Archiv:Dienststellen

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Dienststellen

Die Polizei - Vom Gendarmerieposten Innien bis zur Polizeistation Aukrug

Günter Ott am Schreibtisch
Die Beamten der neuen Polizeistation — von links oben: Thomas Althaus, Michael Rüther, Hans-Heinrich Brüggen; unten: Petra Strahl, Carsten Schulz, Ulrich Glahn

Otto Mäder kam 1920 als 41jähriger Gendarmeriewachtmeister nach Innien, später wurde er Gendarmeriemeister.

Der Bezirk des Gendarmeriepostens Innien reichte im Norden bis Luhnstedt/Stafstedt und im Süden bis Brokstedt. Gendarmeriemeister Mäder bearbeitete diesen großen Bezirk per Fahrrad Marke „Brennabor". Er war als Hüter des Gesetzes mit Tschako, Dienstpistole und Wilhelmsbart eine Respektsperson auf dem Lande. 1945 wurde er pensioniert.

Polizeimeister Otto Godow trat an seine Stelle, und am 1. November 1945 kam Rudi Duschner als zweiter Beamter zum Polizeiposten Innien.

Infolge der vermehrten Kriminalität und des Flüchtlingselends nach dem Kriege wurde der Polizeiposten Innien auf fünf Mann aufgestockt. Drei Hilfspolizisten, ehemalige Wehrmachtsangehörige, kamen hinzu. Diese wurden 1948 wieder entlassen und gingen in ihre Heimat zurück. Otto Godow und Rudi Duschner arbeiteten dann noch ein Jahr zusammen. Polizeimeister Godow ging in den Ruhestand. Er wurde erst als Chorleiter des Männergesangvereins richtig bekannt.

Rudi Duschner war dann jahrelang der einzige Polizeibeamte im Amt Innien. Da die Unterbringung der Polizei äußerst schlecht war, hat das Amt Innien dafür gesorgt, daß das Dienstgebäude in der Heinkenborsteler Straße vom Land Schleswig-Holstein gebaut wurde. 1956 ist die Familie Duschner dort eingezogen und hat bis 1979 in dem Haus gewohnt. Für den Polizeidienst wurde ein Büro eingerichtet. Der Außendienst wurde weiter mit dem Fahrrad bestritten, später wurde dann der eigene PKW vom Land bezuschußt.

Am 1. Mai 1967 wurde der Polizeiposten Innien um einen Beamten verstärkt, und zwar durch den Polizeioberwachtmeister Günter Ott, der sich von Pinneberg versetzen ließ. Die Dienststelle wurde von Polizeiobermeister Rudi Duschner geleitet. Beide Beamte waren Polizeischutzhundeführer. Im Jahre 1970, nachdem sich die fünf Dörfer zur Gemeinde Aukrug zusammengeschlossen hatten, wurde aus dem Polizeiposten Innien die Polizeistation Aukrug.

Am 31. Juli 1979 wurde der Polizeihauptmeister Rudi Duschner nach Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand versetzt.

Der zweite Beamte, Günter Ott, wurde daraufhin mit der Leitung der Dienststelle beauftragt. Als zweiter Beamter kam Carsten Schulz hinzu, der sich aber zum 1. September 1985 zur Polizeistation Wasbek versetzen ließ, um dort die Leitung zu übernehmen. Um die frei gewordene Planstelle bewarb sich Ulrich Glahn aus Neumünster.

Am 30. November 1993 ging der Polizeihauptmeister Günter Ott aus Krankheitsgründen in den vorzeitigen Ruhestand. Er war in Aukrug über 26 Jahre der sogenannte „Dorfsheriff", wie ihn viele Bürger humorvoll nannten.

Mit Wirkung vom 1. Oktober 1994 wurde die polizeiliche Präsenz im „Südzipfel" des Kreises Rendsburg-Eckernförde erhöht. Die Zwei-Mann-Station Aukrug (Polizeiobermeister Hans-Heinrich Brüggen und Ulrich Glahn) wurde mit der Zwei-Mann-Station Wasbek (Polizeihauptmeister Carsten Schulz und Thomas Althaus) in der Heinkenborsteler Straße in Aukrug zusammengelegt.

Verstärkung bekam die „neue Polizeistation" mit der Polizeikommissarin Petra Strahl als Dienststellenleiterin und dem Polizeiobermeister Michael Rüther. Die nun mit sechs Beamten besetzte Polizeistation betreut das Amt Aukrug (Gesamtfläche 11.259 Hektar und 6.500 Einwohner). Unterstützt werden die Beamten von dem siebenten „Ordnungshüter" Dony, dem Schutzhund Ulrich Glahns.

