Ehrenmale in Aukrug

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Das Ehrenmal in Aukrug-Böken
Gedenkstein vor der Kirche in Nortorf

Ehrenmale in Aukrug beschreibt die beiden erhaltenen Ehrenmale in Aukrug-Innien und Aukrug-Böken, die an die Gefallenenen der beiden Weltkriege erinnern. Das Kriegerdenkmal Innien wurde 1968 abgerissen. Der Artikel Kriegsgräberstätten in Aukrug behandelt Gedenkstätten, an denen Bestattungen erfolgten.

Im Krieg von 1870/71 fielen aus dem Aukrug:

  1. Hans Lüneburg aus Bargfeld bei Gravelotte
  2. Hans Ibs aus Bünzen bei Gravelotte
  3. C. Jargstorf aus Innien bei Gravelotte
  4. O. Rehder aus Homfeld bei Belfort.

Die ersten drei Namen stehen auf dem Gedenkstein vor der Nortorfer Kirche.

Ehrenmal Böken

Das Ehrenmal in Böken ca. 1959

Das Ehrenmal befindet sich an der alten Schule in der Böker Straße Nr. 39 (Ecke Aubarg). Neben einem großen Findling mit der Inschrift 1939 - 1945 befinden sich auf der Rasenfläche davor in vier Gruppen 27 kleinere Steine mit Namen und Daten von Gefallenen oder Vermissten, die zum Teil nach 1945 verstorben sind. Über die Geschichte dieses Denkmals wird in den bisherigen Aukrug-Chroniken nicht berichtet.

Am Standort des Ehrenmals befand sich ursprünglich ein Teich, der zugeschüttet und mit Birken und Heide bepflanzt wurde. Der große Findling wiegt etwa sechs Tonnen und wurde mit einem Tieflader aus Heinkenborstel geholt.

Ehrenmal Innien

Das Ehrenmal neben der Aukruger Kirche vor dem 2. Weltkrieg
Das Innier Ehrenmal neben der Kirche

In den Jahren 1921 und 1922 wurde neben der Kirche das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichtet und am 23. April 1922 eingeweiht; einen Tag später erfolgte der erste Spatenstich für den Bau des Kirchturmes. Die Entwürfe beider Bauwerke stammten vom kaiserlichen Baurat Jürgen Kröger, der seit 1919 in Innien im Ruhestand lebte. Die 45 kleinen Gedenksteine erinnern an die Gefallenen der Aukrugdörfer von denen sechs schon vor dem Bau des Ehrenmals hier beigesetzt wurden. Ihre Grabsteine befinden sich schräg liegend unmittelbar vor dem Ehrenmal und sind eine Kriegsgräberstätte, deren Gräber dauerhaft bestehen bleiben. Es gibt keine begrenzte Ruhefrist.[1]

1956 wurden die Einzelsteine anders geordnet, um Platz für die Ehrung der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs zu schaffen. Die Gemeinde Innien hatte zur Finanzierung der Umbaukosten auch eine Sammlung bei den Bürger:innen durchgeführt, die 5.000 DM einbrachte. Die Gemeinde Böken hat sich an dem Umbau nicht beteiligt. Für jedes Dorf setze man einen Stein mit der Zahl der Gefallenen und Vermissten und einen für die gefallenen Angehörigen der Vertriebenen. Die Einweihung erfolgte am Volkstrauertag unter großer Beteiligung der Bevölkerung.

Der Text auf dem Denkmal lautet:

1914 – 1918
1939 – 1939
IHREN
GEFALLENEN
UND
VERMISSTEN

KIRCHEN
GEMEINDE
INNIEN
ICH LEBE UND IHR SOLLT AUCH LEBEN

Liste der Gefallenen 1914 - 1918

Kriegsgräberstätte mit sechs Grabstellen
Gedenksteine für die anderen 39 Gefallenen des Ersten Weltkrieges
Das Ehrenmal Innien beim Onlineprojekt Gefallenendenkmäler
Ehrenmal Innien bei Genealogy.net

