Archiv:Das Inventar einer Hufe

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Das Inventar einer Hufe

Über das Inventar einer Hufe haben wir von 1754 eine Aufstellung. Henning Ratjen in Homfeld war kinderlos nach zehnjähriger Ehe gestorben (34). Die Witwe bekam ihre Aussteuer und die Hälfte der Hochzeitsgeschenke und mußte abziehen. Den Hof übernahm ein älterer Bruder Hans Ratjen, dessen Rechnungsbuch auf dem Hofe aufbewahrt ist.

Inventarium (35)

über den sämtlichen Nachlaß meines verstorbenen Mannes Henning Ratjen, wie solcher bei seinem Absterben in Humfeldt den 28. September 1754 sich würklich befunden, welchem folget eine fernere Anzeige von demjenigen, so seit meines Mannes Tode bisher aus der Hufe geflossen, zu dem Nachlaß nunmehro auch gehöret, folglich diesem Inventario annektieret worden.

1. An barem Gelde

In einem Geldbeutel 3 doppelte Cronen oder 3 Zwo Markstücke. Das übrige bare Geld, so beim Absterben meines Mannes vorhanden gewesen, habe zwar nicht spezialiter gezählt. Nach den in meiner Haushaltsrechnung für Monat Oktober und November angeführten Ausgaben findet sich, daß 143 Mk 12 ß müssen vorhanden gewesen sein, indem Ende des Monats November kein bar Geld mehr vorhanden gewesen, dieses Geld auch nicht anders ausgegeben, als zu dem, was für sotane beiden Monaten in obgedachter Rechnung angeführt, mithin Courant 143 Mk 12 ß.

2. Aktiv-Schulden

Ausstände lasse ich hier fehlen.

3. Passiv-Schulden

Schulden lasse ich hier fehlen.

4. An Silberzeug

  • 40 Stück silberne Knöpfe (Randbemerkung mit Blei: fehlen 10 Knöpfe, bleiben 30. 1 Mk bezahlt vom Stück der Knöpfe, so daran fehlen)
  • 2 große silberne Büchsenknöpfe (Hosenknöpfe).
  • 3 alte silberne Camisollsknöpfe.
  • 4 platte dito, 1 doppelter durchgebrochener Halsknopf.
  • 2 paar silberne Schuhschnallen mit eisernen Bügels.
  • 7 silberne Löffel, weilen diese 7 Löffel Hochzeitsgaben sind, die uns a. 1743 zur Hochzelt gegeben, so gehört mir von dem Gewicht die Hälfte.

Was sonsten an silbernen Knöpfen vorhanden sind, finden sich, wie in der Folge zu sehen, noch in den Kleidern.

5. An Immobilien

als

  • 1. Die in der Dorfschaft Homfeldt hiesigen Kirchspiels belegene, von meinem seel. Mann bewohnte volle Hufe Landes etc.
  • 2. Das zu sotaner Hufe Landes gehörige und meines Mannes Mutter auf Lebenszeit verschriebene Verlehnts- oder Abschiedshaus und Stall mit Zubehör samt den zum Abschied gelegten Ländereien, Wischen und Holzteilen und was dem anhängig.

6. Hausgerätschaft.

Das zur Hufe und Ackerbau gehörige Pferde- und Wagengeschirr nebst Hausgerätschaft.

