Kirchengemeinde Aukrug

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Kirche und Pastorat
Die Kirche Anfang dieses Jahrhunderts
Innenraum um 1900
Innenraum mit Dornenkrone in den 50er Jahren
Pastor Bröker mit der Gitarrengruppe
Festkonzert mit dem Frauenchor der Volkshochschule Aukrug in der Kirche
Kirche

Das Kieler Konsortium bewilligte am 22. Mai 1893 die Einstellung eines Hilfsgeistlichen, bevor die Gemeinde am 1. April 1902 vom Kirchspiel Nortorf abgetrennt wurde und die selbständige Kirchengemeinde Aukrug entstand. Der Grundstein für die Kirche Aukrug wurde am 20. Juni 1893 gelegt und das Bauwerk am 17. Dezember 1893 eingeweiht.

Gründung der Kirchengemeinde

Bittschrift an den König

Durch Claus Harms Auftreten um 1817 nahm das ernste kirchliche Leben einen Aufschwung, der auch im Aukrug seine Wellen schlug. So entstand hier, zehn Jahre bevor Pastor v. Neergaard seine Schrift: Lieb Holstein, mußt mehr Kirchen bauen (Glückst. 1856) erscheinen ließ, der Wunsch, im Aukrug ein Gotteshaus zu haben. Die treibenden Personen scheinen in der Hauptsache der klösterliche Bauervogt Claus Glöy 'in Innen und der spätere Dingvogt Hingst in Bargfeld gewesen zu sein. „Ein Bedürfnis unserer Seele hat uns Einwohner aus den zum Kirchspiel Nortorf eingepfarrten fünf Dörfern Innien, Böken, Bünzen, Bargfeld und Homfeld am 28. Februar (1846) zu einer Versammlung vereinigt, um zu besprechen, was in dieser Hinsicht zu tun sei", berichtet Glöy an das Kloster Itzehoe. Im April 1846 sandten Glöy u. a. eine entsprechende Bittschrift an den König:

Alleruntertänigste Bitte der Einwohner in den Dörfern Innien, Böken, Bünzen, Bargfeldt und Homfeldt, Kirchspiels Nortorf, um gnädigste königliche Genehmigung zum Bau eines  Gotteshauses in der Mitte unserer Dörfer; sowie um Befreiung von den bisherigen Verpflichtungen  gegen die Kirche zu Nortorf und gegen die dortigen Prediger bei Vakanzen.

Allerdurchlauchtigster,
Großmächtigster König,
Allergnädigster König und Herr.

Eine Sehnsucht, ähnlich der, welche der Psalmist ausspricht in den Worten des 84sten Psalms „Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth; meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn", ist auch in unseren Seelen erwacht, auch wir fühlen ein Verlangen nach dem Gotteshause, um an den Tagen des Herrn gespeiset und gesättigt zu werden mit dem reinen Himmelsbrote, dem Worte Gottes, welches ewig, unverdorben und für jedermann stärkend und erquickend ist. Die Kirche ist uns ein lieber Ort geworden, wo wir gerne jeden Sonn- und Festtag uns versammelten zur gemeinsamen Feier des Gottesdienstes, um unsere Seelen, welche die Woche hindurch nur zu sehr beschäftigt und zerstreut worden sind, von dem Irdischen zu erheben: „Hinauf zu Gott! Hinauf zu Gott!"

Dieser kirchliche Sinn ist bei uns besonders erwacht, seitdem wir hier in Nortorf unsern christlichen Prediger Kähler gehabt haben, der als ein treuer Diener Jesu Christi es recht versteht und sich angelegen sein läßt, seiner Gemeinde das Wort Gottes rein und lauter zu verkündigen. Ein großes Hindernis aber, unsere Sehnsucht zu befriedigen, ist die weite Entfernung unserer Dörfer von unserer Kirche in Nortorf, da diese ca. 1 1/2 Meilen beträgt. Daher ist in uns der Wunsch laut geworden: Hätten wir doch in der Mitte unserer Dörfer eine Kirche! Nachdem wir diesen Wunsch zur reichlichen Überlegung gezogen, wenden wir uns an Ew. Königliche Majestät mit der alleruntertänigsten Bitte:

Allerhöchst dieselben wollen allergnädigst uns die Genehmigung zum Bau eines Gotteshauses in der Mitte unserer Dörfer erteilen.

Was uns ferner zur vorstehenden alleruntertänigsten Bitte treibt, ist Folgendes: Wir, als Familienväter, halten es für unsere Pflicht, unsere Kinder, sowie unser Gesinde zum fleißigen  Kirchenbesuch anzuhalten; wie oft wird aber die weite Entfernung ein Grund zum Wegbleiben aus derselben. Wie oft wird den Insten und Armen, denen Pferde und Wagen fehlen, dieser Umstand das größte Hindernis zum fleißigen Besuch der Kirche. Und die Zahl dieser ist nicht gering im unsern Dörfern, wie sich aus dem Folgenden ergibt. Die Seelenzahl in den genannten Dörfern beträgt 1045, die Familienzahl 198, von welcher nur 53 Familien im Besitz von Pferden und Wagen sind. Eine Kirche in unserer Nähe würde sein Mittel sein, diese, die da arm sind an Brot, reich zu machen in Gott, oder sie zu bewahren oder herauszuführen aus der geistigen Armut, wo nicht allein ihr Tisch, sondern auch ihr Herz leer ist, wo ihnen nicht nur fehlt das Brot, sondern auch Gott, wo sie nicht nur Mangel an Speis und Trank, sondern auch an Erkenntnis Gottes und Jesu Christi, an Gerechtigkeit, Friede und Freude in dem heiligen Geiste.

