Waldhütten

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Historischer Speicher in Waldhütten
Das Wohnhaus
Blick auf einen der größeren Teiche
Wegweiser nach Waldhütten
Planskizze zum Antrag „RuheForst Aukrug-Waldhütten“

Waldhütten ist ein Teil der Gemeinde Meezen und besteht überwiegend aus Forst- und Teichflächen, die von der Familie Ebeling bewirtschaftet werden.

Geschichte

Das landschaftlich sehr abwechslungsreiche Areal Waldhütten umfasst 223 Hektar, davon 190 ha Wald, 23 ha Wasserfläche und 10 ha Wiese. Ein Teil der Fläche gehört zu Aukrug. Der Name stammt aus der Zeit des Steinhauers Todt, der einst seine Hütte aus Steinen mitten in den Wald gebaut hat. Von dieser teils in die Erde eingelassenen Behausung sprach man nur als der „Hütte im Wald".

Der Steinhauer hat sich nicht ohne Grund dort angesiedelt. Die Gegend war außerordentlich steinreich und bot ihm eine ideale Existenzgrundlage. Auch viele mächtige Brocken waren darunter. Pastor Johann Kähler aus Stellau beschreibt 1905 den Steinbruch von Waldhütten wie folgt: "Die meisten Steine findet man zu Waldhütten, zwischen Hennstedt und Meezen. Hier ist´s wie bei den Hüttener Bergen. Wohl nirgens in Holstein giebt´s so viele. Der ganze Besitz des Herrn Roß-Luisenberg ist davon voll. Ein Platz von einigen Hektaren ist allein 5 m dick mit Steinen, im allgemeinen von Faust- bis Kopfgröße, bepackt. Mehr Steine wie Sand. Viele Steine sind von den Höhen in die Niederungen hier hinabgespült und zumeist mit Aufschlemmungen bedeckt. In dem einen Teich liegen 2 bis 3 m Steine aufeinander. In einer tiefen Schlucht finden sich Blöcke 2 bis 3 m hoch und breit, 4 bis 5 m lang. Aus einem gesprengten Felsen baute man, außer der Abfallhälfte, 4 cbm Kopfsteine. Angesichts solcher Steine fühlt man sich fast ins Gebirge versetzt."[1] Ein Teich des Geländes heißt noch heute „Steinteich", weil ein Findling aus dem Wasser ragt. Das Stallgebäude und das kleine Wasserpumpenhaus des Anwesens von Hans-Heinrich Ebeling zeugen vom Steinreichtum der Gegend. Sie wurden 1947 in sauberer Steinsetzarbeit errichtet.

Die Familie Ebeling hat Waldhütten 1936 gekauft. Ihr vorheriger Besitz in der Lüneburger Heide wurde für einen Truppenübungsplatz gebraucht. An die alte Heimat in der Heide erinnert noch der Kornspeicher aus dem Jahre 1737, den die Familie als totes Inventar mitgebracht hat. Er steht heute unter Denkmalschutz. Das ganz mit Holz verkleidete Wohnhaus ist aus einem Jagdhaus entstanden.

Der Forst- und Teichwirt Dietrich Ebeling hat den Betrieb von seinem Vater Hans-Heinrich Ebeling übernommen.

Waldwirtschaft

Um den Wald gesund und leistungsfähig zu machen bzw. zu erhalten, wurden und werden hauptsächlich standortgerechte Laubmischkulturen angelegt. Im Idealfall entwickeln sich die Sämlinge ohne Zusatzbepflanzung unter dem Schirm der Mutterbäume und ergeben später einen widerstandsfähigen Bestand (Prinzip der Naturverjüngung). Der Laubholzanteil beträgt 30% und besteht hauptsächlich aus Eiche (15 %), Buche (8 %) sowie Ahorn, Erle, Esche und Pappeln (8 %).[2]

Weihnachtsbäume

Auf ca. 10 ha werden extensiv Nordmanntannen und Nobilis angebaut um Weihnachtsbäume und Schnittgrün zu ernten. Die Weihnachtsbaumflächen in Waldhütten unterscheiden sich von herkömmlichen Weihnachtsbaumplantagen dadurch, dass dort ganz auf den Einsatz von chemischen Mitteln verzichtet wird. Um die Flächen vom Begleitwuchs sauber zu halten, lässt Familie Ebeling sie von Schropshire Schafen beweiden. Dies ist eine Rasse, die extra dafür gezüchtet wurde, dass sie nur das Gras und den Begleitwuchs fressen, nicht aber an die Bäume gehen. Jedes andere Schaf würde zuerst die jungen Triebe der Nordmanntannen fressen.

Weihnachtsmarkt

Familie Ebeling vermarktete ihre Weihnachtsbäume bis 2022 auf einem kleinen Weihnachtsmarkt, der am dritten und vierten Adventswochenende jeweils samstags und sonntags stattfand. Hier gab es neben Weihnachtsbäumen auch frische und geräucherte Fische aus den Teichen, Glühwein, Waffeln und Bratwurst sowie einige weihnachtliche Verkaufsstände.

Teichwirtschaft

Die eindrucksvollen Täler, die Quellen und Bäche Waldhüttens wurden schon im vorigen Jahrhundert genutzt. Die bewirtschaftete Wasserfläche ist 23 Hektar groß und verteilt sich auf 42 Teiche. Das Wasser kommt aus eigenen Quellen und ist vollkommen unbelastet. In den Teichen werden hauptsächlich Karpfen, Schleie und Zander, z.T. Forellen und Goldorfen gezogen, die als Satzfische an Angelvereine und Hobbyteichwirte verkauft werden.

Ferienhäuser

In Waldhütten wurden drei ehemalige Waldarbeiterhäuser zu vier komfortablen Ferienwohnungen ausgebaut. Mit dem neu aus Holz erbauten "Haus am Teich" wurde das Angebot um ein geräumiges Ferienhaus, direkt am Angelteich, erweitert.

Ruheforst Aukrug-Waldhütten

Im Frühjahr 2021 stellte Familie Ebeling nach über 4-jähriger Planungsphase[3] die Bauantragsplanungen für einen Bestattungswald in Waldhütten vor, die offizielle Einweihung des Ruheforstes fand am 30. September 2021 statt. Ruheforst ist ein geschützter Begriff der Firma Ruheforst aus dem Odenwald, die Anlage in Waldhütten ist die elfte in Schleswig-Holstein und die 74. in Deutschland mit dieser Bezeichnung.[4] Träger ist die Gemeinde Meezen, große Teile des als Friedhof gewidmeten Areals liegen auf Aukruger Gemeindegebiet, daher der Name Ruheforst Aukrug-Waldhütten.[5] Alternative Bestattungsformen verbreiten sich immer mehr und auch in Schleswig-Holstein gibt es schon einige Wälder, in denen ausschließlich Urnen beigesetzt werden können.[6]Die auch als Friedwälder bezeichneten Friedhöfe bieten Ruhestätten in ausgewählten Waldgebieten, die sich in der Regel durch standortgerechte Baumarten auszeichnen. Der Wald mit all seinen Besonderheiten bleibt bei der Nutzung erhalten. Er ist Lebensraum und Friedhof zugleich. Durch das Bestattungskonzept und die Nutzung als Urnenfriedhof können sich diese Wälder für mindestens 100 Jahre ungestört weiterentwickeln.

Siehe auch

Einzelnachweise