Archiv:Die Aufzeichnungen von Jonny Rohwer

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Die Aufzeichnungen von Johnny Rohwer

Jonny Rohwer

Ein Aukruger Dokument des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus

Einleitung und Anmerkungen von Peter Höhne

Einleitung

Johnny Rohwer, Jahrgang 1906, war von Beruf Zimmermann und in den zwanziger Jahren Gründungsmitglied eines SPD-Ortsvereins in Innien.

Sein Vater kehrte aus dem 1. Weltkrieg nicht wieder zurück, er selber und zwei Brüder blieben im zweiten. (s. auch „Maria Rohwer. Das Schicksal einer Aukruger Familie“)

Er hat dieses erschütternde zeitgeschichtliche Dokument „Der Untergang des deutschen Proletariats"genannt. Es steht auf elf Seiten eines Kontobuches und schildert die Zeit von etwa 1928 bis 1935, wie dieser Aukruger sie erlebte. Wäre es zu seinen Lebzeiten bekanntgeworden, so wäre er wahrscheinlich als KZ-Häftling statt als Soldat umgekommen.

Der Untergang des deutschen Proletariats

Die Zeit der Putsche war vorüber, aber die Feinde der deutschen Republik rüsteten zu neuem Bürgerkrieg. Es wurde der Stahlhelm gegründet, der Werwolf und die kommunistischen Kampforganisationen waren noch in vollster Blüte. Da wurde das Reichsbanner[1] gegründet, um im Ernstfall alle Gewaltmaßnahmen zu brechen und zum Schutz der republikanischen Bevölkerung. Dies war in den Jahren 1924-27. Bis dahin war noch alles ruhig, und keiner ahnte, was noch kommen sollte.

1927: Die Arbeitslosigkeit und mit ihr die Wirtschaftskrise wuchsen ins Endlose. Die Arbeiter standen Schlange vor den Stempelstellen. Hier wurde diskutiert und agitiert von den Kommunisten und Sozialdemokraten, die Nazi durften sich hier nicht sehen lassen; sie hatten ihr Reich auf dem Lande, in der Stadt spielten sie zur Hauptsache keine Rolle.

Durch die Wirtschaftskrise wurden auch die Bauern erheblich betroffen, weil in der Arbeiterschaft keine Kaufkraft mehr war. Die Folge davon war: Die Bauern wollten oder konnten keine Steuern mehr bezahlen, sie wurden gepfändet, und es kam zu großen Unruhen in Neumünster u. s.w.. Alle Schuld an dem Chaos und dem wirtschaftlichen Zusammenbruch — was doch weiter nichts war, als daß der Kapitalismus abgewirtschaftet hatte — wurde den Sozialdemokraten und der Reichsregierung an die Rockschöße gehängt. Die Bauernunruhen gingen so weit, daß die Behörden sich einschüchtern ließen. Fast in jeder Stadt, namentlich in Schleswig-Holstein und Lüneburg, flogen die Landrats- und Finanzämter in die Luft[2].

Das Erbe dieser Terrororganisationen traten die Nazi an, um gegen den Staat zu wettern, was ihnen natürlich gerade auf dem Lande großen Anhang brachte, und die nicht mitmach ten, wurden so unter Druck gesetzt, daß sie wirtschaftlich erledigt waren[3] oder nicht mehr ohne Pistole und dergleichen ins Bett gehen konnten; zu denen gehörte ich auch.

Zu derselben Zeit merkten die Arbeiter auch, daß sie auf der Hut sein mußten, und das Reichsbanner wurde umgestaltet. Es wurden die Jugendlichen von 16 bis 20 Jahren in das Jugendbanner gruppiert, von 20 bis 35 Jahren in die Sportriegen, von 35 und älter — was noch gediente Soldaten waren — in die Schufo. Die Betriebsarbeiter, die in keiner unserer Wehrorganisationen waren, gründeten Kameradschaften.