45 Aukruger starben als Soldat im Ersten Weltkrieg, viele von Ihnen im Stellungskrieg in Frankreich. Die hinter den Jahreszahlen ergänzten Informationen wurden aus dem Onlineprojekt Gefallenendenkmäler übernommen.[2] Bilder aller Grabsteine sind bei genealogy.net einsehbar.[3]

Bargfeld

  • Heinrich Suhr 1915,
  • Max Wittorf 1916.
  • Fritz Heldt 1918, Reservist, 28 Jahre alt; ruht auf der Kriegsgräberstätte in Morisel, Block 3 Grab 179
  • Alwin Quandt 1916.
  • Gustav Ratjen 1916, Infanterist, 21 Jahre alt; ruht auf der Kriegsgräberstätte in Maissemy, Block 7 Grab 1658

Böken

  • Erich Harms 1914, Musketier, 22 Jahre alt; ruht auf der Kriegsgräberstätte in Saint- Symphorien, Block 3 Reihe A Grab 7
  • Hans Vollstedt 1914.
  • Heinrich Vollstedt 1917.
  • Johannes Steuermann 1915.
  • Johannes Glindemann 1916.
  • Hans Lüthje 1916.
  • Bernhard Driller 1917, Infanterist, 19 Jahre alt; ruht auf der Kriegsgräberstätte in Montaigu I, Block 2 Grab 148
  • Johannes Wiese 1917, Grenadier, 23 Jahre alt; ruht auf der Kriegsgräberstätte in Asfeld, Block 4 Grab 607
  • Hans Rathmann 1918, Vize-Feldwebel, ruht auf der Kriegsgräberstätte in Bonn, Nordfriedhof, Reihe 64 Grab 510

Bünzen

  • Markus Rathjen 1914.
  • Hans Rathjen 1918.
  • Johann Imkamp 1916.
  • Hans Carstens 1918, Leutnant, † 29.01.1918 in Wewelghem, vor dem Innier Ehrenmal begraben
  • Hinrich Carstens 1918.
  • Johannes Rohwer 1918.
  • Henning Looft, Infanterist, † 26.06.1917 in Douai, vor dem Innier Ehrenmal begraben

Homfeld

  • Ernst Köpke (auf dem Stein Koepke) 1914, Gefreiter, ruht auf der Kriegsgräberstätte in Nampcel, Block 8 Grab 493
  • Heinrich Bracker, Infanterist, † 20.05.1918 in Bielefeld, vor dem Innier Ehrenmal begraben
  • Carl Pingel 1916, Infanterist, 27 Jahre alt; ruht auf der Kriegsgräberstätte in Menen, Block E Grab 2388
  • August Steen 1918, Kanonier, 19 Jahre alt, ruht auf der Kriegsgräberstätte in Lambersart, Block 1 Grab 1112
  • Heinrich Münz 1916.
  • Rudolf Münz 1918, Unteroffizier, ruht auf der Kriegsgräberstätte in Sailly-sur-la-Lys, Block 2 Grab 486

Innien

  • Friedrich Rohwer 1914.
  • Hans Rieper 1914.
  • Wilhelm Langmaack 1915.
  • Johannes Langmaack 1915.
  • Hans Stühmer 1915.
  • Johannes Langmaack 1916.
  • Hugo Staven 1916, Leutnant, ruht auf der Kriegsgräberstätte in Wervicq-Sud, Block 5 Grab 194
  • Erwin Staven, Vizewachtmeister, † 27.07.1918 in Innien an Kriegsfolgen, vor dem Innier Ehrenmal begraben
  • Henning Butenschön, Kanonier, † 04.11.1918 in Neuenahr, vor dem Innier Ehrenmal begraben
  • Hans Staben, Kanonier, † 18.08.1917 in Verdun, vor dem Innier Ehrenmal begraben
  • Hans Breiholz 1916, Infanterist, 35 Jahre alt, vermisst
  • Ernst Haacks 1916.
  • Detlef Theede 1918.
  • Wilhelm Theede 1918.
  • Heinrich Hauschildt 1916.
  • Claus Rohwer 1917.
  • Hans Schüssel 1917.
  • Wilhelm Rathjen 1918, Kanonier, ruht auf der Kriegsgräberstätte in Cambrai, Block 11 Grab 1