Ferner: Unsere Konfirmanden müssen von Weihnachten bis Ostern zweimal bis dreimal wöchentlich zum Konfirmandenunterricht nach Nortorf; dieses hat wohl seine Schwierigkeiten, besonders für schwächliche Kinder. Auch ist Befehl der Regierung, daß die Schulkinder vom zwölften bis zum sechzehnten Jahre zur Kinderlehre in der Kirche angehalten werden sollen, wie ist dieses aber bei der weiten Entfernung möglich?
Man :hat hier im Kirchspiel freilich Dörfer, die auch weit entfernt sind von der Kirche, aber sie leben doch unter den günstigen Verhältnissen, daß sie andere Kirchen in ihrer Nähe haben, wo sie auch nicht hinausgewiesen werden, welches günstige Verhältnis bei uns nicht der Fall ist.
Daß schon früher das Bedürfnis nach einer Kirche hier gefühlt worden ist, möchte daraus hervorgehen, daß eine Sage berichtet, in der Mitte der Dörfer sei eine Kapelle gewesen.
Um unser Vorhaben zur Ausführung bringen zu können, falls unsere Bitte uns allergnädigst sollte gewährt werden, erlauben wir uns, zu derselben noch eine zweite alleruntertänigste Bitte hinzuzufügen, nämlich:

Ew. Königliche Majestät möchten uns von unsern alten Verpflichtungen gegen die Kirche zu Nortorf, sowie bei Vakanzen der Predigerstellen auch von den Verpflichtungen gegen die dortigen Prediger allergnädigst befreien.

Was Ew. Königliche Majestät als Grund dienen möchte, uns letztere alleruntertänigste Bitte zu gewähren, nehmen wir uns die Freiheit auszuführen, daß die Gemeinde Nortorf vor 50-60 Jahren nicht größer war, als sie sein wird, wenn unsere fünf Dörfer von derselben abgetrennt werden. Die Kirche zu Nortorf ist jetzt nicht groß genug mehr, die Gemeinde zu fassen. Zu diesem Kirchspiele gehören 20 Schulen, wenn also die fünf Dörfer mit ihren vier Schulen abgetrennt werden, so werden noch 22 Schulen bleiben.

Die Hufenzahl im Kirchspiel ist ca. 250, wenn also die genannten Dörfer mit ca. 40 Hufen abgehen, so werden noch 210 Hufen bleiben, wogegen unsere Nachbargemeinde Hohenwestedt nicht mehr als 100 Hufen hat, doch sind daselbst zwei Prediger angestellt.
Die Kirche in Nortorf hat auch Kapitalien und 117 Tonnen Roggenlieferung in natura.
Aus diesem geht hervor, daß die Gemeinde zu Nortorf immer noch eine große bleibt, wenn unsere Dörfer sollten davon getrennt werden.

Sollten wir uns der allergnädigsten Gewährung unserer alleruntertänigsten Bitte zu erfreuen haben, so erlauben wir uns aber auszusprechen, daß es möchte uns vorbehalten bleiben oder frei gestellt werden, Über unsere Geldmittel und über die Stellung des künftigen Predigers inskünftig näher zu erklären.

Vertrauensvoll sehen wir der allerhuldvollsten Erhörung unserer alleruntertänigsten Bitten entgegen und verharren in tiefster Ehrfurcht

Ew. Königlichen Majestät
alleruntertänigste

Innien Claus Glöy	
Böken Hans Jargstorf		
Bünzen Claus Harms	
Bargfeld Christ. Hingst
Homfeld N. D. Schwieger

Das Kloster befürwortete die Bitte, hielt aber die Dörfer nicht für leistungsfähig genug, um den Plan auszuführen. Auch die beiden Pastoren lobten den Entschluß des Aukrugs und erkannten das Bedürfnis einer Kirche an, meinten aber, daß der Bau usw. die Kräfte des Aukrugs übersteigen würde. Sie empfehlen daher den Rank einer Kapelle und die Anstellung eines Prädikanten, da die Kandidaten reichlich seien. Dieser hätte die Predigt und den Unterricht der Konfirmanden zu übernehmen, wofür ihm neben freier Station etwa 100 Rthlr Courant zu zahlen wären. Auch halten sie es nicht für angängig, daß der Aukrug von den Leistungen gegen die Prediger und den Küster bei eintretender Vakanz befreit werde, da die Gehälter so wie so nicht groß seien.

Die Nortorfer Kirchenjuraten lehnten jede Lostrennung des Aukrugs ab, da auch nicht alle Einwohner des Aukrugs für den Rau waren. In Böken waren es zwei gegen den Willen der anderen. Böken reicht darum eine Vorstellung gegen den Bau ein, die aber nicht berücksichtigt wurde. Die Juraten meinten, wenn der Wunsch des Aukrugs berücksichtigt werde, so könnten auch andere Dörfer (z. B. Bargstedt, Holtdorf und Oldenhütten) mit ähnlichen Anträgen kommen. Nortorfs Leistungsfähigkeit wäre damit in Frage gestellt.

Aufbringung der Geldmittel

Die Dörfer wurden nun aufgefordert, ihre Pläne für die Aufbringung der Geldmittel einzureichen. Pastor Kähler berichtet: Sie wollen 8000 Mk Courant aufbringen zur Erbauung der Kirche usw." ihrem künftigen Prediger aus eigenen Mitteln eine jährliche Einnahme von 1000 Mk Crt. sichern, ebenso dem Küster persönliche Accidentien bewilligen. Gewiß ist ein solches Anerbieten ehrenwert und ein Zeugnis von dem religiösen Sinn dieser Leute und von dem Ernste, mit welchem sie ihren Zweck verfolgen. Allein das reicht bei weitem nicht aus". Es waren in allem 23 000 Mk erforderlich. Die fehlenden Mittel sollten durch eine Hauskollekte gesammelt werden. Pastor Kähler faßt seine Ansicht zusammen:

„Es scheint mir in dieser Zeit, wo überall die materiellen Interessen vorzuwalten pflegen, besonders lebenswert und edel zu sein, daß bei einer nicht geringen Zahl von einfachen Landleuten sich auch einmal das höhere Bedürfnis geltend macht und so offen hervorzutreten wagt".

