Archiv:Soziale Dienste und Einrichtungen

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Soziale Dienste und Einrichtungen

Sozialstation und Krankenpflegeverein Aukrug

Schwester Martha gibt Hilfestellung
Mitarbeiterinnen Sozialstation/Krankenpflegerverein (von links): Leiterin Angelika Gerhardt (Krankenschwester), Anita Wenzel (Hauspflegerin), Marina Teichmann (Krankenschwester), Ljljana Eick (Altenpflegerin), Jutta Diercks (Hauspflegerin), Annegret Bialowons (Hauspflegerin), Elsabe Schnoor (Hauspflegerin)

Im Aukrug-Buch von 1978 ist unter sozialen Einrichtungen kein Hinweis auf die Gemeindeschwesternstation oder eine Sozialstation enthalten.

Bereits 1938 wurde durch die Gemeinde Innien eine damals sogenannte NS-Schwesternschaft eingerichtet. Die jährlichen Kosten von 530,00 Reichsmark teilten sich die Gemeinden des damaligen Amtes Innien. Am 01. 04. 1946 wurde ein Vertrag mit der Flensburger Diakonissenanstalt für den Betrieb einer Gemeindeschwesternstation geschlossen. Das Amt Innien zahlte anfangs 100 DM monatlich Honorar und stellte daneben eine Wohnung kostenlos zur Verfügung. Mit Gründung des heutigen Amtes Aukrug wurde die Schwesternstation 1970 auf den gesamten Amtsbereich ausgedehnt. Waren die von der Diakonie gestellten Schwestern, z. B. Schwester Else, bis zu diesem Zeitpunkt in der Gemeinde Aukrug mit einer Mofa zu den Einsatzstellen gefahren, wurde 1970 ein erstes Kraftfahrzeug angeschafft. Die Beziehung zur Flensburger Diakonissenanstalt endete erst, als Schwester Martha am 30. 06. 1989 in den Ruhestand ging. Die Gemeindeschwesternstation hatte in erster Linie die Aufgabe, Krankenpflege und ambulante Altenpflege zu leisten.

1985 wurde vom Ehepaar Wiese, Herr Hans-Otto Wiese war zu diesem Zeitpunkt Verwaltungsleiter der Fachklinik Aukrug, ein privater Krankenpflegeverein gegründet. Der Verein hatte in erster Linie auch die Absicht, sich im Bereich Krankenpflege und häuslicher Altenpflege zu betätigen. In diesem Zusammenhang wurde die Diskussion hinsichtlich der Notwendigkeit einer Sozialstation erneut begonnen. Bereits 1978 hatte der Kreis Rendsburg-Eckernförde die Einrichtung von Sozialstationen im Kreisgebiet empfohlen und Förderungsmittel zu diesem Zweck bereitgestellt. In der Folge berieten die Gemeindevertretungen und der Amtsausschuß Aukrug die Gründung einer Sozialstation. Nachdem die Kirchengemeinden Aukrug und Wasbek sich bereiterklärt hatten, die Aufgaben einer Sozialstation zu übernehmen, wurde von der förmlichen Einrichtung entsprechend der Kreisrichtlinien abgesehen. Erst durch die Gründung des Krankenpflegevereins und privater Pflegeangebote zeigte sich die Notwendigkeit einer besseren Koordinierung der angebotenen Leistungen.

Nachdem die Versetzung von Herrn Wiese zu einer Kureinrichtung nach Malente bevorstand, wurden sich die beteiligten Gemeinden und der Amtsausschuß schnell einig, daß der Krankenpflegeverein Aukrug e.V. in die Regie der Gemeinden bzw. des Amtes übernommen werden sollte. Folgerichtig übernahm Amtsvorsteher Claus Schnoor mit Wirkung vom 01. 07. 1987 den Vorsitz des Vereins und Bürgermeister Eitel-Wolf Necker wurde sein Stellvertreter. Die Gründungssitzung zur Bildung einer Sozialstation fand am 15. 12. 1987 statt.

Folgende Vereine und Verbände waren Gründungsmitglieder: Krankenpflegeverein Aukrug e.V., Amt Aukrug (Gemeindeschwesternstation), Malteser Hilfsdienst, Kirchengemeinde Wasbek, Gemeinde Aukrug (Seniorenbetreuung), Reichsbund/Ortsgruppe Aukrug, Landfrauenverein Neumünster e.V., DRK-Ortsverband Aukrug, AWO im Aukrug, Kirchengemeinde Aukrug.

Der Krankenpflegeverein Aukrug e.V. ist Träger der Sozialstation und hat die Geschäftsführung übernommen. Vorsitzender des Kuratoriums war für 2 Jahre Claus Schnoor, danach bis heute die Vorsitzende der AWO im Aukrug, Hannelore Gehringer. Neben den eigenen Angeboten (ambulante Kranken- und Altenpflege, Haushaltshilfe, Gesprächskreis für pflegende Angehörige) vermittelt der Krankenpflegeverein als Träger der Sozialstation die Dienste der übrigen Anbieter (z. B. Essen auf Rädern, Krebsnachsorge, Kleiderkammer, Besuchsdienste, Rentnerberatung, Schuldenberatung, usw.).