Das Reichsbanner, die Partei SPD, Gewerkschaften, Arbeitersportler und Arbeitersamariter und alle sonstigen Arbeiterverbände bildeten die Eiserne Front[4]. Ihr Banner war Rot mit drei Pfeilen. Die aktivste Truppe davon war das Jungbanner und vor allen Dingen die Sportriege. Fast jeden Abend machten diese Felddienstübungen, Patroulliengänge durch die Stadt, um den politischen Gegner zu beobachten. Im Gewerkschaftshaus saß jede Nacht eine Wache, dasselbe auch in der Volkszeitung, um zu verhüten, daß sie nicht verwüstet würden.

Die Nazi hatten sich zu Terrorgruppen zusammengetan, in sogenannten SA-Heimen, von wo aus die Terrorakte ausgingen. Es wurden Passanten überfallen, Schaufenster im KONSUM, Gewerkschaftshaus, Volkszeitung u.s.w. eingeworfen. Dieser Straßenpöbel saß in Last- oder Personenwagen, um möglichst schnell zu verschwinden. Daß ein Arbeiter von 50-60 Mann dieser Raufbolde ermordet oder zum Krüppel geschlagen wurde, war keine Seltenheit. So kam es oft zu harten Kämpfen, wo es auch auf Seiten der Nazi Verwundete und mitunter auch Tote gab. Revolver, Pistolen, Gummiknüppel, Totschläger und allerhand Säuren waren die Waffen. Ja, man ging so weit, daß unsere Genossen in ihren Wohnungen überfallen wurden, getötet, und das ganze Haus glich einem Trümmerhaufen, oder es wurden Handgranaten in die Fenster unserer Kameraden geworfen, so zum Beispiel in Hohenwestedt, Rendsburg, Elmshorn u.s.w.

Immer, wenn die Nazi in einer Stadt einen Aufmarsch hatten, gab es auf unserer Seite Tote, denn sie waren ja in der Übermacht. So möchte ich hier nur einen Fall anführen, der mir unvergeßlich bleibt.

In Eckernförde hatten die Nazi eine Kundgebung. Von unserer Seite wurde die Polizei gebeten, genügend polizeilichen Schutz anzufordern, was aber kein Gehör fand. Nun hatten am selben Sonntag, es war im Juli oder August 1932[5], im Gewerkschaftshaus zu Eckernförde die Funktionäre vom Landarbeiterverband eine Sitzung. Ohne jeden Anlaß stürmten die Nazi von hinten und vorne auf das Haus ein, das ganze Haus glich einem Trümmerhaufen. Der Erfolg war: Viele Schwerverwundete und zwei von unseren Kameraden wurden viehisch abgeschlachtet. Die Namen sind mir entfallen[6]. Sie waren beide aus Angeln. Ein alter Genosse[7] und ich sind beide mit dem Fahrrad von Innien nach Eckernförde und später nach Karby zur Beerdigung gefahren, wo 3000 Mann teilnahmen. Die Beerdigung wurde zur schönsten Kundgebung, die ich je erlebt habe. Es waren Arbeiter aus Hamburg-Barmbek, aus allen Orten und Städten Schleswig-Holsteins gekommen, ob Kommunisten oder Kameraden von der Eisernen Front, alles durcheinander, alle brüderlich vereint. Ich habe geglaubt, jetzt wäre der Tag gekommen, wo das geeinte Proletariat unzertrennlich beieinanderbleiben wollte, aber es war leider nicht der Fall.

Die Särge der toten Kameraden standen zwischen den Trümmern des Gewerkschaftshauses. Kameraden von der Sportriege gaben den Toten mit erhobenen Fäusten das Geleit zu den Autos, die unsere Toten in die Heimat nach Karby brachten. Unzählige Lastautos und Motorräder gaben das Geleit, Tausende umflorte Fahnen und Kränze wurden mitgeführt. Kommunisten in russischen Nationaltrachten trugen einen großen Kranz mit einer roten Schleife mit der Aufschrift: Unseren toten Reichsbannerkameraden ein letztes Rot-Front!