Chr. Hingst aus Bargeld, Claus Rohweder und Claus Glöy aus Innien hatten Ende September oder Anfang Oktober 1848 auf Luisenberg bei Kellinghusen eine Audienz beim König Christian VIII. Dieser stellte ihnen die Bewilligung einer Kollekte in Aussicht (3).

Die Erhebung von 1848 hinderte die weitere Bearbeitung des Planes. Immerhin wurde Pastor v. d. Heyde 1849 mit der Bedingung in Nortorf angestellt, daß er sich eine Abtrennung des Aukrugs ohne Entschädigung gefallen lassen müsse.

Unterm 28. September 1855 nahm das Ministerium für Holstein und Lauenburg in einem Schreiben an das Visitatorium den Plan wieder auf. Die Pastoren v. d. Heyde und Decker erstatten nach Anhörung der Dörfer ihren Bericht: Böken, Bünzen und Homfeld erklärten, nicht bauen zu wollen, Bargfeld war einstimmig für den Bau, jedoch mit der Bedingung, daß Wiedenborstel, Sarlhusen und Meezen dazu gelegt würden. Innien war für den Bau, wünschte aber den Beitritt weiterer Dörfer des Kirchspiels Kellinghusen. „Es ist also nach unserer Meinung jetzt nicht die gelegene Zeit zur Abtrennung der fünf Dörfer von der Nortorfer Gemeinde", schreibt Pastor v. d. Heyde.

1864 hatte sich die Ansicht des Nortorfer Kirchenvorstandes gewandelt. Am 14. Juni baten die Juraten die herzogliche Regierung, die Aussonderung des Aukrugs zu veranlassen und die Dörfer anzuhalten, sich mit der Stammgemeinde abzufinden. Der Aukrug sollte also für die bisherigen Kirchenlasten irgendwie weiter zahlen.

Am 15. Juni 1864 war im Schulhause zu Bargfeld eine Versammlung, in der Amtmann v. Harbeu, Propst v. d. Heyde, Kirchspielvogt Caspersen in Nortorf und Pastor Corpus aus Kellinghusen zugegen waren. Amtmann von Harbou berichtete über den Stand der Sache. Die Kosten würden sich auf 30 000 Mk Court belaufen. Zur Deckung dieser Kasten sei der größte Teil des in Händen des Bischofs befindlichen Fonds von 12 000 Mk (Neujahrskollekte) bestimmt; außerdem hatte v. Bülow auf Bothkamp 3000 Mk in Aussicht gestellt, wenn vor dem 15. Januar 1865 der Bau beschlossen sei.

Außer den Aukrugdörfern waren Meezen, Wiedenborstel und Poyenberg vertreten. Bucken und Poyenberg lehnten den Beitritt zur neuen Gemeinde ab. Die anderen Dörfer waren bereit

  1. zum Bau a Hufe 200 Mk, also von 40 Hufen 8000 Mk Court = 9800 M aufzubringen,
  2. zum Gehalt des Pastors a Hufe jährlich 10-12 Mk = 480 Mk Court = 576 M zu geben,
  3. je Hufe 1 Tonne Roggen zu liefern,
  4. für Fuhrwerksbesitzer bis zu den 1/8 Hufen sollten die üblichen Gebühren verdoppelt werden = ca. 720 M,
  5. der künftige Kirchort stellt 12 Tonnen Land als Bauplatz, Anlage des Friedhofs, Rest als Dienstland für den Prediger unentgeltlich zur Verfügung (4).

Das Kirchenbaukomitee

Schwierig gestaltete sich die Verhandlung über den künftigen Kirchort. Homfeld und Bargfeld kamen in Frage. Beide boten 12 Tn. Land, Homfeld dazu eine Brennholzlieferung, Bargfeld eine Torflieferung. Böken erklärte nur beitreten zu wollen, wenn nicht in Homfeld gebaut würde, Meezen wollte aber nur beitreten, wenn in Homfeld gebaut würde. So wer keine Einigung zu erzielen. So wurde der berühmte Ausweg einer Kommission eingeschlagen. In dieses Kirchenbaukomitee wurden Chr. Hingst, Bargfeld, Jochim Jargstorff, Böken, Henning Glöy, Innien, Jakob Ratjen, Homfeld, Axt, Meezen, Hans Schumann, Wiedenborstel, Hans Holm, Bünzen und als Schriftführer Lehrer Rehder, Homfeld, gewählt.

Aber auch diese gelangten zu keiner Einigung über den Kirchort. Die Landesregierung hatte die Genehmigung einer Kollekte gegeben.

1868 ordnete Oberpräsident v. Scheel-Plessen eine persönlidie Verhandlung im Hause des Dingvogts Hingst in Bargfeld an. Um etwas zu erreichen, wurde die Bauplatzfrage ausgeschaltet. Die Dörfer bekannten sich zu dem obengenannten Leistungsangebot von 1865. Eine weitere Versammlung sollte die Entscheidung über den Kirchort treffen. Sie kam aber in dem Jahre nicht zustande. 1869 wandten sich Jakob Reimers und Henning Glöy mit einem neuen Gesuch an den Oberpräsidenten und baten um Wiederaufnahme der Verhandlungen. Für die nun folgenden Verhandlungen bildete ein Beschluß des Konsistoriums (heute Kirchenregierung) und der Regierung in Schleswig von 1869 die Grundlage: Die Aukrugdörfer sind von ihrem bisherigen kirchlichen Verbande zu trennen. Es ist aus ihnen ein neues Kirchspiel zu bilden. Durch Hinzulegung einiger Nachbardörfer aus dem Kirchspiel Kellinghusen ist es zu vergrößern. Die ausscheidenden Dörfer werden van ihren bisherigen Lasten frei, verlieren aber auch den Anspruch auf das Stammvermögen der Kirchen. Am 6. Mai 1870 fand eine Besprechung mit den Vertretern der Gemeinden statt. Über das Ergebnis sagen die Akten nichts.