Neben den amtsangehörigen Gemeinden, die die entstehenden finanziellen Unterschüsse abdecken, hat der Verein inzwischen ca. 100 fördernde Mitglieder. Die Interessen der Gemeinden werden von einem Vorstand wahrgenommen, der sich seit 1994 wie folgt zusammensetzt: Vorsitzender Günter Maaß, 1. stellv. Vorsitzender Reimer Reimers, 2. stellv. Vorsitzende Renate Staben, Beisitzerinnen Ute Dreyer und Heidemarie Seider.

Im Mai 1993 konnten die neuen Räume in der ehemaligen Schüttguthalle der Ziegelei eingeweiht werden, die zeitgleich mit dem Erweiterungsbau der Amtsverwaltung errichtet wurden. Hier sind ein Büro für die Geschäftsführerin, ein Besprechungsraum (der gleichzeitig als Aufenthaltsraum für die Mitarbeiterinnen dient), ein Raum für Hilfsmittel, die Kleiderkammer und Sanitärräume untergebracht worden. Leiterin der Sozialstation ist Frau Angelika Gerhardt. Die Verwaltungsleistungen werden von der Amtsverwaltung, insbesondere von Jenny Lemke, erbracht. Das am 01. 04. 1995 in Kraft tretende Pflegeversicherungsgesetz wird neue Anforderungen an alle Beteiligten stellen, die bisher vorliegenden Erkenntnisse lassen jedoch die Annahme zu, daß die künftigen Strukturwandlungen genauso gemeistert werden wie die zurückliegenden.

DRK Ortsverein Aukrug

Von links hinten: Elisabeth Reimers, Inge Biermann, Heinke Heesch, Helga Richter; unten von links: Herta Jensen, Gude Rieckmann, Lotte Lorenzen

(Fortsetzung des Berichtes aus der Chronik von 1978)

Geschichte ab 1978

Auf der Jahreshauptversammlung im Februar 1984 legten Frau Elisabeth Reimers und Frau Herta Jensen ihre langjährige Vorstandsarbeit nieder.

Der neugewählte Vorstand bestand nun aus folgenden Mitgliedern:

  • 1. Vorsitzende: Gude Rieckmann
  • 2. Vorsitzende: Inge Biermann
  • Schriftführerin: Heinke Heesch
  • Kassiererin: Lotte Lorenzen

Frau Lorenzen gebührt sehr viel Lob und Anerkennung. Seit 1958 ist sie ohne Unterbrechung als Kassenführerin tätig und erledigt ihre Arbeit vorbildlich. Der neue Vorstand konnte an die gute Arbeit von Frau Elisabeth Reimers anknüpfen und hatte so einen günstigen Start. Der Arbeitsschwerpunkt der Ortsgruppe liegt inzwischen in der Seniorenbetreuung. Es werden Krankenbesuche durchgeführt und zu Weihnachten alle über 80jährigen Aukruger Bürger und Bürgerinnen mit einem Blumenstrauß bedacht. Darüber hinaus ist das Aktivieren der älteren Menschen ein großes Anliegen.

So sind viele Gruppen entstanden, die sich regelmäßig treffen, gemeinsam etwas unternehmen und für viele Alleinlebende einen gesellschaftlichen Rückhalt bieten. Diese einzelnen Gruppen fordern vom Vorstand keine finanzielle Unterstützung, alle haben eine Freud/ Leidkasse, in die regelmäßig ein freiwilliger Obulus eingezahlt wird, so daß jede Gruppe sich selbst trägt. Von einigen Gruppen im Verlauf der letzten 10 Jahre soll hier erzählt werden.

Die Gymnastikgruppe

Zwanzig Frauen treffen sich schon seit 15 Jahren jeden Montag. Frau Rieckmann hat nach vielen Jahren mal eine „Leitungspause" eingelegt. Zwei Mitglieder der Gruppe (Frau Waltraud Spoer und Frau Inge Carstens) sprangen in die entstandene Lücke und arbeiten seit zwei Jahren mit anerkanntem Erfolg. Wenn „viel Geld" in der Gemeinschaftskasse vorhanden ist, trifft man sich bei Marga in Gnutz zum Grünkohlessen.

Der Handarbeits- und Spielkreis

besteht seit 12 Jahren und trifft sich regelmäßig 14-täglich im Gästehaus. Frau Dora Langholz organisiert das Kaffeetrinken, führt die Kaffeekasse und weiß sehr genau, wer das nächste Mal „dran ist", einen Kuchen zu backen. Und dann wird an verschiedenen Tischen Rommé gespielt. Wehe dem, der sich mal als „Kiebitz" einschleicht. Er merkt sehr schnell, daß er nur stört und verzieht sich lieber zu den Handarbeiterinnen. Wer zu beidem keine Lust hat, schnackt in gemütlicher Runde.

Ausflug ins Heidehaus

Einmal im Jahr lädt Dora Langholz alle zu einem Ausflug ins Heidehaus ein. Und jedesmal hat nach dem Essen irgendeiner etwas in der Handtasche: eine lustige Geschichte op Platt oder ein Gedicht.