Von der Kaiserlichen Post zur Deutschen Post AG

Otto Staben (links) und Marga Staben (rechts außen)
Landbriefträger des Postamts Innien vor dem 1. Weltkrieg

1908

Zeichnung Neubau eines Postgebäudes

Neubau eines Postgebäudes mit Wohnung in Innien (Holstein)

1930

Anfang April wurde im Bezirk Innien das Selbstanschlußgerät beim Fernsprechamt in Gebrauch genommen.

Im November 1969

Sehr geehrter Postkunde!

Wir bitten Sie, als Absenderangabe gegenüber Ihren Brief- und Geschäftspartnern vom 1. Januar 1970 an nur noch die neue Orts-Bezeichnung „2356 AUKRUG" zu verwenden.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Postamt

15. Januar 1973

Amtliche Mitteilung der Oberpostdirektion 2300 Kiel:

Umstellung von 2 Zustellbezirken von Moped- auf Kraftwagenbetrieb beim Postamt Aukrug.

20. Oktober 1978

Bis zu 2.000 Anschlüsse möglich — Fernsprechnetz Aukrug wurde erheblich erweitert Aukrug (ha) „Das Fernsprechortsnetz ist nun mit einer modernen Vermittlungsstelle ausgestattet, die auf Jahre hinaus allen Anforderungen genügt". Mit diesen Worten nahm Diplomingenieur Wolfgang Maak vom Fernmeldeamt Heide die neue Fernsprechortsvermittlungsstelle an der Itzehoer Straße in Betrieb. (Aus den „Kieler Nachrichten")

1. Juli 1993

Die neue Postleitzahl ist 24613 AUKRUG.

30. Dezember 1994

Als einer der letzten Postzusteller erhielt Otto Staben aus Innien Ende des Jahres noch ein Exemplar der mit einem Bundesadler versehenen Abschiedsurkunde.

1. Januar 1995

Die neue Bezeichnung des Aukruger Postamtes: Zweigstelle Aukrug, Deutsche Post AG.

Min Gastspeel bi de Post - Een lütt Erinnern an 1925

Von Hermann Michaelsen, Schönwalde a. B.

Dor seet ik nu all'n Veerweekenstied to Huus in Inn — hüt heet dat Aukrog. Ik weer siet Märzmaand Schoolmeister, veelmehr Junglehrer, as wir, dortomalen nömt wörn, vorschrifsmäßi examineert un afstempelt, up't Rensborger Seminar. —Ja, jung weern wi wull, awer mit den Lehrer harr dat noch lange Been.

An een Schoolstell in't Lann weer för't eers ni to dinken, dat harr uns de Raad vun de Regeern in Sleswig recht dütli to verstaan gewen. In'e tokamen twee Johr schulln wi uns bi em nich sehn laten, he kunn doch nix för uns doon. — Nebenbi seggt, ut de twee Johr sünd for de meisten vun uns fief worn.

Wi Junglehrer, Johrgang 25, weern arbeitslos as'n Barg anner Kollegen in de domolige leege Tied. Up Hölp vun baben kunn wi ni höpen, wi müssen sehn, dat wie dörkeemen. Een kunn sich glückli priesen, wenn he sin Fööt ünner Vadder un Mudder ehrn Disch steeken kunn. För Eeten un Drinken wer wull sorgt, un 'n beeten nützli maken de ik mi uk, awer mit de Bargröschen seh dat man wat mau ut.

Awer, eher as ik dach harr, schull ik to min sülben verdeent Geld kamen. Eens Awends keek min Unkel — he weer Postbad un harr den Breefkasten ünnen in't Dörp utnahmen — bi uns in un segg to mi: „Du wullt jo Geld verdeenen, ik heff wat för Di, Du kanns mornfröh bi uns up de Post anfangen, as Breefträger, dor is een krank worn. Klock söß geiht't los". Veel Tied to'n Öwerleggen bleew mi ni, ik sä to un weer an annern Morn pünktli to Stell.

Twee vun min neen Kollegen weern all lang in Gang. Se harm all de Post mit de lütt tweerödig Koar vun de beiden eersten Tög ut Niemünster und Heid halt un utneenendeelt. Up mien Platz leegen banni veel Breefen un Korten, Zeitungen un Zeitschriften. Dor schull ik nu mit trechwarn! De beiden Dörper, de ik bestelln schull, Heinkenbossel un Homfeld, kenn ik heel good, uk wull de meisten Lüüd, de dor wahnen dän, awer ni so genau, dat ik de Post uk richtig na de Reeg inorrrn kunn. Min Unkel seh min Nood un keem mi to Hölp, un uk de beidn annern Breefdrägers gewen goode Raadsläg. — To de Breefpost keemen noch'n poor Pake ten, uk een Nanahm un sliesli öwer dusend Mark för een Heinkenbossler Buern, de sien Swien in Hamborg up'n Veehmark verköfft harr. Mi wor gans anners tomoot bi soveel Geld.