Am 31. August 1874 kam vom Kultusminister die endgültige Entscheidung: „daß von dem Plane der Errichtung einer selbständigen Parochie für die Aukrugdörfer und einige benachbarte Orte bis auf weiteres Abstand genommen werden muß", da die Kosten zu groß würden. Darum wurden von 1875-83 und von 1885-91 mit Unterstützung aus dem Zentralfonds alle vierzehn Tage in der Innier Schule Nebengottesdienste abgehalten.

Das dritte Pastorat

Im Februar 1892 war Generalsuperintendent Ruperti in Innien. Nach einem Gottesdienst im Bahnhofshotel hielt er eine Besprechung mit den Gemeindevertretern und Gemeindegliedern ab, in der er den Plan vorlegte, in Innien eine Kapelle und ein Pastorat zu bauen und einen Hilfsgeistlichen dorthin zu entsenden.

Nun verfügte das Konsistorium unterm 5. März 1892 die Entsendung eines Hilfsgeistlichen nach dem Aukrug mit dem Wohnsitz in Innien. Am 22. Mai 1892 wurde Pastor Lehfeldt gegen den Willen des Nortorfer Kirchenvorstandes in Innien eingeführt. Nortorf verweigerte die Einstellung der Gelder zur Besoldung des Hilfsgeistlichen in den Etat. Konsistorium und Regierung verfügten Zwangsetatisierung. Der Nortorfer Kirchenvorstand verlangte eine Vorausbelastung des Aukrugs von 500 M, da nur der Aukrug von dem Hilfegeistlichen Nutzen hätte. Das Konsistorium verfügte gleichmäßige Aufbringung im ganzen Kirchspiel.

Im Dezember 1892 wurde dann die Errichtung eines dritten Pastorats der Kirchengemeinde Nortorf beschlossen.

Die Urkunde lautet:

Kiel/Schleswig, den 15./19. Dezember 1892

Mit Genehmigung des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten wird nach Anhörung der Beteiligten folgendes bestimmt.

§ 1. Neben dem bisherigen Hauptpastorat und Diakonat wird in der Kirchengemeinde Nortorf ein drittes Pastorat errichtet, welches neben freier Wohnung und Garten — bzw. einem aus der Kirchenkasse zu zahlenden ausreichenden Wohnungsgeld — mit einer aus der Kirchenkasse zu gewährenden Einnahme von 1800 M einschließlich der Stolgebühren dotiert wird.

§ 2. Dem dritten Pastorat wird für die von ihm zu vollziehenden Amtshandlungen ein besonderer Pfarrbezirk zugeteilt, welcher aus den Ortschaften Bargfeld, Bäken, Bünzen, Homfeld und Innien besteht. Im Übrigen wird die Geschäftsverteilung zwischen den Geistlichen der Nortorfer Gemeinde durch das Konsitorium näher geregelt.

§ 3. Der dritte Pastor erhält seinen Wohnsitz in Innien.

§ 4. Die Urkunde tritt am 1. Januar 1893 in Kraft. 

Unterschriften.

Das Nortorfer Kirchenkollegium verweigerte wieder die Einstellung der Geldmittel. Am 28. Mai 1893 erfolgte die zwangsweise Einstellung von 1900 M in den Etat. Dagegen beschnitt Nortorf den Rechtsweg. Der Streit ging bis an das Oberverwaltungsgericht in Berlin. Am 24. Januar 1894 wurde die Klage van diesem abgewieisen (5).

Der Kirchenbau

Inzwischen hatte die politische Gemeinde Innien vom Minister die Erlaubnis zum Bau einer Kapelle und Anlage eines für alle Aukrugdörfer zuständigen Friedhofs erhalten. Bedingung war dabei, daß die Kapelle der demnächst zu bildenden Kirchengemeinde gegen Erstattung der vom Dorf gezahlten Kosten übergeben werde. Der Riß war vom Architekten Grothof in Hamburg angefertigt. Der Kostenanschlag für Gebäude, Kanzel, Altar und Gestühl belief sich auf 14 500 M. Dazu bewilligte das Konsistorium aus Mitteln des Kirchenbaufonds 7000 M. Die weitere Ausstattung der Kapelle brachten die eingesessenen Familien des Aukrugs durch freiwillige Spenden auf. Am 20.8.1893 wurde der Grundstein gelegt. Am 17. Dezember (dritten Advent) 1893 wurde sie vom Generalsuperintendenten Ruperti, dessen energischen Bestrebungen die Gründung zu danken ist, geweiht. Er überreichte im Auftrage der Kaiserin eine silberbeschlagene Altarbibel mit der eigenhändigen Inschrift.

Der Kapelle zu Innien zur Einweihung.
Am 17, Dec.
1893
(Geburtstag meines
6ten Sohnes)
Ps. 50, 15 Rufe mich an in der Noth, so will ich dich erretten.
Augusta Victoria
Kaiserin und Königin.

Das Pastorat wurde von der Innier Sparkasse erbaut. Der Bauplatz und der Friedhof waren von Claus Rohweder gekauft. Die Gemeinde legte dazu ein daran befindliches Sandloch, das die Kirchengemeinde als Teil des Pastoratsgartens zurechtmachte.

Abtrennung von Nortorf

1898 begannen die Verhandlungen über die vollständige Abtrennung des Aukrugs. Nortorf zahlte die 1877 und 1885 aus dem Aukrug erhaltenen Ablösungskapitalien im Betrage von 7638 M an die Kirchengemeinde Innien. Zur Deckung dieser Summe wurde die auf der Böker Feldmark liegende „Presterwisch" der neuen Gemeinde übergeben. Den endgültigen Abschluß bildet die

Urkunde betreffend die Errichtung einer selbständigen Kirchengemeinde Innien.

