Handwerk in Aukrug

Aus Aukrug Geschichte Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dankurkunde der ehemaligen Gemeinde Bargfeld an den Schmiedemeister Eduard Steffen. Sie zeigt die Schmiede am südwestlichen Ende der Straße „Zum Glasberg", wie sie 1949 aussah.
Der letzte Straßenbau per Hand. Nur in Böken und Bünzen wurden in den fünfziger Jahren noch Kopfsteine in Beton eingelegt.

Die Entwicklung und das Angebot des Handwerks in Aukrug war in allen Aukrugbüchern ein Thema, das von den Chronisten interessiert beobachtet und dokumentiert wurde. Im Laufe der Jahrhunderte gab es eine Vielzahl von Handwerksbetrieben in den unterschiedlichsten Branchen und Gewerken, von denen uns heute nicht mehr alle geläufig sind. Damals weitverbreitete Berufe sind inzwischen ausgestorben oder haben sich durch den technischen Fortschritt derart verändert, dass die historischen Berufsbezeichnungen nicht mehr verwendet werden.

Einleitung

Bis um 1700 war der Bauer meistens sein eigener Handwerker. Einzelne von ihnen werden besondere Geschicklichkeit in einem Handwerk gehabt haben und deshalb auch für andere Bauern handwerkliche Arbeiten übernommen haben. In den Kirchdörfern ließen sich zuerst selbständige Handwerker nieder. So war 1528 Marquart Vaget Schmied in Nortorf. 1633 arbeitet Schmied Hans Möller aus Sarlhusen (1) auf der Meezer Mühle, 1634 auf der Gnutzer Schäferei. 1715 hatte das Kirchspiel Raumort (die Dörfer um Rendsburg) einen Schmied, das Kirchspiel Jevenstedt zwei, das Kirchspiel Nortorf vier, davon zwei im Kirchdorf, das Kirchspiel Hohenwestedt fünf, davon vier im Kirchdorf, das Kirchspiel Schenefeld fünf, davon zwei im Kirchdorf. Allmählich wurde bei den Bauern vom Holz zum Eisen übergegangen. 1841 waren im Kirchspiel Raumort 29 Schmiedemeister mit 8 Gehilfen bzw. Lehrlingen, Jevenstedt 6 mit 2 Gehilfen, Nortorf 16 mit 8 Gehilfen, Hohenwestedt 19, Schenefeld 14 mit 8 Gehilfen (2).

Schmieden

Die Schmiede von Heinrich Strauß als letzte in Innien (Hauptstraße 22, heute Maifort)

Im Aukrug erscheint kurz vor 1700 ein Schmied Hans Lahann auf Reimer Witts Hofstelle. Hier wurde die Schmiede bis 1902 betrieben. Reimer Witt verkaufte die Schmiede. Sie wurde auf den heutigen Platz (Strauß) verlegt. Gleichzeitig (1700) hatte Marx Heeschen eine Schmiede in Bargfeld, 1731 sein Sohn Hans, dem 1762 Detlef Behrens, ein Vorfahr von Hans Behrens, Auhof, folgte. 1735 gründete Peter Bracker eine Schmiede in Böken. Sie lag in Kreutz „Stratenhof". Sein Sohn Marx wird als Schmied und Instrumentenmacher bezeichnet. Über ihn heißt es 1778: Sensen kommen aus Brabant. Viele werden jedoch von den Schmieden in Hohenwestedt, Nortorf, Gnutz und Böken verfertigt, die zwar teurer, aber auch besser sind. Das Stück kostete 1 Rthlr. Die eingeführten waren für 22-24 ß zu haben (2a). 1724 hatte der Dingvogt Henning Ratjen in Homfeld auf seinem Gehöft eine Schmiede, 1811 war die Homfelder Schmiede bei Diercks Stelle (alte Schmiede). Von 1911-1933 bestand auch in Bünzen eine Schmiede. Heute können Schmiede sich nur halten, wenn sie sich auf Maschinenreparaturen umstellen, denn Huf- und Wagenbeschlag werden immer weniger. Auch die Herstellung von Forken, Spaten und Schaufeln hat längst aufgehört.

