Ehemalige Handwerksbetriebe in Aukrug

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Die Liste ehemaliger Handwerksbetriebe basiert auf der Chronik von 1995, die bereits einige Kurzdarstellungen von Aukruger Betrieben enthielt.

Garten- und Landschaftsbau Böken

Der GALA-Bau war ein Fachbetrieb für alle Arten von Garten- und Außenanlagen. Zu den vielseitigen Arbeiten gehören Erd-, Teich-, Einfriedigungs, Rodungs- und Pflanzarbeiten sowie Dachbegrünungen und Wegebau. Hierzu benötigte die Firma einen umfangreichen Maschinenpark: Schaufellader, Bagger, Fräsen, div. Fahrzeuge und Kleingeräte standen zur Verfügung. Die vielen öffentlichen und privaten Baustellen verteilten sich auf ganz Schleswig-Holstein und Hamburg.

Dieter und Antje Heer führten den Fachbetrieb gemeinsam und beschäftigen 1995 ca. 30 Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende.

Hauke Andersen

Wartung und Vertrieb von Öl- und Gasheizanlagen

Der gelernte Elektriker Hauke Andersen stammte von der Insel Sylt und war 30 Jahre als Heizungsanlagentechniker in Aukrug tätig, seit 1965 in Innien und ab 1971 in Böken, Böker Straße 3. Sein Geschäftsbereich hatte sich bis 1995 über die Landesgrenzen hinaus bis nach Mecklenburg-Vorpommern erweitert.

Jürgen Rohwer

Nachrichtentechnik

Am westlichen Ortseingang Bünzens, in seinem Vaterhaus, hatte Jürgen Rohwer seit Dezember 1983 seine Werkstatt. Der Meister des Radio-und Fernsehtechnikerhandwerks hatte Anfang der Sechzigerjahre bei der Firma John in Innien seine Lehrzeit gemacht und sich später auf Funk- und Nachrichtentechnik spezialisiert.

Arija von der Geest

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Schlosserei — Stahlbau

1974 gründete Jürgen von der Geest eine Schlosserei in Bünzen. Schon in den Anfängen wurden die gemieteten Räumlichkeiten auf dem Bauhof Erwin Kruse zu klein, und man siedelte 1977 in die große Scheune des Resthofes Harms, Bünzer Straße 4 a, über. 1981 konnte die Scheune dann käuflich erworben werden. Durch das plötzliche Ableben des Maschinenbaumeisters im November 1981 musste der Betrieb von seiner Witwe und dem Jungmeister H.O. Henniges weitergeführt werden.

Wesentlichen Anteil am guten Gelingen der Arbeit hatte der Altgeselle und Vater der Inhaberin, Jan Mateuss. Die große Scheune wurde nach und nach renoviert und ausgebaut. 1995 standen große Werkstatträume mit modernen Bearbeitungsmaschinen und Büros zur Verfügung. Es wurden Zulieferteile für das Bauhandwerk und die mittelständische Industrie in Neumünster, Kiel und Hamburg gefertigt. So wurden z.B. Türen und Tore, die in Aukrug gebaut wurden, nach Saudi-Arabien geliefert, und Geländer wurden in Guinea (Westafrika) in einer Hafenanlage montiert. Der Betrieb wurde von Arija von der Geest-Timm und Rolf Timm gemeinsam geführt. Rolf Timm ist Diplom-Ingenieur und hat langjährige Erfahrungen im Stahlbau. Das „Wahrzeichen" des Betriebes war das alte Storchennest auf dem First der großen, zur Werkstatt umgebauten Scheune. Rolf Timm hatte es zusammen mit der Floristin Eva Wrigge von gegenüber und anderen Anliegern renoviert und fest verankert.

Landmaschinenhandel und Reparaturwerkstatt Fred Wüstenberg

Werbeanzeige 1972

Die Firma wurde von Fred und Annegret Wüstenberg in Bünzen am 1. Januar 1961 gegründet. Damit stellte sich auch Fred Wüstenberg in dritter Generation wie sein Vater und Großvater in den Dienst der Landwirtschaft. Der Großvater Johannes Wüstenberg begann 1928 mit einer Lohndrescherei, führte auch Buschhacken, Holzsägen, Pflügen, Kultivieren von Ödland und Wiesenwalzen durch, dazu Transporte aller Art. Als Fuhrunternehmer erhielt er 1932 die erste Nahverkehrskonzession im Aukruger Landhandel und fuhr mit seinem 13 PS-Lanz-Bulldog auf zwei Anhängern Getreide und Schrot über die Dörfer.