Ich bin dessen gewiß, diese Menschen haben die ehrliche Absicht gehabt, sich mit uns zu verbrüdern, aber ihre sowohl wie unsere Führer haben es nicht gewollt. Jawohl, Kameraden, ich sage es frei und offen, denn es war möglich, denn die Masse wollte es. Wir hätten gerne unsere Demokratie fliegen lassen sollen und mit der KPD eine deutsche Arbeiterdiktatur ausrufen sollen. Über die Unabhängigkeit von Rußland, dar über hätte sich reden lassen. Denn darüber wollen wir uns klar sein, Brüder: Dies Elend, was wir nun haben, hätten wir nicht gehabt. Gewiß hätte der Kampf Opfer gefordert, aber lieber im offenen Kampf fallen, als sich so wehrlos hinschlachten zu lassen.

Acht Tage später, als man die beiden Kameraden von Eckernförde zu Grabe getragen hatte, wurde ein Jungbannermann von 18 Jahren aus Friedrichskoog von Nazis erstochen[8]. Der Mörder heißt Christiansen, er wohnt in der Nähe, und einer der Mörder von Eckernförde heißt Griegel(s). Hoffentlich werden diese Taten noch einmal ihre Sühne finden, wenn das Proletariat die letzte Schlacht schlägt mit vereinten Kräften.

Einige Tage später ließen sich leider Arbeiter in Altona hinreißen und schossen auf einen Nazi-Umzug. 18 Tote und und viele Verwundete waren das Ergebnis. Das hätte nicht sein dürfen, wenn man auch die Wut und Empörung der arbeitenden Klasse kennt — auch heute noch stehen wir mit geballten Fäusten in der Hosentasche an den Straßen. Da faßte die Reaktion zu und hatte Grund genug zu behaupten, die Braun-Severing-Regierung sei nicht mehr fähig, in Preußen zu regieren. Severing wurde eingesperrt, und ein Herr von Papen setzte sich dorthin.

Da war die Gelegenheit und auch Grund genug vorhanden, um loszuschlagen. Die Arbeiterschaft brannte darauf, aber nein. Wir lagen Tag und Nacht in erhöhter Alarmbereitschaft und warteten auf den Augenblick, wo es heißen sollte: Los! —Aber nichts wurde gemacht, als daß man uns etwas von Disziplin einredete, und wir übten so lange Disziplin, bis es zu spät war.

Die Wahl am 13. März und die Wahlen gleich darauf waren alle von den Nazis auf einen Putsch eingestellt. Die Landbevölkerung wurde von den Nazis eingeschüchtert, ich und mein alter Genosse mußten nach Neumünster flüchten und wurden da unserer Hundertschaft zugeteilt, wo wir dann von unseren Kameraden verpflegt wurden, mußten berichten, was auf dem Lande los sei und warteten, was nun kommen sollte. Die ganzen Nächte lagen wir in unseren Quartieren und auf unseren Sammelplätzen, keiner durfte fortgehen, alle mußten noch mal antreten, es wurde abgezählt. Meldefahrer auf Motorrädern brachten Meldungen in die Hauptquartiere. Radfahrerpatroullien fuhren ohne Licht an den Grenzen der Stadt und beobachteten den Feind. Die einheimischen Nazis hatten die Stadt verlassen und sich den Nazis von auswärts angeschlossen und hatten die Stadt belagert, leisteten aber noch keinen Widerstand und machten auch noch keine Angriffe. Die Straßen waren leer, es herrschte eine Totenstille in den sonst noch nächtlich belebten Straßen.

Unseren jungen Kameraden fehlte es nicht an Kampfesmut. Militärisch ausgebildet waren sie, und unerfahren waren sie auch nicht, das hatten sie von der Not der Zeit gelernt. Alles war ins kleinste vorbereitet, alles war da. Die Stunden wurden uns zu lange, es wurde nichts gerührt. In den nächsten Tagen erfuhren wir, daß in verschiedenen Städten die Häuser der Arbeiterschaft durch Handgrana ten und Bomben zerstört waren. Unsere Presse war verboten, Uniformen, Umzüge, alles war verboten, keine Wahlversammlungen, Flugblätter, Plakate — nichts durfte gemacht werden, während die Nazis unumschränkt agitieren konnten. So etwas nannte sich noch immer Republik.

