Archiv:Die Schlacht bei Bünzen 1317

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Einer der drei „Dithmarscher Berge"
Dieser ganz in der Nähe bei der Bünzauregulierung gefundene eiserne Schwertgriff aus jener Zeit erhärtet die These von der Schlacht bei den Dithmarscher Bergen. Er wird im Bünzer Museum aufbewahrt.

Schlacht bei Bünzen 1317

In das 14. Jahrhundert fällt die einzige Schlacht, die, soweit bekannt, im Aukrug geschlagen ist. Gerhard der Große hatte anfangs nur die Grafschaft Rendsburg, die die heutigen Kreise Rendsburg und Steinburg umfaßte, in Besitz. Nach der Ermordung des Grafen Adolf von Segeberg durch Hartwig Reventlow, der Gefangensetzung Johanns von Kiel und dem Tode von dessen Söhnen hatte Gerhard sein Erbteil um die Herrschaft Segeberg vergrößert. Die Verwandten, besonders Graf Adolf von Schauenburg, dem die Herrschaft Pinneberg gehörte, maßen Gerhard die Schuld am Tode der Verwandten bei. Adolf vereinigte sich mit dem Grafen Günzel von Wittenberg und den Dithmarschern, um Gerhard anzugreifen. Sie wollten sich in Holstein vereinigen, aber Gerhard kam ihnen zuvor, sammelte die Mannschaften der Kirchspiele Nortorf, Kellinghusen, Bramstedt, Schenefeld, Hademarschen und der Wilstermarsch und schlug sie einzeln, Günzel bei Hamburg und Adolf bei Bramstedt. Beide wurden gefangengenommen und nach Segeberg in Haft gebracht.

Die Dithmarscher waren unterdessen in Holstein eingefallen. Sie verwüsteten die Kirchspiele Schenefeld, Nortorf und Neumünster und zogen nach Kiel, wo sie anfangs gut aufgenommen wurden. Bald waren die Kieler ihrer überdrüssig und trachteten danach, ihre Gäste wieder los zu werden. Darum veranstalteten sie ein großes Fest außerhalb der Stadt. Mit Musik ging es hinaus, die Dithmarscher voran. Als diese aus dem Stadttor waren, schloß man es zu. So befreiten sich die Kieler von ihren Gästen. Die Dithmarscher zogen brandschatzend nach Bornhöved, wo sie es sich gut sein ließen. Den Rückweg nahmen sie über Neumünster und Bünzen auf dem Handelsweg der Lübschen Trade. Sie lagerten nachts in der Iloheide, die sich damals bis nach Bargfeld erstreckte.

Gerhard zog heran und schlug sie. Die Sage berichtet: Gerhard befahl seinen Leuten, daß jeder sich einen grünen Busch hauen und diesen vor sich hertragen sollte, damit sie im Morgengrauen unbemerkt herankommen konnten. Der Anschlag glückte. Die Dithmarscher riefen: "Der Wald kommt, der Wald kommt!". Ihrer wurden 500 erschlagen, und der Rest ertrank in der Au.

Es fragt sich, wo das Schlachtfeld lag. Als Lagerplatz wird in den Quellen übereinstimmend die Heide angegeben. Neocorus (1) gibt die Bünzer Brücke an. Danach kämen zwei Plätze in Frage: die Brücke im Dorf und die Bredenbeksbrücke. Letztere ist erst 1801 gebaut und liegt weit von der Heide ab. Bei der Bredenbeksbrücke liegen drei Hünengräber, die wir als Dithmarscher Berge bezeichnen. Es sind bronzezeitliche Hünengräber, deren Alter aber weit vor 1317 liegt. Aber das Volk hat sie nach der Schlacht so benannt. Nach der Rendsburger Seite, von der Gerhard vermutet werden konnte, sicherten Bredenbek und Bünzau den Lagerplatz, der somit gut gewählt war. Gerhard kam aber wahrscheinlich von Wasbek oder Ehndorf her, und, gedeckt durch den Wald auf dem „Schwarten Kamp“, gelang ihm das unbemerkte Herankommen. So konnte er das Feld zwischen den beiden Auen sperren. Für die Dithmarscher war ein schnelles Entkommen unmöglich. Viele ertranken in den Auen.

Der Kampf fand im Jahre 1317 statt. Als Tag wird gewöhnlich der 17. Juli, der Tag Alexius, angegeben.

Siehe auch

Ergänzungen in der digitalen Version (Stand 29. Mai 2020)