Imkerverein Aukrug und Umgebung

Aus Aukrug Geschichte Wiki
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Der Grabstein von Detlev Breiholz mit der Inschrift „Dem unermüdlichen Förderer der deutschen Bienenzucht, dem Schmied des Deutschen Imkerbundes Detlev Breiholz in Dankbarkeit. Die deutschen Imkerverbände"
Seite des Abrechnungsbuches aus der Gründerzeit des Imkervereins

Der Imkerverein Aukrug und Umgebung wurde am 19. Dezember 1903 als Ortsfachgruppe Imker Innien in Schleswig-Holstein gegründet. 1993 konnte er sein 90-jähriges Jubiläum feiern und erhielt zu diesem Anlaß den Umweltpreis der Gemeinde. Er erlangte im Laufe seines Bestehens zeitweise eine so große überregionale Bedeutung wie kein anderer Aukruger Verein. Treibende Kraft bei der Gründung war der Bargfelder Lehrer Detlef Breiholz, der zu den führenden Imkerei-Fachleuten Deutschlands gehörte. Sein Grabstein auf dem Innier Friedhof erinnert heute noch daran und wird noch heute von Mitgliedern des Aukruger Imkervereins gepflegt.

Geschichte

Schaut man ins Abrechnungsbuch der Gründerzeit, so stellt man fest, daß der Verein 32 Mitglieder mit über 400 Völkern hatte.

Die Ringwälle im Bünzer Bauernwald als alte Bienenkorbstandplätze sind heute noch zu sehen. Vorsitzender des Vereins war Lehrer Diekgräf, es folgte Meiereiverwalter Karstens, beide aus Homfeld. Johannes Reimers aus Böken hatte die Imkerei von der Picke auf gelernt und führte den Verein 50 Jahre lang als Vorsitzender. Er wurde zum Ehrenimkermeister und Ehrenmitglied ernannt.

Die 1922 gegründete Imkergenossenschaft hatte nur einige Jahre Bestand.

1937 bildete sich ein Züchterring innerhalb des Vereins, in dem Waldemar Bünning und Max Ritter große Erfolge durch die Heranzucht des Stammes „Nigrä" auf Tönsheider Gelände hatten. Hertha Michalke, geb. Ritter, wurde als gelernte Imkerin 1944 Kreis- und Gausiegerin, nahm in Posen am Reichssiegerinnenwettkampf teil und kam mit einer Siegerurkunde wieder nach Hause.

1957 gab Johannes Reimers den Vorsitz an den Lehrer Fritz Genz ab, der den Verein straff führte. Er wurde 1963 Ehrenimkermeister und erhielt 1972 die Goldene Nadel des Deutschen Imkerbundes. Viele Aukruger erinnern sich noch an Fritz Genz, der über 100 Jahre alt wurde, und einige meinen, auf ihn träfe noch am ehesten das Wort zu „Zum Imker wird man geboren". Ab 1970 leitete Gerhard Schlüter den Verein, starb jedoch schon ein Jahr später. Auch der 2. Vorsitzende Carl Reimers war wenige Wochen vorher gestorben, und Vorstandsmitglied Ernst Wilkerling führte den Verein bis 1972. Dann war bis 1977 Waldemar Bünning Vorsitzender, anschließend Dieter Wörpel, der auch Mitglied des Kreisvorstandes war.

In den 1990er-Jahren war Hans Hartmann Vorsitzender und Werner Imkamp aus Bünzen Wanderleiter. Bei dem bis auf sieben Imker zusammengeschrumpften Verein zeichnet sich ein Aufwärtstrend ab. Bis Anfang 1995 kamen zwei Mitglieder hinzu.

Der „Imkerverein Aukrug und Umgebung“ besteht im Jahr 2022 aus 37 aktiven Imker:innen und fünf Fördermitgliedern, die insgesamt 172 Bienvölker halten. Die Bienenhaltung erfolgt nicht mehr in Körben sondern überwiegend in wetterfesten Magazinbeuten. Nicht nur die moderne, zeitgemäße Bienenhaltung ist ein Anliegen unserer Imker, sondern auch die Darstellung der Bienenhaltung in früheren Zeiten. Als mit Beginn des Jahres 2016 der Museumsverein zur Erhaltung des Heimatmuseums „Ole Hus“ gegründet wurde, beschlossen die Mitglieder des Imkervereins sich für die Renovierung und Pflege des dazu gehörenden etwa 100 Jahre alten Immenschurs zu engagieren. In zahlreichen Arbeitsstunden wurden in Zusammenarbeit mit dem Museumsverein die Bausubstanz des Immenschurs gesichert und renoviert. Die vorhandenen Exponate wurden restauriert und mit erklärenden Hinweisen versehen. So konnte der Immenschur während der dritten Aukroger Adventstied Anfang Dezember 2019 den zahlreichen Besuchern in neuem Glanz präsentiert werden.

Die Mitglieder des Aukruger Imkervereins sind als Freizeitimker organisiert im Kreisimkerverband Rendsburg, im Landesverband Schleswig-Holstein und Hamburger Imker sowie im Deutschen Imkerbund Der von Ihnen produzierte Honig wird in der Regel in 500-Gramm-Gläsern mit dem Logo des Deutschen Imkerbundes verkauft und unterliegt strengen Kontrollen. Der Verkauf des Honigs erfolgt weitgehend privat.

Siehe auch