3 Pflüge, 6 Eggen, worunter 4 mit eisenen Zinken, 4 Wagen, worunter der Kirchwagen mit seinen Leitern und Brettern, 4 Paar Wagenleitern, 2 Mistschlöpen, 4 Mistforken, 5 Ascher, 1 eiserne Kleischaufel, etliche Heu- und kleine Forken, 2 Holzsägen, 1 Handsäge, 3 Äxte, 1 Beil, 3 Schneidemesser, 1 Schneidebank, 1 Häcksellade mit brauchbarem Messer, 1 altes Messer, 1 Hammer, 2 Kneifzangen, etliche Bohrer als große, mittelmäßige und kleine, 10 Lehen, worunter 4 Korn- und 8 Grasschnatten, 2 Heidlehen, 1 Rainfarnleh, 2 Stück Haarzeug, 1 Pflugkette, 3 Baumketten, 2 kurze Schlittenketten, die Schlitten sind aber zur Zeit schon in Stücken gewesen, 3 Drahtsiebe, 2 Haarmehlsiebe, 1 Schenenmehlsieb, 6 Korn Schenensiebe, 4 Durchschläge, 3 Feilen, 1 Notammer, 1 Feuerhaken, 1 Dachstuhl, 1 kleine Hildenleiter, 1 große Scheunenleiter, 1 Futterkiste, so nagelfest, 1 dito, so los steht, 2 Wagenstühle, 1 dito mit Lehnen, 1 Sattel, 1 Sattelkissen, 2 kleine Trennzäume, 4 Leinenhalter, 9 Sälen, 1 Sielkissen, 3 Halskoppel, 3 Hintertauen, 2 Vordertauen, 11 Stück Zäume, 3 Stück Leiden, worunter ein gedoppelt, 1 Peitsche, 3 Vor- und 3 Hinterwagensteg, einige alte Stücken von Wagengeschirr als Wagenstelle, Räder pp, so aber alt und unbrauchbar, 11 Stück schmale Bretter, so als Wagenbretter zusammengelegt, 4 Pulter- oder Bindelbäume, 2 Tragbahren, 1 Misthaken, 2 Heilharken, 4 hölzerne Moljen, 2 langgestielte Kornschaufeln, 1 kurze Hand- und Wurfschaufel, 1 Beekbesen (?), 4 Flegel, worunter ein zerbrochen, 1 Backeltrog, 1 Futtertrog, 5 Flachsbraken, worunter eine doppelt, 2 Zwingfüße, nebst 2 Zwingblätter, 4 Waschhölzer, 2 Spinnräder, 2 aufstehende Winden, 1 Bockwinde, 1 Wollkratzblock mit Kratzen, 1 Garnhaspel, 4 Tonnenbütten, von unterschiedlicher Größe, 1 Strohkorb, 1 Lichtlade, 1 Fußschemel, 1 Pferdeschere, 1 Kohlbütte mit eisernem Stößer, 1 Kuhglocke, 3 Zuber oder Täfer, 2 Bücktonnen, 1 kleine Handbütte, 4 hölzerne Eimer, davon 3 mit eisernen Banden, 2 Wetzsteine, als ein großer und ein kleiner, 1 Schleifstein, 1 Waschtisch, 1 runder Küchentisch, 1 Bükschrahe, 2 kleine Biertönnchen, 1 kleines Halbankertönnchen, 1 Faatbalje, 1 Bierlechel von etwa 5 Kannen, 1 Holzhammer mit H D R, allerhand unbrauchbares Eisen.

7. Andere Möbel und Hausgeräte

1 große Schlaguhr mit grün gestrichenem Gehäuse, 1 spanisches Rohr, 1 Hagelflinte, 1 schloßfeste Bank oder Kiste etwa 5 Fuß lang, worin des verstorbenen Mannes untenbenannte Kleider vorhanden, 1 Messer und Gabel in einer Scheide mit weißen Schalen, 1 Zollstock mit 1 kleinen Zirkel, 1 Ölstein mit einem Riemen, 1 doppelte Viehflöte, 1 Paar Messingsporen, 1 Spul mit 1 Schnur, 1 länglicher Tisch ohngefähr 7 Fuß lang mit 2 Schubladen, 1 Sitzbank hinter dem Tisch etwa 8 Fuß lang, 1 schmale Wagenlade, so schloßfest, 1 Kleiderschrank ohngefähr 7 Fuß hoch mit einer Tür, und schloßfest, 1 alte schmale Lade 6 Fuß lang, auch schloßfest, 1 runder Teetisch auf einem Bein, 17 hölzerne Stühle, worunter 2 mit Lehnen, 1 Backlade, 1 Lichtputze, 1 grüner Topf mit darin stehendem „Semper Vie“, 8 Stück große und kleine Bouteillen, 1 Zuckerbüchse, so grün und bunt angestrichen, 1 Teedose, auch grünbunt angestrichen, 1 geflochtener runder Korb mit Deckel, 1 dito viereckiger mit einem Henkel, 1 dito runder ohne Henkel, 1 dito ondinairer viereckt mit einem Handgriff, 4 Weingläser und 1 etwas kleiner, 1 Stutzglas, so geschliffen, 1 kleine weiße Bouteille, 1 lange Bank, inwendig abgeteilt, 12 leere Tonnensäcke, 1 Himptenbeutel, 1 schräger Beutel, Wachs darin auszupressen, 39 Stück Garnspulen nebst den Sticken und Vorwerk, 1 Spiegel mit schwarzem Rahmen, 1 runder, mit 2 Klappen aufgeschlagener Tisch, 1 gelber Krug mit silbernem Deckel, 12 Porzellanteetassen, worunter eine Oberschüssel etwas kleiner als die anderen, 1 Himptenmaß, 1 Spintenmaß, 2 Mehlkruken, 1 Sirupskruke.