Kiel, den 28. Febr 1902.

Schleswig, den 4. März 1902.

Mit Genehmigung des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten und nach Anhörung der Beteiligten wird von den unterzeichneten Behörden hierdurch Folgendes festgesetzt:

§ 1. Die Ortschaften Bargfeld, Böken, Bünzen, Homfeld und Innien werden aus der Kirchengemeinde Nortorf ausgepfarrt und zu einer selbständigen Kirchengemeinde Innien vereinigt.

§ 2. Die bisherige dritte Pfarrstelle in der Kirchengemeinde Nortorf mit dem Amtssitz in Innien geht mit ihrem gegenwärtigen Inhaber auf die Parochie Innien über. Auf dieselbe gehen auch diejenigen bisher zum Einkommen der dritten Pfarrstelle in Nortorf gehörigen Bezüge, welche aus den Stolgebühren oder Lieferungen oder Geldzahlungen bzw. den an die Stelle derselben getretenen Geldrenten und Ablösungskapitalien aus den abgezweigten Bezirken über.

§ 3. Die Eigenthums- und sonstigen Privatrechte, welche die Eingesessenen der neuen Gemeinde Innien an den Kirchenstühlen und Erbbegräbnissen in Nortorf haben, werden durch die Parochietheilung nicht berührt.

§ 4. Diese Urkunde tritt mit dem 1. April 1902 in Kraft.

Königl. ev. luth. Konsistorium

Chalybaeus

Königl. Regierung Abth. für Kirchen- und Schulwesen

Lindig

Geschichte der Kirchengemeinde

Konfirmation 1934, Pastor Tramsen mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden vor der Kirche

Pastor Johannes Lehfeldt

Es werden noch Informationen gesucht

Pastor Jürgen Roos

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Pastor Johannes Tramsen

1921 schenkte Ziegeleibesitzer Jürgen Ulrich der Kirche zwei Stahlglocken. Nun fehlte noch der Kirchturm. Er wurde 1922 nach Entwurf des Kaiserlichen Baurats Jürgen Kröger, früher Berlin-Wilmersdorf, der im Ruhestand in Innen lebte, gebaut. Die Steine kamen von der Innier Ziegelei.

1923 wurde die kleine Bronzeglocke aus dem Dachreiter verkauft. Sie brachte mehr Geld ein, als der Turmbau gekostet hatte (Inflationszeit).

1922 wurde neben der Kirche das Ehrenmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges errichtet. Der Entwurf stammte ebenfalls von Baurat Kröger. 1957 wurden die Einzelsteine anders geordnet, um Platz für die Ehrung der Gefallenen des zweiten Weltkriegs zu schaffen. Für diese Ehrung setzte man für jedes Dorf einen Stein mit der Zahl der Gefallenen und Vermißten und einen für die gefallenen Angehörigen der Vertriebenen.

Pastor Johannes Tronnesen

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Pastor Erwin Striewski

Bei der starken Zunahme der Einwohnerzahl wurde der Friedhof zu klein. Anliegende Ländereien zur Vergrößerung waren nicht zu haben. Nun hatte die Dorfgemeinde Innien entdeckt, daß der niedrig gelegene Teil des Pastoratsgartens, der beim Kirchenbau ein Sandloch und der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt war, im Grundbuch nicht als Eigentum der Kirchengemeinde eingetragen war, also noch im Besitz der politischen Gemeinde Innien stand. Sie stellte diesen Platz zur Vergrößerung des Friedhofs zur Verfügung. Der Kirchenvorstand mußte darauf eingehen, obgleich es als sicher anzunehmen ist, daß der Platz beim Bau der Kirche überlassen ist. Durch beim Erweiterungsbau von Tönsheide zu entfernenden Sand wurde im Januar 1958 der Platz erhöht. Dem Pastorat verblieb nur ein kleiner Garten.

Vom 10. März 1958 bis 10. September 1958 war die Pfarrstelle in Innien unbesetzt. Das wurde von der Gemeinde sehr schmerzlich empfunden.

Pastor Georg Klemt

Am 11. September 1958 konnte Pastor Georg Klemt, der, von einem mehrjährigen freiwilligen Einsatz in der DDR zurückgekommen, vom Bischof auf diese Stelle berufen worden war, mit der Gemeindearbeit beginnen. Er stellte neben der seelsorgerischen Betreuung der Patienten im Tbc-Krankenhaus Tönsheide die Jugendarbeit in den Mittelpunkt seiner Tätigkeit und förderte in Zusammenarbeit mit dem Lehrer und Organisten Walter Grünwaldt die Kirchenmusik durch Chorgesang und Instrumentalmusik.

Während seiner Amtszeit wurde 1962 im Pastorat eine Ölheizung installiert, zugleich die Mitbeheizung der Kirche vorgesehen und die Küche in den Südteil des Pfarrhauses verlegt. Im November des gleichen Jahres konnte der neue Friedhofsteil, der durch Zuschüttung des tiefer gelegenen Pfarrgartens entstanden war, in Benutzung genommen werden. 1964 wurde unter Verwendung des bisherigen Küchenraumes und eines neu erstellten Anbaues ein großer Gemeinderaum geschaffen, der durch eine Harmonikatür in zwei Räume unterteilt werden kann. Am 6. Mai 1965 erfolgte seine feierliche Einweihung.

Am 25. Juli 1965 wurde der langjährige Organist Walter Grünwaldt verabschiedet, der nach Erreichung der Altersgrenze in Pension ging und nach Wiesbaden verzog. Sein Nachfolger im Organistenamt wurde Lehrer Bernhard Protz, der das Amt auch jetzt noch innehat.