Seniorentanzkreis

12 Jahre lang bestand der Seniorentanzkreis aus 26 Frauen unter der Leitung von Frau Gude Rieckmann. Es war eine Gruppe von Frauen, die Freude hatten an der Bewegung zu Musik. Der Kreis mußte seine Arbeit einstellen, da er zu klein wurde und sich kein „Nachwuchs" finden ließ.

Die Fahrradgruppe

fährt im Sommerhalbjahr alle 14 Tage durch Wald und Flur. Ein ganz treues Mitglied kannte jeden Weg, den man mit dem Rad meistern konnte und hat über viele Jahre — ohne einmal zu fehlen — die Touren ausgedacht: Frau Herta Rathjen. Bei gemütlicher Kaffeerunde holte sie ihre Mundharmonika aus ihrer Handtasche, spielte etwas vor und alle sangen mit. Oft hatte sie auch eine lustige Geschichte mitgebracht, die sie uns in ihrem Dithmarscher Platt vortrug. Mit über 80 Jahren gab „unsere Herta" die Verantwortung an Lotti Rehder ab.

Mit Freude und viel Einsatz organisiert sie die Touren. In einem dicken Buch werden die Fahrten beschrieben, und so mancher Spaß ist dort nachzulesen. Im Winter treffen sich die Frauen donnerstags im Gästehaus.

Die Kleiderkammer

Als feste Einrichtung besteht seit 1987 die Kleiderkammer. Sie wurde zunächst in der ehemaligen Hausmeisterwohnung in der Schule am Ziegeleiweg eingerichtet und befindet sich jetzt bei der Sozialstation in der Bargfelder Straße. Frau Waltraud Spoer, Frau Magdalene Walthemathe und Frau Vikta Kohlhoff sind von Seiten des DRK zuständig für Annahme und Ausgabe von Kleidung. Die Kleiderkammer wird von den Aukruger Bürgern gut mit Kleidung versorgt, so daß viel geholfen werden kann. Zweimal im Jahr wird die Altkleidersammlung durchgeführt; dafür müssen viele Tüten verteilt werden.

Die Blutspende

Lotti Rehder (stehend) und die Blutspender

Frau Lotti Rehder betreut seit vielen Jahren mit einer Reihe von freiwilligen Helferinnen die Blutspende (dreimal jährlich). Im Laufe der Zeit hat sich schon ein „Helferstamm" entwickelt. Es wird aber immer versucht, neue — und vor allem auch jüngere — Frauen anzusprechen, sich für die Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Das DRK freut sich über jeden, der sich seiner Arbeit anschließt.

Krebs - eine Geißel unserer Zeit

Frau Dora Beck und Frau Gertraude Gebert sind ausgebildet in psychosozialer Krebsnachsorge und stehen bei Bedarf zur Beratung und Hilfestellung zur Verfügung. Manches Gespräch und manche Hilfe auf Antragstellung haben die zwei Frauen im Aukrug getätigt.

Im Jahr 1994 zählt der DRK-Ortsverein Aukrug 162 Mitglieder. Im Vorstand arbeiten:

  • 1. Vorsitzende: Gude Rieckmann
  • 2. Vorsitzende: Lotti Rehder
  • Stellvertreterin: Helga Richter
  • Schriftführerin: Ursel Johannsen
  • Kassenführerin: Lotte Lorenzen

Deutsches Rotes Kreuz / Bereitschaft Aukrug

Feldküche des Versorgungszugs

Am 4. September 1985 gründete das Ehepaar Waltraud und Gerhard Engel eine DRK-Bereitschaft in Aukrug. Dieser gehörten 16 freiwillige Helferinnen und Helfer an. Im November des gleichen Jahres gründeten sie das Aukruger Jugend-Rotkreuz, dem 9 Jungen und Mädchen im Alter von 8-15 Jahren angehörten. Beide Gruppen trafen sich wöchentlich montags um 17.00 bzw. 20.00 Uhr zu ihren Fortbildungsveranstaltungen im Gästehaus der Gemeinde. Im Januar 1987 wurde der DRK-Bereitschaft, da sie sich der Hilfszugabteilung VII angeschlossen hatte, ein Krankenwagen (Ford Transit) und eine Feldküche (Gulaschkanone) übergeben. Zu den Aufgaben der Bereitschaft gehören Sanitätsdienste bei größeren Veranstaltungen sowie die Versorgung mit Warmverpflegung in Not- und Katastrophenfällen. Leider mußte Frau Engel aus gesundheitlichen Gründen das Jugend-Rotkreuz per 31. 12. 1992 auflösen.

Auf Anfrage des DRK-Kreisverbandes entschlossen sich die Bereitschaften Aukrug und Hohenwestedt, gemeinsam den Betreuungszug im Katastrophenschutz zu bilden. Beide Bereitschaften blieben selbständig. Dem Betreuungszug gehören 28 freiwillige Helferinnen und Helfer an und sind aufgeteilt in:

  • 3 Gruppen Verpflegung
  • 1 Gruppe soziale Betreuung
  • 1 Gruppe Unterkunft

Der Betreuungszug verfügt über einen LKW (7,5 t), drei neue Kärchen-Feldküchen und das erforderliche Kleingerät.