Dieses Unternehmen ging 1948 auf Fred Wüstenbergs Vater Fritz über, und er setzte die Tradition fort, bis er 1972 in den Ruhestand ging. Zu Fred Wüstenbergs Betrieb kamen 1969 die Schülerbeförderung hinzu sowie Lohnunternehmerarbeiten im Pflanzenschutz und Erdarbeiten mit einem Radlader. Durch die Technisierung der Höfe haben sich die Lohnarbeiten stark vermindert. Als zuverlässiger Mitarbeiter blieb der Schlossergeselle Günter Sorgenfrei der Firma drei Jahrzehnte lang treu. Annegret Wüstenberg ist vielen Aukruger Kindern als Schulbusfahrerin bekannt. Sie ist 1994 gestorben. Aus gesundheitlichen Gründen hat Fred Wüstenberg seinen Betrieb Ende 1994 geschlossen.

Malerei Hahn

Reinigungs- und Malerarbeiten an der Anlegebrücke des Olympia-Segelhafens Kiel-Schilksee

Hartwig Hahn hatte Anfang 1973 in Homfeld gebaut und dort den von Malermeister Werner Hauschildt übernommenen Betrieb weitergeführt. 1995 beschäftigte Malermeister Hahn drei bis vier Gesellen.

Die Firma Hahn führte neben Maler- und Tapezierarbeiten auch Beschichtungsarbeiten im Brücken- und Industriebau durch. Dazu gehörten Spritzisolierungen, Kunststoffbeschichtungen, Betonsanierungen, Sandstrahlarbeiten und Korrosionsschutz. Einsatzgebiete waren neben Schleswig-Holstein auch Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Der Betrieb bestand bis 2003.

Hans-Heinrich Kreutz

Hermann Kreutz mit Familie und Geselle vor der Schmiede 1903

Stahlbau

Der Schmiedemeister Hermann Kreutz eröffnete 1897 in Homfeld seine Hufbeschlag- und Wagenschmiede. Das Personal war „de Meister un sien' Geselln". 1914 wurde umgezogen zum heutigen Standort, Hünengrab 1. 1929 übernahm der Sohn Schmiedemeister Hans Christian Kreutz die Schmiede. Jetzt standen schon drei Schmiede am Amboss. Seit 1971 ist der Schmied Hans-Heinrich Kreutz Chef der Firma. Sie war spezialisiert auf Stahl- und Geländerbau. Es wurden Leiteinrichtungen an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen montiert. Die Firma hatte ein Stammpersonal von acht Mitarbeitern und wurde von seinem Sohn Knut bis 2015 weitergeführt.

Horst Göttsche

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Heizungs-, Lüftungsbau-, Gas- und Wasserinstallateurmeister

Die Firma wurde von Schlossermeister Albert Brüggert am 12. März 1913 gegründet. Ab 1921 wurde die Firma von seinem Sohn, dem Schlossermeister Heinrich Brüggert, weitergeführt. Er weitete das Geschäft auf Bauschlosserei, Maschinenbau und Heizungsanlagen aus. Seine Spezialität war der Bau von Heuaufzügen. Ferner wurde die erste Tankstelle Inniens installiert. 1961 übernahm der Schwiegersohn, Heizungs- und Lüftungsbaumeister Richard Göttsche, den Betrieb. 1995 wurden hauptsächlich Zentralheizungsanlagen gebaut. 1976 legte Horst Göttsche die Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeisterprüfung ab und machte 1979 auch noch den Meister im Gas- und Wasserinstallateurhandwerk. Von 1983 bis 20XX führe er das über achtzig Jahre in der Familie befindliche Geschäft.