1966 wurde das Innere der Kirche gründlich renoviert, die Ölheizung angeschlossen, ein neuer Fußboden gelegt und eine moderne Beleuchtung eingebaut. Der in der Mitte des Kirchenraumes hängende große Dornenkranz wurde beseitigt. Mit einer Weihnachtsmusik am 20.12.1967 konnte die renovierte Kirche von der Gemeinde feierlich wieder in Benutzung genommen werden.

Es war eine Überraschung für die Aukruger, als Pastor Klemt kurz vor der 10jährigen Wiederkehr seiner Übernahme der Innier Pfarrstelle Ende 1968 seine Versetzung nach Rendsburg bekanntgab. Es kam bei manchem Mitglied der Kirchengemeinde die Befürchtung auf, daß die kleine Aukrug-Pfarrstelle als Sprungbrett in eine attraktivere Pfarre genutzt werden könnte. Die Entwicklung der folgenden Jahre scheint solchen Skeptikern recht zu geben.

Ihn April 1969 verließ Pastor Klemt die Gemeinde Innien, um die 4. Pfarrstelle an St. Marien in Rendsburg zu übernehmen.

Pastor Friedrich Wackernagel

Es gab erfreulicherweise keine Vakanz, da der gerade ordinierte Pastor Friedrich Wackernagel mit der Pfarrstelle beauftragt wurde. Er hielt am 4. Mai seine Antrittspredigt. Seit Ende Februar 1969 arbeitet Frau Szislo als Büromitarbeiterin im Pastorat. Ab Sommer 1965 wurden die Bibeltext-Lesungen von den Kirchenältesten vorgenommen. Das ist eine Reihe von Jahren fortgesetzt worden, hat sich aber nicht als eine feste gottesdienstliche Einrichtung auswirken können.

Die bedeutsamste Veränderung im kirchlichen Leben zur Amtszeit Pastor Wackernagels war der Einbau einer neuen Orgel. Das Instrument ist eine rein mechanische Schleifladenorgel und stammt aus der Orgelbauwerkstatt Alfred Führer, Wilhelmshaven. Man sah sich veranlaßt, die Orgel nicht wieder auf der Orgelempore, sondern unten im Kirchenraum an der Nordostseite einzubauen, weil der Chor in der Höhenausdehnung nicht genug Raum bot. Die Entscheidung ist umstritten. Der Entschluß zum Neubau war richtig. Am Sonntag, dem B. Juni 1975, wurde die neue.Orgel in einem Festgottesdienst in den gottesdienstlichen Gebrauch genommen. Es mag hier der Wunsch Pastor Wackernagels in seinem schriftlichen Geleitwort zur Einweihung mit hoffender Zustimmung wiedergegeben werden: „Mag diese neue Orgel viele Jahre hindurch zur Ehre Gottes und zur Freude aller Kirchenbesucher erklingen!"

Eine andere notwendige Maßnahme fiel ebenfalls in die Amtszeit des Pastors Wackernagel, nämlich eine dringend erforderliche Erweiterung des Friedhofsgeländes. Auf dem Wege des Landtausches im Rahmen der Flurbereinigung konnte die „Presterwisch" in Böken gegen ein Wiesengelände an der östlichen Friedhofseite getauscht werden. Es war allerdings eine umfangreiche Aufschüttung erforderlich. Nach gehöriger Ablagerung konnte zu Beginn dieses Jahres die erste Belegung erfolgen.

Die Skeptiker behielten recht, schon am 14. November 1975 verließ Pastor Wackernagel die Pfarrstelle in Aukrug, um in einer Pfarrstelle in Plön tätig zu sein. Die Gemeinde war betrübt. Nun trat eine mehrmonatige Vakanz ein, vom 15. November 1975 bis 30. April 1976.

Pastor Klaus Bröker

Am 1. Mai 1976 übernahm Pastor Klaus Bröker aus Kiel die Pfarrstelle Aukrug als Hilfsgeistlicher.

„1976 übernahm Pastor Klaus Bröker die Pfarrstelle in Aukrug. Für wie lange?" — schrieb Heinrich Bünger in seinem Anhang zur „Geschichte des Aukrugs". Seine Skepsis war begründet, hatten doch Pastor Klemt nach zehn und Pastor Wackernagel nach fünf Jahren eine andere Gemeine, übernommen. Es war der Eindruck entstanden: Diese Pfarrstelle werde nur als „Sprungbrett" benutzt. Inzwischen sind meine Familie und ich schon neunzehn Jahre in diesem Ort. Wir haben viele Beziehungen geknüpft, etliche Türen standen uns offen. Zu fröhlichen und schmerzlichen Anlässen durfte ich Menschen aus diesem Ort begleiten und kann nur bestätigen, was Heinrich Bänger sinngemäß über das kirchliche Leben schreibt: Unabhängig vom Christlichen Bekenntnis ist die Kirche immer noch an Knotenpunkten des Lebens gefragt — von der Wiege bis zum Grab. Gott sei Dank haben wir jährlich mehr Taufen als Beerdigungen und unsere schmucke Kirche wird für Trauungen bevorzugt.

Hier in Stichworten die Schwerpunkte der Gemeindearbeit in den vergangenen Jahren: Jugendfahrten nach Italien, Jugoslawien, Korsika, Zeltlager in Dänemark, Radtouren nach Dänemark, Fehmarn und Berlin; Gitarren- und Saxophongruppen; Blockflötenunterricht; Mutter-Kind-Kreise; Kindergottesdienste; Frauengesprächskreise; Abend für junge Leute; Weltgebetstagsvorbereitung; Kindergruppen; Beteiligung von Konfirmanden an Gottesdiensten; tägliche Andachten während der Friedenswochen.