Reichsbund, Ortsgruppe Aukrug

Gemeinsame Ausfahrt mit dem ADAC
Der Vorstand 1982 — hintere Reihe von links: Helmut Stender, Heinz Lotzin, Hermann Kniep, Heidemarie Seider, Liselotte Kollhoff, Birgit Gille, Johannes Kastens, Erna Schildhauer; sitzend von links: Herbert Bergmann, Werner Busch, Gerhard Pieper, Kreisvorsitzender Baschke

Reichsbund der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten, Sozialrentner und Hinterbliebenen e.V., Ortsgruppe Aukrug

Während des ersten Weltkrieges hatten sich in Deutschland Kriegsopfer zusammengefunden, um ihre Forderungen gemeinsam besser durchsetzen zu können. So entstand 1917 der Reichsbund. Während der NS-Zeit paßte ein derartiger Verband nicht ins Bild — jeder Hinweis auf Kriegsopfer war verpönt.

1946 wurde der Reichsbund mit erweiterter Zielsetzung wiedergegründet. Kriegsbeschädigte kämpften um ihre Anerkennung, Witwen und Waisen um Renten, Vertriebene um ihre Eingliederung und Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft brauchten Unterstützung. Ihre Interessen mußten vor der Öffentlichkeit, dem Gesetzgeber sowie den Regierungen und Verwaltungen vertreten werden.

Im Aukrug ergriff Richard Lüdtke die Initiative zur Gründung einer Ortsgruppe, und am 1.2.1948 war es soweit: Richard Lüdtke, Anneliese Simons, Marichen Huckfeld, Helmut Raschpichler, Bruno Thun, Hermann Asmus, Emil Link und Lothar Köhler gründeten eine eigne Ortsgruppe In-nien. Man nahm sich der Probleme der Kriegsopfer an und schaltete sich auch in alle anderen sozialen Fragen ein. Bald stellten sich erste Erfolge ein: Rentenanträge und Anträge auf Heimkehrerzulagen wurden exakter bearbeitet und schneller genehmigt und ausbezahlt. Die Ortsgruppe betreute 50 Mitglieder aus den Aukrugdörfern. Bald begann auch die Zeit, in der gemeinschaftliche Veranstaltungen das Vereinsleben mitbestimmten. Die ersten Fahrten wurden unternommen. Die Aktivitäten wurden von der gesamten Bevölkerung angenommen und waren bis in die achtziger Jahre hinein fester Bestandteil im Jahresablauf der Gemeinde. Besonders die Adventsfeiern fanden großen Anklang, und sie gehören auch heute noch zu den beliebtesten Veranstaltungen.

Ende der sechziger Jahre wurde Gerhard Pieper 1. Vorsitzender und setzte all seine Zeit für diese Aufgabe ein. 1975 zählte die Ortsgruppe schon über 100 Mitglieder. Den Vorstand bildeten Gerhard Pieper, Werner Busch, Herbert Bergmann, Heinz Lotzin, Paul Heinrich, Erna Schildhauer, Lieselotte Kollhoff, Hermann Asmus, Helmut Stender, Carl Clausen, Richard Lüdtke und Helmut Viertel.

Ständige monatliche Beratungsstunden wurden eingerichtet, und bei den regelmäßig stattfindenden Mitgliederversammlungen standen stets Beauftragte der Kreisgeschäftsstelle für Auskünfte zur Verfügung. Die alljährlichen Mehrtagesfahrten führten u.a. nach Holland, in die Schweiz und ins Salzkammergut. Dankbar wurde auch das Angebot der ADAC-Mitglieder angenommen, jährlich eine gemeinsame Ausfahrt durchzuführen.

1982 war die Mitgliedszahl auf 130 angewachsen. Der Vorstand wurde ergänzt durch Heidemarie Seider, Johannes Kastens und Hermann Kniep.

1988 gab Gerhard Pieper den Vorsitz aus gesundheitlichen Gründen ab und Birgit Gille wurde zur 1. Vorsitzenden gewählt. Sie war für das Gelingen des 40jährigen Jubiläums am 4.6.1988 verantwortlich. Es wurde ein fröhliches Fest, von dem alle Teilnehmer noch lange Zeit schwärmten. In den folgenden Jahren wurde die Sozialberatung weiter ausgebaut, die Betreuung der Kriegs- und Wehrdienstopfer stand aber weiterhin im Vordergrund. Die Ortsgruppe Au-krug war zu einer Institution geworden, die nicht mehr aus dem Gemeindeleben wegzudenken ist. 1987 war sie Mitbegründer der Sozialstation Aukrug.

Unter Leitung von Gisela Haak bildete sich 1993 eine Frauengruppe mit regelmäßigen Informationstreffs. Die Mehrtagesfahrten wurden wieder aufgenommen, 1993 in den Schwarzwald, 1994 an die Mosel, und geplant ist eine Reise ins Riesengebirge.

