Viehwirtschaft in Aukrug

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Futtergang um 1900, Hof Johannes Jargstorff, Bargfeld (Heine)
Futtergang eines modernen Boxenlaufstalls, Peter Carstens-Behrens, Innien

Die Viehwirtschaft in Aukrug wurde bis 1780 vorwiegend auf der Basis der Gemeinweide betrieben, dann zusehends auf eigene Futterproduktion und Stallhaltung umgestellt und nach der Feldaufteilung durch Züchtung laufend verbessert. Sie ist ab 1885 unmittelbar mit den Entwicklungen im Aukruger Meiereiwesen und dessen Geschichte verbunden.

Rückblick ins 18. Jahrhundert

Viehbestand

Tierschau der Kleinen (1978)

Die folgende Tabelle zeigt den Viehbestand von fünf Aukruger Höfen im Jahr 1724:

heutiger Hofname Pferde Fohlen Kühe Jungvieh Kälber Schafe Schweine
Annenhof Bargfeld 7 3 5 4 2 16 2
Glindemann Böken 10 3 8 9 5 18 7
Holm Bünzen 10 3 5 7 6 16 7
Behm Homfeld 8 - 8 9 8 18 6
Möller Innien 8 2 6 4 5 10 2

Die Höfe bestehen heute noch und betreiben vorwiegend Milchwirtschaft. Schafe und Schweine hält keiner mehr, die Pferde sind durch den Trecker und den Pkw ersetzt worden. Es ist erstaunlich, wie gering damals die Anzahl der Kühe war. Dennoch gab es genug Milch, denn die meisten Handwerker, auch die Lehrer und überhaupt die kleinen Leute hielten sich ihre Kuh. Auch machten sie ein oder mehrere Schweine fett und hatten oft auch Schafe.

Vor 1780 war das Rindvieh von geringer Güte. Gute Weide gab es nicht. Alle Bauern benutzten die gemeinsame „Trifft" oder die „gemeine Weidedrifft, so in Acker- oder Dreeschland, in der Hölzung und nur in den Heidbergen besteht" (17). Das Ackerland blieb nach der letzten Ernte im Turnus einfach liegen und mußte aus sich selbst einen Rasen schaffen. Daß sich dieser nur aus Quecke und Unkräutern bilden konnte, ist selbstverständlich. Eine Einsaat von Gras- oder Kleesamen kannte man nicht.

Milchertrag

Um 1950 werden von Magdalene Waltemathe 6 bis 7 Kühe mit der Hand auf der Weide von Heinrich Möller, Innien, gemolken

Bei der schlechten Weide war natürlich nur ein geringer Milchertrag zu verzeichnen. In der besten Zeit gab die Kuh nicht über 5 Kannen (etwa 9 Liter) Milch täglich, so wird uns von 1799 berichtet. Aus dem Jahre 1800 teilt uns Langheim (22) mit, daß eine frischmelkende Kuh auf der Weide 4 —7, im Winter aber nur 3 — 6 Kannen Milch gab. In mageren Gegenden des Amtes waren es nur 2 — 6 Kannen. Zur Winterfütterung rechnete man 1809 vier bis fünf Fuder Heu auf die Kuh, dazu Rüben, Kohl, Korn und Stroh soviel an Gewicht, als die Kuh selbst wog. 300 — 350 Pfund. Die Kälber, die man nicht aufstallen wollte, wurden nüchtern geschlachtet oder mit Milch gemästet und dann verkauft. Sie kosteten dann 4 — 6 Rthlr. Aus dem Kirchspiel Kellinghusen, das besseres Milchvieh hatte, lieferte man sie nach Hamburg und erhielt dann 12 — 16 Rthlr. Jedes Dorf hielt 1 — 2 Stiere, deren Fütterung im Dorfe wechselte. Gewöhnlich hatte der Bauer zwei Kühe jährlich zu verkaufen, die ihm 25 — 28 Rthlr einbrachten. Bei Kellinghusen kosteten sie bis zu 40 Rthlr.