So gelang es dann den Nazis, unsere einst so stolze Republik zu vernichten, und wir mußten zusehen, alles kampflos preisgeben. Ja, es wurde so weit getrieben, daß man einem 51% Schwer Kriegsbeschädigten mit Namen Nottelmann aus Innien, der Tannenberger[9] war, dreimal nacheinander sämtliche Fensterscheiben einwarf und danach in einer Versammlung mit den Füßen die Zähne aus dem Mund schlug und ihn bewußtlos, blutüberströmt liegenließ. Das war des Vaterlandes Dank, daß er vier Jahre lang für den Unverstand gekämpft hatte.

Nach all diesem Wirrwar begann man im Mai 1933 die Gewerkschaften für die Zwecke der Nazis auszunutzen. Man kassierte bei den Arbeitern die Gewerkschaftsbeiträge weiter ein. Den Arbeitern wurde erzählt, daß nun das Paradies der Arbeiter gekommen sei, und der beängstigte und zugleich dumme Arbeiter gab dann auch freudig seine Groschen für den nun kommenden Sozialismus. Nicht genug damit. Es wurde die NSBO[10]gegründet, wo nun der Arbeiter sein Heil zu erwarten hatte.

Die Arbeiter der öffentlichen Betriebe wurden allwöchentlich einmal von weit und breit in die Stadt mit Extrazügen gebracht, um die schönen Reden dieser arbeiterfreundlichen Ekel zu hören. Jeder war verpflichtet und mußte diesen Quatsch mit anhören. Zum Schluß eines solchen Vortrages mußte jeder die Hand hochhalten, und dann wurde die Nazi-Hymne gesungen. Das alles mußte man mit seinem gesunden Menschenverstand mit anhören und mitmachen, wenn man seine Existenz nicht verlieren wollte. Oft mußten wir von der Arbeit aufhören und den Quatsch des zugelaufenen Österreichers hören. An den Zahltagen nahm man uns schon mit Sammellisten in Empfang. Zuerst nannte man es spenden, dann stiften und zu guter Letzt, bis heute, opfern für nationale Arbeitshilfe, Winterhilfe Eintopfgericht, ja, sogar für eine Expedition ins Himalayagebirge u.s.w., und das alles bei einem Wochenlohn von 20 Mark.

An einem schönen guten Morgen hatte man mir das Dach meiner Waschküche abgedeckt, um da mal eine Stichprobe nach Waffen zu machen, was aber wieder mal vergebens war. Dies war im Februar 1934.

Man hatte sich so langsam in sein Schicksal gefunden, da wühlte etwas die klassenbewußten Arbeiter wieder auf. In Österreich, was bisher noch immer unser Trost und Hoffnung war, tobte der Bürgerkrieg in schlimmstem Maße. In der Stadt Linz hatten die Arbeiter einen Teil ihrer Waffen verborgen, die von der Dollfuß'schen Polizei beschlagnahmt werden sollten, was die Arbeiter sich nicht gefallen ließen. Sie eröffneten das Feuer gegen die Polizei, die sich dann zurückzog und Verstärkung durch das Militär holte. Die Wiener Arbeiter eröffneten den Generalstreik als Protest. Auch hier kam es zu blutigen Straßenkämpfen, dasselbe in ganz Österreich. Polizei, Militär, Heimwehr, alles bestürmte die Arbeiterschaft, die aber in ihren Wohnvierteln nicht zu schlagen war, die ja auch mit Waffen umgehen konnte, das hatte sie ja die Reaktion im Kriege gelehrt. Die Arbeiter zogen sich in ihre Wohnhöfe — Karl-Marx-Hof u.s.w. — zurück, was die wahren Festungen waren, doch wurden sie

hier mit schweren Geschützen, Haubitzen und Minen meuchlings zusammengeschossen. Nach fünftägigem Kampf mußten die Arbeiter den Kampf aufgeben. Ein gefangener schwerverwundeter Führer des Schutzbundes wurde vom Standgericht von der Tragbahre aus erhängt und noch viele andere mehr. Viele flüchteten ins Ausland und viele wurden ihr Leben lang in den Kerker geworfen. Die Sozialdemokratische Partei wurde verboten, und unser einst so stolzes Österreich war ebenso wie Deutschland ein Land der Sklaverei.