Der Vorstand 1994:

  • 1. Vorsitzende: Birgit Gille
  • 2. Vorsitzender und Sozial-Sachbearbeiter: Horst Kantak
  • Kassenwart und Betreuer: Hans Joachim Gille
  • Schriftführerin und Frauenbetreuerin: Gisela Haak
  • Betreuer: Erna Schildhauer, Rosemarie Pohl-Teske und Eggert Trittorf
  • Revisoren: Herbert Bergmann, Heinz Drews und Kurt Glüsing
  • Beisitzer: Fritz Johannsen, Heinz Schliep und Erwin Ruddat

Arbeiterwohlfahrt im Aukrug e.V. (AWO)

Der Arbeiterwohlfahrt-Ortsverein ist einer der jüngsten in Aukrug. Am 11.10.1985 wurde er gegründet. Er hat z.Z. 18 Mitglieder und betreibt mit dem DRK zusammen die Kleiderkammer. Außerdem wird einmal im Monat eine Schuldnerberatung durchgeführt. Die AWO ist Mitglied im Kuratorium der Aukruger Sozialstation, dessen Vorsitzende Hannelore Gehringer seit vier Jahren ist.

Der AWO-Vorstand 1995:

  • 1. Vorsitzende: Hannelore Gehringer,
  • 2. Vorsitzender: Hauke Andersen
  • Kassiererin: Käte Fuchs
  • Schriftführer: Gerhard Gehringer
  • Beisitzer/in: Michael Gehringer, Karin Rathjens

Der Erlenhof

Das ehemalige Frauenheim
Der Erlenhofchor
Der Erlenhof heute, von Südwesten her gesehen
Basketball gegen die Mannschaft der Betreuerinnen

Etwas früher als die Gemeinde Aukrug feierte der Erlenhof am 1.4.1993 sein 25jähriges Bestehen. Er begann seine Arbeit am 1. April 1968 als Einrichtung der Behindertenhilfe unter der Trägerschaft des Landesvereins für Innere Mission. Vorgängerin war das Frauenheim von 1900 bis 1968 unter gleicher Trägerschaft. (Siehe letzte Ausgabe der alten Chronik S. 222 und 425ff.)

Der Name „Erlenhof„ ist eine Neuschöpfung des damaligen Leiters, Diakon Peter Schulz, und nimmt Bezug auf den Erlenbruch an der Westseite des Geländes. Peter Schulz trat nach fast 23jähriger Tätigkeit (1968-Ende 1990) in den Ruhestand und übergab die Leitung ab. 1.1.1991 dem Diakon Volker Zimmermann.

In den 25 Jahren seines Bestehens hat sich der Erlenhof zu einem beachtlichen Gebäudekomplex entwickelt. Die folgende Übersicht gibt darüber näher Auskunft:

Werkstätten

  • 1973 Ausstattung der Wäscherei mit modernen Maschinen
  • 1974/75 Errichtung von zwei 300 qm großen Gewächshäusern plus Beregnungsanlage für das Freiland
  • 1974 Erster Werkhallenbau
  • 1980 Zweiter Erweiterungsbau der Werkhalle auf 1600 qm Gesamtfläche
  • 1990/91 Neubau und Modernisierung der Wäscherei

Wohnstätten

  • 1969 Neubau eines Bettenhauses für 40 Personen
  • 1972 Umbau u. Renovierung des Haupthauses
  • 1972 Inbetriebnahme eines beheizten Schwimmbeckens
  • 1981 Errichtung der Wohnstätte Nortorf für 14 Personen
  • 1984 Errichtung der Wohnstätte Bünzen für 6 Personen
  • 1988 Neubau zweier Wohnhäuser für je 20 Personen auf dem Erlenhofgelände (Um diese Häuser bauen zu können, wurde von Herrn Butenschön aus Innien Land gekauft. Der nicht bebaute Teil — etwa 1 ha — wurde der Gärtnerei zugeordnet.)
  • 1991 Umbau der „Alten Wäscherei" zu einem Eßsaal und Veranstaltungsraum

Die Neu- und Umbauten haben die Kapazität des Erlenhofs erheblich erweitert und dienten dem einzigen Zweck, den gesetzlichen Auftrag als Rehabilitationseinrichtung so gut wie möglich zu erfüllen.

Die Werkstätten des Erlenhofs sind anerkannt nach dem Gesetz zur Sicherung der Eingliederung Schwerbehinderter in Arbeit, Beruf und Gesellschaft. Aufgrund dieser Anerkennung sind alle Beschäftigten kranken-und rentenversicherungspflichtig.

Zur Zeit werden 105 Personen in den Wohnstätten und 180 Personen in den Werkstätten betreut. Dafür stehen 90 Mitarbeiter zur Verfügung, von denen die Hälfte in Aukrug wohnt. So ist der Erlenhof im Laufe der Zeit auch ein wichtiger Arbeitgeber für Aukrug und Umgebung geworden. Daß die Mitarbeiter des Erlenhofs nicht nur mit den Behinderten arbeiten, sondern auch deren Freizeit und Urlaub zu gestalten helfen, zeigen zahllose Urlaubsfahrten, auch ins Ausland. Zur Freizeitgestaltung gehören Basketball, Tischtennis, Rasensport, Schwimmen, Chorproben, Gesprächskreise und vieles mehr.