Die Milch wurde im Haus zu Butter und Käse verarbeitet. Letzterer wurde zur Hauptsache in der Haushaltung verbraucht. Von der Butter konnte ein Teil verkauft werden. Butterhändler durchzogen die Dörfer, um Butter aufzukaufen. Von Homfeld und Bargfeld ging sie hauptsächlich nach Kellinghusen. Ob die Kellinghusener Butterhändler auch in den zu Nortorf gehörenden Dörfern sie aufkaufen durften, ist fraglich, da wenigstens in Kellinghusen keine fremden Butterhändler geduldet wurden. 1767 kostete ein Pfund Butter in Homfeld (23) 4 ß.

Hirten

Das Vieh wurde in Trupps auf der Weide vom Hirten gehütet, meistens Kühe und Jungvieh getrennt, die ersteren nahe am Dorf, das Jungvieh auf den entlegenen Heiden. Der Hirte war ein bedeutender Mann im Dorfe, mit dem es keiner zu verderben wagte, der etwas auf sein Vieh hielt. Morgens trieb er das Vieh auf die Weide, mittags vielfach zum Melken nach Hause, und abends trieb er es in die Ställe. Dies Viehtreiben war durchweg noch bis zum Ersten Weltkrieg hier üblich. War das Vieh krank, so war der Hirte der geborene Tierarzt, der die Krankheiten und die Heilmittel kannte, sammelte und zusammenbraute. Um 1820 war der Homfelder Schmied Tierarzt des Aukrugs (24). Von Rieken in Böken erhielt er 1821 für das Kurieren von zwei Kühen 2 Mk 15 ß. Der Hirte bewohnte die Hirtenkate, die er meistens mit dem Schulmeister teilen mußte. Als Besoldung stand ihm meistens ein Stück Land zu. In Bünzen ist es noch unter der Bezeichnung „Harderkoppeln" bekannt. In Innien hatte der Kuhhirte 1773 ein Stück Land von 91 Quadratruten auf dem Wulfsrade (25). Das Land war Eigentum des Dorfes und wurde von den Hufnern bearbeitet. Auf der Weide hatte er einige Kühe und Schafe frei. Außerdem konnte er sich auf dem Moor den nötigen Torf graben oder von den Heidefeldern den „Plackentorf“ holen. Außerdem wurde er mit etwas Geld entlohnt.

Seuchen

Hartmut Senger mit einem 18-Zentner-Bullen

Das Rindvieh hatte durch Seuchen viel zu leiden. 1643 hatten Krogaspe und Timmaspe die Kage oder Lungenseuche (26). 1716 wurde zum erstenmal ein Viehseuchenfonds (27) gebildet, als im Amte Tondern die Seuche stark auftrat. Wo sie auftrat, sollte das Vieh erschlagen werden. Die Bauern erhielten dann eine kleine Entschädigung. Dazu wurden 1716 in Schleswig-Holstein 2 ß von jedem Pflug, städtische und adelige Pflüge ausgenommen, erhoben, 1617 wurde 1 Mk je Pflug erhoben. 1721 hatte Detlef Rathjen in Willenscharen sein Vieh verloren. 1740 hatte Hans Vollstedt in Böken von verschiedenen Jahren her großes Unglück durch Abfall von Vieh und Pferden gehabt. Er konnte seine Steuerrückstände von 6 Rthlr 44- nicht bezahlen. Von 1745 ab trat die Seuche, nun Zungenkrebs (28) genannt, fast alljährlich auf. 1745 heißt es: Böken: Jochim Bracker, Johann Frese und Hartig Runge haben die Seuche gehabt, Bünzen: Holms Vieh fängt an zu crepieren, Homfeld: Sievert Rohwer und Claus Ratjen haben Vieh verloren. Innien: Alle Hufner haben ihr meistes Vieh verloren. Die Bokler Mühle war während 7 Wochen gesperrt. 1746 waren in Bünzen 3 Hufen und 1 Kate, in Innien 4 Hufen, in Böken 4 Hufen und 2 Achtelhufen, in Homfeld alle Hufen bis auf die Halbhufe von der Seuche betroffen.