Wohl hat die Arbeiterschaft in Österreich in ihrem heldenmütigen Kampf, in dem sie leider unterlegen ist, 1500 Kameraden, was vielleicht die besten waren, verloren, auch darüber geht die Zeit hinweg, aber sie haben wenigstens nicht kampflos das Feld geräumt. Sie starben den Heldentod für das Proletariat.

Hoffentlich werden es ihre Nachkommen zu danken und zu würdigen wissen. Wenn auch manches junge Blut vergossen ist, so sind sie doch keine Sklaven.

Fußnoten

  1. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, 1924 gegründet, politischer Kampfverband von fast ausschließlich SPD-Anhängern, zuletzt um die 3 Mill. Mitglieder.
  2. Durch die Landvolk-Bewegung. Dafür, daß die Erbitterung auch unter Aukruger Landwirten groß war, ist Johannes Rathjen aus Bargfeld ein Beispiel, damals bekannt als Johannes Deutschland". Er besorgte Sprengstoff und wurde dafür 1930 gerichtlich zur Rechenschaft gezogen. Hans Falladas Roman „Bauern, Bonzen und Bomben" beschreibt die Ereignisse in und um Neumünster.
  3. Das galt z.B. für den Heinkenborsteler Gastwirt Hans Sager. Er war Ludendorffer und Nazigegner. 1933 hatte er in der Innier Bahnhofswirtschaft Hitler als den größten Feind des deutschen Volks bezeichnet, wurde denunziert und mußte für drei Monate ins Gefängnis. Der Gasthof wurde boykottiert und schließlich angesteckt, gleichzeitig mit den Häusern von zwei Bargstedter Nazigegnern.
  4. Gegengründung zur Harzburger Front im Dez. 1931. Die Eiserne Front wurde gebildet von der SPD, den freien Gewerkschaften, dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und den Arbeitersportverbänden.
  5. Es war am 10. Juli 1932.
  6. Es handelt sich um die Landarbeiter Hinrich Junge aus Sensby-Thumby und Johann Buhs aus Grünthal-Schuby.
  7. Gemeint ist sicherlich Gustav Hohnsbeen, der im „Rapphuus" (Hauptstr. in Innien) gewohnt hat. Einer seiner Söhne war im KZ.
  8. Am 25. Juli 1932 wurde in Friedrichskoog der 17-jährige Fischer Hermann Jäger von Nationalsozialisten ermordet. Nach einer Veranstaltung der Eisernen Front machten Gruppen von SA-Leuten Jagd auf einzelne Versammlungsteilnehmer. Dabei wurde Hermann Jäger erstochen.
  9. Mitglied des Tannenbergbundes. Dieser wurde 1925 unter der Schirmherrschaft von Erich Ludendorff als Dachorganisation völkisch-konservativer Jugendverbände gegründet und war weltanschaulich gegen Freimaurerei, Jesuitentum, Judentum und Marxismus gerichtet. Ludendorffs Frau Mathilde sammelte in ihm ab 1926 völkische Gottgläubige außerhalb des Christentums. Weil vor allem das Ehepaar Ludendorff treibende Kraft des Bundes war, wurden die Mitglieder auch als „Ludendorffer" bezeichnet. Der Tannenbergbund wurde 1933 von den Nazis verboten, erstand aber 1937 wieder als „Bund für Deutsche Gotterkenntnis". In der Bundesrepublik wurde der Tannenbergbund 1961 verboten. In Aukrug und Umgebung gab es eine ganze Menge Mitglieder, die in Gegnerschaft zu den Nazis standen.
  10. Nationalsozialistische Betriebsorganisationen, in Nachfolge der verbotenen Gewerkschaften, Vorstufe der Deutschen Arbeitsfront (DAF).