Fachklinik Aukrug Tönsheide

Krankenhaus Tönsheide in den dreißiger Jahren
Das Hauptgebäude heute

Geschichte der Fachklinik

Das Konzept der ganzheitlichen Heilbehandlung schließt für Chefarzt Dr. Lepthin (rechts) auch das Leben in und mit der Natur ein. Hier begrüßt er Gäste und Patienten zum Umwelttag 1989.

Die heutige Fachklinik Aukrug begann 1931 als Krankenhaus Tönsheide, veränderte 1975 Funktion und Name zur Kurklinik Aukrug und verbindet nun als Fachklinik Heilbehandlung und Anschlußheilbehandlung auf höchst effektive Weise miteinander. Dadurch wurde sie zu einer guten Adresse in der gesamten Bundesrepublik und ist heute aus dem Raum Aukrug nicht mehr wegzudenken.

Es sind zur Zeit 135 fest angestellte sowie zwölf in Ausbildung befindliche Mitarbeiter beschäftigt, und somit ist die Fachklinik neben dem Erlenhof der größte Arbeitgeber in Aukrug. Die Einrichtung bietet Platz für 215 Patienten in 165 Einzel- und 25 Doppelzimmern, alle mit Naßzelle und Toilette. Im Jahresdurchschnitt werden 2.500 bis 2.700 Heilbehandlungen (93 %) bzw. Anschlußheilbehandlungen (7 %) durchgeführt. Die durchschnittliche Verweildauer bei Heilbehandlungen betrug 28 Tage, die Anschlußheilbehandlung dauerte bis zu 42 Tagen.

Im Frühjahr 1989 wurde der Erweiterungsbau des Speisesaals abgeschlossen. 1994 ist mit dem Bau eines neuen Therapie- und Kommunikationszentrums begonnen worden. Die veranschlagten Baukosten von 35 Millionen Mark werden von der Landesversicherungsanstalt Schleswig-Holstein getragen.

Ganzheitliches Behandlungskonzept ist das Geheimnis des Erfolgs

Das Ärzteteam der verschiedenen Fachgebiete in Zusammenarbeit mit Krankenschwestern und -pflegern sowie Diätassistentin, Sportlehrer, Krankengymnast, Masseur und medizinischem Bademeister verwirklichen in vorbildlicher Weise das Konzept der ganzheitlichen Diagnose und Therapie. Der Chefarzt Dr. Lep-tin ist Internist und zusätzlich spezialisiert auf Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, physikalische Therapie und Sozialmedizin. Die Fachklinik Aukrug gehört bundesweit zu den anerkannten Reha-Einrichtungen zur Durchführung von Heilbehandlungen (einschließlich AHB) auf folgenden Gebieten:

  • degenerative Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
  • unspezifische Atemwegserkrankungen
  • degenerativ-rheumatische Krankheiten

Ziel der Heilbehandlung ist es, die Erwerbsfähigkeit der Patienten wiederherzustellen, um so ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zu verhindern oder aber eine möglichst dauerhafte Wiedereingliederung zu erreichen. Leistungen zur Rehabilitation haben daher immer Vorrang vor Rentenleistungen.

Diagnoseeinrichtungen

In der Fachklinik wird nicht lediglich an Einzelsymptomen herumgedoktert, sondern den Patienten steht ein überaus umfangreiches Spektrum von Diagnoseeinrichtungen zur Verfügung, um zunächst einmal Ursachen und Art der Erkrankung herauszufinden. Unter möglichst weitgehender Einbeziehung der Vorbefunde stehen dem Ärzteteam z. B. eine große Röntgeneinheit zum Durchleuchten (mit Fernsehkette für Atemwege, Verdauungstrakt und Skelettsystem) sowie eine Anlage zur Anfertigung von Tomographien zur Verfügung.

Im Funktionslabor können durchgeführt werden:

  • Ruhe-, Belastungs- und Langzeit-EKG
  • 24-Stunden Blutdruckmessung
  • Sonographie und Doppelsonographie
  • Lungenfunktionsprüfung und Ganzkörperplethysmographie
  • Diffusionsmessungen und Spiroergometrie
  • Blutanalyse
  • bronchiale Provokationen
  • bei Allergie sämtliche Haut- und Provokationstests nasal und bronchial.

Außerdem ist ein großes Labor für Immunologie, Rheumatologie und Bakteriologie vorhanden. Die ständige Zusammenarbeit mit Psychologen gewährleistet, daß auch seelische Krankheitsursachen erkannt werden.