Der Staat half den Bauern durch Erlaß der Steuerrückstände! Von 1726 — 46 hat er rund 100 000 Rthlr für das Amt Rendsburg gestrichen, eine billige Hilfe für den Staat, denn die meisten Rückstände hätte er sowieso nicht erhalten. Bis 1758 findet man in den Amtsrechnungen Angaben über erlassene Steuern. Nachher mußten die Bauern sehen, wie sie ihre Viehstapel wieder aufbauen konnten. Die Seuche brach bald hier, bald da wieder aus. 1777 hatte Böken sie so schwer wie kein anderes Dorf im Amte. 1814 mußte der Inste Jacob Rohard aus Nortorf auf Anordnung des Vogteiverwesers Jakob Reimers aus Innien und des Dingvogts Sachau in Gnutz alle Tage in den von der Seuche befallenen Häusern räuchern (29). Die Nortorfer Apotheke lieferte dazu abgeknistertes Kochsalz und Schwefelsäure. Die Kosten trug das Amt. Schweine- und Schafzucht

Schweinezucht

Die Schweinezucht war seit 1600 bedeutend gesunken. Im Kirchspiel Nortorf wird meistens nur 1 Schwein auf der Hufe angegeben. Nur wo reichlich Wald zur Waldmast vorhanden war, finden wir höhere Zahlen, so in den Walddörfern Oldenhütten und Holtorf, wo bis zu 13 Schweine auf der Hufe angegeben werden. In Bünzen hatten drei Hufen je 6 — 7 Schweine, durchweg wohl Sauen. Von Bargfeld sind uns die Ferkel angegeben, 3 — 5 die Hufe (30). Von diesen sind immerhin einige zum Verkauf gekommen, auch wohl im Winter einige „fette" Schweine in der Wirtschaft über gewesen. Rathjens Rechnungsbuch verzeichnet gelegentlich verkaufte Schweine, so 1758 für 30 — 36 Mk das Stück. 1761 kostete ein Ferkel 2 Mk 4ß.

Schafzucht

Die schlechtesten Heideländereien dienten zur Weide für die Schafe. Jeder Hufner im Dorfe hatte die gleiche Zahl, 16 — 30 Stück. Mutterschafe. Sie wurden vom Dorfschäfer gehütet. Waren sie auch nur klein und die Wolle nur mäßig, so gaben sie doch den nötigen Rohstoff für die Kleidung der Männer und Frauen, die zum größten Teil im Hause selbst hergestellt wurde. Höchstens das Weben geschah durch Handwerker.

Viehbestand in Böken 1724 bis 1950

Melken mit der Melkmaschine im Melkstand auf der Weide von Dieter Behm, Homfeld
Bernd Pohlmann, Innien, beim Melken seiner Schwarzbunt-Herde

Die folgende Tabelle zeigt den Viehbestand von fünf Aukruger Höfen im Jahr 1724:

heutiger Hofname Pferde Fohlen Kühe Jungvieh Kälber Schafe Schweine
Annenhof Bargfeld 7 3 5 4 2 16 2
Glindemann Böken 10 3 8 9 5 18 7
Holm Bünzen 10 3 5 7 6 16 7
Behm Homfeld 8 - 8 9 8 18 6
Möller Innien 8 2 6 4 5 10 2

Die Höfe bestehen heute noch und betreiben vorwiegend Milchwirtschaft. Schafe und Schweine hält keiner mehr, die Pferde sind durch den Trecker und den Pkw ersetzt worden. Es ist erstaunlich, wie gering damals die Anzahl der Kühe war. Dennoch gab es genug Milch, denn die meisten Handwerker, auch die Lehrer und überhaupt die kleinen Leute hielten sich ihre Kuh. Auch machten sie ein oder mehrere Schweine fett und hatten oft auch Schafe.

Die folgende Aufstellung von Georg Reimer von Böken geben ein Bild der Entwicklung des Viehbestandes. Er hat sivch in seiner langjährigen Recherche dabei auf Böken beschränkt und schlußfolgerte, dass für die anderen Dörfer des Aukrugs ähnliche Verhältnisse bestanden hätten.

Pferde

Auffällig ist trotz der vergrößerten Ackerfläche die geringe Zunahme des Pferdebestandes. 1724 waren es 85, 1940 aber nur 97. 1724 waren die Pferde weit kleiner und wenig leistungsfähig, 4 — 6 spannte man vor Pflug, Wagen oder Egge.