Zimmerei Voss

Hauptstraße 1

Die Zimmerei wurde 1880 von Zimmermann Heinrich Voss gegründet und existierte bis 1984. Drei Mitarbeiter standen dem „Boß" zur Seite. 1912 übernahm sein Sohn, Zimmermeister Hans Voss, den Betrieb. Er hatte vier Mitarbeiter. Doch die wirtschaftliche Flaute der zwanziger und Dreißigerjahre warf ihre Schatten auf die Entwicklung der Firma. Hans Voss war jedoch in der glücklichen Lage, als Landwirt eine zweite Einnahmequelle zu haben. 1945 trat der letzte Geschäftsinhaber, Zimmerer Heinrich Voss, in die Fußstapfen seiner Vorfahren. Er besuchte die Bauschule in Oldenburg-Rastede und bestand die Prüfung als Bauingenieur. Kurze Zeit später legte er die Meisterprüfung ab. Er begann mit drei Mitarbeitern. Im Bauhandwerk begann eine rasche Entwicklung. Eine große Werkstatt wurde errichtet, der Zimmereibetrieb auf den Sektor Tischlerarbeiten ausgeweitet. 1980 wurde das 100-jährige Firmenjubiläum gefeiert. 1984 gab die Familie Voss den Betrieb auf.

Elektro-Harder

Die Geschichte dieser Werkstatt fängt 1945 auf Tönsheide an. In der Nähe von Tönsheide lag eine Wehrmachtkompanie, die mit Elektrotechnik zu tun hatte. Zu der Einheit gehörte der Elektromechaniker-Meister Anton John. Er blieb dann als Betriebselektriker auf Tönsheide. Als der auf Tönsheide angestellte Betriebselektriker Kurt Kaufmann aus der Gefangenschaft heimkehrte, machte Anton John sich selbständig. Die Werkstatt wurde 1946 in der alten Sägerei hinter dem Haus von Max Rave eingerichtet.

Wenn heute die beiden ersten Lehrlinge Siegfried Einfeld und Egon Kaufmann erzählen, so kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es wurde alles in der Werkstatt John repariert. Motoren wurden gewickelt, Motorräder, Autos und Nähmaschinen immer wieder gangbar gemacht, Zahnräder mit der Hand gefeilt und alle Elektroarbeiten ausgeführt. Ferner betrieb die Firma noch ein Taxi, und im Saal von Johannes Rohwer wurden Filme vorgeführt. Beide Lehrlinge mussten neben ihrer Elektromechanikerprüfung auch eine Prüfung als Filmvorführer ablegen.

1952 hat Anton John dann das Haus in der Hauptstraße 3 gekauft. Die Werkstatt mit einer modernen Drehbank und der Laden wurden eingerichtet. Einen Aufschwung gab es 1953 mit dem Einzug des Fernsehens. Als die Fußballweltmeisterschaft 1954 aus der Schweiz übertragen wurde, kamen die Nachbarn mit Stühlen und Trittleitern in die Werkstatt. Alle konnten so die Übertragungen verfolgen.

1974 hat der Elektromeister Arthur Harder das Geschäft von Anton John übernommen. In dem Gebäude war eine Zeit lang die Sparkasse, dann die Polizei untergebracht. Heute wird der linke Teil als Elektroladen genutzt und rechts befindet sich Meikes Schnellimbiss.

Bäckerei Sierck

(Hauptstraße 6' — heute Fleischerei Wiese)

Zuerst hat hier Johannes Petersen 1898 eine Bäckerei eröffnet. Ihm gehörte auch die Hirtenkate. Im Jahre 1939 kaufte der aus Kropp stammende Bäckermeister Karl Sierck dem Ehepaar Petersen die Bäckerei auf Leibrente ab. 1941 erhielt sie einen neuen, für damalige Zeiten modernen Backofen. Wohl deshalb wurde in diesem während der späteren Kriegsjahre der gesamte Backbetrieb der Aukrugdörfer abgewickelt. Es musste Brennmaterial gespart werden! Karl Sierck wurde eingezogen, seine Frau Emmi führte das Geschäft weiter. In der Backstube arbeitete Herbert Golchert zusammen mit den anderen Aukruger Bäckern, soweit sie nicht den Gestellungsbefehl erhalten hatten. Auch der alte Bäckermeister Petersen half noch mit.