Nach einigen Gesprächen mit der Fachklinik Aukrug und dem Strukturausschuß des Kirchenkreises Rendsburg beschloß die Synode im Mai 1993, eine Pfarrstelle für Rehabilitätsseelsorge an der Fachklinik einzurichten. Diese Stelle ist mit 50 % dotiert. In diesem Zusammenhang ist auch eine strukturelle Veränderung unseres Ortes zu erwähnen: Viele jüngere Familien sind nach Aukrug gezogen. Die Einwohnerzahl ist von 2.300 (1976) auf rund 3.300 angewachsen. Der Kirchenvorstand entschied sich deshalb, mich mit der Seelsorgestelle zu beauftragen und den sogenannten „Südbezirk" (50 %) zu übernehmen (südlich der Bahnlinie), während eine/ein jüngerer Kollegin/Kollege den verbleibenden „Nordbezirk" (50 %) betreuen sollte.

Im Oktober stellte Propst Jochims dem Kirchenvorstand Herrn Karsten Struck als zweiten Pastor der Gemeinde Aukrug vor. Alle waren von dieser ersten Begegnung angetan und beschlossen einstimmig, ihn mit der Betreuung des „Nordbezirkes" (nördlich der Bahnlinie) zu beauftragen. Herr Struck ist durch Gottesdienste, Taufen und Beerdigungen der Gemeinde schon bekannt geworden und regte inzwischen an, Konfirmanden und Jugendliche stärker am kirchlichen Leben zu beteiligen: Jeweils einmal im Monat einen Abendgottesdienst anzubieten, an dem die Konfirmanden u.a. Lesungen und eigene Beiträge übernehmen könnten. Dieses Angebot kommt bestimmt auch etlichen Gemeindegliedern entgegen, denen die traditionelle Gottesdienstzeit am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr einfach zu früh ist. Auch das Redaktionsteam unseres Gemeindebriefes wird aus Herrn Strucks Erfahrungen im Umgang in der Druck- und Computertechnik Nutzen ziehen können.

Mit den Kirchenmäusen wird 1990 eine kindertagesstättenähnliche Einrichtung im Gemeindehaus ins Leben gerufen.

Bis September 1995 wird Frau Susanne Lau aus Neumünster als Theologin im Ehrenamt mit einem Zeitvertrag in unserer Gemeinde arbeiten. Von ihr stammt die Idee, für Eltern mit kleinen Kindern in Abständen einen „Krabbelgottesdienst"anzubieten. Vier wurden schon durchgeführt, einer zum Erntedankfest.

Die anderen Schwerpunkte ihrer Tätigkeit liegen im Kontakt zu den Mutter-Kind-Kreisen und „Frauenrunde mit Bibel" (Gesprächskreise zu verschiedenen Themen auf dem Hintergrund biblischer Texte). —

„Wohin mit kleinen Kindern im Gottesdienst?" — das ist für einige Eltern die Frage, wenn sie zur Kirche kommen möchten. Frau Gilda Proksch bietet deshalb zur Gottesdienstzeit eine Kinderbetreuung an.

Pastorin Christina Leykum

noch zu ergänzen seit 2011

Gemeindeleben

Der Kirchenvorstand

Pastor Klaus Bröker, Bischof Hans-Christian Knuth und Pastor Friedrich Wackernagel gestalteten den Abschlußgottesdienst anläßlich der Hundert-Jahr-Feier gemeinsam.

Wir sind kein „altehrwürdiges" Gremium, sondern das demokratisch gewählte Organ der Kirchengemeinde Aukrug und entscheiden in allen Fragen des öffentlichen Lebens: Herr Hans-Heinrich Brockmann; Frau Elke Carstens; Herr Hans Joachim Glate; Herr Wolfgang Gutzmann; Frau Elke Marianne Krzykala; Herr Wolfgang Pahl; Frau Christine Ratjen; Frau Elke Rixen; Herr Klaus-Wilhelm Schneede; Frau Heidemarie Seider; Herr Jochen Wehling und Frau Anita Wenzel. Kirchenvorste-her/innen haben Jugendgruppen auf

Fahrten begleitet, andere arbeiten mit bei der Vorbereitung zum Weltgebetstag. Die Leitung dieses Kreises hat Frau Regina Bröker. Es ist schon zur guten Sitte geworden, daß auch beim Abendmahl Mitglieder des Kirchenvorstandes helfen. Großen Spaß machte allen die Vorbereitung und Durchführung von zwei Erntedankgottesdiensten in der Scheune bei Looft in Bünzen. In den vergangenen Jahren sind wichtige Beschlüsse gefaßt worden: Neubau der Orgel — Erweiterung des Friedhofes — Anbau des Gemeindehauses. Alle waren an der Vorbereitung und Durchführung der Festwoche anläßlich der Hundert-Jahr-Feier (1993) unserer Kirchengemeinde beteiligt.

Es ist nicht zufällig, daß Gemeindeglieder Verantwortung für das kirchliche Leben übernehmen. Die Geschichte unserer Gemeinde zeigt, daß der Kirchenbau vor über hundert Jahren nicht „von oben" verordnet worden war, sondern in einem „langen Marsch durch viele Instanzen" von unten endlich am 17.12.1893 ans Ziel kam.

„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten". (Psalm 50, 15) Dieses Bibelwort schrieb die damalige Kaiserin und Königin Auguste Victoria in die Innenseite unserer Altarbibel. Das möge für alle gelten, die Gott in ihrer Not suchen. — Während meiner Zeit haben wir von einigen Kirchenvorstandsmitgliedern Abschied nehmen müssen: Hans Carstens, Rudolf Carstens, Gerda Meier, Reinhold Ohm und Otto Kalies. Allen ein herzliches Dankeschön für ihre Arbeit in unserer Gemeinde.