8. Prahm

Ein Prahm mit den dazugehörigen darin befindlichen Gerätschaften liegt itzo zu Büntzen.

9. Küchengerät.

3 Messingkessel, 1 großer Kupferkessel, 4 eiserne Grapen, wobei zu merken, daß ich unter andern einen Kupfergrapen eingebracht, so mein seel. Mann gegen einen eisernen vertauschte, welches in meiner Mitgaberechnung wird angeführt werden, 1 Messingmörser mit dem Stoßer, 2 kupferne Teekessel, 2 zinnerne Leuchter, 2 zinnerne Kannen, 1 zinnernes Butterfall, 2 zinnern Quartierkrüge, 1 kupfern Dingel, 1 zinnerne Schale, 2 zinnerne Kindermündcken, 1 zinnerner Teepott, 1 zinnerner Zuckerstößel, so zerbrochen, 1 blecherne Puddingflasche, 1 blecherner Leingießer, 1 Eisenrost, 1 Feuerzange, 2 Kesselhaken, 2 eiserne Pfannen, 1 Feuerstülper, 1 Tür vor einem Kachelofen, 1 kleines Feuerfaß, 1 eiserner Feuergrapen, 1 Brandrocke, 12 Stück hölzerne Teller, 1 Messingreibe, so zerbrochen, 1 kleine blecherne Reibe, 1 blecherner Trächter, 2 blecherne Lampen, 2 Drahtleuchter, 1 Butterkarrn mit 2 Scheiben, 1 Butterschale, 1 blecherner Rohmschleef, 8 hölzerne dito, 1 Buttertönnchen, 1 Mehltönnchen, 18 hölzerne Löffel, 1 blecherne Leuchte, so etwas beschädigt, 1 eiserner Dreifuß, 1 alte Axt, 8 große holländische Schüsseln, 15 holländische blaue Teller, 13 dito rotbunt, 3 holländische Schalen, 1 dito, klein, 34 Stück steinernes Küchengeschirr an Schüsseln, 11 Stück steinerne Schalen, 21 Stück steinerne Milchpötte, 6 Stück hölzerne Milchsetten, 10 Stück schwarze Töpfe.

10. Des seel. Mannes Kleider.

  • 1 Fiefkamm gestreift bunt Futterhemd mit Metallknöpfen,
  • 1 dito, braun mit Metallknöpfen,
  • 1 dito mit dergl. Knöpfen,
  • 1 schwarz Fiefkamm Futterheand mit Haaren knöpfen,
  • 1 dito mit dito,
  • 1 dito mit Hornknöpfen,
  • 1 altes braunes Lakens Futterhemd ohne Knöpfe,
  • 1 grauer Huttmantel,
  • 1 braun Damasten Futterhemd mit silbernen Knöpfen,
  • 1 blau Damasten Futterhemd mit silbernen Knöpfen,
  • 1 wollen Calmancken Brusttuch mit silbernen Knöpfen,
  • 1 ordinär dito mit platten silbernen Knöpfen,
  • 1 neue Lederhose mit silbernen Knöpfen,
  • 1 alte dito mit silbernen Knöpfen,
  • 1 schwarz Lakens Rock mit Hornknöpfen,
  • 1 dito mit dito,
  • 1 blau Lakens Rock mit Kamelharknöpfen,
  • 1 schwarzgrauer Reisrock mit Hornknöpfen,
  • 1 Hut, 2 Paar schwarze Strümpfe, 4 Paar griese dito, 4 Paar blaue do,
  • 1 Paar schwarze Fingerhandschuhe, 1 Paar blaue dito,
  • 2 gelbe und 1 schwarzes Halstuch,
  • 1 lederne Geldkatt,
  • 1 Bündel neue Lederlappen, 1 bereitetes Hundefell.