Stellmacher

Der Stellmacher bei der Arbeit - Otto Hauschildt aus Aukrug-Bünzen mit dem Aukruger Landtagsabgeordneten Heinz-Wilhelm Fölster
Wohnhaus und Werkstatt am Bünzer Ortseingang, Zum Sportplatz 3

Einen Stellmacher bzw. Rademacher finden wir um 1670 in Innien. Es war der klösterliche Vollhufner Carsten Warnsholtz, der auf W. Rehmkes Hofstelle wohnte. Um 1730 haben wir auf Hans Butenschöns Hofstelle den Rademacher Marx Behrens. Hier wurde das Geschäft bis um 1920 betrieben. 1743 war Jürgen Freese in Bünzen auf Loofts Besitz Rademacher. 1771 begann Lorenz Ibs in Homfeld dies Geschäft, das um 1920 eingegangen ist. In Böken eröffnete Cai Dibbern 1875 eine Stellmacherei, die der Enkel noch betreibt. Nach 1920 entstanden in Bünzen und Homfeld Stellmachereien. Die heutigen Inhaber werden die letzten dörflichen Rademacher sein. Die Umstellung auf gummibereifte Ackerwagen bringt diesen Handwerkszweig zum Erliegen.

Einer der letzten Stellmacher lebte in Aukrug. Diesen früher weit verbreiteten Beruf übte Otto Hauschildt aus Bünzen aus. Mit über 90 Jahren war er einer der letzten Stellmacher, der noch ein hölzernes Wagenrad herstellen konnte. So ein Wagen- oder Schubkarrenrad aus Eiche hielt ein ganzes Menschenleben lang. Otto Hauschildt wurde 1890 geboren, ging in Innien zur Schule und lernte anschließend in Hohenwestedt das Stellmacherhandwerk.

Nach der Lehrzeit zog es ihn auf Wanderschaft. Die schönsten Erinnerungen seiner Wanderjahre knüpfte Otto Hauschildt an seine Zeit in der Karosseriewerkstatt Jakobi in Hannover. Aus Holz wurden dort von 150 Mitarbeitern Kutschwagen und sogar Autokarosserien gefertigt. Stolz zeigte er immer wieder Detailzeichnungen von „Landauer", „Vis-à-vis" oder „Landauletts", die er auf der Schule in Hannover angefertigt hatte. Während seiner Wanderschaft erhielt Otto Hauschildt vom Gewerkschafts-Vorläufer, dem „Holzarbeiter-Verband", eine Unterstützung von einer Reichsmark pro Tag. Nachdem er von 1911 bis 1913 gedient hatte, wurde er 1914 zum Kriegsdienst eingezogen. Über die Kriegszeit sagte der Pionier nur: „Immer so mang dörchkom'n".

1924 machte Otto Hauschildt sich selbständig und errichtete drei Jahre später eine eigene Werkstatt. Die Baukosten der Werkstatt betrugen 1927 ganze 4.000 Reichsmark. Wenige Jahre später erwarb er aus dem Nachlaß der Firma Butenschön (Innien) weitere Maschinen. Mit diesen hat er bis ins hohe Alter gearbeitet. Als selbständiger Stellmacher mußte Hauschildt alle Höhen und Tiefen der Wirtschaft überstehen lernen. Auch die Währungsreform konnte seine aufstrebende Firma nicht bremsen. „Ik harr ja nix" war seine Lösung für dieses Problem.

Hölzerne Schubkarren und Wagen waren damals das Hauptgeschäft. Sein großer Kundenstamm aus Landwirtschaft und Handel hatte nie Grund zur Klage über seine Arbeit. Jeden Tag wurden zehn Stunden gearbeitet. In Spitzenzeiten hatte er eine Hilfskraft zur Verfügung, ansonsten machte er jeden Handgriff allein.