Kirchenbüro, Küster, Friedhofswart und Kirchenmusik

Von links: Pastor Bröker, Bernhard Protz, Werner Hauschildt

Montags bis freitags ist unser Büro von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Frau Marianne Krzykala ist dann für Sie da. Sie ist die Nachfolgerin von Frau Helene Szislo, die ebenso für die gesamte Verwaltung tätig war. „Verwaltung" — für die meisten ein trockenes und nüchternes Wort. Aber wie oft ergibt sich bei der Ausstellung eines Patenscheines oder der Vergabe eines Grabes das eine oder andere Wort, das genauso wichtig ist wie die „Bescheinigung".

Herr Ingo Pahlke ist der Nachfolger von Jens Tietgen (gest.) und Herrn Werner Hauschildt. Auch die Arbeit auf dem Friedhof ist nicht nur eine gärtnerische Tätigkeit, sondern erreicht oft seelsorgerliche Bereiche. Anlage eines Grabes, Aufstellen des Grabsteins — hier wird ein ganz empfindlicher Bereich der Friedhofsnutzer berührt. Hilfestellung zu leisten bei der Bewältigung der Trauer — das ist das Anliegen von Friedhofswart und allen Verantwortlichen in der Kirchengemeinde Aukrug.

Wichtig ist auch der Klang unserer schönen Orgel. Frau Annegret Winter und Herr Bernhard Protz teilen sich im Wechsel die Gottesdienste in unserer Gemeinde. Es ist ein beruhigendes Gefühl für alle Beteiligten, wenn Frau Winter auch zu „unmöglichen" Zeiten zu erreichen ist. Nach Möglichkeit erfüllt sie alle musikalischen Wünsche von Tauf- eltern, Brautpaaren oder trauernden Angehörigen. Sehr oft sind auch Sonderproben mit Sängerinnen oder Sängern nötig. Herzlichen Dank beiden für den treuen Dienst in den vergangenen zwanzig Jahren. Ohne Orgel wären unsere Gottesdienste ärmer.

Pastor:innen in Aukrug

  • Johannes Lehfeldt, 1892–1898, ging nach Lauenburg und später nach Hamburg-Hamm, gest. 1929
  • Jürgen Roos, 1898–1914, ging nach Altona, Johanniskirche
  • Pastor Loth, 1914–1915 zur Vertretung
  • Johannes Tramsen, 1915 – September 1943, Leiter des Bruderrates der Bekennenden Kirche in Schleswig-Holstein
  • Johannes Tonnesen, 1944 – November 1953, lebte später im Ruhestand in Flensburg
  • Erwin Striewski, 1954 – März 1958, ging nach Bozen, Südtirol
  • Georg Klemt, September 1958 – April 1969, ging nach Rendsburg
  • Friedrich Wackernagel, Mai 1969 – November 1975, ging nach Plön
  • Klaus Bröker, Mai 1976 – April 2011
  • Christina Leykum, seit Mai 2011

Erntedankfest

Umzug mit Erntewagen durch Innien früher
Die geschmückte Kirche

Seit uralten Zeiten brachten die Bauern und Landfrauen die größten und schönsten Feld- und Gartenfrüchte in die Kirche und dankten Gott für den Segen der Erde. Die jungen Leute banden eine Erntekrone, die in der Kirche aufgehängt wurde. Nach dem Gottesdienst wurden die Früchte an Bedürftige verschenkt. Anschließend fand der Umzug auf geschmückten Erntewagen statt. Heute spürt man von alledem nicht mehr viel.

Aber das Jahr 1992 mit der Trockenzeit im Sommer und der schlechten Getreideernte auf der Geest sollte uns zu denken geben. „In diesem Sommer müssen die Spatzen runter in die Knie, wenn sie ein Haferkorn vom Halm fressen wollen!", sagte ein Bauer mit gutem Humor. Doch trotz der schlechten Ernte herrschte hier kein Mangel, weil die Vorratslager voll waren. Die „Butter- und Fleischberge" nahmen nicht ab, und aus handelspolitischen Gründen wurden nach wie vor Massen von Früchten auf Müllhalden und ins Meer gekippt.

Für viele ist unser Überfluß an Nahrungsmitteln so selbstverständlich geworden, daß das Erntedankfest zu einem „veraltet-wirkenden-Tag" im Kalender zu verkommen droht. Um dies zu verhindern, ist besonders die Landbevölkerung gefordert, in deren Obhut Wachstum und Gedeihen von Frucht und Vieh liegt. Auch schließt das Fest ja den Dank dafür ein, daß es uns gut geht, und die Bitte um gutes Gelingen in Familie und Beruf sowie um ein harmonisches Miteinander von Stadt und Land, denn alle sitzen in einem Boot. Wir sollten unseren Kindern immer wieder klarmachen: Das Erntedankfest zu feiern ist keine Heuchelei, sondern ein Brauch, der auch heutzutage noch seine volle Berechtigung hat.

Der Erntedankgottesdienst 1992 wurde auf der Diele von Johannes Looft gefeiert. Der Festakt begann mit dem Lied der Chöre „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land. Doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand" und endete mit den Worten unseres Pastors Klaus Bröker „Wir empfangen Gottes Gnade und dürfen uns an vielem freuen, Noch ist Zeit, dankbar zu sein für alles, was uns gegeben ist."

1993, zum 100jährigen Jubiläum unserer Kirche, hat man sich wieder an die althergebrachten Vorbereitungen des Erntedankfestes erinnert. Die Landfrauen hatten sich mit dem Ausschmücken vor dem Altar sehr viel Mühe gemacht. Die Erntekrone hing wieder in der Kirche. Von dem Erntedankgottesdienst waren alle Besucher sehr angetan, und die Ernteandacht der Landfrauen war ein voller Erfolg.

Das Erntedankfest 1993 wird den Aukrugern in Erinnerung bleiben, und alle konnten sich den Dankesworten unseres Pastors anschließen mit dem Lied „Nun danket alle Gott".

Siehe auch