11. Leinen-und Wollenzeug und dergl. Garn.

  • 6 Hemden,
  • 1 Flachsen Bettlaken, 3 volle Breite a 5 Quartier 5 1/2 Ellen lang,
  • 1 Flachsen Bettlaken, 3 volle Breite a 5 Quartier 5 Ellen lang,
  • 1 Flachsen Bettlaken, 3 volle Breite a 5 Quartier 3 3/4 Ellen lang,
  • 2 flachsen Bettlaken von 3 vollen Breiten a 5 Quart. 5 Ellen lang,
  • 1 Gansaugen Tischtuch von 2 Breiten 3 1/2 Ellen lang,
  • 1 heden Bettlaken 2 1/2 Stück breit a 5 Quartier 4 1/4 Ellen lang,
  • 1 heden Bettlaken 2 1/2 Stück breit a 5 Quartier 4 1/2 Ellen lang,
  • 1 heden Bettlaken 2 1/2 Stück breit a 5 Quartier 4 3/4 Ellen lang,
  • 2 dito, so alt item a 5 Quartier 4 Ellen lang,
  • 4 Kissenbühren gemerkt H D R,
  • 1 heilen Laken 4 1/2 Ellen lang, 2 1/2 Breiten a 5 Quartier,
  • 1 heden Laken 3 Breite a 5 Quartier,
  • 6 tägliche Dielenhandtücher,
  • 8 tägliche Tischtücher,
  • 6 Ellen feines flässen Leinen, es sind in allem 22 Ellen gewesen, 8 davon sind zu des seel. Mannes Sarg auszuschlagen gebraucht, und 8 Ellen sind zu meinem Totenzeug hingelegt, also nur übrig die angeführten 6 Ellen, 1 1/2 Ellen flässen Leinen a 5 Quartier breit,
  • 4 Ellen flässen Leinen a 5 Quartier breit,
  • 2 1/2 Ellen blau und weiß bedrucktes Leinen a 5 Quartier breit,
  • 13 1/2 Pfd. flässen Garn mit den Netzen, davon noch Leinen gemacht werden muß zur Ablohnung der Dienstboten,
  • 11 1/2 Ellen Dreitritt, so bunt und verfertigt, um Dienstboten damit abzulohnen und ist 6 Quartier breit,
  • 27 3/4 Ellen weißen Dreitritt, so ebenfalls verfertigt, um die Dienstboten damit abzulohnen,
  • 9 Stuhlkissen, so z. T. ziemlich verbraucht,
  • 2 Wagenpfühle, 6 Stuhlkissenblätter, davon nur 2 ausgestopft zu 2 Wagenpfühlen buntes Überzeug,
  • 1 1/4 Ellen bunten Fiefkamm,
  • 3 Pfd. gefärbt und gesponnen Wollgarn,
  • 5 Ellen gestreift Beiderwandt a 6 Quartier,
  • 3 Ellen gestreift Beiderwandt a 6 Quartier,
  • 4 Stuhlkissen, schwanzbunt und unten mit rotem Leder.

12. An Betten und Bettzeug.

  • 2 volle Betten, jedes mit 1 Laken und 2 Kissen,
  • 3 volle Volksbetten, jedes mit Laken und 2 Kissen,
  • 1 Bühren Unterbett 3 Ellen lang und 2 1/2 Ellen breit,
  • 1 Bettdecke von Dichtschlag mit Überzug von Bedrucktem Leinen 2 1/4 Ellen lang und 2 1/4 Ellen breit,
  • 1 Hauptpfühl von Dichtschlag 2 1/4 Ellen breit,
  • 1 Saartuchen Federdecke,
  • 2 gewürfelt Schlagstuch Kissenbühren,
  • 5 Kisseninnels, 4 Dobbelsteinkissen, 1 buntes Kissen,
  • 8 Kopfkissen von Innels mit Federn gestopft, Dreeschlag zu einer Bettdecke.

13. Bücher.

  • Valentin Heins, Fröhliche und Beyenburgs Rechenbuch,
  • D. Hinrich Müllers Evang. und Lütkemanns Epist. in 1 Band in 4,
  • Das Neue Testament so alt in 8,
  • 2 alte Rendsburger Gesangbücher in 8.
  • Habermanns Hertzensopfer in 8,
  • Tietzens Geistl. Wasserquelle in 8,
  • Das Neue Testament in 12,
  • Baili Übung der Gottseeligkeit in 12,
  • Hamburger Gebeth und Gesang Buch in 12,
  • Johann Ahrends Paradieß Gärtlein in 52,
  • Kleiner Catechismi, Evang. Epist. Gesang- und Gebeth Buch in 12.