In den achtziger Jahren beschränkte sich Otto Hauschildt auf Reparaturarbeiten, die von den Aukruger Bauern und Bürgern immer noch gern an den rüstigen Stellmacher herangetragen wurden. Eine seiner letzten Arbeiten war die Reparatur eines großen eichenen Wagenrades, welches als Gartentisch dienen sollte. Den Tisch hat er sich noch angesehen und sich überzeugt, ob er wirklich gelungen war. Heute steht der Tisch im Wohnzimmer der Familie Asmus.

Küper

Ausgestorben ist auch das Handwerk der Küper, die Tonnen, Milchsetten und Eimer aus Holz herstellten. 1741 finden wir Johann Boll in Homfeld als Küper, 1786 war Jochim Muxfeldt auf Heinrich Butenschöns Hofstelle in Innien Küper, um 1870 Claus Rathjen in Böken und Marx Rohwer in Bünzen. Die Herstellung verzinkter Blechwaren brachte dies Handwerk zum Sterben.

Weber

Die Eheleute Voß vor ihrem Hause

Erledigt ist auch die Weberei. 1743 waren in Bünzen zwei Weber, 1811 in Böken zwei, in Bargfeld drei, in Bünzen und Homfeld je ein Weber. Die Einwohner der Aukrugdörfer hatten keine eigenen Webstühle. Der letzte Weber des Aukrugs war Hans Jochen Voß in Innien, der bis zu seinem Tod 1931 den Webstuhl bediente. Nach seinem Tod wurde die Weberkate Anfang der dreißiger Jahre abgerissen, und der Neubau der Firma Gustav Krohn entstand (Bargfelder Straße 9).

Maler

Außenanstrich am Annenhof in Bargfeld 1932 —von links: Meister Hauschildt (Innien), Geselle Werner Busch (Innien), Geselle Hans Albert (Bünzen)

Das erste Malergeschäft des Aukrugs eröffnete 1834 Jasper Carstens im damals aufgegebenen Schulhaus in Innien (jetzt Strüben). 1959 hatten Hans Gosch und W. Hauschildt in Innien Malergeschäfte. 1834 eröffnete Jasper Carstens in Innien ein Malergeschäft (später Strüben). Um 1935 gab es in Innien fünf Malerbetriebe.

Knopfmacher

Ein besonderes Handwerk betrieb 1797 Ehler Rathjen in Böken. Er war Knopfmacher.

Zimmerer

Im Baugewerbe finden wir 1765 Claus Kröger in Bargfeld und 1789 in Böken als Zimmermann, 1847 Claus Delfs auf Schuster Heeschens Besitz in Böken, 1880 Jochim Hein in Böken, 1892 Sierck in Innien, 1877 Hinrich Voß in Innien, dessen Enkel Heinrich Voß das Zimmergewerbe noch betreibt.

Maurer

Als Maurer lebte von 1820 bis 1843 Marx Feldt in Böken. Maurergeschäfte betrieben 1892 Claus Rüschmann in Homfeld und von 1932 an Willi Wichmann und Hans Rathjen in Böken.

Müller

Innier Windmühle um 1920
Blick vorn Mühlenteich auf die Bünzer Wassermühle.

Die Windmühle Innien wurde 1878 gebaut. Im gleichen Jahre wurde Anna Siem geboren. Sie hat mit ihrem Mann von 1908 bis 1950 die Müllerei in Innien betrieben. Leider wurde die Mühle, nachdem der Sturm die Flügel zweimal heruntergeschmettert hatte, nicht wieder aufgebaut. Anna Siem wurde 103 Jahre alt. Die Bünzer Wassermühle ist das älteste Betriebsgebäude in Aukrug.

Tischler

Als ersten Tischler finden wir Marx Stieper in Bünzen, der 1800 eine Konzession für dies Gewerbe bekam, es aber schon seit 1789 betrieb. 1896 gründete Johann Blohm in Innien die jetzt von Greisel & Kniep betriebene Tischlerei, 1907 Johannes Lipp die von Hans Mahrt an Sattler überlassene.

Bäcker

Die erste Bäckerei im Aukrug eröffnete 1868 Hans Nikolaus Böde in Böken. Um 1890 gründete August Prieß in Innien die Bäckerei von Butenschön, 1898 Joh. Petersen (Sierck) in Innien und Hermann Lemke in Böken.

