Nach Möglichkeit erfüllt sie alle musikalischen Wünsche von Tauf- eltern, Brautpaaren oder trauernden Angehörigen. Sehr oft sind auch Sonderproben mit Sängerinnen oder Sängern nötig. Herzlichen Dank beiden für den treuen Dienst in den vergangenen zwanzig Jahren. Ohne Orgel wären unsere Gottesdienste ärmer.

Es grüßen Sie Ihre Pastorin Lau, Ihr Pastor Bröker und Pastor Struck!