14. Lebendiges Vieh.

  • 8 Stück brauchbare Pferde,
  • 2 annitzo zweijährige Füllen, 1 Füllen von 1 Jahr ist neulich krepiert, 14 Stück Hornvieh, wovon aber seitdem 1 Starke verkauft, welche in meiner Haushaltsrechnung berechnet wird,
  • 9 Stück annitzo 1 und 2jährige Lämmer, wovon 1 Stück verkauft und wie vorher berechnet werden wird,
  • 23 Stück alte Schafe,
  • 5 Stück jährige Schweine,
  • 4 alte Gänse und 1 Ganner,
  • 4 Stück Hühner,
  • 1 weißgelber großer Haushund, Greif genannt,
  • 12 Bienenstöcke mit Bienen und etliche leere Körbe,
  • 1 kleiner Stand mit Giffelhonig und ein wenig ausgeschnittenes Wachs.

15. An Holz.

Etwas Candisholz ist vorhanden gewesen, wovon 1 Fuder verkauft und in meiner Haushaltungsrechnung berechnet wird. Das übrige liegt im Backhause noch gegenwärtig.

Sodann 9 Faden allerhand Knüppelholz, welche itzo Carsten Glöye in Hennstedt a 2 Mk verkauft, so noch unbezahlt.

Das bei Absterben meines Mannes vorhandene eingeerntete Korn an Roggen, Hafer und Buchweizen und Gerste ist in der Haushaltung verbraucht und aufgefüttert, soweit es zureichend gewesen ist, verkauft ist nichts davon.

Der Schulmeister, Kuhhirte, Schäfer und Schütter haben was ihnen ordinair gereicht wird davon bekommen.

Fernere Anzeige von demjenigen, so seit meines Mannes Tode bis hieher aus der Hufe geflossen, dem Nachlaß nunmehro hinzukommt.

1. Junges Vieh oder Zuwachs.

  • 3 kleine Füllen,
  • 3 Kälber, wovon 2 verkauft und in der Haushaltungsrechnung berechnet, 2 Kälber, von 2 jungen Starken, 1 dito, so erst angekommen,
  • 4 zugehende Lämmer,
  • 5 Lämmer, wovon 3 verkauft und wie oben berechnet, 1 ist gestorben, 1 ist noch vorhanden,
  • 27 junge Pilken.

2. An Holz ist gehauen und größtenteils noch vorhanden.

1. Von dem Birkenholz zu Bändern sind verfertigt und vorhanden 19 Großbund, wieviel noch aus dem übrigen kommen kann, läßt sich nicht determinieren. Die Kosten für die Verfertigung der Bänder kommen in der Haushaltsrechnung in Ausgabe.

2. An Fadenholz ist vorhanden und zwar:

an Buchen 12 Faden
an Eichen 4 Faden welches von meinen eigenen Leuten
an Buchen 4 Faden gehauen;
an Eichen 1 Faden
an Buchen 26 1/2 Faden so H. Fienck u. J. Sienknecht gehauen;
an Buchen 18 Faden von P. Pieper, H. Wittorf und Claus
an Eichenknüppelholz 4 Fäden Timm gehauen;
an Ellern 13 Faden so P. Pieper, H. Wittorp und Claus
an Birken 2 Faden Busch gehauen;
an Hegebüchen 2 Faden
an Ellern 15 Faden
an Birken 3 Faden so P. Pieper und H. Wittorp gehauen.
an Hegebuchen 2 Faden

An Ellern und Birken, so Hinrich Otte allein gehauen, aber noch nicht völlig abgekürzt und aufgesetzt, ist ohngefähr nach seiner Mutmaßung und Aussage gegen 30 Faden.

Ein Buchenbaum, so der seel. Mann selbst bei seinem Leben an Hans Off für 24 Mk verkauft, welchen Baum Hans Off diesen Winter niederhauen lassen, da ist noch an Pollholz vorhanden, so er noch nicht abgeholt, 4 Faden grob und 1 Faden Knüppelholz.

