Nortorf

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Nordorp in der Karte „Ducatus Holsatiae Nova Tabula“ (Holstein), altcolorierter Kupferstich von Willem Blaeu, Amsterdam 1643.

Nortorf, früher auch Northorp, Nordorp oder Nordtorpe genannt, ist eine Stadt im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein.

Historische Beschreibung

Nortorf (vorm Northorp, Nordtorpe), ein großes weitläufiges und betriebsames Kirchdorf an der Eisenbahn von Rendsburg nach Neumünster, die hier einen Bahnhof bildet 24 M südöstlich von Rendsburg, theils zum Amte Rendsburg, Kspv. Nortorf theils zum Kloster Itzehoe, Vogtei Nortorf gehörig. Br. 540 011“; L 27° 3115“ – Von diesem hoch liegenden Dorfe gehören zum Amte, außer der Kirchspielvogtei, dem Diaconate und der Organistenwohnung 3 Halbh., 22 Achtelh., 3 Kathen mit und 55 Kathen ohne Land. Zum Kloster gehören, außer dem Pastorate 2 Vollh, 2 Viertelh, 13 Achtelh. und 31 Kathen ohne Land.

Hier ist eine Apotheke, eine Fracht- und eine Briefposterspedition, auch wohnen hier 3 Aerzte, 2 Thierärzte und 2 Hebammen. – Die Schule hat 2 getrennte Claſſen (220 K) – Vz.: 1150, worunter 4 Manufactur- und Colonialwaarenhändler, 12 Krüger, 10 Höfer, 2 Branntweinbrenner, 3 Bierbrauer, 3 Grobschmiede, 4 Schlosser, 3 Rademacher, Schlachter, 8 Bäcker, 1 Uhrmacher, 2 Glaser, 2 Färber, 1 Kunstdrechsler, 2 Holzdrechsler, 1 Goldschmied, 1 Buchbinder. Auch sind hier eine Wollspinnerei und eine Kalkbrennerei.

Die erste Kirche wird im 12. Jahrh. erwähnt. Die jetzige ist theils von unbehauenen Feldsteinen, theils von Mauersteinen erbaut; das Patronat und das Pastorat ward 1440 dem Kloster zu Itzehoe überlassen. Sie hat einen, 1678 erbauten, 240 Fuß hohen Thurm, ward 1817 sehr verbessert und erhielt eine neue Orgel. Ein Taufkessel von sehr feinem Glockengute ist 1589 verfertigt. Diese Kirche ist merkwürdig durch eine Zusammenkunft des Königs Friedrich II. mit den Herzögen Johann und Adolf, im Jahre 1559, in welcher der Beschluß gefaßt wurde, Dithmarschen zu erobern. An der Kirche stehen 2 Prediger; das Kloster Itzehoe präsentirt den Hauptprediger und die Gemeinde wählt; den Diaconus ernennt der König. 1796 vermachte der Diaconus David Schulze 660 % v. Ct, an die Nortorfer Kirchspielsarmen, deren Zinsen jährlich am Neujahrstage an alte arme Leute vertheilt werden.

Eingepfarrt:

vom Amte Bordesholm: Blumenthal (z. Thl.), Dätgen, Ellhorn, Kählersteich, Loop, Söhren, Söhrenerholz;

vom Amte Rendsburg: Aukrug, Bargfeld, Bargstedt, Böken, Bokel, Borgdorf (z. Thl.), Brammer, Brammerau, Bünzen (z. Thl.), Eisendorf (z. Thl.), Ellerdorf, Gnutz, Hamburg, Heinhoop, Holtdorf, Homfeld (z. Thl.), Innien (z. Thl.), Krogaspe (z. Thl.), Oldenhütten, Papenkamp, Schülp (z. Thl.), Seedorf (z. Thl.), Thienbüttel, Timmaspe, Groß-Vollstedt (z. Thl.), Warder (z. Thl.);

vom Kloster Itzehoe: Bünzen (z. Thl.), zur Capelle, Scheidekrug, Homfeld (z. Th.l), Innien (z. Thl.) Langwedel, Langwedelerfeld, Langwedelerholz, Moorkathe, Nortorf (z.Thl.), Ruhleben, Wennebek;

vom Gute Emkendorf: Borgdorf (z. Thl.), Eisendorf (z. Thl.), Grünenthal, Alt- und Neu-Kathenstedt, Mühlendorf, Neu-Mühlendorf, Neumühlen, Schülp (z. Thl.), Seedorf (z. Thl.), Springswedel, Groß Vollſtedt (z. Thl.), Klein Vollstedt (z. Thl.), Warder (z. Thl.).

Nortorf hält jährlich 2 Märkte, am dritten Mittwochen nach Ostern und auf Martini. Eine Spar- und Leihcasse besteht seit dem Jahre 1847. – Von dem Areale gehören zum Amte 775 Steuert, worunter 192 Ton. Wiesen; zum Kloster 223 Steuert, worunter 120 Ton. Wiesen und Weide. Der Boden ist theils sandig, theils recht gut, westlich und nördlich besser als östlich und südlich; er ist in der letzteren Zeit sehr verbessert; die Wiesen sind ausreichend; Hölzungen fehlen. – Ehemals waren hier viele Grabhügel, die meisten sind aber schon im vorigen Jahrhunderte abgetragen, und einige im Jahre 1838 untersucht. – Nortorf ward 1317 von den Dithmarschern, während ihrer Fehde gegen die Grafen von Holstein hart mitgenommen; 1712 wüthete hier eine pestartige Seuche, und 1813 litt dieses Dorf sehr durch feindliche Einquartierungen. – An eine Hollunder an der Kirche knüpfen sich manche Sagen. – Vz. des Ksp.: 7329.[1]

Weblinks

Einzelnachweise