Nach exakter Diagnostik werden gezielte Heilmaßnahmen unterschiedlichster Art durchgeführt. Unter Ausnutzung aller pädagogischen und technischen Hilfsmittel erfolgt die Behandlung auf der Basis moderner Schulmedizin möglichst intensiv und individuell, je nach örtlichen Möglichkeiten und Art der Erkrankung(en). Hydro-, Thermo-, Kryo-, Elektro- und Ultraschalltherapie stehen zur Verfügung, außerdem die Einzel- und Vibrationsinhalation, die Ultraschall- und IPPB-Beatmungsinhalation. Immer spielt die aktive Mitarbeit des Patienten eine wichtige Rolle. Dies besonders bei der Krankengymnastik, den isometrischen und kinetischen Übungsbehandlungen, bei der Schlingentischbehandlung, im Extensionsgerät, bei der chirotherapeutischen Mobilisierung, der Ganzschulung, dem Ergometertraining und Rudern, dem Langlaufsimulator, der Atemgymnastik und der tänzerischen Gymnastik. Die Einzelbehandlung wird nach Methoden der manuellen Medizin, nach Brügger, PNF, Cyriax und weiteren Techniken individuell angepaßt.

Im Bereich der Psychotherapie wird Gruppen- und Einzeltraining durch Diplom-Psychologen angeboten. Dazu gehören auch Nichtrauchertraining, autogenes Training, progressive Muskelentspannung und konzentrative Bewegungstherapie.

Gesundheitstrainingsprogramm

Um langfristig Gesundheit und Wohlbefinden der Patienten zu fördern, wurde ein Gesundheitstrainingsprogramm entwickelt. In Gesprächsrunden werden gesundheitsschädliche Verhaltensweisen besprochen und anschließend in weiterführenden Gruppentherapien Möglichkeiten einer Änderung erörtert. In symptomorientierten Trainingsgruppen wird das angestrebte Verhalten dann eingeübt. Das kann durch autogenes Training geschehen, durch Bela-stungs- und Ergonometertraining, Ernährungstherapie, Raucherentwöhnungsbehandlung, Atemschulung oder stabilisierende bzw. entspannende Gymnastik in der Rückenschule. Ein umfangreiches Freizeitprogramm unterstützt die Heilbehandlung. Unter sachkundiger Anleitung kann neben anderen handwerklichen und künstlerischen Aktivitäten das Töpfern und die Bauernmalerei erlernt werden. Zum Spielen im Freien laden Badmintonfeld, Minigolf-und Tennisanlage ein. Auch werden die wöchentlichen Wanderungen in die nähere Umgebung gern wahrgenommen, und Besichtigungsfahrten innerhalb Schleswig-Holsteins werden ebenfalls angeboten. Vorträge, Theateraufführungen, Konzerte, Skat- und Knobelturniere bieten im Winter Abwechslung, nicht zu vergessen die umfangreiche und vielseitige Bibliothek.

Finanzielle Trägerschaft der Klinik

Im Jahre 1994 z. B. entstanden aus dem Betrieb der Klinik Kosten in Höhe von 16,5 Millionen Mark, die über die Pflegesätze der verschiedenen Kostenträger aufgebracht wurden.

Träger der Fachklinik ist die Landesversicherungsanstalt (LVA) Schleswig-Holstein mit Sitz in Lübeck. Bis zum Jahre 1985 erfolgte die Belegung ausschließlich durch die Landes-LVA sowie durch die LVA Hamburg. Ab 1985 gelang es, die Bundesversicherung für Arbeit (BfA) einzubeziehen. Seitdem kommen Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet hierher.

Zu den Kostenträgern neben der LVA Schleswig-Holstein und Hamburg gehören nun außer der BfA und anderen Rentenversicherungsanstalten auch die Krankenkassen. Kostenträger der Heilbehandlungen sind in der Regel die Träger der Rentenversicherung der Patienten.

Landschaft und Natur von Tönsheide

Der Naturwald südlich der Fachklinik

Ein nicht zu unterschätzender Faktor für die Beliebtheit und den Erfolg der Fachklinik Aukrug ist ihre landschaftliche Lage.

Im Jahre 1986 wurde vom Landesamt für Naturschutz und Landschaftspflege ein Konzept für eine naturgerechte Entwicklung der Landschaft im Bereich Aukrugs erarbeitet. Die zahlreichen Quellgebiete und Bäche des Gebiets sollen geschützt bzw. erhalten und ein Teil der Wälder in einen naturnäheren Zustand überführt werden. Für einige Waldfläche sei letztendlich die wirtschaftliche Nutzung ganz einzustellen, um sie frei von menschlichen Einflüssen ihrer eigendynamischen Entwicklung zu überlassen. Der zur Klinik gehörende Teil des Tönsheider Waldes ist nach Einschätzung des Landesamtes für diese Ziele besonders gut geeignet.

Dafür spricht zum Beispiel auch der gute Bestand an verschiedenen Spechtarten, Hohltauben und Dohlen. Die einmalige Bedeutung dieses Gebietes für Amphibien zeigt das Vorkommen von Molchen und Feuersalamandern.

Es ist geplant, den Klinikwald unter Naturschutz zu stellen. Nach Verwirklichung diese Vorhabens wird Aukrug über eines der größten zusammenhängenden Waldnaturschutzgebiete im Lande verfügen.

Erinnerungen eines Kurgastes

von Walter Harlander

Ich war kaputt und sehr gereizt, 
hab gegen Kranksein mich gespreizt. 
Ich gebe zu— ich war schon stur, 
da sagt mein Arzt: Du brauchst 'ne Kur.