Zwei Eichenbäume, so Hans Off für 15 Mk bekommen und gehauen, davon noch das Pollholz auf dem Platz ungehauen liegt.

Eine kleine Eiche, so Barteld Delfs in Westedt bekommen, wie der seel. Mann ihm noch bei seinem Leben versprochen und geschenket, diesen Winter aber erst gehauen und abgeholt, so ungefähr 20 Fuß lang gewesen.

Eine kleine Eiche, so ich selbst hauen lassen und an den Hegereuter geschenket, gleich die übrigen Dorfeinwohner getan, das Pollholz ist aber zu Zaunstaken im eigenen Nutzen des Hofes verbraucht, der Stamm aber liegt noch im natura hie vorhanden.

Eine kleine Buche von ohngefähr 2 Faden Holz habe ich verkauft an Claus Ibs, Rademacher zu Fitzbek, für 11 Mk 4 ß.

Ein Buchenbaum im Immenbusch zu Fadenholz niedergehauen, davon das Pollholz gehauen, der Stemmel aber noch ganz.

4 Faden Buchen, 2 Faden Birken, 1 Faden Ellern stehen im Barkenhorst, so Hinrich Finck zuständig wegen seiner zu fordern habenden protension vom vorigen Jahr.

Ein Faden Ellernklovenholz steht in Kellinghusen auf Carsten Ratjens Schiffsstede.

2 Faden Kloven Buchenholz in der obersten Horst stehend.

Von der itzo gegenwärtigen und auf dem Felde stehenden Einsaat ist zu merken, daß ausgesät Winterroggen 12 1/2 Tn., Sommerroggen 2 Tn., Hafer 4 1/2 Tn., Gerste 1 Himpten 1 Spint Buchweizen, weil solcher noch nicht völlig all, rechne 6 Tn. Aussaat.

Davon die 3 ersten als Roggen und Hafer angekauft mithin in meiner Haushaltsrechnung berechnet, die beiden letzten Einsaat sind von eigen Korn.

Was an Viktualien als Speck und Fleisch gewesen und noch vorhanden, wird haushälterisch umgegangen.

Kellinghusen in der kgl. Vogtei den 27. Mai 1755.

Trinke Ratjen, Jürgen Tewes.

Leider sind die erwähnte Haushaltsrechnung und das Aussteuerverzeichnis der Frau nicht mehr vorhanden. Darum lasse ich die Aussteuer der Bauerntochter Margaretha Holm in Bucken folgen. Sie erhält, wenn sie zu Ehren kommt (-heiratet):

8 Ellen zu Gardinen a Elle 8 ß 4 Mk
Noch soviel Gardinen zu 1 Bett 6 Mk
22 Ellen Kaufleinen a Elle 8 ß 11 Mk
6 Triepen Stuhlkissen a Stück 3 Mk 18 Mk
zu einem schwarzen Ehrenkleid, Tuch und Platen 54 Mk
1 braun Lakens Kleid mit Platen und Tuch 54 Mk
Vier Hellen angesetzt zu 14 Mk
Ein Dutzend silberne Knöpfe zu 6 Mk
soviel Zeug vor die Kissen 6 Mk
ein Lakens Rump gesetzt zu 3 Mk
1 Grapen und Kessel, Rieve und Pfeffermühle, 1 Haspel, 1 Spinnrad, 1 Salzfaß, 1 eiserne Ellen, 1 Lichtlade, 1 Handrolle, 1 Spuhlstock, 1 eiserner Schleif, 1 Strikeisen mit 2 Bolten, 1 Dutzend Teller, Löffel mit einem Brett, 1 Kleiderbürste, 2 Kummen, 1 Butterkarrn, 1 Rohmbütte, 8 Stühle oder in allem an Geld 45 Mk
Noch 2 große Koffer oder
1 Seite Speck und 1 Tn. Roggen in natura 50 Mk
1 Kuh oder dessen Statt 36 Mk
1 Ochse oder an Geld 36 Mk
1 Schwein oder an Geld 6 Mk
Sa. 343 Mk

Dazu bekam sie Federn zu einem Bett und 4 Pfd. Wolle (36)

