Wölfe in Aukrug

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Gebiete mit Wolfsnachweisen in Deutschland 2018/19 (auf Basis einer in der Karte nicht dargestellten 10-km-Rasterzellen-Einteilung)[1]

Schleswig-Holstein liegt im ursprünglichen Verbreitungsgebiets Eurasischer Wölfe und für das Jahr 1739 sind Wölfe in Aukrug historisch nachgewiesen. Im 18. Jahrhundert wurde der Wolf in den meisten Regionen des heutigen Deutschland ausgerottet. Spätestens die ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des 20. Jahrhunderts in Deutschland angetroffenen Wölfe waren sehr wahrscheinlich Zuwanderer.[2] Im Jahr 2000 wurde im sächsischen Teil der Lausitz erstmals wieder eine erfolgreiche Reproduktion (Welpenaufzucht) des Wolfes in Deutschland nachgewiesen.

Jagdverordnung von 1736

Durch die Jagdverordnung von 1736 wurden Prämien für erlegte Wölfe und Raubvögel ausgesetzt. Diese wurden aus der Amtskasse bezahlt. So enthalten die Amtsrechnungen Angaben über erlegte Wölfe und Raubvögel. Die Wölfe scheinen aber trotz der großen Wälder nicht sehr zahlreich im Amte gewesen zu sein, denn es wurden nur vier Mal Prämien in der Zeit von 1736 — 1800 gezahlt, darunter einmal aus dem Aukrug: 1739 hatten Carsten und Paul Kühl, ersterer aus Vaasbüttel, letzterer aus Bucken im Buckener Holze vier junge Wölfe mit Knüppeln getötet. Um die gleiche Zeit wurde auf einem Moor bei Remmels ein Mädchen von einem Wolfe zerrissen[3]. Ein Holzkreuz bezeichnete noch 1797 die Stelle. 1797 raubte ein Wolf in Embühren aus der heimgetriebenen Schafherde den besten Hammel und verjagte den Schäfer[4]. Die Folge waren erneute Treibjagden. Die Amtsrechnungen berichten aber nicht, daß ein Wolf getötet wurde. Noch 1806 ließen sich in den Ämtern Neumünster und Rendsburg vereinzelt Wölfe sehen. Der letzte Wolf in Holstein soll 1820 vor den Toren Hamburgs geschossen sein.

Wolfssichtungen in Aukrug

Nach dem Fall der innerdeutschen Grenze 1989 verbreiteten sich die Wölfe allmählich wieder nach Westen. Auch in Schleswig-Holstein streiften seit 2007 nachweislich einzelne Wölfe umher und es gab seit 2014 vereinzelte Schafsrisse.

GW924 (2018/2019)

Am 17. November 2018 drang ein Wolf südlich von Bünzen in eine 13-köpfige Heidschnuckenherde ein. Er tötete 2 Tiere, die übrigen versuchten in ihrer Panik durch die Bünzau zu entkommen. Einige Tiere erreichten das Bargfelder Ufer, die übrigen ertranken in der Au. Untersuchungen haben ergeben, daß es sich um den zu der Zeit in Schleswig-Holstein umherziehenden Wolf GW924 (Grauer Wolf 924 männlich) gehandelt hat[5]. Im Aukruger Umland wurden für GW924 elf weitere Wild- und Nutztierrisse in den Gemeinden Gnutz (2. und 8. April 2019), Sarlusen (22. Februar 2019, 9. April 2019, 8. September 2019), Rade bei Hohenwestedt (4. Februar 2019), Brokstedt (29. April 2019), Poyenberg (26. April 2019, 14. Mai 2019) und Timmapse (22. Oktober 2018, 10. September 2019) an Hand genetischer Analysen nachgewiesen.

Laut Zeitungsberichten wurde dieser Wolf um die Jahreswende 2019/20 in Niedersachsen bei Gifhorn Opfer des Straßenverkehrs.[6]

HW01 (2019)

Der Wolf mit dem Haplotyp HW01 ist 2019 mehrfach rund um Aukrug gewesen. So wurde seine Anwesenheit durch Nutztierrisse am 24. März 2019 in Hennstedt, am 2. April 2019 in Gnutz und am 8. Oktober 2019 in Wasbek dokumentiert.[7]

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. DBBW – Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf: Vorkommen (besetzte Rasterzellen) von Wölfen in Deutschland im Monitoringjahr 2018/19
  2. Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz: Der Wolf in Niedersachsen. Grundsätze und Maßnahmen im Umgang mit dem Wolf
  3. Prov.-Bericht 1797, Seite 232
  4. Prov.-Bericht 1797, Seite 232
  5. Wolf: Tabellen zu Tierrissen und Sichtungen in Schleswig-Holstein
  6. Problemwolf GW924m ist tot
  7. Wolfsinformationszentrum Schleswig-Holstein