So schrieb ich an die BfA, 
denn dafür ist sie ja mal da. 
Dann vergingen viele Wochen, 
das Warten brachte mich zum Kochen.

Dann endlich war es dann soweit,
vorbei die lange Wartezeit,
muß das Gepäck jetzt schnell
hersuchen
und bei der Bahn 'ne Karte buchen.

Der Bahnhof dann dort in Neumünster,
war nicht sehr neu — war eher düster. 
Ich war kaum unten in der Halle, 
erklang mein Name mit lautem Schalle.

Ruck Zuck saß ich im VW-Bus, 
nahm an, daß es wohl so sein muß. 
Ruck— Zuck, eh' ich es gedacht, 
war ich nach Aukrug hin verfracht'.

Auch dann ging alles hektisch schnell,
die Koffer auf ein Fahrgestell,
den Flur entlang, in den Fahrstuhl rein, 
muß das alles so schnell sein?

Raus aus dem Fahrstuhl,
den Flur entlang,
es war ein leicht gekrümmter Gang,
rein ins Zimmer— kein Empfang.

Nun bin ich ganz allein gewesen 
und hab' die Hausordnung gelesen. 
Hab meine Koffer ausgeleert 
und mich dann weiter nicht beschwert.

Der Pfleger, der dann endlich kam, 
war leicht gestreßt—  sah man ihm an. 
Seine Art war guter Stil,
der Mann hat wirklich Mitgefühl.

Nach einiger Zeit kam eine Frau, 
sie war mein Arzt und sehr genau. 
War jung und nett— glaub' was ich sage,
betreut' mich gut die vielen Tage.

Nun war es Zeit zum Abendbrot, 
mein Magen hatte Leerraumnot. 
So machte ich zum erstenmal 
den Weg hin zu dein Speisesaal.

Man führte mich an einen Tisch, 
man sah, hier waren alle ,frisch". 
Man sagte gleich: Ihr lieben Leute, 
an diesem Tisch sitzt ihr nur heute.

An diesem Tag ging ich dann bald 
hinaus in den Naturparkwald. 
Ich konnte dabei auch gleich seh'n, 
der Wald war groß und sehr, sehr schön.

Am nächsten Tage gleich auf die Waage,
das war sehr wichtig, keine Frage. 
Denn Vollkost hier nur der erreicht, 
der auf der Waage ziemlich leicht.

Nun hat man sich doch sehr beeilt, 
die Tischordnung neu eingeteilt.
Fünf Anwendungen am Tage, 
das war fast Stress- und fast ne' Plage.

Bei all dem Labyrinth der Gänge 
bekam man manchmal Zeitangst-Zwänge.
Doch nach und nach war alles klar, 
man fand die Kur bald wunderbar.

Das Wandern in dem schönen Wald 
verlor an Reiz doch dann sehr bald. 
Ein Fahrrad mußte ganz schnell her, 
so sieht man doch bedeutend mehr.

Kam man zu Fuß doch immerhin
nach Bargfeld, Boxberg, Bucken hin,
gings mit dem Fahrrad dann ganz heiter
doch eine ganze Ecke weiter.

Entlang an manchem schönen Wall, 
ein schöner Knick fast überall.
Wir wählten in der Regel nur 
Feldwege aus durch Wald und Flur.

So zwischendurch braucht man mal Ruh,
wir steuern einem Gasthaus zu. 
Für viele war die Wahl 'ne Plage 
wegen der Kalorienfrage.

Bei Innien, ich sagen muß, 
fanden wir manchen Gaumenschmus.
Nicht nur bei Rübezahl, oh nein, 
im „Olen Hus" war's auch sehr fein.

Eines darf ich nicht vergessen,
die Kantine kann sich mit keiner messen.
Stand dort schon nicht sehr viel bereit,
war viel zu kurz die Öffnungszeit.
Dann dieser Raum, so kahl und trist,
ja die Kantine, — die war Mist.

Am Sonntag mit Herrn Asmus wandern
ist besser als mit jedem andern.
Er hat es super stets gemacht,
und uns auch sehr viel beigebracht.

Ob Vögel, Baum, ob Wild, ob Fisch, 
er schildert alles frei und frisch. 
Möcht diese Stunden nicht vermissen, 
ward vieles sonst doch noch nicht wissen.

In der Klinik groß und fein
geht's Montag in den Alltag rein.
Gesundheitstraining— Bewegungsbad— 
Ergometer,
Massagen, denn die braucht ja jeder.

Wer Rückenschule bei Frau Henning hat,
ist in der Regel danach platt.
Doch war uns allen sehr schnell klar,
daß diese Übung nötig war.

So sage ich ganz unbeklommen, 
die Kur ist mir gut bekommen. 
Bin wirklich wieder ganz gut drauf 
Gewichtsverlust hab ich auch.

Das ist der Schilderung genug
von meiner Zeit im Ort Aukrug.
Die Zeit war heilsam und auch schön,
ich möchte Aukrug wiedersehn!