Archiv:75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Innien

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75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Innien

Geschichte

Die Gründer der Freiwilligen Feuerwehr Innien 1907
Unsere heutigen Ehrenmitglieder - Namen von links nach rechts: Heinrich Möller, Oswald Harbeck, Franz Wolter,Gustav Drohn, Heinrich Voß, Albert Nielsen, Hermann Heeschen, Hans Rudi Jessen,Willi Stahl, Hans Gosch, Heinz Schneede, Helmut Stender, Karl Sierk

75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Innien ist sicher ein Anlaß, den Tag festlich zu begehen und Rückschau zu halten. Um die Jahrhundertwende und früher schlossen sich in vielen Dörfern des Landes beherzte Männer zusammen, um Hilfe zu leisten dort, wo der Einzelne machtlos war. Sie gründeten eine Freiwillige Feuerwehr; das geschah in Innien 1907. Die Homfelder waren den Inniern schon 14 Jahre voraus, sie haben nächstes Jahr ihren 90. Geburtstag. Von den gut 30 Gründern sei stellvertretend für alle, der über viele Jahre besonders aktive Feuerwehrmann Heinrich Langmaack genannt. Seine Familie hält in August und Gerhard Waltemathe jetzt schon in der 3, und 4. Generation der Feuerwehr die Treue.

Der erste Wehrführer, damals "Feuerwehrhauptmann”, war Jörn Ulrich; er trug als Äußeres Zeichen des Vorgesetzten eine gelbe Schärpe. Als Stellvertreter, damals "Vize-Adjudant”, fungierte Henning Gloy, der Großvater unseres jetzigen Kameraden Klaus Henning Rohwer. Die Führungskräfte der Wehr in den 75 Jahren waren folgende:

  • 1907-1931 Wehrführer Jörn Ulrich, Stellvertreter Henning Gloy,
  • 1931-1936 Wehrführer Hans Lohse, wurde dann Amtswehrführer bis 1954, Stellvertreter Friedrich Wörpel,
  • 1936-1952 Wehrführer Heinrich Strauß, Stellvertreter ab 1948 Heinrich Voß,
  • 1952-1954 Wehrführer Heinrich Voß, wurde dann Amtswehrführer bis 1976
  • 1954-1973 Wehrführer Heinrich Möller, Stellvertreter Willi Stahl,
  • 1973-1982 Wehrführer Otto Staben, Stellvertreter Claus Butenschön, ab 1982 Stellvertreter Jürgen Rohwer

Die heutige Mannschaftsstärke beträgt 33 aktive Mitglieder, dazu 13 Ehrenmitglieder. Ehrenmitglied wird jeder Feuerwehrmann, der bis zum 65. Lebensjahr seinen Dienst tut. Ca. 190 fördernde Mitglieder unterstützen unsere Wehr. Nach dem Zusammenschluß der 5 Aukrugdörfer zur Gemeinde Aukrug 1970, blieben die Ortsteilwehren in voller Eigenständigkeit erhalten. Bindeglied zwischen Gemeinde und Ortswehr ist der Gemeindewehrführer. Dieses Amt hatte von 1970-1982 Walter Ehlers inne, In diesem Jahr wurde Fred Wüstenberg zu seinem Nachfolger gewählt. 1970 wurden auch die Ämter Wasbek und Aukrug zusammengelegt. Der alte und neue Amtswehrführer bis 1976 war Heinrich Voß. An seine Stelle trat unser jetziger Amtswehrführer Hans Wiese.

Aus der Zeit des dritten Reiches ist noch bemerkenswert, daß der damalige Wehrführer Hans Lohse und sein Stellvertreter Friedrich Wörpel zunächst Ihrer Ämter enthoben wurden, weil sie nicht Parteimitglied waren. Dann aber sicher aus der Einsicht, daß sie auch ohne Parteibuch die richtigen Männer für die Feuerwehr waren, wieder eingesetzt wurden. In den 30er Jahren gab es in Innien schon einmal eine Feuerwehrkapelle unter Leitung von Max Mester. Die Instrumente wurden von der LVA zur Verfügung gestellt, dafür mußte für die Kranken auf der Lungenheilanstalt Tönsheide gespielt werden. 1971 wurde auf Initiative des Gemeindewehrführers Walter Ehlers unter Leitung des Dirigenten Heinz Schnack der Musikzug neu gegründet. Träger ist das Amt Aukrug.

Die Ausrüstung der Innier Wehr

Altes Bild mit Spritze und Mannschaft

Die Ausrüstung in den Gründerjahren bestand aus einer von 2 Pferden gezogenen Handdruckspritze. Sie wurde von jeweils 8 Mann bedient. Hatten diese sich müde gepumpt, wurden sie von der nächsten Gruppe abgelöst. Daneben gab es noch die sogenannte Steigergruppe, die mit Leitern und Patschen ausgerüstet war, vor allem zum Schutze der damals noch üblichen Rethdächer. Der größte Schritt zur Technisierung erfolgte Anfang der 30er Jahre durch die Anschaffung einer Motorspritze. Die Motorisierung durch einen Mannschaftswagen LF 8 mit Hänger, Gruppenführer und 8 Mann erfolgte 1941. Dieses Fahrzeug hat bis 1972, also 31 Jahre bei uns seinen Dienst getan. Die Motorspritze mit 800 Liter Wasserleistung in der Minute ist auch heute noch das Herzstück der kleineren ländlichen Wehren. 1972 erhielt die Innier Wehr ein modernes Fahrzeug mit neuer Motorspritze und Vorbaupumpe. Zusatzausrüstung sind 4 Atemschutzgeräte, um auch bei großer Rauchentwicklung ungehindert retten und löschen zu können. Das Gerätehaus, früher Spritzenhaus, befindet sich in der Dorfmitte "An der Meierei". In den 30er Jahren war es noch geteilt und diente als polizeilicher "Sicherheits und Aufbewahrungsort”, ("Du kummst int Sprüttenhus").