Schlachter

Die erste Schlachterei gründete 1895 Johannes Staven in Innien. Bis 1972 hat Schlachtermeister Heinz Lucht aus Nindorf 30 Jahre lang Fleisch- und Wurstwaren im Eckladen des heutigen Blumenladens in der Bargfelder Straße 1 verkauft.

Uhrmacher

1902 begann Hans Rathjen ein Uhren- und Goldwarengeschäft in Innien. Dieses Geschäft mit Reparaturwerkstatt gehörte 1995 neben der Gärtnerei Schneede zu den ältesten Aukruger Handwerksfirmen. Es wurde von Hans-Hinrich Rathjen gegründet. Nach dessen Tod 1930 übernahm der Sohn Hans-Johann August Rathjen den Betrieb, und seit 1956 führte ihn der Uhrmachermeister Hans-Helmut Christian Rathjen zusammen mit seiner Frau Renate, geb. Schaumann, in der dritten Generation fort.

Helmut Ueberrück arbeitete von 1974 bis 2003 als selbständiger Uhrmacher im Böker Stieg.

Gärtner

1888 gründete Heinrich Schneede in Innien, 1902 Fritz Lehmann in Böken eine Gärtnerei. Nach 1945 entstanden die Gärtnereien von Kröger in Bünzen und Howoldt in Innien. Letzterer betreibt auch Gemüse- und Blumenhandel im Laden.

Friseure

Das Haus von Willy Nottelmann, Heinkenborsteler Straße 13 (früher das Armenhaus)

Der erste „Putzbüdel" in Innien war Willy Nottelmann. Meistens kamen die Männer nach Feierabend zum Rasieren oder Haareschneiden. Bei Nottelmann ging es anschließend erst richtig los. Er hatte auch Ausschank von Köm und Bier, und oft wurde die halbe Nacht Karten gespielt. Das Haus war bis 1892 das Armenhaus in Innien und hieß „Das Schloß". Um 1900 konnte sich kein Barbier in Innien ernähren, 1959 waren vier Friseurläden in Innien vorhanden.

1925 trat der 14jährige Albert Nielsen seine Lehre beim Friseur Nottelmann in der Heinkenborsteler Straße an und legte 1928 seine Gehilfenprüfung ab. Danach arbeitete er für anfangs 6,— RM in der Woche bis 1933 beim Friseur Vollmert in der Bargfelder Straße 5. Dann machte Albert sich selbständig und richtete auf dem Flur der Schlosserei Brüggert eine Friseurstube ein. 1934 eröffnete er einen neuen Salon in der eigenen Wohnung im Hause der Tischlerei Mahrt. Auch wurde ein Geselle eingestellt. Nach dem Krieg wurde das Geschäft allmählich zum modernen Friseursalon ausgebaut. Am 1. Januar 1974 übernahm der 32jährige Sohn Herbert mit seiner Frau das Geschäft. Über siebzig Jahre wurden von der Familie Nielsen den Männern die Haare geschnitten und den Damen der Kopf frisiert.

Klempner

1896 begann Heinrich Schröder ein Klempnergeschäft. Gustav Krohn, 1906 in Sarlhusen geboren, lernte das Klempnerhandwerk beim Klempner Schröder im Anbau des Hauses von Schneidermeister Stöterau in Innien. Er war dann einige Jahre Geselle in Büsum, machte die Meisterprüfung und übernahm 1932 den Betrieb seines Lehrherrn Schröder. 1938 wurde ein neues Wohnhaus mit Werkstatt auf dem Grundstück Bargfelder Straße Nr. 9, wo früher die Weberkate stand, gebaut.

Sattlerei und Polsterei

Meister Stahl

Der Sattlermeister August Stahl gründete am 1. November 1900 die Firma Sattlerei und Polsterei Stahl in Innien in der bargfelder Straße 1. Sie war über die Grenzen des Aukrugs bekannt. In den ersten Jahren wurden vorwiegend Sattlerarbeiten verrichtet. August Stahl wurde im ersten Weltkrieg zur Fliegerei dienstverpflichtet und mußte die Tragflächen der Flugzeuge mit Leinen bespannen.

