Archiv:Kirchliches

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Kirchliches*

Vom 10. März 1958 bis 10. September 1958 war die Pfarrstelle in Innien unbesetzt. Das wurde von der Gemeinde sehr schmerzlich empfunden. Am 11. September 1958 konnte Pastor Georg Klemt, der, von einem mehrjährigen freiwilligen Einsatz in der DDR zurückgekommen, vom Bischof auf diese Stelle berufen worden war, mit der Gemeindearbeit beginnen. Er stellte neben der seelsorgerischen Betreuung der Patienten im Tbc-Krankenhaus Tönsheide die Jugendarbeit in den Mittelpunkt seiner Tätigkeit und förderte in Zusammenarbeit mit dem Lehrer und Organisten Walter Grünwaldt die Kirchenmusik durch Chorgesang und Instrumentalmusik.

Während seiner Amtszeit wurde 1962 im Pastorat eine Ölheizung installiert, zugleich die Mitbeheizung der Kirche vorgesehen und die Küche in den Südteil des Pfarrhauses verlegt. Im November des gleichen Jahres konnte der neue Friedhofsteil, der durch Zuschüttung des tiefer gelegenen Pfarrgartens entstanden war, in Benutzung genommen werden. 1964 wurde unter Verwendung des bisherigen Küchenraumes und eines neu erstellten Anbaues ein großer Gemeinderaum geschaffen, der durch eine Harmonikatür in zwei Räume unterteilt werden kann. Am 6. Mai 1965 erfolgte seine feierliche Einweihung.

Am 25. Juli 1965 wurde der langjährige Organist Walter Grünwaldt verabschiedet, der nach Erreichung der Altersgrenze in Pension ging und nach Wiesbaden verzog. Sein Nachfolger im Organistenamt wurde Lehrer Bernhard Protz, der das Amt auch jetzt noch innehat.

1966 wurde das Innere der Kirche gründlich renoviert, die Ölheizung angeschlossen, ein neuer Fußboden gelegt und eine moderne Beleuchtung eingebaut. Der in der Mitte des Kirchenraumes hängende große Dornenkranz wurde beseitigt. Mit einer Weihnachtsmusik am 20.12.1967 konnte die renovierte Kirche von der Gemeinde feierlich wieder in Benutzung genommen werden.

Es war eine Überraschung für die Aukruger, als Pastor Klemt kurz vor der 10jährigen Wiederkehr seiner Übernahme der Innier Pfarrstelle Ende 1968 seine Versetzung nach Rendsburg bekanntgab. Es kam bei manchem Mitglied der Kirchengemeinde die Befürchtung auf, daß die kleine Aukrug-Pfarrstelle als Sprungbrett in eine attraktivere Pfarre genutzt werden könnte. Die Entwicklung der folgenden Jahre scheint solchen Skeptikern recht zu geben.

Ihn April 1969 verließ Pastor Klemt die Gemeinde Innien, um die 4. Pfarrstelle an St. Marien in Rendsburg zu übernehmen. Es gab erfreulicherweise keine Vakanz, da der gerade ordinierte Pastor Friedrich Wadcernagel mit der Pfarrstelle beauftragt wurde. Er hielt am 4. Mai seine Antrittspredigt. Seit Ende Februar 1969 arbeitet Frau Szislo als Büromitarbeiterin im Pastorat. Ab Sommer 1965 wurden die Bibeltext-Lesungen von den Kirchenältesten vorgenommen. Das ist eine Reihe von Jahren fortgesetzt worden, hat sich aber nicht als eine feste gottesdienstliche Einrichtung auswirken können.

Die bedeutsamste Veränderung im kirchlichen Leben zur Amtszeit Pastor Wackernagels war der Einbau einer neuen Orgel. Das Instrument ist eine rein mechanische Schleifladenorgel und stammt aus der Orgelbauwerkstatt Alfred Führer, Wilhelmshaven. Man sah sich veranlaßt, die Orgel nicht wieder auf der Orgelempore, sondern unten im Kirchenraum an der Nordostseite einzubauen, weil der Chor in der Höhenausdehnung nicht genug Raum bot. Die Entscheidung ist umstritten. Der Entschluß zum Neubau war richtig. Am Sonntag, dem B. Juni 1975, wurde die neue.Orgel in einem Festgottesdienst in den gottesdienstlichen Gebrauch genommen. Es mag hier der Wunsch Pastor Wackernagels in seinem schriftlichen Geleitwort zur Einweihung mit hoffender Zustimmung wiedergegeben werden: „Mag diese neue Orgel viele Jahre hindurch zur Ehre Gottes und zur Freude aller Kirchenbesucher erklingen!"

Eine andere notwendige Maßnahme fiel ebenfalls in die Amtszeit des Pastors Wackernagel, nämlich eine dringend erforderliche Erweiterung des Friedhofsgeländes. Auf dem Wege des Landtausches im Rahmen der Flurbereinigung konnte die „Presterwisch" in Böken gegen ein Wiesengelände an der östlichen Friedhofseite getauscht werden. Es war allerdings eine umfangreiche Aufschüttung erforderlich. Nach gehöriger Ablagerung konnte zu Beginn dieses Jahres die erste Belegung erfolgen.

Die Skeptiker behielten recht, schon am 14. November 1975 verließ Pastor Wackernagel die Pfarrstelle in Aukrug, um in einer Pfarrstelle in Plön tätig zu sein. Die Gemeinde war betrübt. Nun trat eine mehrmonatige Vakanz ein, vom 15. November 1975 bis 30. April 1976. Am 1. Mai 1976 übernahm Pastor Klaus Bröker aus Kiel die Pfarrstelle Aukrug als Hilfsgeistlicher. Wie lange?

In einem 50jährigen zähen Ringen haben sich die Aukruger ihre kleine, schmucke Kirche und ein selbständiges Pfarramt erkämpft. Sie haben in den nunmehr 85 Jahren durch alle Wechselfälle in den geistigen Strömungen der Zeit hindurch in schlichter, treuer Beständigkeit im Sinne der Gründer zu ihr gehalten. Nicht die sonntäglichen Besucherzahlen geben dafür den richtigen Beweis, sondern eher der Zustrom von jung und alt zu den Gottesdiensten des Heiligen Abends. Unabhängig davon, wie der einzelne in seinem Innern zu dem Wortlaut des christlichen Bekenntnisses steht, möchte keiner Pastor und Kirche aus dem Aukrug verdrängt sehen. Im Angesicht des Todes sammeln sich auch heute die Leidtragenden und Mittrauernden im andachtgebenden Raum unserer Kirche. Möge es so bleiben!