Aukrugschule

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Die Aukrugschule ist eine Grund- und Hauptschule, bis 1980 mit Aufbauzug. Sie wurde 1978 von insgesamt 365 Schülerinnen und Schülern besucht, von denen 213 der Grund-, 97 der Hauptschule und 65 den drei Klassen des Aufbauzuges angehören. Der Aufbauzug lief damals aus, so daß sie seit 1980 eine Grund- und Hauptschule wurde.

Dem Lehrerkollegium gehören 10 Lehrerinnen, fünf Lehrer und drei stundenweise beschäftigte nebenberufliche Lehrkräfte im Angestelltenverhältnis an. Welch eine erstaunliche Entwicklung hat die Schule in den letzten 30 Jahren durchlaufen! - Gab es doch bis dahin ausschließlich ein- bzw. zweiklassige Schulen in unseren Dörfern.

Zwar hätten auch sie heute noch nicht auf ein 850-jähriges Bestehen zurückblicken können, aber dennoch weiß man aus den Personenstandsregistern, daß sie in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstanden sind. Es waren sogenannte Winterschulen, in denen die Kinder von nicht ausgebildeten Lehrkräften in privaten Schulstuben nur während der Wintermonate unterrichtet wurden.

War man damals darauf bedacht, möglichst Lehrkräfte anzustellen, die für ihre Arbeit ein nur geringes Entgelt forderten, so trat mit der Verordnung des Generalsuperintendenten Conradi aus dem Jahre 1731 eine wesentliche Änderung ein. Er wandte sich gegen das eigenmächtige Anstellen von Schulmeistern in den Dörfern und wies nachdrücklich darauf hin, daß die Anstellung von Lehrern Sache des Propstes sei.

Schon 1801 plante man, die Schulen Bargfeld, Böken, Bünzen und Innien zusammenzulegen. Damals scheiterte das Vorhaben an den Einsprüchen der Dörfer Böken und Innien. Inzwischen hatte man aber erkannt, daß der Erfolg der Schule auch weitgehend vom Lehrer abhängig ist. So fand man im Jahre 1900 beim Abbruch der Vorderseite des Schulhauses in Innien einen Balken aus dem Jahre 1834 mit folgender Inschrift: ,,Dies Schulhaus ist, o Herr, zu Ehren Dir gebaut. Die Kinder sind zu Deiner Lehr Dir anvertraut. Nur unser Wunsch und Bitte ist, daß Du uns gute Lehrer gibst, die unsre liebe Jugend lehren Weisheit, Pflicht und Tugend."

Bauleiter waren damals Gemeindevorsteher Ratjen und Müllermeister Kuhlmann (Chronik 27.9.1900). Aus einem Brief vom 7 .10.1899 des Lehrers an den königlichen Kreisschulinpektor Herrn Hauptpastor Hansen Hochehrwürden in Rendsburg geht hervor, daß auch die Lehrer manchmal Sorgen mit den Schülern und Eltern hatten. Hier ein gekürzter Auszug: ,,Da zur Zeit das unentschuldigte Fehlen einiger Kinder meiner Schule gewohnheitsmäßig und in frecher Weise betrieben wird, sehe ich mich genötigt, die Sache Ihnen vorzutragen. Schon immer ist das Bummeln einiger Kinder in Aukrug zu beklagen gewesen … Da die Schule in ihrem Betrieb unter dieser Sache in furchtbarer Weise leidet, so darf ich gehorsamst bitten, eingetragene Fälle prüfen zu wollen. E. ist Arbeiter und Demokrat, gänzlich unzufrieden mit seinem Schicksal. Er arbeitet auswärts, die Mutter kennt keine Pflichten, sondern schickt entweder die Kinder gar nicht oder halbnackt und schmutzig, auch viel zu spät zum Unterricht. . . . .

Ich bitte Euer Hochwürden gehorsamst, in den genannten Fällen einen Verweis erteilen zu wollen.

Aber auch erfreulichere Dinge weiß die Chronik zu berichten. So wird den Audörfern bescheinigt, schon am 24. März 1898 gemeinsam in einem Festzug durch alle fünf Dörfer marschiert zu sein. Anlaß war damals die 50-jährige Wiederkehr der schleswig-holsteinischen Erhebung gegen die Herrschaft der Dänen. ,,Der Tag begann 1/2 9 Uhr mit einem Kirchgang sämtlicher Schulen und des hiesigen Kriegervereins. Um 12.00 Uhr fand ein glänzender Umzug durch die fünf Audörfer statt. In jedem Dorf wurde eine Doppeleiche gepflanzt. In Innien hat man ihr den Platz vor der Kirche gegeben. Um 5 Uhr war Festessen, um 1/2 8 Uhr Commers und Ball. Alle Dörfer prangten im schönsten Fahnenschmuck."

Schulisch wurde' erst in unserer Zeit mit der Errichtung des Aufbauzuges zu Ostern 1950 in Innien eine Entwicklung eingeleitet, die in den . Jahren 1968/69 die Zusammenführung der Schulen zur Folge hatte. So entstand in Aukrug ein Schulsystem, das gerade in unserem ländlichen Bereich so etwas wie eine „Integrierte Gesamtschule" ohne die Sekundarstufe II darstellt und allen Schülerinnen und Schülern ihren Fähigkeiten entsprechend weitgehend gleiche Chancen bietet. Leider kann aufgrund der künftig absinkenden Schülerzahlen der Aufbauzug hier nicht mehr gehalten werden – schade.