1935 übernahm sein Sohn, der Sattler- und Tapeziermeister Willi Stahl, den Betrieb. Im zweiten Weltkrieg war er Soldat, sein Vater führte mit Willis Frau Margarethe den Betrieb weiter. Nach dem Kriege gab es eine große Aufwärtsentwicklung. Es wurden Gesellen und Lehrlinge beschäftigt. In den letzten Jahren seiner Firma betrieb „Meister Stahl", so nannten ihn viele Aukruger, nur noch den Laden und die Reparaturwerkstatt. Er hatte immer ein offenes Ohr für seine Kunden und hat sich an die kompliziertesten Arbeiten herangewagt. Sättel, Pferdegeschirr, Schulranzen und alte Polstermöbel waren bei Meister Stahl in guten Händen. Wenn es sich lohnte, wurden sie repariert, wenn nicht, sagte er klipp und klar: Kauft einen neuen Ranzen.

Willi Stahl war aktiv im Vorstand der Sattler- und Tapezierer-Innung Rendsburg tätig. Für seine Verdienste um das Handwerk erhielt er die silberne Ehrennadel des Zentralverbandes des Raumausstatter- und Sattlerhandwerks. Er war Ehrenmitglied der Ortshandwerkerschaft Innien. 43 Jahre war er aktiv in der Innier Feuerwehr, zuletzt als stellvertretender Wehrführer, und später Ehrenmitglied der Wehr. 21 Jahre lang gehörte er dem Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Aukrug an und war viele Jahre im Innier Gemeinderat. Die Aukruger erinnern sich gerne an die Sattlerei und Polsterei Stahl.


Besenbinder

Christian Rohwer

Aus einer Reportage der „SCHLESWAG" im Jahre 1982 sollen ein paar Sätze aus dem Munde des 90jährigen „Besenbinders vom Aukrug", Christian Rohwer, wiedergegeben werden. „Ich fühle mich am wohlsten hier zu Hause! Die schlimmste Zeit war die Geldentwertung, da konntest du nichts kaufen. Wir haben arbeiten müssen in unserem Leben." Wenn man sich die sehnigen Hände von Christian anschaute, glaubte man ihm aufs Wort. „Bist du Gottes Sohn, so hilf dir selbst." Er hat es sein Leben lang getan.

Hauptberuflich war er bei der Bahn beschäftigt, 26 Jahre lang. Um das knappe Gehalt aufzubessern und drückende Schulden schneller abzubezahlen (ganze 700 Reichsmark, damals viel Geld!), kam er 1924 auf die Idee mit dem Besenbinden als Nebenerwerb. Das Birkenreisig kostete nichts: es wurde aus den Knicks ausgeputzt und gebündelt. Die Bauern fuhren die Bündel zu seinem Haus. Nach seiner Pensionierung wurde das Besenbinden zu seiner Hauptbeschäftigung. Durchschnittlich wurden 3.000 bis 4.000 Besen im Jahr gefertigt. Rekord war die Verarbeitung von 18 Fudern Birkenreisig zu 7.000 Besen. Verkauft wurden sie in Bündeln zu zwölf Stück. Später durften auf Geheiß der Besenbinderzunft nur zehn Stück gebündelt werden. Die beste Verkaufszeit war von Oktober bis Februar/ März, dann wurden sie auf den Höfen gebraucht. Er ist in den sechzig Jahren nie auf seinen Besen sitzengeblieben. Auch hatte Christian sich in den Jahren verschiedene Apparate ausgetüftelt, um seine Arbeit zu erleichtern.

In den letzten Jahren wurde der über 90 Jahre alte Christian von seinem Sohn Hermann unterstützt. Reisig wurde nicht mehr von den Knicks geholt, sondern aus den nahegelegenen Fichtenwäldern. Hier wächst die Birke wie Unkraut. Hermann Rohwer bindet heute noch Besen und sein Schwiegersohn hilft ihm. Frau Rohwer betreibt die kleine Gaststätte „Hildes Imbiß".

Siehe auch