Die jüngeren Aukruger haben Herbert Golchert, der 1981 mit 69 Jahren starb, noch als Betreuer des Freibades kennengelernt. Ab 1948 fuhr die Firma Sierck ihre Backwaren auch über Land aus, zuerst mit einem VW-Käfer. 1970 wurde neben dem Verkaufsraum ein Café eingerichtet. Der Sohn Hans Heinrich Sierck übernahm 1973 den Betrieb. 1991 musste er seinen Beruf wegen eines Herzleidens aufgeben.

Am 5. November 1992 eröffnete der Fleischermeister Sönke Wiese aus Bargfeld und seine Frau Birgit als Fleischerei-Fachverkäuferin in den umgestalteten Räumen der Bäckerei ihren Fachbetrieb mit Party-Service.


Sattlerei und Polsterei Stahl

Meister Stahl

Der Sattlermeister August Stahl gründete am 1. November 1900 die Firma Sattlerei und Polsterei Stahl in Innien in der Bargfelder Straße 1. Sie war über die Grenzen des Aukrugs bekannt. In den ersten Jahren wurden vorwiegend Sattlerarbeiten verrichtet. August Stahl wurde im Ersten Weltkrieg zur Fliegerei dienstverpflichtet und musste die Tragflächen der Flugzeuge mit Leinen bespannen.

1935 übernahm sein Sohn, der Sattler- und Tapeziermeister Willi Stahl, den Betrieb. Im Zweiten Weltkrieg war er Soldat, sein Vater führte mit Willis Frau Margarethe den Betrieb weiter. Nach dem Kriege gab es eine große Aufwärtsentwicklung. Es wurden Gesellen und Lehrlinge beschäftigt. In den letzten Jahren seiner Firma betrieb „Meister Stahl“, so nannten ihn viele Aukruger, nur noch den Laden und die Reparaturwerkstatt. Er hatte immer ein offenes Ohr für seine Kunden und hat sich an die kompliziertesten Arbeiten herangewagt. Sättel, Pferdegeschirr, Schulranzen und alte Polstermöbel waren bei Meister Stahl in guten Händen. Wenn es sich lohnte, wurden sie repariert, wenn nicht, sagte er klipp und klar: Kauft einen neuen Ranzen.

Willi Stahl war aktiv im Vorstand der Sattler- und Tapezierer-Innung Rendsburg tätig. Für seine Verdienste um das Handwerk erhielt er die silberne Ehrennadel des Zentralverbandes des Raumausstatter- und Sattlerhandwerks. Er war Ehrenmitglied der Ortshandwerkerschaft Innien. 43 Jahre war er aktiv in der Innier Feuerwehr, zuletzt als stellvertretender Wehrführer, und später Ehrenmitglied der Wehr. 21 Jahre lang gehörte er dem Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Aukrug an und war viele Jahre im Innier Gemeinderat. Die Aukruger erinnern sich gern an die Sattlerei und Polsterei Stahl.

Stellmacherei Otto Hauschildt

Der Stellmacher bei der Arbeit - Otto Hauschildt aus Aukrug-Bünzen mit dem Aukruger Landtagsabgeordneten Heinz-Wilhelm Fölster
Wohnhaus und Werkstatt am Bünzer Ortseingang, Zum Sportplatz 3

Einer der letzten Stellmacher lebte in Aukrug. Diesen früher weitverbreiteten Beruf übte Otto Hauschildt aus Bünzen aus. Mit über 90 Jahren war er einer der letzten Stellmacher, der noch ein hölzernes Wagenrad herstellen konnte. So ein Wagen- oder Schubkarrenrad aus Eiche hielt ein ganzes Menschenleben lang. Otto Hauschildt wurde 1890 geboren, ging in Innien zur Schule und lernte anschließend in Hohenwestedt das Stellmacherhandwerk.

Nach der Lehrzeit zog es ihn auf Wanderschaft. Die schönsten Erinnerungen seiner Wanderjahre knüpfte Otto Hauschildt an seine Zeit in der Karosseriewerkstatt Jakobi in Hannover. Aus Holz wurden dort von 150 Mitarbeitern Kutschwagen und sogar Autokarosserien gefertigt. Stolz zeigte er immer wieder Detailzeichnungen von „Landauer“, „Vis-à-vis“ oder „Landauletts“, die er auf der Schule in Hannover angefertigt hatte. Während seiner Wanderschaft erhielt Otto Hauschildt vom Gewerkschafts-Vorläufer, dem „Holzarbeiter-Verband“, eine Unterstützung von einer Reichsmark pro Tag. Nachdem er von 1911 bis 1913 gedient hatte, wurde er 1914 zum Kriegsdienst eingezogen. Über die Kriegszeit sagte der Pionier nur: „Immer so mang dörchkom'n“.