Liste der Gefallenen 1939 - 1945

Im Zweiten Weltkrieg fielen 181 Soldaten aus Aukrug. 86 Namen sind in der Geschichte des Aukrugs von 1959 noch nicht aufgezeichnet worden, nur für Homfeld stimmt die Zahl auf dem Gedenkstein mit der Namensliste überein. Vermutlich galten damals noch viele als vermisst oder Georg Reimer konnte vor seinem Tod im Februar 1959 diesen Abschnitt nicht mehr aktualisieren.

Gedenkstein der Gemeinde Homfeld

Gedenkstein Homfeld
Zum tiefen Gedenken an unsere 17 Gefallenen
Gemeinde Homfeld

Zweiter Weltkrieg 1939-1945 – Gefallene Homfeld: 1. Walter Heinrich Begemann, 2. Hans Heinrich Wohlers, 3. Wilhelm Massen, 4. Heinrich Johannes Ratjen, 5. Claus Heinrich Voß, 6. Karl Friedrich Hitzemann, 7. Rudolf Laband, 8. Johannes Hinrich Haase, 9. Emil Böthern, Bucken, 10. Heinrich Mohr, 11. Paul Otto Hamann, 12. Otto Ludwig Maaß, 13. August Steen, 14. Willi Rathjen, 15. Otto Ratjen, 16. Max Rohweder, 17. Hans Gloy (vermißt).

Gedenkstein der Gemeinde Böken

Gedenkstein Böken
30 opferten sich für uns
Gemeinde Böken

Zweiter Weltkrieg 1939-1945 – Gefallene Böken: 1. Johann Hermann Heeschen, 2. Hermann Walter Klingforth, 3. Wilhelm Emil Steffen, 4. Walter Hinrich Paul Greve, 5. Hans Heinrich Runge, 6. Johannes Heinrich Markus Bruhn, 7. Helmut Müller, 8. Willi Bruhn, 9. Helmut Steffen, 10. Paul Ludwig Jakob Hoop, 11. Johannes Peters, 12. Hermann Gloy, 13. Wilhelm Lahann, 14. Hans Rathjen, 15. Erich Rathjen, 16. Hans Wiese, 17. Heinrich Rickers, 18. Hermann Rickers, 19. Bruno Lemke, 20. Hermann Reimers, Gefallene 21 bis 30 sind noch nicht namentlich bekannt.

Gedenkstein der Gemeinde Bünzen

Gedenkstein Bünzen
39 gaben ihr Leben hin
Gemeinde Bünzen

Zweiter Weltkrieg 1939-1945 – Gefallene Bünzen: 1. Ernst Friedrich Albert, 2. Ernst Otto Adolf Sienknecht, 3. Jürgen Rohwer, 4. Ernst Rohwer, 5. Helmut Messer, 6. Johann Friedrich Rohwer, 7. Wilhelm Karl Kröger, 8. Markus Looft, 9. Willy Arno Rohwer, 10. Jonny Heinrich Rohwer, Gefallene 11 bis 39 sind noch nicht namentlich bekannt.

Gedenkstein der Gemeinde Bargfeld

Gedenkstein Bargfeld
24 kamen nicht zurück
Ehre unseren Toten
Gemeinde Bargfeld

Zweiter Weltkrieg 1939-1945 – Gefallene Bargfeld: 1. Otto Wilhelm Boost, 2. Werner Behrens, 3. Hans Stender, Gefallene 4 bis 24 sind noch nicht namentlich bekannt.