Der in den Nachkriegsjahren angebaute Raum der Tiefgefriergemeinschaft wurde nach deren Auflösung von der Feuerwehr übernommen und 1974 in Eigenleistung zum Schulungsraum ausgebaut. Die Wasserentnahme erfolgt in Innien aus Hydranten der örtlichen Wasserversorgung, Bei größeren Bränden wird in Zusammenarbeit mit den anderen Ortswehren auf die Bünzau und das Lehmloch zurückgegriffen.

Einsätze der Wehr

Festumzug am 50. Geburtstag 1957
Unsere Aktiven 1982 von links nach rechts: Günter Mahnke, August Waltemathe, Hans-Jürgen Rohwer, Günter Teichmann, Peter Carstens, Claus Butenschön, Hans-Heinrich Sierk, Johannes Pohlmann, Eggert Wittorf, Heinz Ivers, Klaus-Henning Rohwer, Hans-Jürgen Petersen, Klaus Strüben, Otto Butenschön, Gerhard Waltemathe, Otto Staben, Karl Johannes Behrens, Hans-Hermann Butenschön, Peter Carstens-Behrens, Klaus-Wilhelm Schneede, Dieter May, Herbert Nielsen, Detlef Möller, Friedrich-Otto Rathjen, Heiner Drohn, Henning Butenschön, Arthur Harder, Hans-Jürgen Butenschön, Gerhard Lahann, Hans-Helmut Rathjen, Auf dem Bild fehlen:Hans-Otto Jessen, Ulrich Teetzen und Gerd Kiel

Die Aufgaben der Feuerwehr sind: "Retten, Mensch und Tier, löschen, schützen,bergen, helfen."

In den ersten Jahrzehnten stand die Bekämpfung von Feuer im Vordergrund. Während des 2. Weltkrieges und im Zuge der fortschreitenden Technisierung nach 1945 wurden die Aufgaben immer vielseitiger. Als Beispiel der vielen Einsätze seien hier nur einige genannt.

  • Um 1926 Großbrand bei Schwieger, Homfeld, jetzt Jochen Henning.
  • 1942-45 viele tagelange Einsätze unter besonders schweren Bedingungen nach und während erfolgter Luftangriffe auf Hamburg, Kiel und Neumünster.
  • 1957 wurde eine von einer Windhose erfaßte große Scheune bei Ernst Carstens aufgeräumt.
  • 1958 bei klirrendem Frost erfolgreiche Bekämpfung eines ausgebrochenen Feuers im Pferdestall von Behms Hof,
  • Bei der großen Sturmflut im Februar 1962 war eine Gruppe im direkten Eisatz an der Küste, während der Rest der Wehr durch Faschinenbinden und verladen ihren Beitrag leistete.
  • Im Juli 1967 konnte ein durch Heuselbstentzündung entstandener Schwelbrand bei Klaus Henning Rohwer, ehemals Gloy, eingedämnt werden.
  • Beim Scheunenbrand von 1968 bei Fölster in Bargfeld, jetzt Greve, konnten durch den schnellen Einsatz aller Aukrug Wehren die sehr nahe gelegenen Gebäude der Gastwirtschaft Hanssen geschützt werden.
  • Dasselbe gilt für das im Dezember 1979 in der Tischlerei von Greißel und Kniep ausgebrochene und schnell gelöschte Feuer.
  • Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Wald- und Flächenbrände erfolgreich bekämpft, Nach einem Ölalarm in der Bünzau wurde schnell der Ursache auf den Grund gegangen und der Schaden konnte in Grenzen gehalten werden.
  • 1981 wurde im Düngerlager der Raiffeisenbank ein Schwelbrand im Keime erstickt.

Die Liste ließe sich noch unendlich verlängern über erfolgte Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen, Straßen und Schienen freizumachen von umgestürzten Bäumen, Keller leerzupumpen, 1978-79 Schneeräumen und vieles mehr. Immer und überall ist die Feuerwehr gerne bereit zu helfen, wo Not am Mann ist.

Der beste Schutz ist jedoch die Verhütung von Bränden, dazu anregen soll die alljährliche Brandschutzwoche. Neben den vielen dienstlichen Aufgaben, erfüllt unsere Feuerwehr gerne andere innerhalb der Dorfgemeinschaft., Jahrelang richtete sie das Vogelschießen aus. Von den eigenen Veranstaltungen ist ein besonderer Höhepunkt das Fest mit unseren fördernden Mitgliedern. Ihnen sei an dieser Stelle recht herzlich gedankt für die jährliche finanzielle Unterstützung und der damit zum Ausdruck kommenden Verbundenheit mit unserer Feuerwehr. So möge das, was in den vergangenen 75 Jahren über alle politischen und wirtschaftlichen Höhen und Tiefen hinweg im kameradschaftlichen Geist für die Gemeinschaft geleistet wurde, auch weiterhin Bestand haben über die nächsten Generationen hinaus unter dem Wahlspruch der Feuerwehren:

"Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr,"