Schafe

Schafe am Rande des Wanderweges 17

Die Haltung von Schafen, die um 1800 mit fast 400 Stück ihren Höhepunkt erreichte, war 1880 auf fast die Hälfte gesunken und um 1900 restlos aufgegeben. In Homfeld hatten bis 1914 noch zwei Bauernhöfe eine Schafherde von 200 Stück. Die bessere Ausnutzung des Bodens durch Rindviehzucht und Ackerbau brachte sie zum Erliegen. Ausländische Wolle war in besserer Qualität zu billigerem Preis zu haben.

Rindvieh

Am bedeutendsten ist die Zunahme des Rindviehbestandes. Sie zeigt den Übergang von dem überwiegenden Ackerbau zur Fleisch- und Milcherzeugung. 1724 waren es 144 Stück Rindvieh, 1941 aber 888. Am stärksten war die Zunahme von 1883-1914. In der Zeit erfolgt mehr als eine Verdoppelung, fast Verdreifachung!

Schweine

Schweineschlachten bei Max Runge in Böken (rechts Hermann Carstens)

Die Zahl von 1724 und 1796 dürften nur die Zuchtsauen enthalten, da nur diese in den älteren Akten erscheinen, während die Mastschweine nur beim Auftrieb zur Waldmast gezählt wurden. Von 1883-1914 vermehrte sich die Zahl der Schweine von 180 auf 1543, eine acht- bis neunfache Steigerung. Diese war nur möglich durch eine große Einfuhr von ausländischer Gerste und ausländischem Mais.

Entwicklung im 19. Jahrundert

1840 hatte eine Vollhufe in Böken 6-8 Pferde, 1-3 Füllen, 9-14 Milchkühe, 2-5 Starken, 5-7 Kälber, 25-32 Schafe, 1-6 Schweine, Das ganze Dorf hatte 61 Pferde, 10 Füllen (zus. 71) 132 Kühe, 34 Stück Jungvieh, 45 Kälber (zus. 211), 234 Schafe, 48 Lämmer (282) und 75 Schweine 1883 waren es 64 Pferde, 277 Stück Rindvieh, 203 Schafe, 183 Schweine. 1910: 99 Pferde, 648 Stück Rindvieh, 1160 Schweine. Es war keine Vollhufe mehr vorhanden. Der größte Besitz (70 ha) hatte 8 Pferde, 42 Stück Rindvieh und 76 Schweine. Heute hat der Besitz 2 Pferde, 71 Stück Rindvieh, 42 Schweine, aber 2 Trecker und 1 Auto.

Das Milchvieh fand sein Sommerfutter auf den Wechselweiden. Es wurde mittags und abends zum Melken nach Hause geholt, blieb in der Nacht im Stalle und wurde morgens nach dem Melken wieder ausgetrieben. Nach 1920 hielt dies auf. Die Kühe wurden auf der Weide gemolken und blieben nachts draußen. Die Wechselweide hörte fast ganz auf, es gab nur Dauerweiden. Nach 1934 verstärkte man die Milchviehhaltung. Kühe von 6000 Liter waren keine Seltenheit mehr. Hölk auf Bucken, der bahnbrechend in der Schaffung der Dauerwenden war, hatte 1914 einige Kühe, die in der besten Zeit täglich 42 Liter gaben.

Der erste Weltkrieg brachte ein Herabsinken der Rinderhaltung auf ungefähr 3/5 des Bestandes. Im zweiten Weltkrieg erfolgte anfangs noch eine Zunahme des Bestandes, da Zwangsablieferungen nicht nötig waren. Noch 1948 stand die Zahl des Rindviehes über der von 1927, um dann stark herabzusinken. Nach 1933 fand eine starke Vermehrung der Milchkühe statt. Auf ha berechnet, war der Stand von 1796 mit 0,09 je ha am niedrigsten, der von 1941 mit 0,68 am höchsten. Eine Umrechnung auf ha der Kulturfläche ist nicht am Platze, da bis 1880 das Rindvieh, besonders das Jungvieh, auch auf den Heideflächen sich das Sommerfutter suchen mußte.

1843 bekam Harms in Bünzen eine Prämie von 50 rbtlr für einen dem Vollblut angeschlossenen Hengst auf der Tierschau in Plön (Oldenburger Jahrbuch 1958, S. 33). 1846 hielt Bauervogt Claus Voß in Böken einen Hengst. Er nahm 6 Mk, 1847 aber 7 Mk 8 ß Deckgeld.