1924 machte Otto Hauschildt sich selbständig und errichtete drei Jahre später eine eigene Werkstatt. Die Baukosten der Werkstatt betrugen 1927 ganze 4.000 Reichsmark. Wenige Jahre später erwarb er aus dem Nachlass der Firma Butenschön (Innien) weitere Maschinen. Mit diesen hat er bis ins hohe Alter gearbeitet. Als selbständiger Stellmacher musste Hauschildt alle Höhen und Tiefen der Wirtschaft überstehen lernen. Auch die Währungsreform konnte seine aufstrebende Firma nicht bremsen. „Ik harr ja nix“ war seine Lösung für dieses Problem.

Hölzerne Schubkarren und Wagen waren damals das Hauptgeschäft. Sein großer Kundenstamm aus Landwirtschaft und Handel hatte nie Grund zur Klage über seine Arbeit. Jeden Tag wurden zehn Stunden gearbeitet. In Spitzenzeiten hatte er eine Hilfskraft zur Verfügung, ansonsten machte er jeden Handgriff allein.

In den achtziger Jahren beschränkte sich Otto Hauschildt auf Reparaturarbeiten, die von den Aukruger Bauern und Bürgern immer noch gern an den rüstigen Stellmacher herangetragen wurden. Eine seiner letzten Arbeiten war die Reparatur eines großen eichenen Wagenrades, welches als Gartentisch dienen sollte. Den Tisch hat er sich noch angesehen und sich überzeugt, ob er wirklich gelungen war. Heute steht der Tisch im Wohnzimmer der Familie Asmus.

Klempner- und Installateurbetrieb Gustav Krohn

Gustav Krohn, 1906 in Sarlhusen geboren, lernte das Klempnerhandwerk beim Klempner Schröder im Anbau des Hauses von Schneidermeister Stöterau in Innien. Er war dann einige Jahre Geselle in Büsum, machte die Meisterprüfung und übernahm 1932 den Betrieb seines Lehrherrn Schröder. 1938 wurde ein neues Wohnhaus mit Werkstatt auf dem Grundstück Bargfelder Straße Nr. 9, wo früher die Weberkate stand, gebaut. Gustav Krohn hat bis ins hohe Alter seinen Betrieb geführt und immer selbst mit auf dem Bau und in der Werkstatt gearbeitet. Am 2. Dezember 1994 ist das Ehrenmitglied des Handwerkervereins verstorben.

Ausbildungsvertrag der Firma Gustav Krohn für Uwe Barsuhn aus dem Jahr 1958:

Friseursalon Nielsen

Friseur Vollmert mit seinem Gesellen Nielsen

1925 trat der 14-jährige Albert Nielsen seine Lehre beim Friseur Nottelmann in der Heinkenborsteler Straße an und legte 1928 seine Gehilfenprüfung ab. Danach arbeitete er für anfangs 6,— RM in der Woche bis 1933 beim Friseur Vollmert in der Bargfelder Straße 5.

Dann machte Albert sich selbständig und richtete auf dem Flur der Schlosserei Brüggert eine Friseurstube ein. 1934 eröffnete er einen neuen Salon in der eigenen Wohnung im Hause der Tischlerei Mahrt. Auch wurde ein Geselle eingestellt.

1938 bekamen Albert und Dora Nielsen vom Nachbarn Bäcker Peters einen Bauplatz. Die alten Peters erhielten auf Lebenszeit eine Wohnung im neu erbauten Geschäfts- und Wohnhaus. An dieser Stelle stand vorher die Hirtenkate von Innien.

Nach dem Krieg wurde das Geschäft allmählich zum heutigen neuzeitlichen Friseursalon ausgebaut. Am 1. Januar 1974 übernahm der 32-jährige Sohn Herbert mit seiner Frau Bärbel das Geschäft. 2003 gingen die beiden in den Ruhestand. Über 75 Jahre wurden von der Familie Nielsen den Männern die Haare geschnitten und den Damen der Kopf frisiert.

Siehe auch