Ja, ik müß an düssen Morn 'n ganzen Barg leern. As de Post sorteert un in de groot Breefdrägertasch ünnerbröcht weer, geew dat noch een Mundvull Rook bi'n lütten Klönsnack, bi den ik in'n Mittelpunkt stünn. Bi de Gelegenheit hett mi denn de Senior vun de Inner Postbaden, Jörn Thun, de ümmer to'n Spaß upleggt weer un meisttieds en in'n Sinn harr, up den Handstock vereidigt.

Mit den Handstock weern dortomalen noch de meisten Landbreefdrägers utrüst, in Inn weer ik alleen mit'n Fahrrad ünnerwegens. Up den Stock wörn de Paketen schaben und öwer de Schuller in'e Dörper dragen. Up'n Trügwegg weer de Stock en goode Hölp for den möden Postbaden, un sliesli un toletz kunn he sik mit sien Stock, wenn't sien müß, gegen de Hunnen wehrn, de uk all vör föfti Johrn wat gegen die Lüüd vun'e Post harm. De Instrukschon, de ik up'n Wegg kreeg, weer man wat mager: „Hool di man ümmer an din Stapel Breefen, denn kann gornix scheefgahn. Wenn unnerwegens up de Vördeel Post liggt, de nimmst Du mit. Fröhstück kriggst Du in Bossel, to'n Meddag warrs Du in Homfeld inladen. So, nu suus man of un bring nix weller mit!"

Ja, de leewen Lüüd harm 'n Barg Vertruen to mi, ik weer jo Schoolmeister. Weller mitbröch heff ik uk nix, awer min Breefstapel harr ik bald dörnannerbröcht. Up en Stell bün ik an'n ersten Dag dreemal west, eers mit'n Breef un dat Rendsborger Blatt, denn mit'n lütt Paket. As ik denn noch mit dat veele Geld ut Hamborg anrück, smunsel de Buer: „Di mutt dat hier jo banni gefalln, Schoolmeister, du kümmst jo all to'n drüttenmol." Na de veele Upregung keem mi de Köm, den mi de goode Mann inschink, richti topaß.

Up jeden Fall harr ik na min eersten Dag bi de „Königli-Preußische Post" — dat weer sun Snack vun de Postbaden — 'n heel grooten Respek för mien Kollegen, de doch veel weeten müssen und noch mehr Verantwortung to drägen harm. In Bossel harr ik noch'n Beleewen, dat ik siendags ni vergeeten warr. Dat wer wull an min drütten oller veerten Dag as Breefdräger. Ik weer min Post los un streew to Huus. De Homfeller luern jo uk noch up mi. Bi de lütt Meieri seeg ik veel Lüüd up de Ramp sitten, dor schien 'n Buerversammeln to sien. As ik neeger rankeem, wink mi een Buer vun't Rad: „Segg mal, Schoolmeister, nimms Du eenli den Breefkassen gorni ut? De löppt all öwer!" — Un würkli, dor keek all wat Witts ut den Slitts. Ik kreeg 'n roden Kopp un verteidig mi: „Dat steiht ni in min Instrukschon, ik heff uk gorkeen Slötel"! — Min Gegenöwer grien: „De Slötel stickt in'e Tasch, kiek man mol na!" — Ik funn den Slötel denn uk, he weer sogar an een leddern Reemen bunnen, harr sik awer üner den Borrn vun de Tasch versteeken. As ik den Breefkassen opmaken dee, stünnen all de Mannslüüd bi mi rum. Ik fünn wieder nix as de een lütt Kort, de all rutkieken dee. Dat geew 'n grooten Hallo, un de Buern harm mi an leewsten mit to Kroog nahmen. Awer ik harr min Instrukschoon: „Kein Alkohol im Dienst!" — De lütt Köm, de den Breefdräger mennimol inschinkt wör, wor ni reekent, de weer uk to Upmünnerung notwenni. An't Enn vun'e eers Wuch tell mi de „Postmeister" August Jensen knapp zwinti Mark up'n Disch. Dat weer suer verdeent Geld, awer dat weern de eersten Gröschens, de ni ut Vadder sin Tasch keemen. — Na dree Weken güng min Deenst bi de Post to Enn. Ik harr min Saak good makt, as de Kollegen seggen dän, un schull in' Sommer in'e Urlaubstied wellerkamen. De Post hett up min Hölp verzichten müß. Ik kreeg bi en Veehändler in't Dörp en Stell as „Bookhaler", dor verdeen ik an twee Daag ebensoveel as in'e ganse Week bi de Post. Awer dat weer mi ni de Hauptsak, veel mehr wert weer't mi, dat ik an veer Daag in't Nahwerdörp as Hospitant in'e School tohörn un ünnerrichten dörf.