War der Bauer alt, so überließ er die Hufe gewöhnlich dem ältesten Sohn. Trat der aus irgendeinem Grunde zurück, so bekam er gewöhnlich einen größeren Geldanteil an der Erbschaft oder eine Geldsumme für das Zurücktreten verschrieben. Mitunter wählte in Homfeld der Vater sich den Hoferben unter seinen Söhnen aus. Meistens hatte er dann die älteren Söhne schon mit einer Hufe versorgt. Die Kaufsumme war meistens unter dem Kaufwert der Stelle. Es galt, die Hufe der Familie zu erhalten und weichenden Erben für später, wenn sie im Leben irgendwie Schiffbruch erlitten, eine Zufluchtsstätte zu gewähren. Außer der Kaufsumme mußte der Annehmer die Pflicht übernehmen, die jüngeren, beim Verkauf noch unverheirateten Geschwister auszusteuern, eine Pflicht, die nach 1775 ins Schuld- und Pfandprotokoll eingetragen wurde und mit dem Verlehnt allen anderen Forderungen voranstand.

Der Vater zog auf das Verlehnt (Altenteil). Dafür war bei den meisten Hufen ein besonderes Haus vorhanden, die Verlehntskate, noch heute „de Kat" genannt, wenn es auch eine „Villa" ist. Das Verlehntshaus gehörte zur Hufe, und der Besitzer war zur Unterhaltung der Kate verpflichtet. Der Besitzer mußte dem Altenteiler ein bestimmtes Verlehnt, das bei der Übergabe genau festgelegt war, liefern, es bestand in Kornland, Heu, Feuerung und Weide für einige Kühe. Gewöhnlich hatte der Verlehntsmann in jeder „Brack" ein Stück Land. In Homfeld waren es sieben Stücke, von denen vier bestellt wurden. Ihre Größe betrug 1724 1 1/2 — 2 Tonnen. Für die Bearbeitung hatte der Hufner zu sorgen. Auch mußte er dem Vater ein Fuhrwerk zur Verfügung stellen, wenn er es forderte. Wo besondere Betriebszweige der Wirtschaft vorlagen, erhielt der Altenteiler seinen Anteil. Die Homfelder Verlehntsleute hatten sich gewöhnlich gewisse Hölzungen zur Nutzung vorbehalten. Zum Verlehnt der Hufe von Paul Ration gehörte meistens das „Diekwischenholz". In diesen Hölzungen durfte der Verlehntsmann eine festgesetzte Zahl Faden Holz zum Verkauf hauen, es aber nicht „verhauen". „Ingleichen werden der alten ihre Schweine des Sommers bei des Sohnes Schweinen frei mit gehütet, wie auch, wenn Mast vorhanden ist, der Vater ein Schwein frei mit aufjagt" (33). Ebenso behielt Holm in Bucken sich zwei Fischteiche zurück, „Kohlstedter Teich und den langen Grasteich“. Sein Sohn mußte ihm jährlich 1 Tonne Malz und einen großen Himpten Salz liefern. In seltenen Fällen wurden statt des Landes und der Weide Korn, Milch und Butter geliefert. Wenn bei kleineren Besitzen kein Verlehntshaus vorhanden war, bekam der Altenteiler die kleine Stube des Bauernhauses als Wohnung eingeräumt. Hier war das Altenteil natürlich kleiner.

„Im Falle, daß der Hufenbesitzer stirbt, bevor der älteste Sohn seine mündigen Jahre erreicht hat, so werden gewöhnlich der hinterlassenen Witwe, auch wenn sie sich wieder verheiratet, gewisse Jahre (Setzjahre-Setzwirt) festgesetzt, worin sie die Nutznießung der Hufe hat, und dafür die Erziehung der Kinder nach dem Herkommen besorgt. Nach Ablauf dieser Jahre, die wohl zuweilen, wenn kleine Kinder da sind, über die Zeit der Mündigkeit hinausgehen, bezieht die Witwe, wenn sie sich wieder verheiratet hat, auch der Ehemann, das gebräuchliche Verlehnt."(37)

Konnte der Verlehntsmann sich mit dem Stavenbesitzer nicht vertragen, oder zwangen ihn sonst Gründe, seine Wohnung anderswo zu nehmen, so wurde das Verlehnt mitunter in Geld umgewandelt. Konnte man sich nicht über die Summe einigen, so kam es vor, daß das Verlehnt verhäuert wurde. Der Verlehntspächter trat dann in die Rechte des Verlehntsmannes und zahlte diesem die bedungene Pacht in bar (38)