Gedenkstein der Gemeinde Innien

Gedenkstein Innien
Wir betrauern unsere 71 Brüder
Gemeinde Innien

Zweiter Weltkrieg 1939-1945 – Gefallene Innien: 1. Hans Walter Nagel, 2. Heinrich Rohwer, 3. Hans Peter Fink, 4. Heinrich Witteborg, 5. Robert August Pehlke, 6. Herbert Hermann Gustav Grau, 7. Wilhelm Johann Klammer, 8. Heinrich August Wilhelm Severidt, 9. Walter Drews, 10. Hans Claus Breiholz, 11. Hans Joachim Rösdimann, 12. Heinrich Wehnke, 13. Ove Redlefsen, 14. Hans Heinrich Siem, 15. Walter Arthur Klammer, 16. Christian Friedrich Busch, 17. Reinhold Erich Teichmann, 18. Helmut Winkler, 19. Theodor Franz Schulz, 20. Claus Heinrich Rohwer, 21. Wilhelm Sierck, 22. Robert Wüstenberg, 23. Günter Kracht, 24. Helmut Lipp, 25. Johannes Brandenburg, 26. Max Schrader, 27. Willi Brüggen, 28. Matthias Kock, 29. Johannes Feierabend, 30. Heinrich Feierabend, 31. Hans Friedrich Christiansen, 32. Gerhard Ulrich, 33. Hermann Schlüter, 34. Otto Seehawer, 35. Hans Seehawer, 38. Klaus Imkamp, 37. Klaus Klammer, 38. Ernst Oellerking, 39. Hans-Peter Törper, 40. Johannes Haase, 41. Paul Schnoor, 42. Theodor Schulz, 43. Erich Tonnesen, 44. Hans Tonnesen, 45. Theodor Tonnesen, Gefallene 46 bis 71 sind noch nicht namentlich bekannt.

Gedenkstein der Heimatvertriebenen

Gedenkstein Heimatvertriebene
Unsern Brüdern und Schwestern
Die Heimatvertriebenen

Der Stein erinnert an die gefallenen Angehörigen der Vertriebenen.

Ehrungen auf Grabsteinen

Ruhestätte der Familie Siem
  • Hans Siem (*12.12.1910 in Innien; † 05.06.1940 in Abbeville/Frankreich), Gefreiter, ruht auf der Kriegsgräberstätte in Bourdon, Block 37 Reihe 2 Grab 52
  • Hans Friedrich Christiansen (* 26.03.1909 in Flensburg; † 05.07.1944), Die Inschrift in Aukrug ist unleserlich. Ein identischer Stein befindet sich auf der Familiengrabstätte Kapitän Christiansen in Wyk auf Föhr.[4]. Er trägt die Inschrift:
Zum Gedächtnis
Hans Friedrich Christiansen 
Fliegerleutnant D.R. 
* 26.3.1909 in Flensburg
Verschollen i.d. Nordsee 
5.7.1944 gegen England

Sonstige Ehrungen

Der Stein steht im Boxbergweg rechts vor dem Gebäude mit der Hausnummer 2. Er wurde vom Landschaftsmaler Willy Koepke erstellt.

Daß es in Aukrug mindestens einen gab, der am Rade der Weltgeschichte etwas mitdrehte, daran erinnert in Homfeld der Gedenkstein mit der Aufschrift:

Zum Gedächtnis 
des Patrioten 
*1850 Fr. Rathjen †1925
1870/71

Gemeint ist Friedrich Rathjen, der als junger Bauernsohn den Krieg 1870/71 als Kanonier mitgemacht hatte.

In der entscheidenden Schlacht bei Sedan am 1. September 1870 war die Geschützstellung Friedrich Rathjens auf einem Hügel bis auf 6 Mann und 8 Kanonen aufgerieben worden. Dennoch gelang es den verbliebenen 6 Kanonieren, den nachstürmenden Gegner abzuweisen, indem sie mit letztem Einsatz bis zur äußersten Erschöpfung aus ihren acht Rohren feuerten, so schnell sie irgend konnten — damit täuschten sie eine weit stärkere Streitmacht vor. Die Franzosen schwenkten ab und stießen so auf die Hauptmacht der Preußen, die schließlich den Sieg davontrugen. Friedrich Rathjen und seine fünf Kameraden wurden als „Helden von Sedan" persönlich zur Kaiserkrönung nach Versailles befohlen, wo sie die ihrem Dienstrang entsprechende höchstmögliche Auszeichnung empfingen.

Siehe auch

Einzelnachweise