Archiv:Verpfändung der Kirchspiele Kellinghusen und Nortorf

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Verpfändung der Kirchspiele Kellinghusen und Nortorf

Die großen Kriege hatten den Staat in ungeheure Schulden gestürzt. Viele Edelleute und auch kapitalkräftige Bürger hatten Geld vorgestreckt. Diese Staatsschulden abzutragen war bei der schlechten Lage des Landes nicht möglich. Darum entschloß König Friedrich III. sich zu einer merkwürdigen Maßnahme, um die Gläubiger sicherzustellen. Jeder, der dem König Geld geliehen hatte, erhielt dafür die landesherrlichen Einkünfte aus einem Distrikt angewiesen als Zinsen für das geliehene Kapital bis zur Zurückerstattung. So wurde das Amt Segeberg verpfändet.

Das Kirchspiel Kellinghusen (1) wurde unterm 6.6.1665 an den Grafen Rantzau auf Breitenburg verpfändet. Er hatte dem König 27 580 Rthlr geliehen. Als Zinsen sollte Rantzau die Herrengefälle haben. Zur Kontribution wurde das Kirchspiel auf 47 Pflüge gesetzt, 8 1/2 Pflüge, die mehr vorhanden waren, sollten nicht berechnet werden, sondern für wüste und schwache Hufen eintreten können. So kamen die Dörfer Bargfeld und Homfeld unter Breitenburg. Die Verpfändung dauerte bis 1691. Dann kam Kellinghusen wieder zum Amte Rendsburg. Aus der Zeit der Verpfändung enthalten die Amtsrechnungen keine Nachrichten. Als Graf Rantzau Kellinghusen zurückgab, hatte er 1704 Rthlr für ausgelegte rückständige Steuern der Bauern vorgeschossen. Das Amt Rendsburg sollte ihm diese Summe in drei Jahren abtragen. Rantzau bat aber, sie aus den Steuern seiner Güter zu kürzen. Dann bekam er sie sicher, denn das Amt Rendsburg, dessen Amtman Graf Rantzau war, befand sich in schlechtem Zustand. Es hatte über 130 000 Rthlr Steuerrückstände.

Damit war ein Gläubiger abgefunden. Es hatten aber noch Friedrich von Ahlefeldt, der Statthalter, 53 000 Rthlr mit 9 Jahren Zinsen, Oberst Johann Otto Bremer 5000 Rthlr mit 7 Jahren Zinsen, Dietrich Faust Erben in Flensburg 4000 Rthlr mit 9 Jahren Zinsen, Oberst Detlev v. Brockdorf 8100 Rthlr mit 7 Jahren Zinsen zu erhalten. Dafür sollte ihnen das Kirchspiel Nortorf verpfändet werden.

Amtsverwalter Daniel Hausmann und Hinrich von Stöcken kamen nach Rendsburg, um ein neues Erdbuch (2) aufzustellen und die Naturalabgaben zum derzeitigen Preis anzusetzen, z. B. 1 Schwein bisher 28 ß, jetzt 1 Rthlr; 1 Lamm 16 ß, jetzt 24 ß, 1 Huhn 3 ß jetzt 6 ß, 1 Tonne Roggen jetzt 7 Mk.

Die Gesamtsumme der Forderungen betrug 105 999 Rthlr. Die Einkünfte des Kirchspiels Nortorf (3) beliefen sich auf 3565 Rthlr 27 ß 8 Pf. Das entsprach einem Kapitalswert des Kirchspiels von 89 830 Rthlr 43 ß. Man rechnete z. B., 7 Pflüge in Böken = 232 Rthlr Einkünfte = 5800 Rthlr Kapital 4 1/8 Pflüge in Bünsing = 129 Rthlr 9 ß 6 Pf Einkünfte = 3229 Rthlr 45 ß Kapital. Die Mühle dort = 93 Rthlr 16 ß Einkünfte = 2333 Rthlr 16 ß Kapital. 4 1/2 Pflüge in Innien = 138 Rthlr 37 ß 6 Pf Einkünfte = 3469 Rthlr 25 ß Kapital. Die kgl. Hölzung dort = 100 Rthlr Kapital.

Es sollten verpfändet werden an Ahlefeldt:

  • Ellerdorf 9 Hufen 6 Katen geben 324 Rthlr 23 ß jährl.
  • Schülp 7 Hufen 2 Katen geben 227 Rthlr 43 ß jährl.
  • Bünsing 4 Hufen 1 Kate geben 130 Rthlr 32 ß jährl.
  • Die Mühle daselbst 93 Rthlr 16 ß jährl.
  • Krogaspe 10 Hufen geben 311 Rthlr 9 ß jährl.
  • Timmaspe 8 Hufen 4 Katen geben 271 Rthlr 19 ß jährl.
  • Nortorf 2 Hufen 21 Katen geben 183 Rthlr 10 ß jährl.
  • Seedorf 2 Hufen 1 Kate geben 65 Rthlr 46 ß jährl.
  • Großen Warder 4 Hufen 1 Kate geben 125 Rthlr 26 ß jährl.
  • Die Fischerei im See gesetzt auf 400 Rthlr Kapital.
  • Gnutz 16 Hufen 4 Katen geben 520 Rthlr 36 ß jährl.
  • Bokel 4 Hufen 3 Katen geben 136 Rthlr 4 ß jährl.
  • Die Mühle dort 157 Rthlr 32 ß jährl.
  • Borchdorf 2 Hufen 2 Katen geben 68 Rthlr 30 ß jährl.
  • Die Fischerei dort 225 Rthlr Kapital
  • Tinenbüttel 5 Hufen 6 Katen geben 180 Rthlr 42 ß jährl.

Gr. Vollstedt 6 Hufen 3 Katen geben 199 Rthlr 39 ß jährl.

  • Fischerei dort 260 Rthlr Kapital.
  • Innien 4 Hufen 2 Katen geben 138 Rhtlr 37 ß 6 Pf.

Die Hölzung bei Hanß Ratgen (Innien) Hufe ist gesetzt, weil das ander Holz der Leute eigen ist, auf 100 Rthlr. Eißendorf 3 Hufen, 1 Kate.

Sehl. Dietrich Fausten Erben im Flensburg haben zu fordern Kapital und Zinsen 6180 Rthlr. Davor ist ihnen zugelegt

  • Böken 7 Hufen 3 Katen geben 234 Rthlr.
  • Eißendorf 1 Hufe.

Die Verpfändung von Nortorf hat nicht stattgefunden. Vom Kirchspiel Nortorf liegen die Steuerlisten in den A. R. vor, von Kellinghusen fehlen sie. Friedrich von Ahlefeldt bekam das Vorwerk Haale in Pfand.