Entwicklung im 20. Jahrhundert

Rindviehhaltung in der Gemeinde Aukrug
Milchviehhaltung in der Gemeinde Aukrug

Für die meisten Aukruger Landwirte war bzw. wurde die Milcherzeugung der wichtigste Produktionszweig. Sie hat sich in den siebziger Jahren laufend erhöht, gestützt durch die damalige Milchmarktordnung. Die Einführung der Milchquote zur Begrenzung der Milchproduktion führte teilweise zu erheblichen Problemen und trug wie auch der Verfall der Getreidepreise zum Höfesterben bei.

Der erste Weltkrieg drückte den Schweinebestand auf den Stand von 1883 herab. Da durchweg ein zweimaliger Absatz der Schweine im Jahr zu rechnen war und die Tiere gewöhnlich 100 bis 125 kg schwer abgeliefert wurden, so hat Böken 1914 etwa 500.000 kg Schweinefleisch auf den Markt bringen können. Durch die schwankenden Marktpreise (30-50 M je 50 kg) war der Gewinn oft unsicher, aber die riesige Menge Schweinedung ermöglichte starke Mistgaben an Acker, Wiesen und Weiden und glich dadurch das Risiko der schwankenden Einnahme aus der Mast etwas aus.

1927 hatte der Schweinebestand wieder die Höhe von 1910 erreicht. Die Forderung der Regierung nach 1933, Schweine nur mit in eigener Wirtschaft erzeugtem Futter zu mästen, brachte auf den mageren Böden des Mittelrückens, wo Korn zur Mast fehlte, die Schweinemast fast zum Erliegen.

Als „die Erzeugungschlacht gewonnen war", bedeckten für Böken mindestens 2.000 nicht gemästete Schweine jährlich das Schlachtfeld, denn die Schlachtreife erforderte mit dem veränderten Futter eine Verlängerung der Mastzeit auf ein Jahr, statt sonst ein halbes Jahr. Während des zweiten Weltkrieges wurde durch Zwangsauflage von zu mästenden Schweinen der Bestand nur wenig unter dem Friedensstand von 1938 gehalten. Nach dem Zusammenbruch von 1945 sank die Schweinehaltung auf den Stand von 1918, der eben zur Selbstversorgung ausreichte. Nach der Währungsumstellung hat der Schweinebestand wieder zugenommen. Die Umstellung auf Fütterung mit gedämpften Kartoffeln ermöglichte dies. Die Kartoffeldämpfanlage in Innien erleichtert das Dämpfen, und jährlich im Herbst fahren die Wagen mit den gedämpften Kartoffeln ins Dorf, um sie in den Silos für den Winter aufzubewahren. 1951 war der Schweinebestand auf 811 Stück gestiegen.

Bei den Pferden ist die Abnahme von 1927-1940 durch Ablieferung von Wehrmachtspferden zu erklären, die Abnahme 1946 durch die Abgabe von Wehrmachtspferden und die Flucht des Geldes in Sachwerte, die nicht dem Ablieferungszwang unterlagen. Nach 1950 beginnt die Verminderung der Pferdezahl, weil fast alle Bauern allmählich den Trecker benutzen.

Während der beiden Weltkriege zwang der Wollmangel die Bauern, wieder einige Schafe für den eigenen Wollbedarf zu halten. Nach 1945 befindet sich eine Schäferei in Bünzen. Der Schäfer hat die Feldwege gepachtet.

Melktechnik

Die Melktechnik entwickelte sich in den letzten drei Jahrzehnten sehr schnell. Heute werden supermoderne Fischgräten-Melkstände gebaut. Kleine Melkstände rüstet man mit einfacher Melktechnik und untenlie-genden Milchleitungen aus. In den größeren Melkständen melkt man aus Gründen der Arbeitserleichterung mit Melkzeug-Abnahme-Automaten. Diese werden teilweise sogar ausgerüstet mit Anrüstpulsation oder auch mit einer Computerfütterung. Eine Vollautomatik-Spülung gehört heute zum Standard.

Siehe auch